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Baugenehmigung: Die Rechte sind übertragbar

Rechtsanwalt für Baurecht - S&K Rechtsanwälte in Berlin Mitte

Da das Eigentum oder ein vergleichbares Recht keine Voraussetzung für die Antragstellung ist, ergibt sich im Umkehrschluss, dass auch derjenige, der nicht Eigentümer ist, Bauherr sein kann.

So entschied das Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf in einem Rechtsstreit um Schadensersatz wegen einer zu Unrecht abgelehnten Baugenehmigung für zwei Windenergieanlagen. Geklagt hatte eine Gesellschaft, die sich zuvor alle Rechte und Pflichten aus der Baugenehmigung von dem ursprünglichen Antragsteller hatte abtreten lassen. Die Behörde lehnte den Antrag schließlich u.a. mit der Begründung ab, die Gesellschaft sei nie Bauherrin gewesen. Daher habe ihr gegenüber keine Amtspflicht auf Erteilung der Baugenehmigung bestanden.

Das OLG sah das jedoch anders. Die Rechte und Pflichten aus einer Baugenehmigung könnten abgetreten werden. Schließlich sei eine Baugenehmigung nicht personenbezogen, sondern habe eine dingliche Wirkung bezogen auf ein bestimmtes Vorhaben. Sie wirke nach der Bauordnung auch für den Rechtsnachfolger. Weder Antragsteller noch Rechtsnachfolger müssten Grundstückseigentümer sein. Eine Nutzungsbefugnis reiche. Diese sei hier auch wirksam auf die Gesellschaft übertragen worden. Dieser gegenüber hätten daher Amtspflichten bestanden. Die Amtspflichten seien auch verletzt worden. Die Baugenehmigung hätte daher erteilt werden müssen (OLG Düsseldorf, 18 U 73/08).


Die Entscheidung im einzelnen lautet:

OLG Düsseldorf: Urteil vom 26.08.2009 (Az: I-18 U 73/08)

Die Berufung der Beklagten gegen das Grundurteil des Landgerichts Krefeld vom 16.01.2008 - 2 O 427/06 - wird zurückgewiesen.

Die Kosten des Berufungsverfahrens werden der Beklagten auferlegt.

Das Urteil ist vorläufig vollstreckbar.

Die Beklagte kann die Vollstreckung gegen Sicherheitsleistung in Höhe von 110% des auf Grund des Urteils vollstreckbaren Betrages abwenden, wenn nicht der Kläger vor der Vollstreckung Sicherheit in Höhe von 110% des jeweils zu vollstreckenden Betrages leistet.

Die Revision wird zugelassen.

Der Kläger verlangt aus abgetretenem Recht der Firma W. I. GmbH Schadensersatz wegen der Versagung einer Baugenehmigung zur Errichtung von zwei Windenergieanlagen auf im Außenbereich der beklagten Stadt gelegenen Grundstücken. Hinsichtlich des erstinstanzlichen Vorbringens der Parteien wird auf die tatsächlichen Feststellungen in dem angefochtenen Grundurteil vom 16.01.2008 Bezug genommen.

Das Landgericht hat durch das angefochtene Grundurteil den Anspruch des Klägers auf Schadensersatz wegen der Versagung der Genehmigung der beiden Windenergieanlagen durch die Beklagte als dem Grunde nach gerechtfertigt erklärt und zur Begründung im Wesentlichen ausgeführt, der Kläger sei zur Geltendmachung des erhobenen Schadensersatzanspruchs aktivlegitimiert. Vorliegend sei die W. I. GmbH jedenfalls aufgrund der durch die Vereinbarung vom 12.07.2002 erfolgte Übertragung des Nutzungsvertrages vom 17.10.2001 mit dem Grundstückseigentümer D. durch die Fa. W. I. K. K. in materieller Hinsicht Berechtigte des Baugenehmigungsverfahrens und damit Rechtsnachfolgerin des ursprünglichen Bauherrn. Der Kläger sei weiterhin zum Zeitpunkt der Abtretung am 27.03.2006 noch Geschäftsführer der W. I. GmbH gewesen, so dass es dieser, vertreten durch den Kläger, möglich gewesen sei, an den Kläger die fraglichen Ansprüche abzutreten.

Die Beklagte habe gegenüber der W. GmbH eine ihr obliegende Amtspflicht verletzt, da die Ablehnung der Baugenehmigung durch Bescheid vom 30.07.2002 rechtswidrig gewesen sei. Dieser Bescheid sei auf die Höhenbegrenzungssatzung vom 25.03.2002 gestützt gewesen, die indessen offensichtlich rechtswidrig sei. Zwar sei es einer Gemeinde grundsätzlich möglich, anlässlich von Baugesuchen die Bauleitplanung zu überprüfen und zu ändern; jedoch führe § 86 BauO NRW abschließend auf, in welcher Hinsicht die Gemeinden zum Erlass örtlicher Bauvorschriften durch Satzung befugt seien; darunter falle jedoch nicht das Maß der baulichen Nutzung (hier: zulässige Höhe von Windenergieanlagen). Dieser Sachbereich könne nur, wie sich aus § 16 BauNVO ergebe, durch Bebauungsplan oder Flächennutzungsplan durch die Gemeinden geregelt werden. Nach Maßgabe von § 35 BauGB hätte der W. GmbH die Baugenehmigung innerhalb einer Dreimonatsfrist erteilt werden müssen, da öffentliche Belange dem Bauvorhaben nicht entgegen gestanden hätten. Insbesondere habe sich die luftverkehrsrechtliche Genehmigung vom 31.05.2002 auf beide Windräder bezogen, wie durch die Mitteilung der Bezirksregierung vom 19.08.2004 klar gestellt sei. Auch Belange des Schallschutzes hätten dem Projekt nicht entgegengestanden. Die Beklagte habe inhaltlich keine Einwände gegen das von der Klägerin vorgelegte Schallgutachten vom 20.02.2002 erhoben. Hinsichtlich des benachbarten Gestüts hätte die Beklagte entgegen ihrer Behauptung die Baugenehmigung ohne weitere - umfangreiche und damit bis zu einem Zeitpunkt nach der Änderung des Flächennutzungsplans andauernde - Begutachtung auf der Grundlage des Gutachtens der Landwirtschaftskammer R. vom 02.04.2002 erteilen können. Auch die Planungsabsichten der Beklagten in Bezug auf die Schaffung einer Konzentrationszone für Windenergieanlagen seien kein hinreichender öffentlicher Belang, der der Erteilung der Genehmigung entgegen gestanden habe.

Gegen dieses Urteil richtet sich die Berufung der Beklagten.

Die Beklagte rügt nach wie vor die fehlende Aktivlegitimation des Klägers. Sie ist der Ansicht, dass kein Bauherrenwechsel erfolgt sei. Der Kläger habe erstinstanzlich keine Tatsachen vorgetragen, aus denen sich eine durch den ursprünglichen Antragsteller des Baugesuchs, Dipl.-Ing. K., mit der W.-I. GmbH getroffene Vereinbarung über einen Bauherrenwechsel ergebe. Ein Bauherrenwechsel ergebe sich auch nicht aus der als Anlage K 55 vorgelegten „Vereinbarung“ zwischen K. und der W. GmbH vom 12.07.2002. Zudem seien die Voraussetzungen für einen Übergang der Nutzungsrechte, die sich aus § 10 Abs. 3 des „Nutzungsvertrag W.“ ergäben, vom Kläger nicht dargelegt worden. Er habe weder vorgetragen, dass dem Grundstückseigentümer die Vereinbarung vom 12.07.2002 schriftlich angezeigt worden sei, noch dass die zur Wirksamkeit des Eintritts erforderliche Zustimmung des finanzierenden Kreditinstituts erklärt worden sei. Außerdem lägen die Voraussetzungen des § 10 Abs. 3 der Vereinbarung schon gar nicht vor; der Wortlaut „... der Anlagenbetreiber die Windkraftanlagen nicht weiter betreibt ...“ belege, dass für einen wirksamen Rechteübergang die Windenergieanlagen bei Nutzungsübertragung bereits hätten errichtet sein müssen. Eine Rechtsnachfolge als Antragsteller des Baugesuchs lasse sich auch nicht aus dem Umstand ableiten, dass der Widerspruchsbescheid an die W. GmbH gerichtet gewesen sei und diese auch das Klageverfahren geführt habe. Auch im Zusammenhang mit den Schreiben an sie, die Beklagte, vom 16.07.2002 sei die Bauaufsichtsbehörde nicht davon ausgegangen, dass ein Bauherrenwechsel stattgefunden habe. Dazu behauptet die Beklagte, dass den Schreiben vom 16.07.2002 eine Kopie der Vereinbarung vom 12.07.2002 nicht beigefügt gewesen sei. Eine solche Kopie habe den Bediensteten der Bauaufsicht bei der Versagung der Baugenehmigung am 30.07.2002 noch nicht vorgelegen. Das Landgericht habe aus dem Umstand, dass sich eine Kopie der Vereinbarung vom 12.07.2002 in den Unterlagen der Beklagten befunden habe, die unzutreffende Schlussfolgerung abgeleitet, dies sei bereits bei Versagung der Baugenehmigung so gewesen, bzw. dass jedenfalls Existenz und Inhalt der Kopie der Urkunde den Bediensteten der Bausaufsicht zu diesem Zeitpunkt bekannt gewesen seien. Entsprechend seiner Verpflichtung zur materiellen Prozessleitung hätte das Landgericht gem. § 139 Abs. 2 Satz 1 ZPO darauf hinweisen müssen, dass es von dieser Kenntnis zum Zeitpunkt der Versagung der Baugenehmigung ausgehe.

Die Beklagte ist der Ansicht, dass auch die weiteren Voraussetzungen einer Schadensersatzverpflichtung nicht gegeben seien. Dem angefochtenen Urteil lasse sich schon nicht entnehmen, ob sich die verletzte Amtspflicht aus einer unzulässigen Überschreitung des angemessenen Bearbeitungszeitraumes ergeben solle oder aus einer rechtswidrigen Versagung der Baugenehmigung. Sehe man eine Bearbeitungszeit von drei Monaten als angemessen an, lasse sich daraus jedoch trotzdem keine Amtspflichtverletzung gegenüber der W. GmbH herleiten. Denn selbst wenn man die W. GmbH als Rechtsnachfolgerin in der Eigenschaft als Antragsteller des Baugesuchs ansähe, so sei sie dies jedoch nicht vor dem 12.07.2002 geworden, so dass bei Versagung der Baugenehmigung am 30.07.2002 ihr gegenüber die angemessene Bearbeitungszeit noch nicht abgelaufen gewesen sei. Zu diesem Zeitpunkt hätten die Voraussetzungen für die Erteilung der Baugenehmigung nicht vorgelegen, da weder die bauplanungs- noch die bauordnungsrechtlichen Voraussetzungen für das Baugesuch erfüllt gewesen seien. Insbesondere habe die Höhenbegrenzungssatzung vom 25.03.2002 dem Baugesuch entgegengestanden; diese Satzung sei rechtmäßig, jedenfalls nicht offensichtlich rechtswidrig gewesen. Mit dem Erlass der Satzung sei nicht eine Regelung des Maßes der baulichen Nutzung beabsichtigt gewesen, deren Ziel sei es vielmehr gewesen, das Ortsbild der Gemeinde außerhalb der bebauten Ortslagen positiv zu beeinflussen. Die Festschreibung einer zulässigen Höhe baulicher Anlagen könne durchaus auch Gegenstand einer Gestaltungssatzung sein. Sie, die Beklagte, habe keineswegs die Höhenbegrenzungssatzung als unzulässiges Instrument zur Sicherung der Bauleitplanung missbraucht, sondern nur baugestalterische Absichten verfolgt. Unabhängig davon, so die Beklagte weiter, hätte eine Baugenehmigung auch wegen Fehlens einer luftrechtlichen Zustimmung der Bezirksregierung nicht erteilt werden dürfen. Die luftrechtliche Zustimmung der Bezirksregierung D1 vom 31.05.2002 habe nämlich nicht Windenergieanlagen mit einer größeren Höhe als 176,00 m ü. NN und damit eine der beiden streitgegenständlichen Windenergieanlagen mit einer Höhe von 176,10 m nicht erfasst. Insofern hätte auch nicht, wie vom Landgericht angenommen, eine geringfügige Geländevertiefung Abhilfe schaffen können, da eine Höhe über NN eine solche unabhängig von der Geländehöhe bleibe.

Außerdem habe das Landgericht verkannt, dass Belange des Schallschutzes der beantragten Baugenehmigung entgegen gestanden hätten. Die Auffassung des Landgerichts, das von der W. I. vorgelegte Schallgutachten vom 20.02.2002 sei von ihr inhaltlich nicht beanstandet worden, sei aktenwidrig. Bereits im verwaltungsgerichtlichen Verfahren sei festgestellt worden, dass der „schalltechnische Bericht“ nicht dem „anerkannten Stand der Technik“ entspreche. Zudem habe sie, die Beklagte, nicht nur dessen Inhalt bestritten, sondern auch unter Beweis gestellt, dass der Bericht nach fachlichen Grundsätzen nicht geeignet sei, die Einhaltung der Anforderungen an den Schallschutz gem. § 8 Abs. 4 BauPrüfVO bzw. § 72 Abs. 6 Satz 1 BauO NRW nachzuweisen; dies sei, wie das Landgericht verkannt habe, nur durch ein Gutachtens eines staatlich anerkannten Sachverständigen i. S. v. § 85 Abs. 2 Satz 1 Nr. 4 BauO NRW möglich. Hinsichtlich der bei der Prüfung der Erteilung der Baugenehmigung ebenfalls zu berücksichtigenden nachbarrechtlichen Belange des Pferdezuchtbetriebes „G.“ habe das Landgericht verkannt, dass der Zulassung eines privilegierten Vorhabens im Außenbereich die Belange eines bereits bestehenden privilegierten Vorhabens nicht erst dann entgegenständen, wenn die mit dem neuen Vorhaben verbundenen Beeinträchtigungen schwer und unerträglich seien; vielmehr bestehe schon bei einer gewichtigen Beeinträchtigung ein Abwehrrecht des privilegierten Betriebes. Zugunsten eines landwirtschaftlichen Betriebes müsse bei der Abwägung auch die Möglichkeit einer künftigen Betriebsausweitung in Rechnung gestellt werden. Die Auffassung des Landgerichts, dass sie, die Beklagte, auch ohne weitere Begutachtung die Genehmigung auf der Grundlage des Gutachtens der Landwirtschaftskammer R. vom 02.04.2002 hätte erteilen können, sei unzutreffend. Diese Stellungnahme der Landwirtschaftskammer sei nicht geeignet, die Frage nach der Vereinbarkeit der Pferdezucht mit den Windenergieanlagen abschließend zu beantworten, da sie von unzutreffenden örtlichen Gegebenheiten, insbesondere Abständen, ausgegangen sei.

Die Beklagte meint weiter, hinsichtlich der Planungshoheit der Gemeinde als entgegenstehendem öffentlichen Belang im Sinne des § 35 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1, Satz 3 BauGB müsse entgegen der Auffassung des Landgerichts berücksichtigt werden, dass hier der planreife Entwurf der 51. Änderung des Flächennutzungsplanes vorgelegen habe, der materiell eine privilegierte Flächennutzungsplanänderung bereits enthalten habe und somit als öffentlicher Belang dem Bauvorhaben entgegen gestanden habe. Außerdem lasse sich schon nicht feststellen, dass die Erschließung des Vorhabens im Sinne des § 35 Abs. 1 BauGB gesichert gewesen sei; der hierfür vorgesehen Feldweg sei nämlich ein Wirtschaftsweg, dessen Benutzung zur Erschließung einer Windenergieanlage den Widmungsweck überschreite; derartige Wirtschaftswege dienten vielmehr ausschließlich der Bewirtschaftung land- oder forstwirtschaftlicher Grundstücke. Ein Antrag auf Erteilung einer entsprechenden Sondernutzungserlaubnis sei von dem Bauantragsteller nicht gestellt worden und wäre von ihr, der beklagten Stadt, auch abgelehnt worden, da eine Rechtspflicht zur Genehmigungserteilung nicht bestanden habe. In bauordnungsrechtlicher Hinsicht, so die Beklagte weiter, seien überdies die einzuhaltenden Abstandsflächen nicht nachgewiesen. Dieser Nachweis scheitere daran, dass bezüglich der auf dem Flurstück 2... geplanten Windenergieanlage die Abstandsfläche in das Flurstück 2... hineinrage, das indessen nicht unmittelbar an das Flurstück 2... angrenze. Zwischen beiden Grundstücken verlaufe nämlich, was als solches unstreitig ist, das Flurstück 3..., bei dem es sich um eine entsprechend gewidmete öffentliche Wegfläche handele, die gemäß § 6 Abs. 2 BauO NRW nur bis zur Mitte als Abstandfläche herangezogen werde, was zugleich auch die Heranziehung des Flurstücks 2... als Abstandsfläche ausschließe. Im Übrigen sei der Eigentümer D. des Flurstücks 2... weder dazu bereit noch verpflichtet gewesen, eine Abstandsbaulast auf diesem Grundstück zu übernehmen.

Abgesehen davon, so die Beklagte weiter, sei ein Schadensersatzanspruch selbst bei unterstellter Rechtswidrigkeit der auf die Höhenbegrenzungssatzung vom 25.03.2002 gestützten Versagung der Baugenehmigung schon unter dem Gesichtspunkt des rechtmäßigen Alternativverhaltens nicht gegeben. Das rechtmäßige Alternativverhalten der Bauaufsicht hätte nur darin bestehen können, die Bedenken gegen die Höhenbegrenzungssatzung dem Rat der Beklagten bzw. der Kommunalaufsicht vorzutragen. Dies hätte jedoch auch nicht dazu geführt, dass die Baugenehmigung zu erteilen gewesen wäre, weil sich ein Verfahren zur Aufhebung der Höhenbegrenzungssatzung jedenfalls bis zum 24.09.2002, dem Datum des Inkrafttretens der 51. Änderung des Flächennutzungsplans, hingezogen hätte und sodann die Baugenehmigung mit Rücksicht auf den geänderten Flächennutzungsplan ohnehin zu versagen gewesen wäre.

Die Beklagte beantragt, unter Abänderung des am 16.1.2008 verkündeten Grundurteils der 2. Zivilkammer des Landgerichts Krefeld - 2 O 427/06 - die Klage abzuweisen.

Der Kläger beantragt, die Berufung zurückzuweisen.

Der Kläger verteidigt das angefochtene Urteil und tritt der Berufung im Einzelnen unter Wiederholung und Vertiefung seines erstinstanzlichen Vorbringens entgegen.

Wegen des weitergehenden Parteivorbringens wird auf die gewechselten Schriftsätze, die zu den Akten gereichten Urkunden und den Inhalt des beigezogenen Verwaltungsvorgangs 25805/02/NV der Beklagten sowie der beigezogenen Akte 25 K 869/03 Verwaltungsgericht Düsseldorf Bezug genommen.

Die zulässige Berufung der Beklagten, die insbesondere form- und fristgerecht eingelegt und begründet worden ist, hat in der Sache selbst keinen Erfolg.

Durch die Ablehnung der für die Errichtung von zwei Windkraftanlagen beantragten Baugenehmigung haben die betreffenden Amtsträger der Beklagten eine ihnen obliegende Amtspflicht im Sinne des § 839 Abs. 1 BGB verletzt, weil die Versagung der Genehmigung durch den Bescheid der Beklagten vom 30.07.2002 rechtswidrig war. Die verletzte Amtspflicht bestand auch gegenüber dem um die Baugenehmigung nachsuchenden Antragsteller/Bauherrn, da diesem ein Anspruch auf Erteilung der Baugenehmigung zustand und er deshalb in seinem Recht auf Erteilung der Baugenehmigung verletzt worden ist.

Zu Recht ist das Landgericht davon ausgegangen, dass der Kläger die für die Erhebung der vorliegenden Klage notwendige Aktivlegitimation besitzt und hat es in diesem Zusammenhang auf die Übertragung des Nutzungsvertrages vom 17.10.2001 zwischen dem Grundstückseigentümer D. und der Firma W. K. K. auf die Firma W. I. GmbH durch Vereinbarung vom 12.07.2002 und die anschließende Abtretung an den Kläger durch die Abtretungsvereinbarung vom 27.03.2006 abgestellt.

Zunächst war ausweislich des Bauantrages vom 13.02.2002 Bauherr und Antragsteller die Fa. W. I. K. K. Für den Wechsel der Bauherreneigenschaft ist nicht eine förmliche Anzeige entsprechend § 57 Abs. 5 Satz 3 BauO NRW erforderlich; vielmehr ist der Begriff des Bauherrn i. S. d. § 57 BauO NRW nicht gesetzlich definiert. Da das Eigentum oder ein vergleichbares Recht keine Voraussetzung für die Antragstellung ist, ergibt sich daraus im Umkehrschluss, dass auch derjenige, der nicht Eigentümer ist, Bauherr sein kann. Abzustellen ist demnach insoweit auf die „Sachherrschaft“ des Bauherrn, also auf dessen Möglichkeit, den Ablauf des Bauvorhabens letztlich nach seinem Willen zu beherrschen. Ist eine Baugenehmigung erteilt, steht es dem Bauherrn offen, die daraus begründeten Rechte und Pflichten auf eine weitere Person zu übertragen und zwar auch durch rechtsgeschäftliche Vereinbarung. Gleiches gilt auch für den Zeitraum bis zur Erteilung der Baugenehmigung. Die im vorliegenden Fall durch den Nutzungsvertrag mit dem Grundstückseigentümer D. zunächst entstandene „Sachherrschaft“ war zunächst wirksam in der Person der Fa. W. I. K. K. entstanden und ist durch die Vereinbarung vom 12.07.2002 wirksam auf die W. I. GmbH übertragen worden, wie das Landgericht zutreffend festgestellt hat.

Die von der Beklagten vorgebrachten Einwände zum einen gegen die Wirksamkeit der Übertragung und zum anderen gegen die Auslegung der Vereinbarung als zivilrechtliche Vereinbarung eines Bauherrenwechsels überzeugen im Ergebnis nicht. Der Nutzungsvertrag sieht in § 1 eine Gestattung für die Errichtung, den Unterhalt und den Betrieb von mehreren Windenergieanlagen auf dem näher bezeichneten Grundstück des Grundstückseigentümers D. vor. Durch diese Gestattung hat daher der jeweilige Nutzungsberechtigte zunächst die Errichtung und in deren Anschluss auch den Betrieb von Windenergieanlagen „in der Hand“ und damit die für die Annahme der Bauherreneigenschaft erforderliche „Sachherrschaft“. In § 10 Abs. 3 dieses Vertrages war ausdrücklich die Möglichkeit vorgesehen, die Nutzungsmöglichkeit und damit der Sache nach auch die Bauherreneigenschaft auf eine dritte Person zu übertragen. Entgegen der Ansicht der Beklagten kann der Wortlaut nicht dahingehend ausgelegt werden, dass nur die Übertragung einer bereits errichteten Anlage von den Parteien ermöglicht werden sollte. Aus Sicht des Grundstückseigentümers war es unerheblich, wann eine Nutzungsübertragung erfolgte; aus Sicht der Berechtigten konnte sich jedoch aufgrund der hohen Kostenbelastung auch schon vor Fertigstellung die Notwendigkeit einer Übertragung der Nutzungsmöglichkeit ergeben; ebenso konnte sich eine solche Notwendigkeit aus einer wie der dann letztlich eingetretenen Situation, nämlich der Neugründung eines Unternehmens, ergeben. Es entsprach daher dem Parteiwillen, eine Übertragung unabhängig davon zu ermöglichen, dass die entsprechende Windenergieanlage bereits errichtet war.

Soweit die Beklagte rügt, dass keine Zustimmung durch die finanzierende Bank vorlag, kommt es hierauf nicht an. Eine solche Anzeige ist nur dann sinnvoll, wenn überhaupt schon ein Kredit gebendes Institut am Bauvorhaben beteiligt ist. Hier ist jedoch vom Kläger - unbestritten - vorgetragen und unter Beweis gestellt worden, dass sich im Zeitpunkt der Nutzungsübertragung das Bauvorhaben noch in einem Verfahrensstadium, nämlich dem laufenden Genehmigungsverfahren, befand, in dem eine Finanzierung durch eine Bank mit einer solchen noch gar nicht verhandelt wird. Der Kläger hat außerdem erstinstanzlich vorgetragen, dass dem Grundstückseigentümer D. der Wechsel im Nutzungsvertrag durch als Anlage K 38 vorgelegtes Schreiben der W. I. GmbH vom 23.07.2002 angezeigt wurde. Dies vermag die Beklagte nicht durch einfaches Bestreiten zu widerlegen. Die erforderliche Einwilligung in den Wechsel des Vertragspartners hatte D. bereits vorab in § 10 Abs. 3 des „Nutzungsvertrag W.“ vom 17.10.2001 erklärt.

Mithin lagen die Voraussetzungen der Nutzungsübertragung und damit des Wechsels der Bauherren-/Antragstellereigenschaft gem. § 10 Abs. 3 des Nutzungsvertrages vor. Die entsprechenden Unterlagen waren der Beklagten auch spätestens ab dem 26.07.2002 bekannt. Die Beklagte bestreitet dies zwar; hat jedoch zunächst durch ihren Rechtsanwalt mit Schriftsatz vom 04.12.2007, dort Seite 4, erklärt, sie habe die Vereinbarung vom 12.07.2002 „mit dem Schreiben der W. I. GmbH vom 16.07.2002“ erhalten. Soweit die Beklagte nunmehr einwendet, es habe sich um die irrtümliche Annahme ihres Prozessbevollmächtigten gehandelt, liegt hierin der Sache nach ein Widerruf eines Geständnisses im Sinne des § 290 ZPO mit der Folge, dass die widerrufende Partei beweisen muss, dass das Geständnis der Wahrheit nicht entspricht und durch einen Irrtum veranlasst ist. Der Beweis der Unrichtigkeit des Geständnisses kann der Beklagten schon deshalb nicht gelingen, weil sie lediglich behauptet, die Vereinbarung vom 12.07.2002 nicht vor dem 30.07.2002 erhalten zu haben, nicht aber positiv darlegt, wann und auf welche Weise das Schriftstück in den Verwaltungsvorgang gelangt sein soll. Hinzu kommt die Tatsache, dass die Vereinbarung vom 12.07.2002 entsprechend der Nummerierung in der Bauakte der Beklagten direkt mit den Schreiben vom 16.07.2002 bezüglich der Firmenänderung bzw. Neugründung einer Firma zu den Akten gebracht wurde. Das Schreiben vom 16.07.2002, als Blatt 195 bezeichnet, trägt eine Abzeichnung des Herrn V. vom 26.07.2002. Dies deckt sich mit dem Vortrag des Klägers, wonach die Schreiben zusammen mit der Vereinbarung vom 12.07.2002 übersandt wurden. Dies vermag die Beklagte auch nicht dadurch zu widerlegen, dass sie sich darauf beruft, dass sie eine Nummerierung der einzelnen Blätter erst nach Anforderung der Akten durch das Verwaltungsgericht vorgenommen habe. Selbst wenn man dies als richtig unterstellt, erscheint es unwahrscheinlich und wird auch von der Beklagten nicht behauptet, dass die Beklagte vor der Durchnummerierung die Akte noch einmal neu sortiert und die Vereinbarung vom 12.07.2002, sollte sie tatsächlich erst später zur Akte gelangt sein, weiter nach vorne geheftet hat. Den entsprechenden Beweisangeboten der Beklagten braucht daher nicht nachgegangen zu werden.

Auch die Tatsache, dass der Versagungsbescheid gegenüber der Firma W. I. K. K. und nicht gegenüber der W. GmbH ergangen ist, steht der Aktivlegitimation des Klägers nicht entgegen. Die Baugenehmigung selbst ist nicht personenbezogen, sondern hat eine dingliche Wirkung bezogen auf ein bestimmtes Vorhaben. Dementsprechend normiert auch § 75 Abs. 2 BauO NRW, dass sich die Rechtswirkungen der Baugenehmigung auch auf den Rechtsnachfolger erstrecken. Daher ist, wenn man davon ausgeht, dass der Bauherrenwechsel der Beklagten am 26.07.2002 angezeigt worden ist, zu unterstellen, dass die Beklagte die Versagung der Baugenehmigung gegenüber der Person aussprechen wollte, die hinsichtlich des geplanten Bauvorhabens als Bauherr und damit von der Versagung unmittelbar Betroffener anzusehen ist. Zudem war es der Beklagten nach durch die Vorlage der Vereinbarung vom 12.07.2002 angezeigtem Bauherrenwechsel nicht mehr möglich, die Versagung gegenüber dem ursprünglichen Bauherrn zu erteilen. Eine Baugenehmigung darf nämlich nicht an einen Antragsteller erteilt werden, der vor der Aushändigung seine Stellung als Bauherr erkennbar aufgegeben hat. Gleiches muss auch für die Versagung der Baugenehmigung gelten, die die Beklagte daher gegenüber der W. I. GmbH hätte aussprechen müssen. Dass die Beklagte so nicht verfahren ist, stellt daher lediglich eine Falschbezeichnung („falsa demonstatio“) des Bauherrn/Antragstellers als beabsichtigtem Empfänger des Bescheides dar.

Die die Aktivlegitimation des Klägers begründende wirksame Abtretung der Ansprüche der W. GmbH an ihn ist belegt durch die Abtretungsvereinbarung vom 27.03.2006. Zu diesem Zeitpunkt war der Kläger ausweislich als Anlage K 33 vorgelegten Handelsregisterauszuges des Amtsgerichts Charlottenburg vom 09.05.2006 noch als Geschäftsführer der Firma W. I. GmbH bestellt und von dem Verbot der Regelung des § 181 BGB befreit.

Die Versagung der Baugenehmigung war rechtswidrig und stellt deshalb eine Amtspflichtverletzung dar; tatsächlich hätte nämlich die Beklagte bei pflichtgemäßem Verhalten der W. GmbH bis zum Inkrafttreten der 51. Änderung des Flächennutzungsplans am 24.09.2002 die beantragte Baugenehmigung für das in Rede stehende Vorhaben erteilen müssen. Zu den betreffenden Genehmigungsvoraussetzungen, soweit deren Vorliegen zwischen den Parteien streitig ist, im Einzelnen:

Höhenbegrenzungssatzung:

Die Höhenbegrenzungssatzung der Gemeinde T. vom 25.03.2002, auf die die Beklagte die Versagung der Baugenehmigung gestützt hat, war rechtswidrig und daher unwirksam. Entgegen der Auffassung der Beklagten findet sie keine hinreichende Rechtsgrundlage in § 86 Abs. 1 Nr. 1 BauO NRW. Dies ergibt sich entgegen der Ansicht des Landgerichts allerdings nicht schon aus dem bloßen Umstand, dass in § 86 BauO NRW das „Maß der baulichen Nutzung“ nicht explizit ausgeführt ist. Unter den Begriff der „äußeren Gestaltung baulicher Anlagen“ in § 86 Abs. 1 Nr. 1 BauO NRW lässt sich nämlich auch eine Regelung hinsichtlich der Höhe einer baulichen Anlage ohne Weiteres fassen.

§ 86 BauO NRW soll den Gemeinden ermöglichen, über eine Verunstaltungsabwehr hinaus in Abgrenzung zu einem städtebaulichen Gestaltungskonzept auch positive Gestaltungspflege betreiben zu können. Der Gemeinde soll mit § 86 BauO NRW die Möglichkeit gegeben werden, Ortsbaurecht zu schaffen, damit unter gestalterischen Gesichtspunkten örtlichen Verhältnissen Rechnung getragen werden kann. Hierbei besteht eine enge Verbindung zum Bauplanungsrecht; bei der positiven Gestaltungspflege handelt es sich um einen Teil einer ganzheitlichen Planungsmaterie, die nur aufgrund der unterschiedlichen Gesetzgebungskompetenzen von Bund und Ländern in die bodenrechtliche Bauleitplanung und die bauordnungsrechtliche Gestaltungsplanung unterfällt. Daraus ergibt sich, dass sich die örtlichen Bauvorschriften inhaltlich an den Schutzzielen der BauO NRW orientieren müssen und keine bodenrechtlichen Aspekte regeln dürfen. § 86 BauO NRW ermöglicht den Erlass von Satzungen unterschiedlicher Art; je nachdem, ob mit der Satzung ein bestimmtes Einzelziel oder umfassend baugestalterische Planungsziele verfolgt werden sollen.

Speziell für Gestaltungssatzungen wie die hier in Fragen stehende nach § 86 Abs. 1 Nr. 1 BauO NRW ist nach dessen Wortlaut Voraussetzung, dass die in der Satzung enthaltene Regelung der Durchführung baugestalterischer Absichten dient. Dies setzt das Vorliegen eines nachvollziehbaren planerischen Konzeptes für die Ausgestaltung eines bestimmten Bereichs voraus; schlagwortartige Zielsetzungen reichen gerade nicht aus, rechtfertigt sich die durch die Gestaltungssatzung geregelte positive Gestaltungspflege schließlich dadurch, dass an die Besonderheiten eines bestimmten Gebiets angeknüpft werden soll. Eine Gestaltungssatzung ist daher nur wirksam, wenn mit ihr eine gebietsspezifische gestalterische Absicht verfolgt wird, die mit dem Geltungsbereich der Satzung ein besonderes Gepräge gibt; demgegenüber kann ein Gestaltungsziel, welches gleichermaßen für alle Ortsteile verfolgt werden könnte, den Erlass einer Gestaltungssatzung nicht rechtfertigen.

Schon unter diesem Gesichtspunkt bestehen Bedenken gegen die Wirksamkeit der Satzung, erschöpft sich deren Begründung doch eher in Allgemeinplätzen. Eine genaue Auseinandersetzung mit den besonderen Gegebenheiten der entsprechenden Gebiete erfolgt nicht; in diesem Zusammenhang ist auch die umfassende Erstreckung auf weite Teile des Gemeindegebiets, nämlich den gesamten Außenbereich, bedeutsam. Eine spezifische Abwägung mit den Besonderheiten des Gebiets hätte schon aus dem Grund besonders umfassend und sorgfältig und für jeweils zusammenhängende Gebiete besonders erfolgen müssen. Auch lässt sich der Satzung und deren Begründung nicht entnehmen, dass eine konkrete Auseinandersetzung mit den Interessen der Grundstückseigentümer erfolgt ist.

Evident rechtswidrig ist die Höhenbegrenzungssatzung aber aus dem Gesichtspunkt heraus, dass auf die Ermächtigungsnorm des § 86 Abs. 1 Nr. 1 BauO NRW, die Gestaltungssatzungen nur zur Durchführung baugestalterischer Absichten zulässt, keine bauplanungsrechtlichen Regelungen gestützt werden können; es darf sich also nicht um bodenrechtliche (bauplanungsrechtliche) Regelungen im Gewand von Baugestaltungsvorschriften handeln; will die Gemeinde Regelungen mit bodenrechtlichem Inhalt erlassen, hat sie sich der hierfür zur Verfügung stehenden planerischen Instrumente des BauGB zu bedienen. Ein Verstoß gegen diese Grundsätze ist hier gegeben. Mit der Regelung, in § 2 der Höhenbegrenzungssatzung, wonach Windkraftanlagen im Geltungsbereich der Satzung (gesamter Außenbereich) unter einer maximalen Bauhöhe von 100 m über natürlichem Gelände bleiben müssen, hat die Beklagte nicht lediglich die äußere Gestaltung einzelner baulicher Anlagen geregelt, sondern hat sie Windenergieanlagen mit mehr als 100 m Höhe im Geltungsbereich der Satzung, also flächenbezogen, ausgeschlossen. Sie hat damit Grund und Boden unmittelbar zum Regelungsgegenstand gemacht und bestimmt, in welcher Weise die betreffenden Eigentümer ihre Grundstücke nutzen dürfen. Derartige Regelungen sind der Befugnis des Landesgesetzgebers entzogen, so dass er insoweit auch nicht zum Erlass örtlicher Bauvorschriften ermächtigen kann. Denn für die Erreichung des von der Beklagten mit dem Erlass der Satzung angestrebten Ziels, das von der Satzung erfasste Gebiet von der Bebauung mit Windenergieanlagen, die höher als 100 m sind, frei zu halten, stellt das bundesrechtliche Bauplanungsrecht das entsprechende Instrumentarium zur Verfügung, hier die Regelung des § 9 Abs. 1 Nr. 1 BauGB, wonach im Bebauungsplan aus städtebaulichen Gründen die Art und das Maß der baulichen Nutzung festgesetzt werden können. Der Satzung lässt sich auch nicht entnehmen, aus welchen Gründen für das gesamte Gemeindegebiet mit Ausnahme der bebauten Ortslagen eine Höhenbegrenzung nötig war, die nicht durch entsprechende bauplanungsrechtliche Mittel erreicht werden konnte. Im Gegenteil ergibt sich insbesondere aus der Ratsvorlage vom 20.08.2002 für die Ratssitzung vom 05.09.2002, dass gerade nicht baugestalterische Absichten im Vordergrund standen, sondern vielmehr die bauplanungsrechtliche Überlegung, Windenergieanlagen im gesamten Außenbereich zu verhindern.

Ist die Höhenbegrenzungssatzung aus den vorgenannten Gründen unwirksam, kann dahin stehen, ob die Satzung auch gegen die Bestimmung in § 86 Abs. 1 Nr. 1 BauO NRW verstößt, wonach Satzungen nur für „bestimmte genau abgegrenzte Teile des Gemeindegebiets“ erlassen werden dürfen. Diese Einschränkung der Ermächtigung ist dahin zu verstehen, dass der Gesetzgeber davon ausgeht, dass nur einzelne, tendenziell kleine Teile des Gemeindegebiets die erforderliche Eignung zur Durchführung baugestalterischer Absichten aufweisen. Ob dies der Fall ist, wenn der gesamte Außenbereich einer Gemeinde von der Satzung erfasst wird, ist äußerst fraglich.

Die Höhenbegrenzungssatzung vom 25.03.2002 stand somit in materiell-rechtlicher Hinsicht der beantragten Baugenehmigung nicht entgegen.

Auch ansonsten war das Vorhaben bis zum 24.09.2002 genehmigungsfähig und hätte daher durch die Beklagte genehmigt werden müssen. Sonstige öffentliche Belange im Sinne des § 35 Abs. 1 BauGB standen dem Vorhaben nicht entgegen.

Luftrechtliche Zustimmung zur Baugenehmigung:

Die erforderliche luftrechtliche Zustimmung ist mit Schreiben der Luftfahrtbehörde vom 31.05.2002 erteilt worden. Der Gegenstand der Zustimmung, zu dem die Luftfahrtbehörde Stellung zu nehmen hatte, war ein Vorhaben auf den Flurstücken 2... und 3... mit einer Höhe von bis zu 176,10 m über NN bei der auf dem Flurstück 3... geplanten Anlage. Eine Änderung der Höhe hinsichtlich einer der beiden Anlagen kann offensichtlich nicht gewollt gewesen sein, nimmt die Behörde doch Stellung zu dem konkret beantragten Vorhaben; auf Seite 4 ihres Bescheides wird ausgeführt, nach fachtechnischer Prüfung bestünden gegen die Errichtung „der o. g. Windkraftanlagen“ keine Bedenken und seien Gründe, die einer luftrechtlichen Zustimmung entgegen stünden, nicht ersichtlich. Hätte die Behörde dem Vorhaben mit 176,10 m über NN nicht zustimmen wollen, so hätte sie das Vorhaben ablehnen und nicht etwa eine Höhe verändert angeben müssen. Gleiches ergibt sich auch aus der Stellungnahme der Bezirksregierung D. vom 19.08.2004, die insoweit als Klarstellung zu verstehen ist. In dieser Stellungnahme hat die Bezirksregierung ausgesprochen, dass sie auf der Grundlage ihrer Verfügung vom 31.05.2002 der Errichtung der Windkraftanlagen mit einer maximalen Bauhöhe von 176,10 m über NN zustimme.

Immissionsschutz:

Hinsichtlich des Schallschutzes lagen nach der Stellungnahme des Staatlichen Umweltamtes K. vom 15.04.2002 ebenfalls keine Bedenken gegen das Vorhaben vor. Die Tatsache, dass das Schallschutzgutachten durch die Firma W. I. K. K. erstellt wurde, ändert an der positiven Stellungnahme des Staatlichen Umweltamtes nichts. Die Beklagte beruft sich ohne Erfolg darauf, dass es sich nicht um ein Gutachten eines staatlich anerkannten Sachverständigen i. S. v. § 85 Abs. 2 Satz 1 Nr. 4 BauO NRW gehandelt habe, was Relevanz hinsichtlich des § 72 Abs. 6 Satz 1 BauO NRW habe. Das mag zwar richtig sein, bedeutet jedoch nicht, dass ein Schallschutzgutachten eines staatlich anerkannten Sachverständigen zwingend vorgelegt werden muss. Vielmehr ist es Sache des Bauherrn, dieses erstellen zu lassen und damit die Vermutungswirkung des § 72 Abs. 6 Satz 1 BauO NRW herbei zu führen. Dagegen vermag nicht lediglich ein derartiges Gutachten den Nachweis der Erfüllung der Anforderungen an den Schallschutz zu führen. Das ergibt sich gerade nicht aus dem Wortlaut der Norm. Es war Sache des Staatlichen Umweltamtes, das vorgelegte Gutachten zu bewerten; hätte die beklagte Stadt hinsichtlich der Richtigkeit der vorgelegten Stellungnahme Bedenken gehabt, wäre es erforderlich gewesen, hier weiter zu ermitteln beziehungsweise die Bedenken dem Amt mitzuteilen und gegebenenfalls eine weitere Stellungnahme einzuholen, was jedoch nicht geschehen ist.

Derartige Bedenken hat allerdings nachträglich das Verwaltungsgericht Düsseldorf in seinem Urteil vom 24.05.2004 geäußert, und zwar hinsichtlich der Art des dem „Schalltechnischen Bericht“ zu Grunde liegenden Prognoseverfahrens und zum anderen hinsichtlich des in dem Schallgutachten zu Grunde gelegten Zuschlags für „Unsicherheit K“ von nur 1,2 dB(A) statt von 2,5 dB(A). Diesen Bedenken braucht der Senat im Rahmen der hier anzustellenden ex-post-Betrachtung jedoch nicht weiter nachzugehen, weil im Genehmigungsverfahren absehbare mögliche Überschreitungen der zulässigen Grenzwerte regelmäßig nicht zu einer Versagung der Genehmigung führen, sondern - gegebenenfalls auch nachträglich - zur Erteilung von Auflagen, die die Einhaltung der Grenzwerte sicher stellen sollen, z.B. Drehzahlbegrenzungen (schallreduzierter Modus), zeitweise Abschaltung der Anlage zur Begrenzung der Beschattungsdauer, vgl. auch WEAErl. Ziff. 5.3.4., 5.3.1 und 5.3.2). Etwaige nachträglich Auflagen sieht auch die genannte Stellungnahme des Umweltamtes K. vor, vgl. dort Seite 2.

Pferdehaltung in der Nachbarschaft:

Das zum Schallschutz Ausgeführte gilt hinsichtlich der Belange des benachbarten Pferdegestüts „G.“ entsprechend. Hierzu lag eine Stellungnahme der Landwirtschaftskammer R. vom 02.04.2002 vor, nach der eine Pferdehaltung in der Nähe von Windenergieanlagen durchaus möglich ist, wenn die Tiere an das Umfeld gewöhnt sind. Dass für eine solche Gewöhnung eine gewisse Zeitspanne erforderlich ist, ergibt sich aus der Natur der Sache, so dass dies einer Neuerrichtung von Windenergieanlagen nicht entgegensteht. In der Stellungnahme der Landwirtschaftskammer ist das gegenläufige Privatgutachten des Prof. K. vom 21.03.2002 durchaus berücksichtigt. Weitere Erhebungen zur Vereinbarkeit des Vorhabens mit den Belangen des Pferdegestüts waren nicht veranlasst, da nicht ersichtlich ist, dass hinsichtlich dieser Frage eine andere Stelle oder Person über überlegene Erkenntnismöglichkeiten verfügte. Die in dem Urteil des Verwaltungsgerichts Düsseldorf auf Seite 12 geäußerten Bedenken gegen die Stellungnahme der Landwirtschaftskammer teilt der Senat nicht. Die Entfernungsangabe von 560 m in der Stellungnahme bezieht sich auf das Wohngebäude G. und trifft als solche zu; für die Annahme, die Landwirtschaftskammer habe verkannt, dass die Koppelflächen bis zu 470 m an die seinerzeit geplante Anlage heranreichen, besteht keine Veranlassung.

Flächennutzungsplan als entgegen stehender öffentlicher Belang im Sinne des § 35 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 und Satz 3:

Als öffentlicher Belang stand dem Vorhaben auch nicht, wie von der Beklagten vorgetragen, die kommunale Planungshoheit im Allgemeinen und die Planreife der 51. Flächennutzungsplanänderung im Besonderen entgegen. § 35 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 BauGB ist für diesen Fall nicht einschlägig, da die 51. Änderung des Flächennutzungsplans sich auf ein anderes Gebiet als das hier in Rede stehende bezog. Die in der Kommentierung von Ernst/Zinkahn/Bielenberg, BauGB, unter Rdnrn. 80 und 113 zu § 35 angesprochenen Fälle, in denen ein weit fortgeschrittener Planungsstand bei der Aufstellung von Bauleitplänen einen öffentlichen Belang im Sinne des § 35 Abs. 1 BauGB darstellen kann, sind daher dem hier vorliegenden Fall nicht vergleichbar. Vorliegend geht es nämlich vielmehr um die Ausschlusswirkung einer Standortfestlegung für Windkraftanlagen nach § 35 Abs. 3 Satz 3 BauGB; hierzu folgt der Senat der Auffassung, dass diese Ausschlusswirkung nur wirksamen Flächennutzungsplänen zukommt, nicht aber auch Entwürfen eines Flächennutzungsplans, mögen diese auch bereits „planreif“ sein.

Sicherung der Erschließung im Sinne des § 35 Abs. 1 BauGB:

Welche konkreten Anforderungen an die Erschließung zu stellen sind, richtet sich nach den jeweiligen Gegebenheiten, also für den - hier in Rede stehenden - Zufahrtsweg nach dem zu erwartenden Zu- und Abgangsverkehr. Bei privilegierten Vorhaben ist ferner zu berücksichtigen, dass sie häufig fernab von jeder sonstigen Bebauung liegen und daher manchmal nur über Feld- und Waldwege zu erreichen sind. Bei solchen Vorhaben, bei denen nur mit einem geringen Verkehrsaufkommen und keinem regelmäßigen Gegenverkehr zu rechnen ist, kann daher nicht eine asphaltierte oder ähnliche befestigte Straße verlangt werden und ist es auch nicht notwendig, dass überall ein Begegnungsverkehr stattfinden kann. Ausgehend von diesen Grundsätzen ist davon auszugehen, dass die Erschließung des Vorhabens, das gemäß § 35 Abs. 1 Nr. 5 BauGB privilegiert war und im Bereich landwirtschaftlich genutzter Flächen liegen sollte, durch den auf dem Flurstück 3... verlaufenden, für den öffentlichen Verkehr gewidmeten Weg hinreichend gesichert war, bei dem es sich ausweislich der Angaben auf Bl. 8 a des Verwaltungsvorgangs der Beklagten um einen asphaltierten Wirtschaftsweg handelt. Insoweit ist auch zu berücksichtigen, dass, wie dem Senat aus vergleichbaren Rechtsstreiten bekannt ist, im Zuge der Herstellung der Anlage Transportverkehr nur in der relativ kurzen Aufbauphase der Windanlagen zu erwarten war, während die laufende Wartung von Windanlagen kein nennenswertes Verkehrsaufkommen verursacht. Unabhängig davon bestand als ultima ratio auch noch die Möglichkeit, die Erschließung über die nördlich der Flurstücke 2... und 3... verlaufende Kreisstraße K ... vorzunehmen, was wegen der größeren Entfernung allerdings mit einem höheren Kostenaufwand für den Anlagenbetreiber verbunden gewesen wäre.

Einhaltung von Abstandflächen nach § 6 BauO NRW.

Hinsichtlich der auf dem Flurstück 3... geplanten Windkraftanlage ist unstreitig, dass die gemäß § 6 BauO NRW erforderliche Abstandfläche auf dem betreffenden Grundstück selbst nachgewiesen werden konnte. Aus dem vorgenannten Lageplan ergibt sich zugleich, dass bezüglich der auf dem Flurstück 2... geplanten Windenergieanlage die Abstandsfläche in das Flurstück 2... hineinragt, das zudem nicht unmittelbar an das Flurstück 2... angrenzt, weil zwischen beiden Grundstücken das im Eigentum der beklagten Stadt stehende Flurstück 3... verläuft, bei dem es sich um eine entsprechend gewidmete öffentliche Wegfläche handelt. Die aus dieser Grundstückssituation von der Beklagten gezogene Schlussfolgerung, da die öffentliche Wegfläche gemäß § 6 Abs. 2 BauO NRW nur bis zur Mitte als Abstandfläche herangezogen werden könne, scheide zugleich auch die Heranziehung des Flurstücks 2... als Abstandsfläche aus, trifft nicht zu. Nach Sinn und Zweck der Regelung des § 6 Abs. 2 BauO NRW, die eine gleichmäßige Inanspruchnahme der öffentlichen Verkehrsflächen durch angrenzende Baugrundstücke gewährleisten soll, ist es nämlich nicht ausgeschlossen, dass ein Eigentümer zugunsten des gegenüber liegenden Grundstücks auf die Inanspruchnahme seines Rechts durch eine entsprechende Baulast verzichtet, wodurch der Eigentümer des gegenüber liegenden Grundstücks abstandsrechtlich die volle Breite der öffentlichen Verkehrsfläche für sein Vorhaben gewinnen kann. Eine Verpflichtung des Eigentümers D. des Flurstücks 2..., in dieser Weise durch eine entsprechende Baulast zu Gunsten des Betreibers der Windenergieanlage den Verzicht auf eine Inanspruchnahme der hälftigen öffentlichen Verkehrsfläche des Flurstücks 3... zu erklären, ergab sich ebenso aus der Regelung des § 9 Abs. 4 des „Nutzungsvertrag W.“ vom 17.10.2001 wie die weitere Verpflichtung, eine Abstandsbaulast auf dem Grundstück Flurstück 2... zu übernehmen. Die Beklagte zieht Letzteres ohne Erfolg mit der Begründung in Zweifel, wegen der zwischen den Flurstücken 2... und 2... verlaufenden öffentlichen Wegefläche Flurstück 3... handele es sich bei den Flurstücken 2... und 2... nicht um Nachbargrundstücke. Die durch eine Baulast zu sichernde Abstandfläche darf sich nämlich auch über mehrere Grundstücke erstrecken, wenn das unmittelbar angrenzende Nachbargrundstück, hier also die öffentliche Wegfläche Flurstück 3... (in ihrer vollen Breite, s. o.), allein zur Übernahme der gesamten Abstandfläche nicht ausreicht, so dass auch das an das Flurstück 3... angrenzende Nachbargrundstück Flurstück 2... (teilweise) zusätzlich in Anspruch genommen werden muss.

Damit ist insgesamt festzustellen, dass Gründe, die in materiell-rechtlicher, insbesondere bauplanungs- und bauordnungsrechtlicher Hinsicht einer Erteilung der Baugenehmigung entgegen standen, nicht ersichtlich sind. Die Versagung der Baugenehmigung durch die Beklagte ist daher rechtswidrig und stellt somit eine Amtspflichtverletzung im Sinne des § 839 Abs.1 BGB dar.

Eingangs von Teil II. der Gründe wurde bereits dargelegt, dass die verletzte Amtspflicht auch gegenüber dem um die Baugenehmigung nachsuchenden Antragsteller/Bauherrn bestand, wenn diesem ein Anspruch auf Erteilung der Baugenehmigung zustand, er also in seinem Recht auf Erteilung der Baugenehmigung verletzt worden ist. Dies ist, wie vorstehend dargelegt, der Fall. Der Schutzzweck der Amtspflicht zur Erteilung der Baugenehmigung ist gerade darauf gerichtet, die Interessen des Bauherrn, der grundsätzlich einen Anspruch auf Erteilung der Baugenehmigung hat, sofern öffentliche Belange nicht entgegenstehen, zu wahren.

Das Nichterkennen der Unwirksamkeit der Satzung durch das Bauamt stellt sich auch als zumindest fahrlässig dar. Zwar mag dann kein schuldhaftes Handeln vorliegen, wenn das Bauamt keine Anhaltspunkte für die Unwirksamkeit der Satzung gehabt hätte. Gerade diese bestanden jedoch im vorliegenden Fall und hätten die zuständigen Sachbearbeiter des Bauamtes zu einer genaueren Überprüfung veranlassen müssen; wie dargelegt, war die Rechtswidrigkeit und damit Nichtigkeit der Höhenbegrenzungssatzung evident. Hier besteht zudem die Besonderheit, dass Bauaufsichtsbehörde und Satzungsgeber derselben Körperschaft, nämlich der Beklagten angehören. Daher ist davon auszugehen, dass das Wissen des Rates letztlich auch dem des Bauamtes entspricht. Aus der als Anlage K 51 vorgelegten Niederschrift des Verwaltungsvorstandes der Beklagten vom 04.06.2002 ergibt sich, dass der Beklagten durchaus bewusst war, dass eine Prognose hinsichtlich der Rechtmäßigkeit der Satzung nicht abgegeben werden konnte, da es sich insoweit um „Neuland“ handelte. Auch haben die damaligen Rechtsanwälte der Firma W. I. GmbH, die Rechtsanwälte d., mit Schreiben vom 10.07.2002 gegenüber der Beklagten die Bedenken hinsichtlich der Rechtmäßigkeit der Satzung im Einzelnen dargelegt. Das vollständige Ignorieren dieser Hinweise kann angesichts der evidenten Rechtswidrigkeit der Satzung nur als - zumindest - fahrlässig angesehen werden.

Zwar kommt der Baugenehmigungsbehörde keine eigene Normverwerfungskompetenz in Bezug auf die rechtswidrige Satzung zu; sie hätte jedoch bei pflichtgemäßem Handeln die rechtswidrige Satzung nicht anwenden dürfen, sondern hätte dem Rat der Beklagten Gelegenheit geben müssen, über die Rechtmäßigkeit der Satzung neu zu beraten und diese aufzuheben. Dies hat die Beklagte unterlassen.

In diesem Zusammenhang ist der Schadensersatzanspruch des Klägers auch nicht unter dem Gesichtspunkt des rechtmäßigen Alternativverhaltens ausgeschlossen. Mit diesem Einwand kann der Schädiger grundsätzlich geltend machen, dass der Schaden auch bei rechtmäßigem Verhalten seinerseits entstanden wäre. Maßgebend ist also, ob im vorliegenden Fall bei pflichtgemäßem Verhalten der Beklagten derselbe Erfolg, hier also die Ablehnung der Erteilung der Genehmigung, eingetreten wäre. Dies ist hier jedoch nicht der Fall. Entscheidend ist, dass die Baugenehmigung am 13.02.2002 beantragt wurde und der Behörde in Anlehnung an § 75 VwGO grundsätzlich eine Überprüfungsfrist von drei Monaten zuzugestehen ist. Die Ansicht der Beklagten, dass diese Frist mit Bauherrenwechsel für den neuen Bauherren erneut zu laufen beginne, trifft nicht zu. Der neue Bauherr tritt, wie bereits dargelegt, in sämtliche Rechte und Pflichten des alten Bauherren ein; es gibt keinen Grund dafür, eine anderweitige Beurteilung für die Bearbeitungsfrist von Anträgen vorzunehmen. Vorliegend ist allerdings zu berücksichtigen, dass die zeitlich letzte Stellungnahme der zu beteiligenden Träger öffentlicher Belange ausweislich des Datenblattes Anlage K 58 erst am 06.06.2002 einging, so dass vorher eine Entscheidung nicht ergehen konnte. Weiterhin ist von Bedeutung, dass die 51. Änderung des Flächennutzungsplans am 24.09.2002 öffentlich bekannt gemacht wurde und eine Genehmigungserteilung ab diesem Zeitpunkt - unstreitig - nicht mehr möglich gewesen wäre. Daher kommt es - rechtmäßiges Verhalten der Beklagten unterstellt - darauf an, ob die Genehmigung vor dem 24.09.2002 hätte erteilt werden können und müssen.

Unterstellt man ein rechtmäßiges Verhalten der Beklagten, so hätte diese im Rahmen der Bearbeitung des Baugesuchs bereits der erst im Laufe des Baugenehmigungsverfahrens erfolgten Beschlussfassung des Rates der Beklagten über den Erlass der Höhenbegrenzungssatzung von Vornherein entgegen wirken müssen. Diese Möglichkeit bestand hier nämlich ohne Weiteres, da vorliegend die Baugenehmigungsbehörde Teil der Verwaltung der Beklagten ist. Hätte der Bürgermeister der Beklagten die maßgeblichen rechtlichen Erwägungen, die die Rechtswidrigkeit der Satzung begründen, dem Rat vor dessen Beschlussfassung über die Satzung mitgeteilt, ist, da bei der Prüfung des rechtmäßigen Alternativverhaltens stets von rechtmäßigem Verhalten der Beteiligten auszugehen ist, zu unterstellen, dass der Rat den Bedenken gefolgt wäre und den Satzungsbeschluss unterlassen hätte, so dass dieser schon formell der alsbaldigen Erteilung der Baugenehmigung nicht entgegen gestanden hätte. Unabhängig davon ist ferner davon auszugehen, dass selbst nach der Beschlussfassung des Rates die Genehmigungsbehörde die Rechtswidrigkeit der Satzung vom 25.03.2002 zeitnah hätte erkennen und daraus folgend diese dem Rat zur Aufhebung hätte vorlegen müssen. Dies hätte dazu geführt, dass der Rat, dessen pflichtgemäßes Verhalten unterstellt, die Satzung zu einem Zeitpunkt, der deutlich vor dem Inkrafttreten der 51. Änderung des Flächennutzungsplans gelegen hätte, aufgehoben hätte. Da die übrigen Voraussetzungen für die Erteilung der Genehmigung, wie zuvor ausgeführt, mit Eingang der letzten Stellungnahme der Träger öffentlicher Belange vom 06.06.2002 vorlagen, hätte die Beklagte die Genehmigung daher umgehend erteilen müssen, so dass der Einwand des rechtmäßigen Alternativverhaltens nicht zu einem anderen Ergebnis führt.

Die Beklagte ist daher nach allem gemäß § 839 BGB i. V. m. Art. 34 GG als Anstellungskörperschaft der mit dem Genehmigungsverfahren befasst gewesenen Amtsträger zum Ersatz des aus der Amtspflichtverletzung entstandenen Schadens verpflichtet. Diese Ersatzpflicht ist nicht gemäß § 839 Abs. 3 BGB ausgeschlossen, weil die W. GmbH es unterlassen hätte, den Schaden durch Gebrauch eines Rechtsmittels abzuwenden. Sie hat gegen den Versagungsbescheid erfolglos Widerspruch und Klage erhoben; wegen der nach In-Kraft-Treten der 51. Änderung des Flächennutzungsplans eindeutigen Rechtslage wäre der Versuch eines weiteren Vorgehens im Rahmen primären Rechtsschutzes sinnlos gewesen und hätte deshalb den Schaden nicht abgewendet.

Der von dem Kläger aus abgetretenem Recht der W. GmbH geltend gemachte Schaden, dessen genaue Höhe im weiteren Verlauf des Rechtsstreits zu klären sein wird, liegt darin, dass dieser der Darstellung des Klägers zu Folge durch die rechtswidrige Ablehnung der Baugenehmigung ein Gewinn entgangen ist, nachdem mit der Ausweisung der Konzentrationszone für Windenergieanlagen die bauplanungsrechtliche Zulässigkeit des von ihr verfolgten Vorhabens weggefallen war.

Die Kostenentscheidung beruht auf § 97 Abs. 1 ZPO; die Entscheidung zur vorläufigen Vollstreckbarkeit folgt aus §§ 708 Nr. 10, 711 ZPO.

Die Zulassung der Revision erfolgt zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung im Hinblick auf die von der Beklagten insoweit vorgebrachten Bedenken gegen die vom Senat vorgenommene Auslegung des § 35 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 und Satz 3 BauGB (§ 543 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2. ZPO).

Streitwert für das Berufungsverfahren: 1.762.824,- €.

Die verkürzte Darstellung bedingt, dass eine vollständige Beschreibung der relevanten Rechtslage hier nicht möglich ist und daher eine professionelle Beratung nicht ersetzt. Trotz sorgfältiger Bearbeitung bleibt eine Haftung ausgeschlossen.

In unserer Kanzlei wird dieser Bereich maßgeblich betreut von Rechtsanwalt Philipp Martens.

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Steuern und Beiträge Sozialversicherung: Fälligkeitstermine in 06/2016 (26.05.2016)
Im Monat Juni 2016 sollten Sie insbesondere folgende Fälligkeitstermine beachten:
 
Stille Gesellschaft: Beendigung der stillen Gesellschaft durch Auflösung (26.05.2016)
Wird eine stille Gesellschaft aufgelöst, die als Innengesellschaft über kein Gesellschaftsvermögen verfügt, ist die Gesellschaft damit grundsätzlich sofort beendet.
 
Alle Steuerzahler: In welchen Fällen ist ein Verlustabzug bei nebenberuflicher Übungsleitertätigkeit möglich? (26.05.2016)
Unter gewissen Voraussetzungen gewährt der Fiskus für Einnahmen aus nebenberuflichen Tätigkeiten einen Übungsleiterfreibetrag in Höhe von 2.400 EUR jährlich.
 
Unfallschadensregulierung: Wer kein Geld hat, darf Zusage des Versicherers abwarten (26.05.2016)
Kann der Geschädigte nicht aus eigenen Mitteln die Reparaturrechnung für sein Fahrzeug bezahlen, darf er die Zahlungszusage des Versicherers abwarten.
 
Kfz-Kaskoversicherung: Verkauf des Fahrzeugs zum im Versicherer-Gutachten genannten Restwert (26.05.2016)
Schickt der Kaskoversicherer einen Gutachter, verstößt der Versicherungsnehmer nicht gegen Pflichten, wenn er das Fahrzeug innerhalb dieser Frist an den benannten Aufkäufer verkauft.
 
Fahrverbot: Defekter Tachometer kann Fahrverbot verhindern (26.05.2016)
Ein defekter Tachometer kann den Handlungsunwert eines Geschwindigkeitsverstoßes herabsetzen.
 
Täteridentifizierung: Bei schlechtem Lichtbild muss Tatrichter besonders gut begründen (26.05.2016)
Sind die Fragen der Fahrereigenschaft des Betroffenen im Streit, bestehen in der Praxis gute Chancen auf einen Freispruch oder dass ein Urteil in der Rechtsbeschwerde aufgehoben wird.
 
Vereinsrecht: Notvorstand kann Bestellung ablehnen und widerrufen (26.05.2016)
Ein Notvorstand, der aufgrund der Anforderungen das Amt wieder aufgeben will, kann das Amt nach den allgemeinen vereinsrechtlichen Vorgaben niederlegen.
 
Vertragsrecht: Unwirksame Schadenersatzvereinbarung bei Absage eines OP-Termins (26.05.2016)
AGB in einem Wahlleistungsvertrag mit einer Klinik, wonach der Patient zum Schadenersatz verpflichtet wird, wenn er einen Operationstermin absagt, sind in der Regel unwirksam.
 
Vertragsrecht: Fitness-Studio: Kein außerordentliches Kündigungsrecht wegen Umzug (26.05.2016)
Ein berufsbedingter Wohnortwechsel berechtigt den Kunden grundsätzlich nicht dazu, seinen langfristigen Fitnessstudio-Vertrag außerordentlich zu kündigen.
 
Modernisierung: Bei geplanten Modernisierungsmaßnahmen ist ein monatelanger Auszug des Mieters nicht zumutbar (26.05.2016)
Ein Mieter muss umfassende Instandsetzungsmaßnahmen nicht dulden, wenn eine Bauzeit von zwölf Monaten geplant ist und der Mieter monatelang nicht in seiner Wohnung verbleiben kann.
 
Kündigung: Falsche Bonitätsauskunft und Zahlungsrückstände sind gefährlich (26.05.2016)
Beim Abschluss des Mietvertrags mit einer falschen Selbstauskunft eine bessere Bonität vorzutäuschen, kann sich schnell als Bumerang erweisen.
 
Erbrecht: Berufsmäßige Nachlasspfleger müssen ihre Vergütung genau abrechnen (26.05.2016)
Berufsmäßige Nachlasspfleger, die ihre Tätigkeiten zur Abwicklung des Nachlasses vergütet haben wollen, müssen minutengenau abrechnen.
 
Kindesunterhalt: Unterhaltsgläubiger kann vollstreckbaren Titel verlangen (26.05.2016)
Jeder Unterhaltsgläubiger hat ein Titulierungsinteresse. Dies besteht auch, wenn der Unterhalt regelmäßig und pünktlich bezahlt wird.
 
Ehegattenunterhalt: Schon vor Ablauf des Trennungsjahres kann eine Erwerbspflicht bestehen (26.05.2016)
Unter bestimmten Voraussetzungen kann von einem nicht erwerbstätigen Ehegatten schon während des ersten Trennungsjahres verlangt werden, eine Erwerbstätigkeit aufzunehmen.
 
Abstammung: Kein Anspruch auf Abstammungsklärung gegenüber dem mutmaßlich leiblichen Vater (26.05.2016)
Aus dem GG folgt kein Anspruch gegenüber dem mutmaßlich leiblichen, aber nicht rechtlichen Vater, ein Verfahren zur rechtsfolgenlosen Klärung der Abstammung einleiten zu können.
 
Öffentliches Recht: Deutsche Staatsangehörigkeit des Kindes aufgrund von Studienzeiten des Vaters in Deutschland (26.05.2016)
Hat von ausländischen Eltern zumindest ein Elternteil rechtmäßig seinen gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland, erhält das Kind automatisch die deutsche Staatsbürgerschaft.
 
Ordnungswidrigkeitenrecht: Geldbuße wegen nicht eingehaltener Unfallverhütungsvorschriften (26.05.2016)
Das Amtsgericht München hat einen Gerüstbauer wegen eines fahrlässigen Verstoßes gegen die Unfallverhütungsvorschriften bei Bauarbeiten zu einer Geldbuße von 1200 EUR verurteilt.
 
Baugenehmigung: Baugenehmigung für Kaffeerösterei muss Nachbarschutz beachten (26.05.2016)
Eine Baugenehmigung muss so bestimmt genug gefasst sein, dass sichergestellt ist, dass von der Anlage keine unzumutbaren Geruchsimmissionen auf Nachbargrundstücke ausgehen.
 
Betriebsrat: Zugang zu Internet und Telefon für den Betriebsrat (26.05.2016)
Der Arbeitgeber ist nicht dazu verpflichtet, dem Betriebsrat unabhängig von seinem Netzwerk einen Zugang zum Internet oder einen unabhängigen Telefonanschluss einzurichten.
 
Gesundheit am Arbeitsplatz: Wann sich der Gang zum Betriebsarzt lohnt (26.05.2016)
Wer sich krank fühlt oder körperliche Beschwerden hat, sucht meist den Hausarzt auf.
 
Mindestlohn: Vier Millionen Jobs sind vom Mindestlohn betroffen (26.05.2016)
Im April 2014 gab es in Deutschland 5,5 Millionen Jobs, die geringer bezahlt wurden als der neue Mindestlohn von brutto 8,50 EUR je Arbeitsstunde.
 
Internetrecht: Datenschutzrechtliche Anordnung zur Deaktivierung einer Facebook-Fanpage (13.05.2016)
Im Interesse eines wirksamen Schutzes der Grundrechte und -freiheiten der Nutzer des Informationsangebotes wird es für erforderlich gehalten, auch den Informationsanbieter selbst in die Verantwortung zu nehmen.
 
Kaufrecht: Zur Abweichung des Kraftstoffverbrauchs von der Prospektangabe (13.05.2016)
Weicht der Kraftstoffverbrauch eines Fahrzeugs von der Prospektabgabe ab, kann ein Fahrzeugmangel vorliegen. Ein Mehrverbrauch von weniger als 10% begründet jedoch i.d.R. kein Rücktrittsrecht.
 
Fahrerlaubnisrecht: Zur Entziehung der Fahrerlaubnis nach strafbarer Handlung (13.05.2016)
Wer sich wegen gefährlicher Körperverletzung auch ohne Zusammenhang mit dem Straßenverkehr strafbar macht, dem kann bei Ungeeignetheit zum Führen eines Kraftfahrzeugs die Fahrerlaubnis entzogen werden.
 
Kaufrecht: Kein Rücktritt vom Kaufvertrag eines Pkw wegen manipulierter Abgassoftware (13.05.2016)
Das Fahrzeug eignet sich trotz der manipulierten Abgassoftware für die gewöhnliche Verwendung, weist jedoch eine mangelhafte Beschaffenheit auf. Es besteht ein Anspruch auf Mängelbeseitigung.
 
Medienrecht: Unzulässigkeit eines sog. Internetprangers (13.05.2016)
Zur Frage des berechtigten Interesses der Presse, eine Person im Rahmen der Wiedergabe ihrer Äußerung durch die Abbildung eines mit ihrem Namen versehenen Fotos in einem Zeitungsportal kenntlich zu machen.
 
Alkoholverbot für Fahranfänger: Keine Wirkung bei einer Atemalkoholkonzentration von 0,05 mg/l (13.05.2016)
Ob ausnahmsweise bei Fahrauffälligkeiten eine Wirkung schon unterhalb dieser Werte in Betracht kommen kann, ist zweifelhaft.
 
Insolvenzrecht: Vertrauensverlust gegenüber Insolvenzverwalter bei Nichtoffenlegung einer Vorberatung (13.05.2016)
Wenn ein Insolvenzverwalter eine Vorberatung des Schuldners verheimlicht, ist dies ein Fehlverhalten, welches das Vertrauen des Insolvenzrichters in die Integrität des Insolvenzverwalters nachhaltig zerstören kann.
 
Insolvenzrecht: Kriterien für die Geeignetheit zur Aufnahme eines Bewerbers in die Vorauswahlliste (13.05.2016)
Die Merkmale der Ortsnähe und der Erreichbarkeit des Insolvenzverwalters vor Ort stellen keine sachgerechten Kriterien für die generelle Geeignetheit zur Aufnahme eines Bewerbers in die Vorauswahlliste dar.
 
Insolvenzrecht: Insolvenzrichter entscheidet über Aufnahme in Insolvenzverwaltervorauswahlliste (13.05.2016)
Wenn ein Bewerber eine Vielzahl von Verfahren beanstandungsfrei geführt hat, kann ihm die fachliche Eignung nicht deswegen abgesprochen werden, weil der Insolvenzrichter ihm zwei Fehler nachweisen kann.
 
Verkehrsrecht: Einsichtsantrag in die Messdaten der Bußgeldbehörde (13.05.2016)
Zu den Voraussetzungen der Verfahrensrüge der unzulässigen Beschränkung der Verteidigung durch Versagung der Einsicht in die bei der Bußgeldbehörde zu einer Geschwindigkeitsmessung vorhandenen Messunterlagen.
 
Internetrecht: Zu den Pflichten eines Hostproviders bei Persönlichkeitsrechtsverletzungen (13.05.2016)
Ein Hostprovider ist zur Vermeidung einer Haftung grundsätzlich nicht verpflichtet, die von den Nutzern ins Netz gestellten Beiträge vor der Veröffentlichung auf eventuelle Rechtsverletzungen zu überprüfen.
 
Kaufrecht: Auslegung einer "Besichtigungsklausel" als Ausschluss der Gewährleistung (13.05.2016)
Haben die Parteien mit der Formulierung "im Zustand wie in unserem Lager vorhanden und besichtigt" die Gewährleistung ausgeschlossen, so sind hiervon nur Beschaffenheitsvereinbarungen nicht erfasst.
 
Reiserecht: Erstattung der Anwaltskosten bei Anspruchsgeltendmachung wegen Flugannullierung (13.05.2016)
Sind die in Art. 14 Abs. 2 FluggastrechteVO vorgesehenen Informationen unklar erteilt, so dass der Fluggast nicht erkennen kann, was er tun muss, dann hat das Luftfahrtunternehmen auch die Anwaltskosten zu erstatten.
 
Familienrecht: Neubestimmung des Namens eines Kindes bei Begründung gemeinsamer Sorge (13.05.2016)
Bei Begründung der gemeinsamen elterlichen Sorge ist eine Neubestimmung nach einer vorangegangenen Einbenennung des Kindes jedenfalls dann nicht zulässig, wenn die Stiefelternehe noch besteht.
 
Kapitalgesellschaften: Arbeitszeitkonto für Gesellschafter-Geschäftsführer führt zur verdeckten Gewinnausschüttung (06.05.2016)
Mit dem Aufgabenbild eines Geschäftsführers ist es nicht vereinbar, dass er durch die Führung eines Arbeitszeitkontos auf seine Entlohnung zugunsten zu vergütender Freizeit verzichtet.
 
Freiberufler und Gewerbetreibende: Doch keine Gewinnrealisierung bei Abschlagszahlungen (06.05.2016)
Das Bundesfinanzministerium hat sein viel diskutiertes Schreiben zur Gewinnrealisierung bei Abschlagszahlungen aus 2015 aufgehoben.
 
Kapitalgesellschaften: Auch die Unternehmergesellschaft muss ihren Jahresabschluss offenlegen (06.05.2016)
Auch eine Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) ist verpflichtet, ihren Jahresabschluss offenzulegen. Dies hat das Oberlandesgericht Köln klargestellt.
 
Aktiengesellschaft: Satzung kann Pflicht zum Abführen der Tantieme des Aufsichtsratsmitglieds regeln (06.05.2016)
Hat die Gewerkschaft die Kandidatur zum Aufsichtsratsmitglied eingeleitet, kann sie die Verpflichtung regeln, die Tantiemen an eine gewerkschaftsnahe Organisation abzuführen.
 
Existenzgründer: So vermeiden Sie Anfängerfehler bei der Unternehmensgründung (06.05.2016)
Der Existenzgründer steht vor einer Vielzahl von offenen Fragen. Eine der wichtigsten Fragen ist: Welche Rechtsform passt zu mir und meiner Geschäftsidee?
 
Medienrecht: „Recht auf Gegenschlag“ von Freiheit der Meinungsäußerung gedeckt (06.05.2016)
Wer im öffentlichen Meinungskampf zu einem abwertenden Urteil Anlass gegeben hat, muss eine scharfe Reaktion auch dann hinnehmen, wenn sie das persönliche Ansehen mindert.
 
Arbeitnehmer: Neue Verwaltungsanweisung zur ermäßigten Besteuerung von Abfindungen (06.05.2016)
Die ermäßigte Besteuerung von Entlassungsentschädigungen setzt grundsätzlich voraus, dass die Abfindung zusammengeballt in einem Veranlagungszeitraum (VZ) zufließt.
 
Vermieter: Keine anschaffungsnahen Herstellungskosten bei Beseitigung nachträglich eingetretener Schäden (06.05.2016)
Aufwendungen des Vermieters zur Beseitigung von Schäden, die der Mieter nach Erwerb einer Eigentumswohnung verursacht hat, sind keine anschaffungsnahen Herstellungskosten.
 
Familien: Ist die Höhe des Kinderfreibetrags verfassungswidrig? (06.05.2016)
In einem Verfahren des vorläufigen Rechtsschutzes hat das Finanzgericht Niedersachsen die Auffassung vertreten, dass die Kinderfreibeträge verfassungswidrig zu niedrig sind.
 
Verkehrsschilder: Haltverbotszeichen müssen gut sichtbar sein (06.05.2016)
Das BVerwG hat präzisiert, welche Anforderungen der Sichtbarkeitsgrundsatz im ruhenden Verkehr an die Erkennbarkeit und Erfassbarkeit von Verkehrszeichen stellt.
 
Fahrverbot: Absehen vom Fahrverbot wegen des „Mitverschulden“ eines anderen (06.05.2016)
Bei einem Abstandsverstoß kann von einem Fahrverbot abgesehen werden, wenn der Verstoß durch das Verhalten eines anderen Autofahrers erheblich mitverursacht wurde.
 
Unfallschadensregulierung: Geschädigter darf immer Anwalt einschalten (06.05.2016)
Anwaltliche Unterstützung bei der Schadenregulierung in Anspruch zu nehmen ist erforderlich im Sinne von § 249 Abs. 2 BGB.
 
Kostenvoranschlag: Sachverständigengutachten bei Bagatellschaden (06.05.2016)
Zur Schadenminderungspflicht bei Kalkulation der Reparaturkosten durch einen Schadengutachter.
 
Autokauf: Neuwagen wegen angeblicher Datenspeicherung nicht abgenommen (06.05.2016)
Wem gehören die Fahrzeugdaten? Dem Hersteller, dem Händler oder dem Eigentümer/Nutzer? Und was kann der Erwerber unternehmen, damit er nicht ausgespäht wird?
 
Haftungsrecht: Keine Amtshaftung für Sturz beim Castortransport (06.05.2016)
Bei Demonstrationen und Protestaktionen haftet die Behörde nicht für alle Schäden, die sich Teilnehmer zuziehen.
 
Haftungsrecht: Eingehaltene DIN-Normen schützen nicht vor Haftung (06.05.2016)
Hält ein Sportverein die entsprechenden DIN-Normen ein, hat er damit seine Verkehrssicherungspflicht nicht zwingend erfüllt.
 
Mietverhältnis: Anmietung als Büro ist immer gewerbliches Mietverhältnis (27.04.2016)
Mietet eine GmbH Räumlichkeiten zum Betrieb eines Büros an, liegt ein Geschäftsraummietverhältnis vor.
 
Persönlichkeitsrecht: Wenn der Nachbar filmt: Zulässigkeit einer Videoüberwachung (27.04.2016)
Eine Videoüberwachung, die sich auf den eigenen privaten Bereich der überwachenden Person beschränkt, ist ohne Weiteres zulässig.
 
Kautionskonto: Kaution muss insolvenzsicher angelegt werden (27.04.2016)
Der Mieter hat einen Anspruch auf Nachweis einer gesetzeskonformen Anlage der Kaution. Bis zum Nachweis steht ihm ein Zurückbehaltungsrecht an der laufenden Miete zu.
 
Miterben: Zweiter Grundbucheintrag ist gebührenpflichtig (27.04.2016)
Nach dem Gerichts- und Notarkostengesetz ist der Erbe unter bestimmten Bedingungen von Gebühren befreit, wenn er im Grundbuch für das geerbte Grundstück eingetragen werden soll.
 
Elternunterhalt: Unterhaltsleistung: Auch Bargeldübergabe kann begünstigt sein (27.04.2016)
Unterhaltsleistungen an Angehörige im Ausland sind auch dann als außergewöhnliche Belastung nach § 33a EStG abziehbar, wenn Bargeld durch Geldboten übergeben wurde.
 
Vaterschaft: OLG Hamm klärt Fragen der rechtlichen Vaterschaft (27.04.2016)
Der leibliche Vater kann die rechtliche Vaterschaft mit Erfolg anfechten, wenn der rechtliche Vater und sein Kind keine soziale Familie bilden.
 
Ehegattenunterhalt: Höherer Nettoverdienst ist unaufgefordert mitzuteilen (27.04.2016)
Verschweigt der Unterhaltsberechtigte, dass sich sein Nettoverdienst erhöht hat, kann sein Unterhaltsanspruch deshalb begrenzt, herabgesetzt oder sogar völlig versagt werden.
 
Trennungsunterhalt: Unterhaltsanspruch kann entfallen, wenn Berechtigter mit neuem Partner zusammenlebt (27.04.2016)
Lebt der Unterhaltsberechtigte über länger andauernde Zeit mit einem neuen Partner zusammen, kann dies ein Härtegrund im Sinne des Unterhaltsrechts sein.
 
Bauordnungsrecht: Unwirksame Abrissverfügung für Wohnhaus, das bereits vor Kriegsende errichtet wurde (27.04.2016)
Die Anordnung, ein vor Kriegsende ohne Baugenehmigung erbautes Wohnhaus abzureißen, kann rechtswidrig sein.
 
Straßenwidmung: Anwohner kann sich nicht dagegen wehren, dass eine von mehreren Zufahrtstraßen gesperrt wird (27.04.2016)
Ein Anwohner hat keinen Anspruch darauf, dass eine bestimmte Zufahrtstraße zu seinem Ortsteil auch in Zukunft unbeschränkt befahren werden kann.
 
Architektenrecht: Abdichtungsarbeiten müssen intensiv überwacht werden (27.04.2016)
Erhält ein Architekt den Auftrag, bei „Schwerpunktarbeiten auf der Baustelle“ nachzuschauen, muss er die Ausführung von Abdichtungsarbeiten besonders intensiv überwachen.
 
Aktuelle Gesetzgebung: Bundesregierung beschließt neues Bauvertragsrecht (27.04.2016)
Die Bundesregierung hat den Entwurf eines Gesetzes zur Reform des Bauvertragsrechts und zur Änderung der kaufrechtlichen Mängelhaftung beschlossen.
 
Kündigungsrecht: Kündigung wegen privater Internetnutzung (27.04.2016)
Will der Arbeitgeber einen Kündigungssachverhalt feststellen, darf er den Browserverlauf des Dienstrechners des Arbeitnehmers auswerten, ohne dass der Arbeitnehmer zustimmen muss.
 
Kündigungsrecht: Keine fristlose Kündigung eines Betriebsratsvorsitzenden bei eigenmächtigem Urlaubsantritt (27.04.2016)
Ein eigenmächtiger Antritt von zwei unbezahlten Urlaubstagen bei einem ohnehin freigestellten langjährigen Betriebsratsvorsitzenden rechtfertigt nicht in jedem Fall eine fristlose Kündigung.
 
Kapitalgesellschaften: Änderung der handelsrechtlichen Vorschriften zur Berechnung der Pensionsrückstellungen (08.04.2016)
Besonders praxisrelevant ist die Anpassung von Bewertungsparametern für Pensionsrückstellungen, wodurch der Niedrigzinssituation Rechnung getragen wird.
 
Gesellschaftsrecht: BGB-Gesellschaft kann nur mit wichtigem Grund außerordentlich gekündigt werden (08.04.2016)
Soll der Gesellschaftsvertrag einer BGB-Gesellschaft außerordentlich gekündigt werden, müssen wichtige Gründe nachgewiesen werden.
 
Wettbewerbsrecht: Werbung mit Produkten in „limitierter Stückzahl“ ist unzulässig (08.04.2016)
Ist der Warenvorrat des Unternehmers so gering, dass der Verbraucher keine realistische Chance hat, die angebotene Ware zu erwerben, so ist eine Produktwerbung unzulässig.
 
Kapitalanleger: Zum Werbungskostenabzugsverbot bei der Abgeltungsteuer (08.04.2016)
Das mit Einführung der Abgeltungsteuer seit 2009 geltende Werbungskostenabzugsverbot ist nach Ansicht des Bundesfinanzhofs verfassungskonform.
 
Alle Steuerzahler: Krankenversicherungsbeiträge eines Kindes bei den Eltern als Sonderausgaben abziehbar? (08.04.2016)
Zur Frage, in welchen Fällen eigene Beiträge des Kindes zur Basiskrankenversicherung bei den Eltern als Sonderausgaben berücksichtigt werden können.
 
Arbeitnehmer: Umgekehrte Heimfahrten sind keine Werbungskosten (08.04.2016)
Aufwendungen für Besuchsfahrten eines Ehepartners zur auswärtigen Tätigkeitsstätte des anderen Ehepartners sind nicht als Werbungskosten abziehbar.
 
Verkehrssicherungspflichtverletzung: Land muss für nicht griffigen Fahrbahnbelag haften (08.04.2016)
Das Land kann aufgrund einer Verkehrssicherungspflichtverletzung für einen Fahrbahnbelag haften, wenn es aufgrund dieser Gefahrenquelle zu einem Motorradunfall kommt.
 
Versicherungsrecht: Bei Unfall durch Öffnen der Beifahrertür muss Kfz-Versicherung zahlen (08.04.2016)
Öffnet der Beifahrer beim Aussteigen die Beifahrertür unvorsichtig und verursacht dadurch einen Unfall, muss der Kfz-Versicherer den Schaden ersetzen.
 
Haftungsrecht: Ersatzanspruch des Parkplatzeigentümers gegen Parker ohne Parkschein (08.04.2016)
Bei einem Vertrag über die kurzzeitige Nutzung eines jedermann zugänglichen privaten Parkplatzes ist eine unbedingte Besitzverschaffung durch den Parkplatzbetreiber nicht geschuldet.
 
Mietwagen: Bei altem Fahrzeug darf die Mietwagengruppe nicht abgestuft werden (08.04.2016)
Auch bei einem zum Unfallzeitpunkt 16 bzw. 23 Jahre alten Pkw ist der Geschädigte nicht verpflichtet, einen viel kleineren Mietwagen zu nehmen.
 
Verkehrsstrafrecht: Rechtsfehlerhafte Beweiswürdigung i.R.d. unerlaubten Entfernens vom Unfallort (05.04.2016)
Zu den Anforderungen an die Feststellungen zur inneren Tatseite hinsichtlich der Entstehung eines nicht unerheblichen Schadens nach § 142 StGB.
 
Verkehrsstrafrecht: Zu den Anforderungen an die Ermöglichung der Feststellung (05.04.2016)
Der Senat ist nicht der Auffassung, dass eine Regelung aus einem Versicherungsvertrag hinsichtlich der Ermöglichung der Feststellungen an der Unfallstelle mehr abverlangt als § 142 StGB.
 
Verkehrsstrafrecht: Zum Regressanspruch des Haftpflichtversicherers bei Unfallflucht (05.04.2016)
Ein Versicherungsnehmer, der eine vorsätzliche Unfallflucht begeht, verletzt seine Aufklärungspflicht gegenüber der Versicherung.
 
Erlaubnis nach § 2 Spielhallengesetz Berlin – alte Konzessionen verlieren mit Ablauf des 31. Juli 2016 ihre Wirksamkeit (04.04.2016)
Seit der Föderalismusreform I im Jahr 2006 liegt die Gesetzgebungskompetenz im Bereich des Glücksspiels und der Spielhallen wieder bei den Ländern.
 
Krankenversicherung: Krankenkasse muss zahlen, wenn sie zu spät reagiert (31.03.2016)
Krankenkassen sind verpflichtet, die Kosten für eine Therapie zu tragen, wenn sie über einen entsprechenden Leistungsantrag des Versicherten verspätet entscheiden.
 
Unwirksame Klausel: Mieter muss keine Mieterwechselpauschale zahlen (31.03.2016)
Muss ein Mieter nach einer Mietvertragsklausel eine Mieterwechselpauschale an die Hausverwaltung bezahlen, ist dies ein Verstoß gegen das Wohnungsvermittlungsgesetz.
 
Hausfriedensbruch: Polizei darf Hausrecht in einer Studenten-WG zwangsweise durchsetzen (31.03.2016)
Die Mutter eines Studenten darf sich gegen den Willen anderer Mitglieder einer Studenten-Wohngemeinschaft nicht dauerhaft in den Räumen der WG aufhalten.
 
Kündigungsrecht: Vermieter kann kündigen, wenn Wohnung unberechtigt an Dritte überlassen wird (31.03.2016)
Wird eine Mietwohnung unberechtigt an Medizintouristen überlassen, kann der Vermieter außerordentlich kündigen.
 
Erbrecht: Kleiner Zettel und zusammengefaltetes Papier spricht gegen gültiges Testament (31.03.2016)
Ein ernsthafter Testierwillen kann nicht feststellbar sein, wenn das vermeintliche Testament nicht auf einer üblichen Schreibunterlage, sondern auf einem Stück Papier errichtet worden ist.
 
Nichteheliche Lebensgemeinschaft: Voraussetzungen für Ausgleichsansprüche nach Ende der nichtehelichen Lebensgemeinschaft (31.03.2016)
Kann ein Partner die Voraussetzungen für sogenannte „gemeinschaftsbezogene Zuwendungen“ nicht nachweisen, kann er nach der Trennung Zuwendungen nicht erstattet verlangen.
 
Namensrecht: Straftäter kann nicht verhindern, dass sein Kind den Namen der Mutter annimmt (31.03.2016)
Lebt ein Kind bei seiner alleinerziehenden Mutter und möchte deren Namen annehmen, kann der Vater dies nicht verhindern, wenn er keine Beziehung zu dem Kind aufgebaut hat.
 
Denkmalschutz: Sicherungsanordnung darf nur bei nachgewiesener Gefahr erlassen werden (31.03.2016)
Die denkmalschutzrechtliche Anordnung, das Dach des Saalbaus des ehemaligen Hotel-Restaurants Riviera in Berlin-Grünau mit einem Gerüst zu sichern, ist rechtswidrig. 
 
Gewährleistung: Eine Mängelbeseitigung kann für den Auftragnehmer unverhältnismäßig sein (31.03.2016)
Arbeitet der Unternehmer mangelhaft, kann der Bauherr Nacherfüllung verlangen. Der Unternehmer muss dann entweder den Mangel beseitigen oder ein neues Werk herstellen.
 
Aktuelle Gesetzgebung: Bundeskabinett billigt Gesetzentwurf zur steuerlichen Förderung des Mietwohnungsneubaus (31.03.2016)
Das Bundeskabinett hat den Gesetzentwurf der Bundesregierung gebilligt, mit dem eine steuerliche Förderung des Mietwohnungsneubaus eingeführt werden soll.
 
Kündigungsrecht: Illoyales Verhalten rechtfertigt fristlose Kündigung ohne Abmahnung (31.03.2016)
Legt eine Arbeitnehmerin in exponierter Stellung einseitig die Vergütung und das Ruhegehalt ihres Ehemanns fest, verletzt sie damit erheblich ihre arbeitsvertraglichen Loyalitätspflichten.
 
AGG: Arbeiter und Angestellte in unterschiedlichen Versorgungsgruppen (31.03.2016)
Erforderlich ist, dass der Statusunterschied gleichzeitig mit einem Lebenssachverhalt verknüpft wird, der es sachlich rechtfertigt, die jeweiligen Arbeitnehmer ungleich zu behandeln. 
 
Aktuelle Gesetzgebung: Gesetz gegen Missbrauch von Leiharbeit und Werkverträgen (31.03.2016)
Der Bundesrat möchte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer besser vor Ausbeutung schützen.
 
Gesellschaftsrecht: Zur Herabsetzung der Vorstandsbezüge (24.03.2016)
Das Recht zur Herabsetzung ist ein einseitiges Gestaltungsrecht der AG, das durch eine Gestaltungserklärung ausgeübt wird, die der Aufsichtsrat ggü. dem Vorstandsmitglied abgibt.
 
Gesellschaftsrecht: Auflösung einer als Innen-KG ausgestalteten stillen Gesellschaft (24.03.2016)
Die Auflösung der stillen Gesellschaft, die als bloße Innengesellschaft über kein gesamthänderisch gebundenes Gesellschaftsvermögen verfügt, führt grundsätzlich zu deren sofortiger Beendigung.
 
Gesellschaftsrecht: Keine Rückzahlungspflicht für Ausschüttungen von Liquiditätsüberschüssen (24.03.2016)
Die Bestimmung, dass Ausschüttungen von Liquiditätsüberschüssen als Darlehen gewährt werden, genügt den Anforderungen an eine Regelung der Rückzahlungspflicht der Kommanditisten nicht.
 
Gesellschaftsrecht: Wiederaufleben der Kommanditistenhaftung (24.03.2016)
Zur Frage der Aufklärungspflicht über das Wiederaufleben der Kommanditistenhaftung in einem Anlageprospekt, der die Beteiligung an einem geschlossen Immobilienfonds zum Gegenstand hat.
 
Steuerrecht: Verlust aus Verfall von Optionen berücksichtigungsfähig (24.03.2016)
Einkünfte bei einem Termingeschäft i.S. des § 20 Abs. 2 Satz 1 Nr. 3 Buchst. a, Abs. 4 Satz 5 EStG liegen bei dem Erwerb einer Option auch dann vor, wenn der Steuerpflichtige die Option bei Fälligkeit verfallen lässt.
 
Insolvenzrecht: Versagung der Restschuldbefreiung (24.03.2016)
Eine Versagung wegen nicht fristgerecht abgegebener eidesstattlicher Versicherung setzt voraus, dass der Schuldner aufgefordert wurde, die Richtigkeit bestimmter Auskünfte zu versichern.
 
Insolvenzrecht: Zur Schenkungsanfechtung (24.03.2016)
Eine Deckungsanfechtung des Schuldners schließt eine Schenkungsanfechtung des Mittlers nur insoweit aus, als der Gegner das anfechtbar Erlangte tatsächlich an den Insolvenzverwalter des Schuldners zurückgewährt.
 
Immobilienrecht: Keine Löschung einer Grundschuld ohne Vereinbarung mit Sicherungsgeber (24.03.2016)
Zahlt der Ersteher des Grundstücks zur Ablösung einer Grundschuld eine unter deren Nennbetrag liegende Summe, so darf die Löschung ohne eine Vereinbarung mit dem Sicherungsgeber nicht bewilligt werden.
 
Mietrecht: Sachverständigengutachten trotz kleiner Mängel wirksam (24.03.2016)
Etwaige kleinere Mängel des Gutachtens führen nicht zur Unwirksamkeit des Mieterhöhungsverlangens aus formellen Gründen.
 
Erbrecht: Keine das Vermögen mindernde Zuwendung durch Gebrauchsüberlassung (24.03.2016)
Die Verleihung von Geschäftsräumen durch den Vorerben ist schon deshalb nicht wegen Umgehung eines Verfügungsverbots sittenwidrig, weil der Nacherbe in dieser Stellung hierdurch nicht gebunden ist.
 
UWG: Zu den Anforderungen an Werbung bei begrenztem Warenvorrat (24.03.2016)
Wirbt ein Unternehmen für das Angebot eines fremden Unternehmens, so muss es sich, wenn ihm die entsprechenden Kenntnisse fehlen, über die dem Angebot zugrunde liegende Bevorratung informieren.
 
Transportrecht: Zur Wirksamkeit von AGB in Frachtvertrag (24.03.2016)
Regelungen, mit denen dem Auftraggeber einschränkungslos die Verantwortlichkeit für die Bodenverhältnisse und den vereinbarten Kraneinsatz auferlegt werden, benachteiligen den Auftraggeber unangemessen.
 
UWG: Zum Irreführungsmaßstab bei gesundheitsbezogenen Werbeaussagen (24.03.2016)
Es ist irreführend, mit einer auf die Gesunderhaltung der Haut zu werben, wenn nach dem Stand der wissenschaftlichen Erkenntnis nicht sicher feststeht, dass die Aussage richtig ist.
 
UWG: Internetportal unterliegt nur beschränkten Informationspflichten (24.03.2016)
Dass aus der Werbeanzeige nicht deutlich wird, wer Vertragspartner werden soll, ist für das Vorliegen eines Angebots i. S. d. § 5a Abs. 3 UWG unerheblich.
 
Kapitalmarktrecht: Individualisierung des Anspruchs wegen fehlerhafter Kapitalanlageberatung (17.03.2016)
Zu den Anforderungen an die nötige Individualisierung des geltend gemachten prozessualen Anspruchs in einem Güteantrag in Anlageberatungsfällen.
 
Insolvenzrecht: Zur Versagung der Restschuldbefreiung (17.03.2016)
Eine Versagung kann auch dann berücksichtigt werden, wenn es um die Aufhebung der Stundung geht, weil der Schuldner verheimlicht hat, dass ihm bereits einmal die Restschuldbefreiung erteilt worden ist.
 
Insolvenzrecht: Zur objektiven Gläubigerbenachteiligung durch Zahlungseinstellung (17.03.2016)
Zahlt der Schuldner auf Steuerforderungen nur noch unter Vollstreckungsdruck, kann daraus auf eine Zahlungseinstellung und einen Benachteiligungsvorsatz sowie dessen Kenntnis geschlossen werden.
 
Kaufrecht: Zum Vorliegen einer erheblichen Pflichtverletzung (17.03.2016)
Bei der Bewertung, ob eine Pflichtverletzung erheblich oder unerheblich ist, sind vor Abgabe der Rücktrittserklärung behobene Mängel im Allgemeinen außer Betracht zu lassen.
 
Insolvenzrecht: Gläubigerbenachteiligung bei durch eine Anweisung auf Kredit bewirkter Zahlung (17.03.2016)
Eine solche Zahlung löst auch dann keine Gläubigerbenachteiligung aus, wenn der auftragsrechtliche Erstattungsanspruch des Angewiesenen nachträglich in ein Darlehen umgewandelt wird.
 
Verkehrsrecht: Zum Anscheinsbeweis des Rückwärtsfahrens (17.03.2016)
Entsprechend der Wertung des § 9 Abs. 5 StVO muss sich auch derjenige, der auf einem Parkplatz rückwärts fährt, so verhalten, dass er sein Fahrzeug notfalls sofort anhalten kann.
 
Architektenrecht: Zum Planungsmangel des vom Architekten beauftragten Fachplaners (17.03.2016)
Das Recht des Architekten, den Honoraranspruch des von ihm beauftragten Fachplaners zu mindern, wird nicht dadurch ausgeschlossen, dass er sein Honorar von seinem Auftraggeber vollständig erhalten hat.
 
Mietrecht: Zur Anwendbarkeit der AGB-Unklarheitenregel (17.03.2016)
Die Unklarheitenregel kommt nur zur Anwendung, sofern nach Ausschöpfung aller Auslegungsmöglichkeiten Zweifel verbleiben und zumindest zwei Auslegungsergebnisse rechtlich vertretbar sind.
 
Gewerberaummietrecht: Zur gewerblichen Weitervermietung (17.03.2016)
Eine solche setzt voraus, dass der Zwischenmieter die Weitervermietung zu Wohnzwecken mit der Absicht der Gewinnerzielung oder im eigenen wirtschaftlichen Interesse ausüben soll.
 
Energierecht: Zur Preisänderung eines Gasversorgungsunternehmens bei Einräumung eines Kündigungsrechts (17.03.2016)
Die in Allgemeinen Geschäftsbedingungen von Normsonderkundenverträgen eines Gasversorgungsunternehmens können einen Kunden unangemessen benachteiligen.
 
Familienrecht: Keine Abänderung des Versorgungsausgleichs wegen früherer Begrenzung auf Höchstbetrag (17.03.2016)
Dass ein Teil eines Versorgungsanrechts wegen Überschreitens des Höchstbetrags nicht ausgeglichen werden konnte, kann keine die Abänderung des öffentlich-rechtlichen Versorgungsausgleichs darstellen.
 
Urheberrecht: Keine Täterschaft der Betreiber einer Internet-Platform (10.03.2016)
Der Betreiber ist weder Täter noch Teilnehmer der Urheberrechtsverletzungen, die durch die Einstellung von Videoclips mit urheberrechtlich geschützten Musikwerken auf dieser Plattform begangen werden.
 
Alle Steuerzahler: Nur teilweise beruflich genutzte Arbeitszimmer sind weiterhin steuerlich nicht abzugsfähig (10.03.2016)
Der BFH hat die Hoffnungen von vielen Steuerzahlern zunichte gemacht, dass auch Kosten für nur teilweise beruflich genutzte Arbeitszimmer steuerlich abzugsfähig sind.
 
Nachträglicher Abzug von Schuldzinsen: Lebensversicherung ist nicht vorzeitig zu verwerten (10.03.2016)
Aufwendungen in Form von Schuldzinsen, die Ehegatten nach der Veräußerung einer der Einkünfteerzielung dienenden Immobilie gemeinsam finanzieren, können als Werbungskosten abgezogen werden.
 
Arbeitsrecht: Informationen für Arbeitgeber zur Beschäftigung von Flüchtlingen (10.03.2016)
Die Integration von geflüchteten Menschen in den deutschen Arbeitsmarkt stellt aktuell eine große Herausforderung dar. Die BA hat dazu einen Überblick zusammengestellt.
 
Private Lebensversicherung: GmbH kann Bezugsrecht des Geschäftsführers widerrufen (10.03.2016)
Der Versicherungsnehmer kann die Bezugsberechtigung bei einem privaten Lebensversicherungsvertrag grundsätzlich ändern, ohne dass der Versicherer zustimmt.
 
Freiberufler und Gewerbetreibende: Investitionsabzugsbetrag kann aufgestockt werden (10.03.2016)
Ein Investitionsabzugsbetrag kann in einem nachfolgenden Wirtschaftsjahr erhöht werden. Dies hatte der Bundesfinanzhof bereits in 2014 entschieden.
 
Teilwertabschreibung: Keine Wertminderung bei VW-Autos (10.03.2016)
Die vermeintliche Wertminderung eines Autos durch erhöhte Abgaswerte kann nicht im Rahmen einer Einkunftsart als Betriebsausgaben oder Werbungskosten geltend gemacht werden.
 
Umsatzsteuerzahler: Neue Grundsätze zur umsatzsteuerlichen Organschaft (10.03.2016)
In mehreren Entscheidungen hat der Bundesfinanzhof zu Zweifelsfragen im Zusammenhang mit der umsatzsteuerlichen Organschaft Stellung genommen und dabei einige neue Grundsätze aufgestellt.
 
Reiserecht: Zur Auslegungsfrage von Vorschriften über Luftverkehrsdienste (10.03.2016)
Dem EuGH wird die Frage vorgelegt, ob der zu zahlende Endpreis im Rahmen eines elektronischen Buchungssystems bei der erstmaligen Angabe von Preisen für Flugdienste auszuweisen ist.
 
Vertragsrecht: Unbefristete Fortgeltungsklauseln (10.03.2016)
Lässt sich die rechtliche Wirksamkeit einer Vertragsklausel nicht zweifelsfrei klären, darf der Notar das Rechtsgeschäft erst dann beurkunden, wenn die Vertragsparteien auf der Beurkundung bestehen.
 
Insolvenzrecht: Zur Vorsatzanfechtung bei Feststehen baldiger Zahlungsunfähigkeit (10.03.2016)
Eine Vorsatzanfechtung i.R.e. drohenden Zahlungsunfähigkeit kann auch erfolgen wenn feststeht, dass Fördermittel, von denen eine kostendeckende Geschäftstätigkeit abhängt, alsbald nicht mehr gewährt werden.
 
Grundstücksrecht: Erbbaurechtsvertrag bedarf Genehmigung durch Kommunalaufsichtsbehörde (10.03.2016)
Ein Erbbaurechtsvertrag bedarf als kreditähnliches Rechtsgeschäft der Genehmigung durch die Kommunalaufsichtsbehörde, wenn er eine Verpflichtung der Gemeinde begründet, einen Erbbauzins zu zahlen.
 
Schadensersatzrecht: Zur Haftung bei Verzug der Zustimmung des vormerkungswidrig Eingetragenen (10.03.2016)
Ist der vormerkungswidrig Eingetragene mit der Erfüllung des Zustimmungsanspruchs nach § 888 Abs. 1 BGB in Verzug, haftet er auf Ersatz des Verzögerungsschadens.
 
Versicherungsrecht: "Betrieb" eines Kraftfahrzeugs mit Blick auf Haftpflichtversicherung (10.03.2016)
Das Entladen von Öl aus einem Tanklastwagen mittels einer auf ihm befindlichen Entladevorrichtung gehört zum Gebrauch des Kraftfahrzeuges.
 
Abschreibungen: Kaufpreisaufteilung im Notarvertrag ist grundsätzlich maßgeblich (03.03.2016)
Soll ein bebautes Grundstück vermietet werden, bemisst sich die Höhe der Abschreibungen nach dem auf das Gebäude entfallenden Anteil am Gesamtkaufpreis.
 
Führerschein: Die größten Irrtümer beim Internationalen Führerschein (03.03.2016)
Autofahrer benötigen in Urlaubsländern oft den Internationalen Führerschein. Wir haben Ihnen die Antworten des ADAC zu den wichtigsten Fragen zusammengestellt.
 
Drogenfahrt: Führerscheinverlust nach Cannabiskonsum weiterhin ab 1,0 Nanogramm THC pro ml Blutserum (03.03.2016)
Führerscheininhaber müssen weiterhin schon bei einer Blutkonzentration von 1,0 ng THC pro ml Blutserum mit einem Entzug ihrer Fahrerlaubnis rechnen.
 
Fahrverbot: Kein Augenblicksversagen beim „Frühstart“ wegen Fußgängerampel (03.03.2016)
Wer die für den fließenden Verkehr maßgebliche Lichtzeichenanlage mit dem Grünlicht der Fußgängerampel verwechselt, kann sich nicht auf ein „Augenblicksversagen“ berufen.
 
OWi-Recht: Stinkefinger kann den Führerschein kosten (03.03.2016)
Wer im Straßenverkehr den Stinkefinger zeigt, muss mit einem Fahrverbot rechnen. 
 
Mietwagen: Mieter haftet für grob fahrlässig verursachte Schäden (03.03.2016)
Verursacht der Mieter eines Mietwagens einen Unfall, indem er an einer ausgeschalteten Ampelanlage das Stoppschild nicht, handelt er grob fahrlässig.
 
Autokauf: Rückfahrkamera ohne Orientierungslinien ist ein Sachmangel (03.03.2016)
Die aufgrund fehlender Orientierungslinien bestehende Funktionseinschränkung kann einen Sachmangel darstellen, der zum Rücktritt vom Fahrzeugkauf berechtigt.
 
Kfz-Haftpflichtversicherung: Versicherungsschutz für ein Kfz mit Kurzzeitkennzeichen (03.03.2016)
Wird Versicherungsschutz für ein Fahrzeug mit einem Kurzzeitkennzeichen gewährt, bei dem im Versicherungsschein der Halter aufgeführt ist, so ist die Versicherung auf Fahrzeuge dieses Halters beschränkt.
 
Kündigungsrecht: Eigenbedarf kann auch geltend gemacht werden, wenn der Eigentümer im Ausland arbeitet (03.03.2016)
Der Wunsch eines Profifußballers, in seiner freien Zeit mit seiner Familie in seiner Eigentumswohnung in München zu leben, kann eine Eigenbedarfskündigung rechtfertigen.
 
Mieterhöhung: Verzicht auf Modernisierungsmieterhöhung ist konkludent möglich (03.03.2016)
Wer eine Wohnung modernisiert muss darauf hinweisen, dass er deshalb gleichzeitig oder später die Miete erhöhen möchte.
 
Strafrecht: Kindesentziehung ist strafbar (03.03.2016)
Das Amtsgericht München hat eine 46-jährige Mutter wegen Entziehung Minderjähriger zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr auf Bewährung verurteilt.
 
Ehescheidung: Rückforderung aus Schwiegerelternschenkung verjährt innerhalb von drei Jahren (03.03.2016)
Ist die Ehe gescheitert, können Schwiegereltern in bestimmten Fällen ein Geschenk von dem Schwiegerkind zurückfordern.
 
Erbrecht: Bei unklarem Datum kann das Testament ungültig sein (03.03.2016)
Ein Testament ist ungültig, wenn sich die Jahresangabe des Datums nicht sicher feststellen lässt.
 
Gewährleistungsrecht: Verjährungsfrist für Mängelansprüche kann nicht durch E-Mail verlängert werden (03.03.2016)
Eine Mängelrüge per E-Mail erfüllt das Schriftformerfordernis der VOB/B nicht, sofern keine qualifizierte elektronische Signatur vorliegt.
 
Vertragsrecht: Bei nachträglicher Schwarzgeldabrede entfallen Honorar- und Gewährleistungsansprüche (03.03.2016)
Das gilt jedenfalls dann, wenn die Vertragsbeziehung nicht in Zeiträume mit und ohne sittenwidrige Honorarvereinbarung geteilt werden können.
 
Gewährleistungsrecht: Unternehmer muss sich an seinen Werbeaussagen festhalten lassen (03.03.2016)
Im werkvertraglichen Gewährleistungsrecht können Werbeaussagen als Begleitumstände für die Vertragsauslegung erhebliche Bedeutung erlangen.
 
Mindestlohn: Anrechnung von Sonderzahlungen auf den gesetzlichen Mindestlohn (03.03.2016)
Ob Sonderzahlungen auf den gesetzlichen Mindestlohn angerechnet werden können, ist eine Frage des Einzelfalls.
 
Arbeitgeberhaftung: Wann haftet der Arbeitgeber für im Betrieb gestohlene Wertsachen? (03.03.2016)
Bewahrt der Arbeitnehmer Wertgegenstände am Arbeitsplatz auf, die keinen Bezug zum Arbeitsverhältnis haben, bestehen keine Obhuts- und Verwahrungspflichten des Arbeitgebers.
 
Kündigungsrecht: Verkehrsgefährdung auf Dienstfahrt kann zur fristlosen Kündigung führen (03.03.2016)
Missachtet der Arbeitnehmer auf einer Dienstfahrt die Vorfahrt und gefährdet so den Straßenverkehr, kann dies ein wichtiger Grund einer fristlosen Kündigung sein.
 
Insolvenzrecht: Zur Einziehung einer als Bank-Sicherheit abgetretenen Forderung (25.02.2016)
Wird eine zur Sicherheit an die Bank abgetretene Forderung eingezogen, die erst nach Insolvenzreife entstanden ist, kann es an einer masseschmälernden Zahlung i.S.v. § 64 S. 1 GmbHG gleichwohl fehlen.
 
Nachbarrecht: Zum Unterlassungsanspruch bei Überfliegen des Nachbargrundstücks mit Drohne (25.02.2016)
Die Handlungsfreiheit des Beklagten, seine Drohne hobbymäßig herumfliegen zu lassen, hat hinter der geschützten Privatsphäre Dritter zurückzutreten.
 
UWG: Zum Wettbewerbsverstoß durch irreführende geografische Herkunftsangabe (25.02.2016)
Eine Irreführung durch eine geographische Herkunftsangabe ist in der Regel wettbewerbsrechtlich relevant, weil es sich um ein wesentliches werbliches Kennzeichnungsmittel handelt.
 
Strafrecht: Zum Inverkehrbringen von Tabakwaren (25.02.2016)
Nikotinhaltige Verbrauchsstoffe für elektronische Zigaretten sind keine Arzneimittel, soweit sie nicht zur Rauchentwöhnung bestimmt sind, sondern Tabakerzeugnisse.
 
Erbrecht: Zur Prüfungskompetenz bezüglich der Richtigkeit eines Erbscheins (25.02.2016)
Im Erbscheinsverfahren hat das Beschwerdegericht die Richtigkeit des Erbscheins auch insoweit zu prüfen, als der Beschwerdeführer durch eine Unrichtigkeit des Erbscheins nicht beschwert sein kann.
 
Insolvenzrecht: Zur Klage auf Feststellung einer Forderung zur Insolvenztabelle (25.02.2016)
Hierbei bestimmt sich der Wert des Beschwerdegegenstandes nach dem Betrag, der zum Zeitpunkt der Einlegung der Berufung bei der Verteilung der Insolvenzmasse für die Forderung zu erwarten war.
 
Verkehrsrecht: Zum Anscheinsbeweis gegen Rückwärtsfahrenden (25.02.2016)
Steht zwar fest, dass vor der Kollision ein Fahrzeugführer rückwärts gefahren ist, es kann aber nicht ausgeschlossen werden, dass ein Fahrzeug bereits stand, so ist der Anscheinsbeweis ausgeschlossen.
 
Arzthaftungsrecht: Zum Behandlungsfehler durch Absehen von ärztlicher Maßnahme (25.02.2016)
Das Absehen von einer ärztlichen Maßnahme ist nicht erst dann behandlungsfehlerhaft, wenn die Maßnahme "zwingend" geboten war, sondern bereits wenn ihr Unterbleiben medizinischen Standards zuwiderlief.
 
Internetrecht: Rechtswidrigkeit automatisch generierte Bestätigungs-E-Mails (25.02.2016)
Ein von einer natürlichen Person unterhaltenes elektronisches Postfach ist Teil der Privatsphäre.
 
Internetrecht: "Teilen" bei Facebook ist kein Zueigenmachen fremder Inhalte (18.02.2016)
Anders als bei der Funktion „gefällt mir“ ist dem „Teilen“ für sich genommen keine über die Verbreitung des Postings hinausgehende Bedeutung zuzumessen.
 
Gesellschaftsrecht: Kein Sachverständigengutachten zur Höhe der Marktrisikoprämie (18.02.2016)
Eine empirisch genaue Festlegung der Marktrisikoprämie ist - nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft - nicht möglich.
 
Insolvenzrecht: Zur Zulässigkeit eines Vergleichs über die Haftungshöhe (18.02.2016)
Der Insolvenzverwalter ist berechtigt, sich mit einem Gesellschafter über die Höhe seiner Haftung zu vergleichen.
 
Medienrecht: Zur Persönlichkeitsrechtsverletzungen durch Manipulation am Facebook-Account (18.02.2016)
Bei einer Manipulation eines Facebook-Profils obliegt es dem Kläger, bei dem Betreiber der Webseite als seinem Vertragspartner entsprechende Auskünfte einzuholen und im Verfahren vorzubringen.
 
Gesellschaftsrecht: Zur Haftung eines Geschäftsleiters bei M&A-Transaktionen (18.02.2016)
Die klagende Gesellschaft trifft grundsätzlich die Darlegungs- und Beweislast dafür, dass und inwieweit ihr durch ein pflichtwidriges Verhalten des Geschäftsführers ein Schaden entstanden ist.
 
Arbeitsrecht: Zur Zulässigkeit einer sachgrundlosen Befristung (18.02.2016)
Eine sachgrundlose Befristung ist nach § 14 II 2 TzBfG nicht zulässig, wenn mit demselben Arbeitgeber bereits zuvor ein befristetes oder unbefristetes Arbeitsverhältnis bestanden hat.
 
Versicherungsrecht: Intransparenz von Versicherungsbedingungen (18.02.2016)
Zur Intransparenz zweier Teilklauseln in Allg. Versicherungsbedingungen zu sog. Riester-Rentenversicherungsverträgen, betreffend die Beteiligung der Versicherungsnehmer an Kostenüberschüssen.
 
Insolvenzrecht: Zur Anfechtbarkeit einer Kongruenzvereinbarung (18.02.2016)
Eine in der kritischen Zeit geschlossene Kongruenzvereinbarung, die einen Baraustausch ermöglichen soll, kann als solche nicht Gegenstand der Deckungsanfechtung sein.
 
Grundstücksrecht: Zur Verlegung des durch eine Grunddienstbarkeit gewährten Wegerechts (18.02.2016)
Der Berechtigte kann von dem Grundstückseigentümer in der Regel die Bestellung einer seinem Recht inhaltsgleichen Grunddienstbarkeit an dem bisher nicht belasteten Grundstück verlangen.
 
Mietrecht: Zur formellen Ordnungsgemäßheit einer Betriebskostenabrechnung (18.02.2016)
Hierzu genügt es hinsichtlich der Angabe der "Gesamtkosten", wenn der Vermieter bei der Betriebskostenart den Gesamtbetrag angibt, den er auf die Wohnungsmieter der gewählten Abrechnungseinheit umlegt.
 
Immobilienrecht: Zur Beschaffenheitsvereinbarung über Gesamtwohnfläche (10.02.2016)
Eine Beschreibung von Eigenschaften eines Grundstücks vor Vertragsschluss durch den Verkäufer, die in der notariellen Urkunde keinen Niederschlag findet, führt nicht zu einer Beschaffenheitsvereinbarung.
 
Insolvenzrecht: Zur Inanspruchnahme eines Insolvenzverwalters auf Schadensersatz (10.02.2016)
Bei der Inanspruchnahme eines vormaligen Insolvenzverwalters auf Schadensersatz nach § 60 InsO trifft den Kläger die Darlegungs- und Beweislast.
 
Konzernrecht: Zur steuerlichen Beratung mehrerer verbundener Unternehmen (10.02.2016)
Hat die Beratung die Interessen mehrerer verbundener Unternehmen zum Gegenstand, ist im Falle der Pflichtverletzung die Schadensberechnung unter Einbeziehung der Vermögenslage dieser vorzunehmen.
 
Gesellschaftsrecht: Zur vereinfachten Auseinandersetzungsrechnung bei zweigliedriger GbR (10.02.2016)
Ist kein zu liquidierendes Gesellschaftsvermögen mehr vorhanden, kann der Gesellschafter, der für sich ein Guthaben beansprucht, dieses aufgrund gegen den ausgleichspflichtigen Gesellschafter geltend machen.
 
Gesellschaftsrecht: Keine inhaltlichen Anweisungen des Gerichts an Spaltungsprüfer (10.02.2016)
Gesellschaftsrecht: Keine inhaltlichen Anweisungen des Gerichts an Spaltungsprüfer Bestellt das Gericht für eine gesellschaftsrechtliche Strukturmaßnahme den sachverständigen Prüfer, so ist es nicht befugt, ihm inhaltliche Anweis
 
Internetrecht: Zur Unzumutbarkeit einer Sperrverpflichtung des Access-Providers (10.02.2016)
Ein Telekommunikationsunternehmen kann grds. als Störer darauf in Anspruch genommen werden, den Zugang zu Internetseiten zu unterbinden, auf denen geschützte Werke zugänglich gemacht werden.
 
Kapitalmarktrecht: Zur Wirksamkeit einer Bearbeitungsgebühr für Bauträgerkredit (10.02.2016)
Zwar wird für Darlehensverträge mit Verbrauchern die klauselhafte Festlegung von Bearbeitungsgebühren als unwirksam angesehen, diese Entscheidung ist jedoch nicht auf Kreditverträge mit Unternehmen übertragbar.
 
Arbeitsrecht: Zusammensetzung des Aufsichtsrats unter Ausschluss von im Ausland Beschäftigten (10.02.2016)
Zur Vereinbarkeit mit Art. 45 AEUV, wenn das Wahlrecht für die Vertreter der Arbeitnehmer in das Aufsichtsorgan nur denen eingeräumt wird, die in Betrieben im Inland beschäftigt sind.
 
Arbeitsrecht: Gesellschafterwechsel ohne Wechsel des Betriebsinhabers kein Betriebsübergang (10.02.2016)
Ein bloßer Gesellschafterwechsels ohne einen Wechsel des Betriebsinhabers ist kein Betriebsübergang, auch wenn von einem "Übergang von Unternehmen" die Rede ist.
 
Aktienrecht: Zur Einordnung des § 266 StGB als Schutzgesetz zu Gunsten der Aktionäre (10.02.2016)
Der Tatbestand der Untreue stellt kein Schutzgesetz dar. Die Treuepflicht des Vorstands unmittelbar auch auf die Aktionäre erstrecken zu wollen, würde die Trennung von Gesellschaftern und Gesellschaft missachten.
 
Kapitalmarktrecht: Zum Direktanspruch gegen mittelbar beteiligten Anleger auf Zahlung der Einlage (10.02.2016)
§ 152 Abs. 1 S. 3 KAGB ordnet bei mittelbar über einen Treuhandkommanditisten beteiligten Anlegern an, dass diese im Innenverhältnis zur Kommanditgesellschaft wie ein Kommanditist zu behandeln ist.
 
Gesellschaftsrecht: Zur Erwirkung einer einstweiligen Verfügung beim Streit um die Geschäftsführungsbefugnis (10.02.2016)
Zu dem geschützten eingerichteten und ausgeübten Gewerbebetrieb gehört alles, was in seiner Gesamtheit den wirtschaftlichen Wert eines Betriebes ausmacht, insbesondere Bestand und Organisationsstruktur.
 
Gesellschaftsrecht: Zur Berechnungsweise bei der Schätzung eines Unternehmenswertes (04.02.2016)
Der Schätzung des Unternehmenswertes im Spruchverfahren können auch fachliche Berechnungsweisen zugrunde gelegt werden, die erst nach der Strukturmaßnahme entwickelt wurden.
 
Insolvenzrecht: Gläubigerbenachteiligung nach Kontopfändung (04.02.2016)
War eine Überweisung nicht durch ein insolvenzfestes Pfändungspfandrecht des beklagten Landes gedeckt, so liegt eine objektive Gläubigerbenachteiligung vor.
 
Gesellschafter und Geschäftsführer: Keine Schenkungsteuer bei verdeckter Gewinnausschüttung (04.02.2016)
Eine verdeckte Gewinnausschüttung in Form von überhöhten Mietzahlungen ist keine Schenkung. So lautet eine Entscheidung des Finanzgerichts Münster.
 
Umsatzsteuerzahler: Anforderungen an die Rechnungsanschrift (04.02.2016)
Der Vorsteuerabzug ist auch aus Rechnungen möglich, die eine Anschrift ausweisen, unter der keine geschäftlichen bzw. zumindest keine büromäßigen Aktivitäten stattfinden.
 
Aktiengesellschaft: Wer die Hauptversammlung einberuft, kann sie auch wieder absagen (04.02.2016)
Das Organ einer Aktiengesellschaft, das eine Hauptversammlung einberufen hat, kann diese auch wieder absagen.
 
Gesellschafter und Geschäftsführer: Ist der Verkauf von Streubesitzbeteiligungen bald steuerpflichtig? (04.02.2016)
Das Bundesfinanzministerium hat den Interessenverbänden einen Diskussionsentwurf für ein Gesetz zur Reform der Investmentbesteuerung zukommen lassen.
 
Außergewöhnliche Belastungen: Zumutbare Belastung bei Krankheitskosten sind verfassungsgemäß (04.02.2016)
Der Ansatz einer zumutbaren Belastung bei der steuerlichen Berücksichtigung von Krankheitskosten als außergewöhnliche Belastungen ist verfassungsgemäß.
 
Verkehrsrecht: Das Verkehrsschild „Ende der Autobahn“ ordnet keine Geschwindigkeitsbegrenzung an (04.02.2016)
Das Verkehrsschild „Ende der Autobahn“ zeigt lediglich an, dass die besonderen Regeln für die Autobahn nicht mehr gelten. Es ordnet keine Geschwindigkeitsbeschränkung an.
 
Wiederbeschaffungswert: Kein Schadenersatz für den Geschädigten bei unklarem Kilometerstand (04.02.2016)
Ist der tatsächliche Kilometerstand des verunfallten Fahrzeugs beim Totalschaden unklar, hat der Geschädigte keinen Anspruch auf Schadenersatz.
 
Insolvenzrecht: Zur Feststellung des Benachteiligungsvorsatzes (04.02.2016)
Hat der Anfechtungsgegner die Zahlungsunfähigkeit und den Benachteiligungsvorsatz des Schuldners erkannt, obliegt ihm der Beweis, dass seine Kenntnis aufgrund nachträglich eingetretener Umstände entfallen ist.
 
Arzthaftungsrecht: Behandlungsfehler bei ungenügender Abklärung einer koronaren Herzerkrankung (04.02.2016)
Zur Abgrenzung zwischen einem ärztlichen Befunderhebungsfehler und einem Fehler der therapeutischen Aufklärung.
 
Sachverständigengutachten: Geschädigter darf auch bei vorliegendem Kostenvoranschlag Gutachten erstellen lassen (28.01.2016)
So entschied das Amtsgericht Erkelenz und stärkt damit die Rechte des Geschädigten.
 
Versicherungsrecht: Auslandskrankenversicherung muss Flugkosten zur Notoperation übernehmen (28.01.2016)
Ein Krankenversicherer hat ca. 21.500 EUR für den Rückflug von Portugal nach Deutschland zu erstatten, weil eine gebotene Notoperation dort nicht gewährleistet war. 
 
Vertragsrecht: Widerruf eines Partnervermittlungsvertrags (28.01.2016)
Partnervermittlungsverträge haben einen zwiespältigen Ruf. Auch das Amtsgericht Hannover hatte über einen Rechtsstreit im Zusammenhang mit einem solchen Vertrag zu entscheiden.
 
Erhaltungsmaßnahmen & Modernisierung: Welche Modernisierungsmaßnahmen muss der Mieter dulden? (28.01.2016)
Am Landgericht Berlin ist derzeit ein Rechtsstreit über die Frage anhängig, in welchem Umfang Mieter Modernisierungsmaßnahmen hinnehmen müssen.
 
Besitzstörung: Ohne Duldungstitel muss der Mieter keinen Balkonanbau hinnehmen (28.01.2016)
Hat der Vermieter keinen diesbezüglichen Duldungstitel, muss der Mieter nicht hinnehmen, dass an seine Wohnung ein Balkon angebaut wird.
 
Erbrecht: Land musste nicht nur die Erbschaft herausgeben, sondern auch Zinsen zahlen (28.01.2016)
Hat der Fiskus Besitz von der Erbschaft genommen, kann der Erbe nicht nur verlangen, dass der Nachlass herausgegeben wird. Es steht ihm auch ein Zinsanspruch zu.
 
Sorgerecht: Anforderungen an die Einwilligung der Eltern in die ärztliche Behandlung ihrer Kinder (28.01.2016)
Für einen ärztlichen Heileingriff bei einem minderjährigen Kind müssen grundsätzlich beide sorgeberechtigten Elternteile zustimmen.
 
Kündigungsrecht: Wenn Bauleiter und Nachunternehmer die Arbeiten einstellen, kann gekündigt werden (28.01.2016)
Gerät das Bauvorhaben mehrfach ins Stocken so stellt das die Zuverlässigkeit des Auftragnehmers massiv in Frage.
 
Arbeitsvergütung: Bei Arbeitsunwilligkeit nach einer Kündigung keine Entgeltfortzahlung (28.01.2016)
Verweigert ein Arbeitnehmer nach einer Kündigung bis zum Ende der Beschäftigungszeit seine Arbeitsleistung, entfällt sein Anspruch auf Entgeltfortzahlung trotz gleichzeitiger Krankheit.
 
Arbeitsrecht: Zurückbehaltungsrecht bei ausstehendem Lohn (28.01.2016)
Zur Geltendmachung eines Zurückbehaltungsrechts wegen rückständiger Löhne im Fall von Nichtaufnahme der Arbeit.
 
Internetrecht: Haftung für die Inhalte bei Verwendung eines sog. Hyperlinks (21.01.2016)
Eine Haftung für die Inhalte einer über einen Link erreichbaren Internetseite wird nicht allein dadurch begründet, dass das Setzen des Links eine geschäftliche Handlung des Unternehmers darstellt.
 
Insolvenzrecht: Zur Präklusion im Insolvenzplan (21.01.2016)
Eine Regelung, nach der Gläubiger, die ihre Forderung nicht angemeldet haben, in Höhe der Befriedigungsquote ausgeschlossen sind, ist auch dann unzulässig, wenn der Schuldner Restschuldbefreiung beantragt hat.
 
Reiserecht: Zum Schadensersatz wegen Nichtbeförderung des Reisegepäcks (21.01.2016)
Werden Reisende, Reisegepäck oder Güter nicht zum Bestimmungsort befördert, stellt dies keinen Fall der Verspätung bei der Luftbeförderung im Sinne von Art. 19 MÜ dar.
 
Anlagerecht: Auskunftsanspruch zur Bewertungsreserve (21.01.2016)
Macht der Versicherungsnehmer geltend, ihm stehe bei Ablauf der Lebensversicherung eine höhere als die vom Versicherer ausgezahlte Bewertungsreserve zu, kann sich für ihn ein Auskunftsanspruch ergeben.
 
Erbrecht: Keine Amtsermittlungspflicht des Nachlassgerichts bei Ausschlagung des Erbes (21.01.2016)
Ein Nachlassgericht hat im Falle einer Anfechtung der Annahme einer Erbschaft nicht von sich aus zu erforschen, ob zur Anfechtung berechtigende Tatsachen vorliegen.
 
Internetrecht: Keine öffentliche Wiedergabe durch "Framing" (21.01.2016)
Die Einbettung eines auf einer Internetseite für alle Internetnutzer frei zugänglichen Werkes in eine eigene Internetseite im Wege des "Framing" stellt grundsätzlich keine öffentliche Wiedergabe dar.
 
Markenrecht: Zu den Anforderungen an beiderseitige Erfüllung eines Lizenzvertrags (21.01.2016)
Der Nachweis des Abschlusses eines Lizenzvertrages im kaufmännischen Geschäftsverkehr kann in der Regel nur durch Vorlage einer schriftlichen Dokumentation des Vertragsschlusses erbracht werden.
 
Architektenrecht: Zur Nachforderung von Architektenhonorar (21.01.2016)
An eine Schlussrechnung ist der Architekt gebunden, soweit der Auftraggeber auf eine abschließende Berechnung des Honorars vertrauen durfte.
 
Insolvenzrecht: Pflicht des Schuldners zur Entschädigungszahlung an die Insolvenzmasse (21.01.2016)
Die Pflicht des Schuldners, im Insolvenzverfahren für die Nutzung seiner Eigentumswohnung eine Entschädigung an die Masse zu zahlen, ist keine Mitwirkungspflicht nach der Insolvenzordnung.
 
Insolvenzrecht: Zur Geltendmachung einer Forderung im Forderungsfeststellungsverfahren (21.01.2016)
Eine als Forderung aus Darlehensvertrag zur Tabelle angemeldete Forderung kann, wenn ein Vertragsmangel gegeben ist, als Forderung aus ungerechtfertigter Bereicherung verfolgt und festgestellt werden.
 
Gesellschaftsrecht: Zur gesetzlichen Vertretung durch externe Kapitalverwaltungsgesellschaft (14.01.2016)
Eine externe Kapitalverwaltungsgesellschaft kann eine geschlossene Investmentfondsgesellschaft i.S.v. § 1 I, III, V KAGB in der Rechtsform der GmbH & Co. KG nicht gem. § 51 ZPO gesetzlich vertreten.
 
StPO: Zur Tatprovokation durch Verdeckte Ermittler (14.01.2016)
Die rechtsstaatswidrige Provokation einer Straftat durch Angehörige von Strafverfolgungsbehörden oder von ihnen gelenkte Dritte hat regelmäßig ein Verfahrenshindernis zur Folge.
 
Gesellschaftsrecht: Zur Wirkung eines Urteils auf Rechtsstellung der Muttergesellschaft (14.01.2016)
Einer juristischen Person, die nicht Urheberin einer Zuwiderhandlung gegen das Wettbewerbsrecht ist, kann dennoch Sanktionen für die Zuwiderhandlung einer anderen juristischen Person auferlegt werden.
 
Wirtschaftsstrafrecht: Zur Strafbarkeit wegen Steuerhinterziehung (14.01.2016)
Täter - auch Mittäter - einer Steuerhinterziehung durch Unterlassen gemäß § 370 Abs. 1 Nr. 2 AO kann nur derjenige sein, der selbst zur Aufklärung steuerlich erheblicher Tatsachen besonders verpflichtet ist.
 
Medienrecht: Zur Beurteilung von presseähnlichen Angeboten in Telemedien (14.01.2016)
Die Beurteilung eines Telemedienkonzepts als nicht presseähnlich entfaltet keine Tatbestandswirkung für die Beurteilung der Presseähnlichkeit eines konkreten Telemedienangebots.
 
Gesellschaftsrecht: Zur Vollstreckung in das Grundstück einer GbR (14.01.2016)
Die im Grundbuch eingetragenen Gesellschafter gelten grundsätzlich auch dann als Gesellschafter der Schuldnerin, wenn diese durch den Tod eines eingetragenen Gesellschafters aufgelöst worden ist.
 
Insolvenzrecht: Zur Forderungsanmeldung im Insolvenzverfahren (14.01.2016)
Bei der Anmeldung einer Forderung zur Insolvenztabelle sind gemäß § 174 Abs. 2 InsO der Grund und der Betrag der Forderung anzugeben.
 
Medienrecht: Zur Löschung von Fotos und Filmaufnahmen (14.01.2016)
Fertigt im Rahmen einer intimen Beziehung ein Partner vom anderen intime Bild- oder Filmaufnahmen, so kann dem Abgebildeten nach dem Ende der Beziehung ein Löschanspruch zustehen.
 
Handelsvertreterrecht: Zum Wettbewerbsverbot wegen Verstoß gegen das Transparenzgebot (14.01.2016)
Ein in einem Handelsvertretervertrag enthaltenes Wettbewerbsverbot kann wegen Verstoßes gegen das Transparenzgebot gemäß § 307 Abs. 1 Satz 1 i.V.m. Satz 2 BGB unwirksam sein.
 
Arbeitsrecht: Darlegungs- und Beweislast bei Pflichtverletzung des Arbeitnehmers (14.01.2016)
Die Darlegungs- und Beweislast dafür, dass ein Arbeitnehmer vorwerfbar seine Pflichten aus dem Arbeitsvertrag verletzt hat und dem Arbeitgeber zum Schadensersatz verpflichtet ist, liegt beim Arbeitgeber.
 
Arbeitsrecht: Zur Rechtmäßigkeit einer betriebsbedingt begründeten Kündigung (14.01.2016)
Die Verpflichtung des Arbeitgebers, den Arbeitnehmer zur Vermeidung einer Beendigungskündigung an einem anderen Arbeitsplatz zu beschäftigen, erstreckt sich nicht auf Arbeitsplätze im Ausland.
 
Energierecht: Rechtmäßige Preisanpassungsklausel aufgrund Einhaltung des Transparenzgebotes (14.01.2016)
Der Verwender von AGB ist verpflichtet, Rechte und Pflichten seiner Vertragspartner möglichst durchschaubar darzustellen sowie Nachteile erkennen zu lassen, wie dies nach den Umständen gefordert werden kann.
 
Bankrecht: Zur Unwirksamkeit einer Ersatzkartenklausel (14.01.2016)
Wurde die Erstkarte gesperrt und sind die Gründe für die Sperrung nicht mehr gegeben, trifft den Zahlungsdienstleister die Pflicht, dem Kunden ein neues Zahlungsauthentifizierungsinstrument auszustellen.
 
StPO: Zur Rechtswidrigkeit einer Haftanordnung bei fehlerhafter Belehrung (14.01.2016)
Die versäumte oder fehlerhafte Belehrung nach Art. 36 WÜK führt nur dann zur Rechtswidrigkeit der Haftanordnung, wenn das Verfahren ohne den Fehler zu einem anderen Ergebnis hätte führen können.
 
Insolvenzrecht: Zur Ablehnung der Erfüllung durch den Insolvenzverwalter (14.01.2016)
Lehnt der Verwalter über das Vermögen eines Bauträgers die Erfüllung eines beiderseits nicht erfüllten Subunternehmervertrages ab, kann er nicht statt der Erfüllung Schadensersatz wegen Nichterfüllung verlangen.
 
Mietrecht: Zur Formbedürftigkeit einer Mieterhöhung (14.01.2016)
Die Änderung der Miethöhe stellt eine wesentliche und - soweit sie für mehr als ein Jahr erfolgt und nicht jederzeit vom Vermieter widerrufen werden kann - dem Formzwang unterfallende Vertragsänderung dar.
 
Urheberrecht: Zur Aufsichtspflicht der Eltern bei Internetnutzung (14.01.2016)
Eltern sind verpflichtet, die Internetnutzung ihres minderjährigen Kindes zu beaufsichtigen, um eine Schädigung Dritter durch eine Urheberrechte verletzende Teilnahme des Kindes an Tauschbörsen zu verhindern.
 
Firmenwagen: Keine Betriebsausgaben bei zeitgleicher Ein-Prozent-Regelung (07.01.2016)
Darf ein Arbeitnehmer einen Firmenwagen auch für seine selbstständige Tätigkeit nutzen, kann er keine Betriebsausgaben für den Pkw abziehen.
 
Umsatzsteuer: Jahreswechsel 2015/2016 - Vorauszahlung gilt nicht als wiederkehrende Ausgabe (07.01.2016)
Umsatzsteuer-Vorauszahlungen gelten als regelmäßig wiederkehrende Ausgaben, sodass für Einnahmen-Überschussrechner die Zehn-Tage-Regel gilt.
 
Gesetzliche Unfallversicherung: Was ändert sich im neuen Jahr in der gesetzlichen Unfallversicherung? (07.01.2016)
Den jährlichen summarischen Lohnnachweis an die gesetzliche Unfallversicherung wird es auch in Zukunft geben.
 
Verkehrssicherungspflicht: Motorradfahrer der auf Rollsplitt stürzt erhält keinen Schadenersatz und kein Schmerzensgeld (07.01.2016)
Das Land muss einem Motorradfahrer keinen Schadenersatz und kein Schmerzensgeld zahlen, wenn dieser trotz eines Warnschilds auf Rollsplitt ausrutscht und stürzt.
 
Unfallschadensregulierung: Anscheinsbeweis bei der Kollision zweier Motorräder (07.01.2016)
Dass der Fahrzeugführer lediglich auf ein in der Annäherung seinerseits auf der Gegenfahrbahn fahrendes Fahrzeug im Gegenverkehr reagiert, ist ein atypischer Geschehensablauf.
 
Vereinsrecht: Einladung zur Mitgliederversammlung ist per E-Mail möglich (07.01.2016)
Schreibt eine Vereinssatzung vor, dass die Einladung zur Mitgliederversammlung schriftlich zu erfolgen hat, können die Mitglieder auch per E-Mail eingeladen werden.
 
Haftungsrecht: Schadenersatz für Verletzung beim Fußballspiel nur bei unfairem Verhalten (07.01.2016)
Wird durch den Regelverstoß eines Fußballspielers der Gegner verletzt, löst dies an sich keine Schadenersatzpflicht aus.
 
Straftaten: Betrugs-Inkasso betrifft oft Senioren (07.01.2016)
Ältere Menschen werden häufig Opfer von falschen Abmahnungen und betrügerischen Inkassoforderungen. Häufig werden die geforderten Beträge bezahlt.
 
Mieterhöhung: Auch bei einer Wohnflächenabweichung muss die Kappungsgrenze beachtet werden (07.01.2016)
Eine Mieterhöhung hat auf der Basis der tatsächlichen Wohnfläche zu erfolgen.
 
Erbrecht: Keine Erbeinsetzung bei unklarer Testamentsbestimmung (07.01.2016)
Bei Unklarheiten kann u.U. keine testamentarische Schlusserbeneinsetzung festgestellt werden.
 
Sorgerecht: Gemeinsames Sorgerecht nicht verheirateter Eltern (07.01.2016)
Bei nicht verheirateten Eltern ist die gemeinsame Sorge anzuordnen, wenn keine Argumente vorliegen, dass das Kindeswohl hierdurch beeinträchtig wird.
 
Architektenrecht: Mangelvermeidung ist oberste Architektenpflicht! (07.01.2016)
Er ist im Rahmen der Bauüberwachung verpflichtet, das Bauunternehmen zumindest stichprobenartig zu überwachen und das Baugeschehen aktiv zu leiten.
 
Verjährung: Leistungsverweigerungsrecht greift auch noch nach Verjährung der Mängelansprüche (07.01.2016)
Ist bereits die Verjährung eingetreten, kann der Bauherr bei einem Mangel der Werkleistung gleichwohl seine Leistung verweigern.
 
Berufsausbildung: Ein vorausgegangenes Praktikum ist auf die Probezeit im Berufsausbildungsverhältnis nicht anzurechnen (07.01.2016)
Das Berufsausbildungsverhältnis beginnt zwingend mit einer Probezeit.
 
Insolvenzrecht: Voraussetzungen der Schenkungsanfechtung (17.12.2015)
Befriedigt ein Gesellschafter die Forderung und erlischt dadurch die Haftungsverbindlichkeit, ist seine Leistung im Insolvenzverfahren über sein Vermögen nicht als unentgeltliche Leistung anfechtbar.
 
Gesellschaftsrecht: Zur Haftung für Altverbindlichkeiten einer Fondsgesellschaft (17.12.2015)
Die Gesellschafter haften für Verbindlichkeiten der Gesellschaft als Gesamtschuldner mit den Altgesellschaftern auch dann, wenn diese vor ihrem Beitritt zu der Gesellschaft begründet worden sind.
 
Erbrecht: Zur Unentgeltlichkeit der Zuwendung bei Schenkung (17.12.2015)
Auch bei einer mit einem Erbverzicht verbundenen Zuwendung ist für deren Qualifikation als Schenkung maßgeblich, ob sich die Vertragsparteien über die Unentgeltlichkeit der Zuwendung einig sind.
 
Familienrecht: Keine Unterbrechung der "Unterhaltskette" beim Aufstockungsunterhalt (17.12.2015)
Eine vorübergehende Arbeitslosigkeit des Unterhaltspflichtigen unterbricht die "Unterhaltskette" beim Aufstockungsunterhalt grundsätzlich nicht.
 
Arbeitsrecht: Zur Auslegung einer Bezugnahmeklausel als Gleichstellungsabrede (17.12.2015)
Wird im Arbeitsvertrag für die Gehaltszahlung ein bezifferter Betrag als "Tarifentgelt" bezeichnet, kann ein Arbeitnehmer davon ausgehen, er werde ein Entgelt entsprechend des Gehaltstarifvertrags erhalten.
 
Arbeitsrecht: Zur Übertragung von Personal auf Schwesterunternehmen (17.12.2015)
Eine Sozialauswahl muss erfolgen, wenn der Arbeitgeber zwar allen Arbeitnehmern kündigt, jedoch einem Teil im Zusammenwirken mit einem Schwesterunternehmen die Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses anbietet.
 
Insolvenzrecht: Zum Zeitpunkt des Restschuldbefreiungsantrags (17.12.2015)
Wird das Insolvenzverfahren auf einen Gläubigerantrag eröffnet, kann ein während des laufenden Verfahrens gestellter Antrag auf Restschuldbefreiung nicht wegen Verspätung verworfen werden.
 
Arbeitsrecht: Zur verdeckten Arbeitnehmerüberlassung auf Grund Scheinwerkvertrags (17.12.2015)
Besitzt ein Arbeitgeber die Erlaubnis zur Arbeitnehmerüberlassung, führt auch eine verdeckte Arbeitnehmerüberlassung aufgrund eines Scheinwerkvertrages nicht zur Begründung eines Arbeitsverhältnisses.
 
Urheberrecht: Zum Schadensersatzanspruch wegen illegalen Filesharings (17.12.2015)
Der Beweis, dass eine IP-Adresse zum Tatzeitpunkt einem konkreten Internetanschluss zugeordnet war, kann regelmäßig durch die vom Internetprovider durchgeführte Zuordnung geführt werden.
 
Strafrecht: Zur Entziehung der Fahrerlaubnis nach Unfallflucht (17.12.2015)
Ein bedeutender Schaden im Sinne von § 69 Abs. 2 Nr. 3 StGB ist regelmäßig bei Schäden anzunehmen, die bei 1.300,- € und höher liegen.
 
Strafrecht: Zum Erschleichen von Leistungen bei Kundgabe der Schwarzfahrereigenschaft (17.12.2015)
Eine Beförderungsleistung liegt vor, wenn der Täter ein Verkehrsmittel unberechtigt benutzt und sich dabei allgemein mit dem Anschein umgibt, er erfülle erforderlichen Voraussetzungen.
 
Insolvenzrecht: Zur Gläubigerbenachteiligung bei Überweisung auf Drittkonto (10.12.2015)
Ein uneigennütziger Treuhänder, der anfechtbar erlangte Gelder des Schuldners an diesen zurückzahlt, ist zum Wertersatz verpflichtet, ohne sich auf einen Wegfall der Bereicherung berufen zu können.
 
Gesellschaftsrecht: Zur Schiedsvereinbarung für gesellschaftsrechtliche Streitigkeiten (10.12.2015)
Beschlussmängelstreitigkeiten sind auch ohne ausdrückliche gesetzliche Anordnung durch unter Mitwirkung aller Gesellschafter und der Gesellschaft getroffenen Individualabrede „schiedsfähig".
 
Gesellschaftsrecht: Zur Geschäftsführerhaftung wegen Anlegetäuschung (10.12.2015)
Geschäftsführer haften auf Schadensersatz, wenn das von ihnen ins Werk gesetzte Geschäftsmodell der Gesellschaft von vornherein auf Täuschung und Schädigung der Kunden angelegt ist.
 
Anlagerecht: Zu den Anforderungen an die in einem Prospekt eines Filmfonds enthaltene Aufklärung (10.12.2015)
Aufklärungspflicht über die Risiken der steuerlichen Anerkennungsfähigkeit des Anlagemodells und über die Erzielung von Lizenzgebühren.
 
Gesellschaftsrecht: Zum Ausgleichsanspruch von Treugeberkommanditisten gegen Mit-Treugeber (10.12.2015)
Tilgen Treugeberkommanditisten ohne Verpflichtung im Innenverhältnis zur Gesellschaft Gesellschaftsverbindlichkeiten, können sie von der Gesellschaft Aufwendungsersatz verlangen.
 
Sportrecht: Schadensersatz wegen Nichtnominierung zu Olympischen Spielen 2008 (10.12.2015)
Bei Nominierungsrichtlinien von Sportverbänden, die außerhalb der Satzung die Kriterien für die Teilnahme an Wettkämpfen festlegen, handelt es sich um Verbandsrecht, das objektiv auszulegen ist.
 
Arzneimittelrecht: Gewährung eines Preisabschlags durch pharmazeutische Unternehmen (10.12.2015)
Die Auferlegung des Abschlags ist nicht unzumutbar, weil eine wirtschaftliche Überforderung oder gar eine Gefährdung des Bestands der Branche der pharmazeutischen Industrie nicht festgestellt werden kann.
 
Verkehrsstrafrecht: Zurechnungszusammenhang im Rahmen eines Verkehrsunfalls (10.12.2015)
Ein Mitverschulden des Unfallgegners ist geeignet, die Vorhersehbarkeit eines Unfalls auszuschließen, wenn es in einem außerhalb der Lebenserfahrung liegenden Verhalten besteht.
 
Rechnungsangaben i.R.d. Umsatzsteuer: Bloßer „Briefkastensitz“ reicht für Vorsteuerabzug nicht aus (02.12.2015)
Der Vorsteuerabzug setzt eine ordnungsgemäße Rechnung voraus.
 
Verbilligte Vermietung an den Gesellschafter: Ist die Kosten- oder die Marktmiete relevant? (02.12.2015)
Das Thema der verdeckten Gewinnausschüttung (vGA) mit seinen negativen Steuerfolgen ist bei Kapitalgesellschaften ein Dauerbrenner.
 
Autowerkstatt: Kein Zahlungsanspruch nach Garantiezusage des Herstellers (02.12.2015)
Der Inhaber einer Kfz-Werkstatt hat keine Zahlungsansprüche gegen den Kunden, sofern eine Garantiezusage des Herstellers erfolgte.
 
OWI-Recht: Blutprobe bei Cannabisverdacht auch ohne richterliche Anordnung verwertbar (02.12.2015)
Erfolgt eine Blutentnahme gegen den Willen des Betroffenen und ohne richterliche Genehmigung, kann sie im Prozess gleichwohl verwendet werden. 
 
Urheberrecht: Angemessenheit der Vergütung eines Journalisten (02.12.2015)
Eine Vergütung kann nur dann in Anwendung einer gemeinsamen Vergütungsregel bestimmt werden, wenn die darin festgelegten persönlichen, sachlichen und zeitlichen Anwendungsvoraussetzungen vorliegen.
 
Gesellschaftsrecht: Zum Lösungsrecht des Inferenten vom Übernahmevertrag (02.12.2015)
Eine stille Beteiligung kann als Sacheinlage in eine GmbH eingebracht werden. Sie erlischt durch die Übertragung auf die GmbH.
 
Handelsvertreterrecht: Vertragliches Tätigkeitsverbot (02.12.2015)
Zur Auslegung eines Handelsvertretervertrags im Hinblick auf ein vertragliches Tätigkeitsverbot im Sinne von § 92a Abs. 1 Satz 1 Alt. 1 HGB
 
Autokauf: War der Wagen kurzfristig auf einen Dritten zugelassen, ist er kein Neuwagen mehr (27.11.2015)
Ein Neufahrzeug, das nach Vertragsschluss nicht auf den Käufer, sondern versehentlich auf eine dritte Person zugelassen wird, ist nicht fabrikneu und verliert dadurch an Wert.
 
Erbrecht: Formulierung im Testament muss ausgelegt werden (27.11.2015)
Eine von der Erblasserin gewählte Formulierung muss ausgelegt werden, ob es sich um eine Bedingung oder die bloße Mitteilung eines Beweggrundes für das Testament handelt.
 
Steuerabzug von Adoptionskosten: Eltern ziehen vors BVerfG (27.11.2015)
Zur Frage, ob Eltern Aufwendungen für die Adoption eines Kindes als außergewöhnliche Belastung steuermindernd geltend machen können.
 
Bauordnungsrecht: Ungenehmigte baurechtswidrige Garage muss beseitigt werden (27.11.2015)
Eine im Rohbau ohne Baugenehmigung errichtete Garage, die die baurechtlichen Vorschriften zu Abstandsflächen und zum Brandschutz nicht einhält, muss beseitigt werden. 
 
Ordnungsrecht: Stadt kann Plakatwerbung an Verkehrsflächen untersagen (27.11.2015)
Eine Stadt kann durch eine ordnungsbehördliche Verordnung Plakatwerbung auch auf privaten Flächen untersagen, die an Verkehrsflächen angrenzen.
 
Zweckentfremdungsverbot: Abriss von Wohnraum ist nicht immer eine verbotene Zweckentfremdung (27.11.2015)
Der Abriss von Mietwohnraum verstößt nicht gegen das Verbot der Zweckentfremdung, wenn auf demselben Grundstück Eigentumswohnungen entstehen sollen.
 
Kündigungsrecht: Kündigung eines Sicherheitsmitarbeiters der seinen Arbeitsplatz ohne Grund verlässt (27.11.2015)
Einem Sicherheitsmitarbeiter kann fristlos gekündigt werden, wenn er einen besonders zu sichernden Bereich während eines erheblichen Zeitraums ohne Grund verlässt.
 
AGG: Beschränkung des Bewerberkreises auf Berufsanfänger (27.11.2015)
Wird der Bewerberkreis auf Arbeitnehmer beschränkt, die ihre Ausbildung vor Kurzem abgeschlossen haben, kann dies eine Benachteiligung wegen des Alters indizieren. 
 
Gesetzliche Unfallversicherung: Welche Umwege versichert sind (27.11.2015)
Wer auf dem Weg zur Arbeit oder zurück nach Hause einen Unfall hat, erhält in vielen Fällen Hilfe von der gesetzlichen Unfallversicherung.
 
Insolvenzrecht: Zur Haftungsfreistellung des Geschäftsführers (19.11.2015)
Wenn die Gesellschafter die Stellung eines Insolvenzantrages durch den Geschäftsführer nicht genehmigen, kann der Geschäftsführer zur Abwehr seiner Risiken umfassende Haftungsfreistellung verlangen.
 
Arbeitsrecht: Außerordentliche Kündigung aus krankheitsbedingtem Grund (19.11.2015)
Die dauerhafte Unfähigkeit des Arbeitnehmers, die vertraglich geschuldete Arbeitsleistung zu erbringen, indiziert eine negative Prognose hinsichtlich der künftigen Entwicklung des Gesundheitszustands.
 
Mietrecht: Zur vorzeitigen Entlassung aus dem Mietverhältnis (19.11.2015)
Begehrt der Mieter die vorzeitige Entlassung aus einem längerfristigen Mietverhältnis gegen Stellung eines Nachmieters, obliegt es allein ihm, einen geeigneten Nachmieter zu suchen.
 
Insolvenzrecht: Herausgabeanspruch des Sicherungszessionars gegen den Insolvenzverwalter (19.11.2015)
Dem Sicherungszessionar, dessen Forderung nach nochmaliger Abtretung erloschen ist, kann gegen den Verwalter ein Anspruch auf Herausgabe des Erlangten zustehen.
 
Asylrecht: Zur Auswirkung möglicher Verfahrensfehler beim Dublin-Verfahren (19.11.2015)
Es gilt die Vermutung, dass Asylbewerbern in jedem Mitgliedsstaat eine Behandlung entsprechend den Erfordernissen der Charta, der Genfer Flüchtlingskonvention und der EMRK zukommt.
 
Insolvenzrecht: Bezugsrecht auf Risikolebensversicherung (19.11.2015)
Zur Anfechtbarkeit der unentgeltlichen Zuwendung des Bezugsrechts aus einer Risikolebensversicherung.
 
Insolvenzrecht: Zur Wirkungen eines Insolvenzverfahrens nach englischem Recht im Inland (19.11.2015)
Die zulässigen Gründe für eine Nichtanerkennung der in einem Mitgliedstaat getroffenen Entscheidungen über ein Insolvenzverfahrens müssen auf das unbedingt notwendige Maß beschränkt sein.
 
Arbeitsrecht: Zur Urlaubsgewährung nach Kündigung (19.11.2015)
Ein Arbeitgeber gewährt durch die Freistellungserklärung in einem Kündigungsschreiben nur dann Urlaub, wenn er dem Arbeitnehmer die Urlaubsvergütung vor Antritt des Urlaubs zahlt oder vorbehaltlos zusagt.
 
Strafrecht: Zur Misshandlung von Schutzbefohlenen (11.11.2015)
Wer es unterlässt, für sein Kind leidensvermindernde ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen, kann dieses durch Unterlassen quälen.
 
Gesellschaftsrecht: Eintragung der beendeten Liquidation nur bei abgeschlossenem Steuerverfahren (11.11.2015)
Die Liquidation ist i.S.v. § 74 I GmbHG noch nicht beendet, wenn ein die Gesellschaft betreffendes Steuerverfahren noch nicht abgeschlossen und ihr noch ein Steuerbescheid zuzustellen ist.
 
Internetrecht: Schadensersatz wegen einer vorzeitig abgebrochenen eBay-Auktion (11.11.2015)
Ein eingestelltes Verkaufsangebot ist aus der Sicht des an der eBay-Auktion teilnehmenden Bieters dahin auszulegen, dass es unter dem Vorbehalt einer berechtigten Angebotsrücknahme steht.
 
Medienrecht: Herausgabeverlangen von Tonbandaufzeichnungen (11.11.2015)
Durch das Bespielen eines zum Aufnehmen von Tondokumenten geeigneten und bestimmten Tonbandes allein wird keine neue Sache im Sinne des § 950 Abs. 1 BGB hergestellt.
 
Familienrecht: Zur Wirksamkeit vertraglicher Unterhaltsvereinbarungen (11.11.2015)
Die Beurteilung, ob eine unzulässige Unterschreitung des angemessenen Unterhalts vorliegt, setzt voraus, dass zunächst die Höhe dieses angemessenen Unterhaltsanspruchs festgestellt worden ist.
 
Arbeitsrecht: Außerordentliche Kündigung bei tarifvertraglichem Sonderkündigungsschutz (11.11.2015)
Der Arbeitgeber ist bei Vorliegen eines wichtigen Grundes zur außerordentlichen Kündigung nach § 626 I BGB nicht gezwungen, fristlos zu kündigen.
 
Arbeitsrecht: Zur Verletzung von Mitbestimmungsrechten (11.11.2015)
Nicht jede Verletzung begründet den Erlass einer einstweiligen Verfügung. Die Angelegenheit muss vielmehr derart eilbedürftig sein, dass der Abschluss des Hauptsacheverfahrens nicht abgewartet werden kann.
 
Arzneimittelrecht: Zur Irreführungsgefahr bei Arzneimitteln (11.11.2015)
Angaben in der Fachinformation für ein Arzneimittel können irreführend sein, wenn sie auf Studien gestützt sind, die diese Aussagen nicht tragen.
 
Transportrecht: Überprüfung von AGB-Klauseln im Frachtgewerbe (11.11.2015)
Zur Unwirksamkeit einer Zahlungsfristklausel in den AGB eines Frachtvertrags im unternehmerischen Rechtsverkehr wegen unangemessener Benachteiligung des Frachtführers.
 
Handelsvertreterrecht: Zur Haftung des übertragenden Unternehmens nach Ausgliederung (05.11.2015)
Geht ein Agenturverhältnis durch eine Ausgliederung auf ein anderes Unternehmen über und wird dessen Beendigung herbeigeführt, so haftet das Versicherungsunternehmen als übertragender Rechtsträger.
 
Gesellschaftsrecht: Kündigung des Vorstands bei Verbuchen privater Ausgaben auf Geschäftskonten (05.11.2015)
Zu den Pflichten eines Vorstands gehört es, dafür Sorge zu tragen, dass nur solche Ausgaben getätigt und verbucht werden, die betrieblich veranlasst sind.
 
Gesellschaftsrecht: Zum Pfandrecht an GmbH-Anteilen bei Kapitalherabsetzung (05.11.2015)
Mit einer Kapitalerhöhung oder -herabsetzung erwirbt der Gesellschafter nicht „automatisch“ neue Geschäftsanteile. Er muss sein Bezugsrecht vielmehr ausdrücklich ausüben.
 
Arbeitsrecht: Berücksichtigung der Fahrzeit zum Kunden als Arbeitszeit (05.11.2015)
Haben die Arbeitnehmer keinen festen Arbeitsort, so ist die Fahrzeit zwischen ihrem Wohnort und dem Standort des ersten und des letzten bestimmten Kunden als Arbeitszeit zu betrachten.
 
Arbeitsrecht: Tarifpluralität bei zwei geltenden Tarifverträgen innerhalb eines Betriebs (05.11.2015)
Hat ein Arbeitgeber mit unterschiedlichen Gewerkschaften zwei sich in ihrem Geltungsbereich überschneidende Tarifverträge über eine Vergütungsordnung abgeschlossen, so gelten sie im jeweiligen Betrieb nebeneinander.
 
Arbeitsrecht: Auswechslung von Kündigungsgründen (05.11.2015)
Ein Auswechseln der Kündigungsgründe erst im Prozess in dem Sinne, dass die Kündigung einen völlig anderen Charakter erhält, ist nicht zulässig.
 
Gesellschaftsrecht: Zur Abführungspflicht für Aufsichtsratstantiemen (05.11.2015)
Hat die Gewerkschaft die Kandidatur eines ihrer Mitglieder zum Aufsichtsrat unterstützt, kann sie eine Verpflichtung regeln, dass bezogenen Tantiemen an eine gewerkschaftsnahe Organisation abzuführen sind.
 
Konzernrecht: Zur Besetzung von Führungspositionen in abhängigen Gesellschaften (05.11.2015)
Die Besetzung von Führungspositionen kann die Entscheidung des Aktionärs berühren, ob dem Aufsichtsrat der Muttergesellschaft Entlastung erteilt und Vertrauen für die Zukunft ausgesprochen werden kann.
 
Gesellschaftsrecht: Zum Gründungsaufwand von 100 % des Stammkapitals bei der UG (05.11.2015)
Eine Verletzung Gläubigerschutzvorschrift des § 26 II AktG folgt nicht daraus, dass der gesellschaftsvertraglich bestimmte Gründungsaufwand genau dem vereinbarten Stammkapital entspricht.
 
Bankrecht: Kein Erstattungsanspruch nach Pishing-E-Mail (05.11.2015)
Im Falle nicht autorisierter Überweisungen hat der Kunde keinen Anspruch auf Erstattung, wenn er seine PIN oder Kontodaten gemäß einer E-Mail-Aufforderung selbst preisgegeben hat.
 
Wirtschaftsstrafrecht: Bußgeld gegen Rechtsnachfolger im Rahmen eines Kartellverstoßes (05.11.2015)
Die Festsetzung einer Geldbuße gegen eine Gesamtrechtsnachfolgerin, die mit der ursprünglichen juristischen Person bei wirtschaftlicher Betrachtungsweise nahezu identisch ist, verstößt nicht gegen Art. 103 II GG.
 
Arbeitsrecht: Hypothetische Ermittlung des Jahresbonus eines Betriebsratsmitglieds (05.11.2015)
Mitglieder des Betriebsrats sind von ihrer beruflichen Tätigkeit ohne Minderung des Arbeitsentgelts zu befreien, wenn und soweit es zur ordnungsgemäßen Durchführung ihrer Aufgaben erforderlich ist.
 
Arbeitsrecht: Ordentliche Kündigung wegen krankheitsbedingter Leistungsunfähigkeit (05.11.2015)
Eine lang andauernde krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit in der unmittelbaren Vergangenheit stellt ein gewisses Indiz für die Fortdauer der Arbeitsunfähigkeit in der Zukunft dar.
 
Geschäftsführer: Antrag auf Teileinkünfteverfahren nur bis zur Abgabe der Steuererklärung möglich (29.10.2015)
Dies hat der Bundesfinanzhof aktuell klargestellt.
 
GmbH: Haftung des ausgeschiedenen Gesellschafters (29.10.2015)
Scheidet ein Gesellschafter aus der Gesellschaft aus noch bevor die Einlageschuld auf den Geschäftsanteil eines Mitgesellschafters fällig wird, ist er nicht mehr in der Haftung.
 
Umsatzsteuerzahler: Zur Umsatzsteuerpflicht bei eBay-Verkäufen (29.10.2015)
Wer zahlreiche Gegenstände über Internet-Handelsplattformen, z.B. eBay, verkauft, bei dem stellt sich die Frage, ob dadurch eine unternehmerische Tätigkeit begründet wird.
 
Alle Steuerzahler: Neues zum Abzug von Kinderbetreuungskosten (29.10.2015)
Stellungnahme zu einigen Zweifelsfragen im Bereich der Kinderbetreuungskosten.
 
Ehegatte im Pflegeheim: Zusammenveranlagung trotz neuem Lebenspartner? (29.10.2015)
Das Finanzgericht Niedersachsen hat den Splittingtarif gewährt, jetzt ist der Bundesfinanzhof gefragt.
 
Kapitalanleger: Kein Anspruch auf Günstigerprüfung nach Bestandskraft des Steuerbescheids (29.10.2015)
Ein Antrag auf Günstigerprüfung bei den Einkünften aus Kapitalvermögen hat grundsätzlich nur bis zur Bestandskraft des Einkommensteuerbescheids Aussicht auf Erfolg.
 
Aktuelle Gesetzgebung: Wann wirken sich die Änderungen beim Kindergeld, Grundfreibetrag & Co. aus? (29.10.2015)
Bereits im Juli wurde das Gesetz zur Anhebung des Grundfreibetrags, des Kinderfreibetrags, des Kindergeldes und des Kinderzuschlags im Bundesgesetzblatt verkündet.
 
Haftungsrecht: Ladenbesitzer haftet, wenn Auto mit „herrenlosem“ Einkaufswagen zusammenstößt (29.10.2015)
Ein Ladenbesitzer muss auch nach Geschäftsschluss dafür Sorge tragen, dass seine Einkaufswagen sicher abgestellt sind.
 
Sachverständigengutachten: Der Geschädigte muss nicht zum Gutachter fahren (29.10.2015)
Auch wenn das unfallbeschädigte Fahrzeug noch fahrfähig und verkehrssicher ist, muss der Geschädigte nicht zum Gutachter fahren.
 
Krankenversicherung: Individueller Risikozuschlag bei Tarifwechsel ist möglich (29.10.2015)
Wechselt der Versicherungsnehmer von einem Tarif zu einem anderen, kann ein privater Krankenversicherer unter bestimmten Umständen das Recht haben, einen individuellen Risikozuschlag zu erheben.
 
Versicherungsrecht: Welche Versicherungen regelmäßig auf den Prüfstand gehören (29.10.2015)
Die erste eigene Wohnung, Nachwuchs, eine Gehaltserhöhung oder die bevorstehende Rente – all dies sind klassische Anlässe, um den eigenen Versicherungsschutz zu überprüfen.
 
Autokauf: Rücktrittsrecht beim Verkauf eines Fahrzeugs mit veränderter FIN (29.10.2015)
Der Käufer eines Pkw kann vom Kaufvertrag zurücktreten, wenn die Fahrzeugidentifikationsnummer (FIN) verändert wurde.
 
WEG: Eigentümergemeinschaft darf hohen Kredit aufnehmen (29.10.2015)
Es kann auch einer ordnungsgemäßen Verwaltung entsprechen, wenn die Wohnungseigentümergemeinschaft einen langfristigen, hohen Kredit aufnimmt.
 
Schimmelbildung: Durch Möblierung erhöhter Lüftungs- und Heizbedarf ist ein Mangel der Wohnung (29.10.2015)
Führt die Möblierung dazu, dass täglich drei- bis viermal gelüftet werden muss, um Schimmel vorzubeugen, ist die Wohnung mangelhaft.
 
Erbrecht: Wohnmobilkauf des verstorbenen Ehemanns verpflichtet auch die erbende Ehefrau (29.10.2015)
Wird ein neues Wohnmobil nach dem Kauf nicht abgenommen, schuldet die erbende Ehefrau des zwischenzeitlich verstorbenen Käufers Schadenersatz.
 
Versorgungsausgleich: Rentenlebensversicherung mit Kapitalwahlrecht fällt in den Versorgungsausgleich (29.10.2015)
Im Versorgungsausgleich sind grundsätzlich auch die zur Kreditsicherung einer Baufinanzierung abgetretenen Anrechte aus einer Rentenlebensversicherung mit Kapitalwahlrecht auszugleichen.
 
Aktuelle Gesetzgebung: Geplante Änderungen im Unterhaltsrecht (29.10.2015)
Vorgesehen ist, die Grundlagen i.H.a. den Mindestunterhalt, das vereinfachte Verfahren im Kinderunterhaltsgesetz und Regelungen im Auslandsunterhaltsgesetz zu überarbeiten.
 
VOB/B: Umplanungswunsch des Bauherrn verlängert die vereinbarten Ausführungsfristen (29.10.2015)
Wünscht der Bauherr eine Umplanung, muss er sich die zeitlichen Folgen selber zurechnen lassen.
 
Baugenehmigung: Mieter kann nicht gegen Baugenehmigung des Vermieters klagen (29.10.2015)
Wird dem Vermieter eine Baugenehmigung für Baumaßnahmen an dem Mietobjekt erteilt, kann der Mieter hiergegen keine Anfechtungsklage erheben.
 
Bauplanung: Fremdwerbeanlagen dürfen in Dorfgebieten nicht grundsätzlich verboten werden (29.10.2015)
Wird in einer bauplanerischen Festsetzung geregelt, dass Anlagen für Fremdwerbung in Dorfgebieten unabhängig von ihrer Größe verboten sind, so ist dies unwirksam.
 
Kündigungsrecht: Vorwurf der Vorteilsnahme reicht für ordentliche Kündigung (29.10.2015)
Wird der dringende Verdacht bestätigt, dass sich der Arbeitnehmer durch die Entgegennahme von vergünstigten Speisen einen Vorteil verschafft hat, reicht dies für eine Kündigung aus.
 
Insolvenzrecht: Ausnahmen vom Beweisanzeichen für Gläubigerbenachteiligungsvorsatz (20.10.2015)
Kennt der Schuldner seine Zahlungsunfähigkeit, so kann dennoch ein Benachteiligungsvorsatz entfallen, wenn der mit diesem vorgenommene Leistungsaustausch zur Fortführung des Unternehmens notwendig ist.
 
Insolvenzrecht: Zur objektiven Gläubigerbenachteiligung (20.10.2015)
Ein uneigennütziger Treuhänder, der anfechtbar erlangte Gelder des Schuldners weisungsgemäß an diesen zurückzahlt, ist zum Wertersatz verpflichtet, ohne sich auf einen Wegfall der Bereicherung berufen zu können.
 
Markenrecht: Zur begrifflichen Kombination von Hersteller- und Tunermarke (20.10.2015)
Den Anbietern von Tuningmaßnahmen kann im Interesse des freien Warenverkehrs nicht verwehrt werden, im Angebot der von ihnen umgebauten Fahrzeuge die Marke des Herstellers des Fahrzeugs zu nennen.
 
Nachbarrecht: Zur Verschattung des Nachbargrundstücks durch Grünanlage (20.10.2015)
Der Entzug von Luft und Licht durch Anpflanzungen auf dem Nachbargrundstück stellt keine Einwirkung i.S.v. § 906 BGB dar.
 
Datenschutz: Zur bevorstehenden Übermittlung von Schuldnerdaten in Mahnschreiben (20.10.2015)
Ein in einer Mahnung erfolgter Hinweis auf die Übermittlung der Daten des Schuldners an die SCHUFA darf nicht verschleiern, dass ein Bestreiten der Forderung ausreicht, um eine Übermittlung zu verhindern.
 
Medienrecht: Zum Schutz des Kindes bei namentlicher Veröffentlichung in Buch (20.10.2015)
Die öffentliche Bekanntgabe der von einem namentlich benannten Kind in der Grundschule gezeigten konkreten Verhaltensweisen und Fähigkeiten beeinträchtigt dessen Recht auf ungestörte kindgemäße Entwicklung.
 
StPO: Zum Antragsrecht zur Bestellung eines Pflichtverteidigers des Beschuldigten (20.10.2015)
Dem Beschuldigten steht kein Antragsrecht auf Pflichtverteidigerbestellung gemäß § 141 Abs. 3 Satz 1 - 3 StPO zu. Eine solche setzt einen Antrag der Staatsanwaltschaft zwingend voraus.
 
Urheberrecht: Zur Zulässigkeit von elektronischen Leseplätzen in Bibliotheken (20.10.2015)
An elektronischen Leseplätzen dürfen Werke unter den Voraussetzungen des § 52b S. 1 und 2 UrhG auch dann zugänglich gemacht werden, wenn sie auch ausgedruckt oder abgespeichert werden können.
 
Anlagerecht: Zur Inanspruchnahme wegen fehlerhafter Anlageberatung (20.10.2015)
Der Prospekthinweis, der Gesellschaftsanteil sei jederzeit veräußerlich, ist aus Sicht eines verständigen Anlegers nicht im Sinne einer wirtschaftlichen Veräußerbarkeit zu verstehen.
 
Urheberrecht: Zum Verbreitungsrecht an Kopien eines Computerprogramms (20.10.2015)
Räumt der Inhaber dem Erwerber einer Programmkopie das Recht zur Nutzung für die Zeit der Funktionsfähigkeit des Computerprogramms ein, so kann dies zur Erschöpfung des Verbreitungsrechts führen.
 
Strafrecht: Abgrenzung vorsätzlicher und fahrlässiger Körperverletzung (20.10.2015)
Zur Annahme einer vorsätzlichen Körperverletzung bei Einsatz eines objektiv ungefährlichen Gegenstandes.
 
Umsatzsteuer: So sind Gebühren an den Betreiber einer Handelsplattform zu behandeln! (13.10.2015)
Müssen Unternehmer für den Verkauf von Waren über eine Handelsplattform, z.B. über eBay, an den Betreiber Gebühren zahlen, so mindern diese das Entgelt nicht. 
 
Steuerrecht: GmbH „als zweites Standbein“ (13.10.2015)
Wer sein Hobby zum Nebenberuf macht, handelt nicht automatisch ohne Einkünfteerzielungsabsicht.
 
Vermieter: Sofort abzugsfähiger Erhaltungsaufwand oder anschaffungsnahe Herstellungskosten? (13.10.2015)
Aktuell ist u.a. strittig, wie Aufwendungen, die zur Erlangung der Betriebsbereitschaft aufgewandt werden, zu behandeln sind.
 
Alle Steuerzahler: Vereinfachungsregel für Spenden bis 200 EUR (13.10.2015)
Wegen der großen Spendenbereitschaft für Flüchtlinge weist das Finanzministerium Schleswig-Holstein auf eine Sonderregelung für Kleinspenden bis 200 EUR hin.
 
Alle Steuerzahler: Zivilprozesskosten nun doch nicht absetzbar (13.10.2015)
Zivilprozesskosten sind grundsätzlich keine außergewöhnlichen Belastungen.
 
Geschwindigkeitsüberschreitung: Gericht muss Tatvorsatz auch bei Kenntnis begründen (13.10.2015)
Das Gericht muss bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung ein vorsätzliches Handeln des Fahrers auch dann darlegen, wenn der Betroffene die Geschwindigkeitsbegrenzung kennt.
 
Ausfallschaden: Geschädigter darf auf Zuverlässigkeit der Werkstatt vertrauen (13.10.2015)
Der Geschädigte darf grundsätzlich darauf vertrauen, dass die Werkstatt zügig arbeitet.
 
Haftungsrecht: Kein Mitverschulden des Falschparkers bei mutwilliger Sachbeschädigung (13.10.2015)
Wer absichtlich gegen einen ordnungswidrig geparkten Pkw tritt, haftet für den dadurch entstandenen Schaden ohne Mitverschulden des Pkw-Fahrers.
 
Versicherungsrecht: Änderung des Begünstigten in der Lebensversicherung ist nur schriftlich möglich (01.10.2015)
Will man nach Scheidung die begünstigte Person in der Lebensversicherung ändern, muss man dies schriftlich machen. Anderenfalls zahlt die ­Versicherung statt an die aktuelle Ehefrau an die Ex.
 
Haftungsrecht: 200.000 Euro Schmerzensgeld bei Befunderhebungsfehler (01.10.2015)
Einer Patientin, die nach einem groben Befunderhebungsfehler ihrer Hausärztin beide Nieren verloren hat und 53 Folgeoperationen ausgesetzt war, stehen 200.000 EUR Schmerzensgeld zu.
 
Gewerberaummiete: Ausbleibende Restaurantgäste kein Mangel der Mietsache (01.10.2015)
Es ist keine zusicherungsfähige Eigenschaft der Mietsache, ob ein Restaurant durch Gäste einer Veranstaltungshalle frequentiert wird.
 
Aktuelle Gesetzgebung: Neue Regeln zum Erben und Vererben in Europa (01.10.2015)
Seit dem 17. August 2015 gilt die EU-Erbrechtsverordnung für alle Erbfälle.
 
Ehescheidung: Bei Vorauszahlungen nach der Scheidung ist Vorsicht geboten (01.10.2015)
Solange das Finanzamt nicht von der Scheidung weiß, kann es davon ausgehen, dass der die Vorauszahlungen leistende Ehegatte die Steuerschulden beider begleichen will.
 
Umgangsrecht: Verstoß gegen Umgangsregelung kann Ordnungsgeld nach sich ziehen (01.10.2015)
Der betreuende Elternteil muss alle erzieherischen Möglichkeiten ausschöpfen, um auf das Kind einzuwirken, damit es den titulierten Umgang wahrnimmt.
 
Brandschutz: Nachträgliche Anordnung eines zweiten Rettungswegs (01.10.2015)
Um nachträglich einen zweiten Rettungsweg für ein rechtmäßig errichtetes Gebäude anzuordnen, muss die Behörde strenge Voraussetzungen erfüllen.
 
Immobilienrecht: Frist zur Ausübung eines Wiederkaufsrechts der Gemeinde (01.10.2015)
Eine zwanzig Jahre überschreitende Frist für die Ausübung des Wiederkaufsrechts verstößt, wenn dem Käufer ein nur geringer Preisnachlass gewährt wurde, gegen das Gebot angemessener Vertragsgestaltung.
 
Arbeitskampfrecht: Drittbetroffene Unternehmen haben keinen Schadenersatzanspruch (01.10.2015)
Die von einem Streik der Fluglotsen betroffenen Luftverkehrsgesellschaften haben gegen die streikführende Gewerkschaft keine Schadenersatzansprüche.
 
Gesellschaftsrecht: Zur teilweisen Formunwirksamkeit eines Hauptversammlungsbeschlusses (24.09.2015)
Nach dem Willen des Gesetzgebers ist das Erfordernis der notariellen Beurkundung bei der nichtbörsennotierten Gesellschaft auf einzelne Beschlüsse zu beschränken.
 
Handelsrecht: Zur handelsrechtlichen Rügeobliegenheit bei Werklieferungsvertrag (24.09.2015)
Beim Handelskauf trifft den Käufer die Rügeobliegenheit nach § 377 HGB auch dann, wenn der Verkäufer die Kaufsache auf Anweisung des Käufers an einen Dritten geliefert hat.
 
Kapitalmarktrecht: Keine Aufklärungspflicht über Haftungsrisiko des Kommanditisten (24.09.2015)
Es muss nicht über jedes Risiko aufgeklärt werden, sondern nur über solche Risiken, mit deren Verwirklichung ernsthaft zu rechnen ist oder die jedenfalls nicht nur ganz entfernt liegen.
 
Internetrecht: Zur Verbreitung von Tatsachenbehauptungen über Hotelbewertungsportal (24.09.2015)
Die Verantwortlichkeit des Betreibers ist grds. eingeschränkt, so kommt eine Haftung für eine von Nutzern abgegebene Bewertung nur bei einer Verletzung von spezifischen Prüfungspflichten in Betracht.
 
Handelsrecht: Zur Berichtigung der Eintragung im Handelsregister (24.09.2015)
Aus § 5 Abs. 1 TSG folgt kein Anspruch der Geschäftsführerin einer GmbH auf vollständige Löschung ihres vormals männlichen Vornamens im Handelsregister.
 
Kapitalmarktrecht: Zur mangelnden Aufklärung über die Fungibilität (24.09.2015)
Die schadensersatzrechtliche Rückabwicklung einer Beteiligung an einem geschlossenen Immobilienfonds ist keine Veräußerung eines Grundstücks oder eines grundstücksgleichen Rechts im Sinne des § 23 EStG.
 
Handelsrecht: Zur Haftung nach § 89b HGB bei Übergang des Agenturverhältnisses (24.09.2015)
§ 133 Abs. 1 UmwG ordnet eine Haftung für diejenigen Verbindlichkeiten des übertragenden Rechtsträgers an, welche vor dem Wirksamwerden der Spaltung begründet worden seien.
 
Strafrecht: Zur Notwehr gegen hoheitliches Handeln (24.09.2015)
Der betroffene Bürger hat grds. eine Pflicht zur Duldung von Maßnahmen der Verwaltungsvollstreckung und zwar auch dann, wenn nicht sämtliche Rechtmäßigkeitsvoraussetzungen gegeben sind
 
Mietrecht: Zum außerordentliches Kündigungsrecht des Nacherben (24.09.2015)
Das Recht ein bestehendes Wohnraummietverhältnis außerordentlich zu kündigen, setzt ein berechtigtes Interesse des Nacherben an der Beendigung des Mietverhältnisses voraus.
 
Insolvenzrecht: Zur Vergütung des Insolvenzverwalters oder Treuhänders (24.09.2015)
Wird ein Insolvenzverwalter oder Treuhänder vorzeitig aus seinem Amt entlassen, berechnet sich seine Vergütung nach dem Schätzwert der Insolvenzmasse zum Zeitpunkt seines Ausscheidens.
 
Insolvenzrecht: Zur Kündigungssperre nach Enthaftungserklärung (24.09.2015)
Die Kündigungssperre des § 112 InsO gilt nach Wirksamwerden der Enthaftungserklärung weder im Insolvenzverfahren noch in dem sich daran anschließenden Restschuldbefreiungsverfahren.
 
Mietrecht: Eigenbedarf des Vermieters bei Mischmietverhältnis (24.09.2015)
Bei einem einheitlichen Mischmietverhältnis braucht sich ein vom Vermieter geltend gemachter Eigenbedarf nur auf die Wohnräume zu beziehen.
 
Gesellschaftsrecht: Zum Verstoß gegen gesellschaftliche Treuepflicht durch Insolvenzantrag (16.09.2015)
Bestand für die Insolvenzantragstellung kein Anlass, so stellt sie eine die Treuepflicht verletzende und den Gesellschafter zum Schadensersatz gegenüber der Gesellschaft verpflichtende Handlung dar.
 
Gesellschaftsrecht: Zur Rückforderung von gewinnunabhängigen Ausschüttungen (16.09.2015)
Gewinnunabhängige Ausschüttungen an die Kommanditisten sind zulässig, wenn der Gesellschaftsvertrag dies vorsieht oder sie durch das Einverständnis aller Gesellschafter gedeckt ist.
 
Anlagerecht: Mitverschulden eines wirtschaftlich versierten Anlageinteressenten (16.09.2015)
Grundsätzlich kann der Informationspflichtige dem Geschädigten nicht entgegenhalten, er habe den Angaben nicht vertrauen dürfen. Dieser Grundsatz unterliegt jedoch einer Einzelfallabwägung.
 
Darlehensrecht: Zu formularmäßigen Bearbeitungsentgelten bei Bauträgerkredit (16.09.2015)
Die Unzulässigkeit laufzeitunabhängiger Bearbeitungsgebühren betreffe allein Verbraucherkreditverträge, bei Bauträgerkrediten sei dies hingegen Bankpraxis.
 
Insolvenzrecht: Zum Nachweis der Zahlungsunfähigkeit im Insolvenzanfechtungsprozess (16.09.2015)
Dem Anfechtungsgegner bleibt es unbenommen, der Annahme der Zahlungsunfähigkeit des Schuldners mit dem Antrag auf Erstellung einer Liquiditätsbilanz durch einen Sachverständigen entgegenzutreten.
 
Gesellschaftsrecht: Einzug von Forderungen auf ein debitorisches Bankkonto der GmbH (16.09.2015)
Eine Zahlung kann auch ausscheiden, soweit infolge der Verminderung des Debetsaldos durch die Einziehung und Verrechnung einer Forderung weitere sicherungsabgetretene Forderungen frei werden.
 
Arbeitsrecht: Zum Widerspruch gegen den Übergang des Arbeitsverhältnisses (16.09.2015)
Nach dem Wortlaut des § 613a Abs. 6 Satz 2 BGB ist der Widerspruch gegenüber zwei Personen möglich: gegenüber dem „bisherigen Arbeitgeber“ oder dem „neuen Inhaber“.
 
Arbeitsrecht: Zur Begrifflichkeit der Massenentlassung (16.09.2015)
Den für das Vorliegen eines Unternehmensübergangs maßgebenden Kriterien kommt je nach der ausgeübten Tätigkeit und je nach den Produktions- oder Betriebsmethoden unterschiedliches Gewicht zu.
 
Arbeitsrecht: Feststellung eines Betriebsübergangs im Wege der Gesamtbetrachtung (16.09.2015)
Der Betriebsübergang i.S.v. § 613a I BGB in Verbindung mit dem Unionsrecht setzt voraus, dass eine bestehende wirtschaftliche Einheit unter Wahrung ihrer Identität von einem neuen Rechtsträger fortgeführt wird.
 
Bankrecht: Zur Rückzahlung von vereinnahmten Kontoführungsgebühren (16.09.2015)
Die unterschiedslos auf sämtliche Buchungen bezogene Bestimmung in einem Preis- und Leistungsverzeichnis einer Bank ist unwirksam, wenn sie nachteilig von § 675u BGB abweicht.
 
Transportrecht: Voraussetzungen des Haftungsbefreiungstatbestandes (16.09.2015)
Von der Haftung nach Art. 17 Abs. 1 CMR ist der Frachtführer befreit, wenn die Beschädigung des Gutes auf einen Verlade- oder Verstaufehler des Absenders zurückzuführen ist.
 
Kapitalmarktrecht: Zur Haftung des Kommissionärs (10.09.2015)
Der Kommissionär haftet wegen Nichtnennung des Dritten in der Ausführungsanzeige nicht, wenn das geschlossene Wertpapiergeschäft wegen fehlender Marktgerechtigkeit aufgehoben worden ist.
 
Medienrecht: Verletzung des Persönlichkeitsrechts durch Veröffentlichung von Fotos (10.09.2015)
Die Veröffentlichung von Bildnissen aus dem Alltagsleben, wie beispielsweise während des Rückzugs in den Urlaub, kann einen rechtswidrigen Eingriff in das allgemeine Persönlichkeitsrecht darstellen.
 
Medienrecht: Zur Verletzung des Presserechts bei Durchsuchungen (10.09.2015)
Die Pressefreiheit umfasst den Schutz vor dem Eindringen des Staates in die Vertraulichkeit der Redaktionsarbeit sowie in die Vertrauenssphäre zwischen den Medien und ihren Informanten.
 
Strafrecht: Zum Betrug in einem besonders schweren Fall (10.09.2015)
Gem. § 263 Abs. 4 StGB i. V. m. § 243 Abs. 2 StGB ist ein besonders schwer Fall des Betruges ausgeschlossen, wenn sich die Tat auf eine Vermögensverschiebung von geringem Ausmaß bezieht.
 
Geldwäsche: Vermischung von Vermögen legaler und illegaler Herkunft (10.09.2015)
Ist Giralgeld sowohl aus rechtmäßigen Zahlungseingängen als auch aus Straftaten hervorgegangen, handelt es sich dabei grundsätzlich um einen "Gegenstand", der aus Vortaten herrührt.
 
Strafrecht: Zur Annahme einer "geringen Menge" bei Marihuanazubereitungen (10.09.2015)
Als eine geringe Menge im Sinne der vorgenannten Gesetzesbestimmung ist eine Menge anzusehen, die zum einmaligen bis höchstens dreimaligen Gebrauch geeignet ist.
 
Verkehrsrecht: Reparaturkosten über dem Wert der Wiederbeschaffung (10.09.2015)
Zur Frage der Ersatzfähigkeit von Reparaturkosten, die über dem Wiederbeschaffungswert des unfallbeschädigten Kraftfahrzeugs liegen.
 
Nachbarrecht: Übertritt von Niederschlagswasser (10.09.2015)
Dem Eigentümer eines Grundstücks steht auch dann ein Unterlassungsanspruch zu, wenn infolge baulicher Anlagen auf dem Nachbargrundstück vermehrt Sickerwasser auf sein Grundstück gelangt.
 
Medienrecht: Zur fortdauernden Rufbeeinträchtigung (10.09.2015)
Zur Beseitigung eines Zustands fortdauernder Rufbeeinträchtigung kann der Betroffene den Störer auch auf Löschung rechtswidriger, im Internet abrufbarer Tatsachenbehauptungen in Anspruch nehmen.
 
Markenrecht: Zur Wort-Bild-Marke einer Farbe (10.09.2015)
Eine markenmäßige Benutzung liegt vor, wenn eine Plakette, die zur Anbringung auf Ersatzteilen dient, mit der bekannten Marke eines Automobilherstellers versehen wird.
 
Vereinsrecht: Anfechtungsrecht ist regelmäßig nach vier Monaten verwirkt (03.09.2015)
Beschlüsse der Mitgliederversammlung müssen innerhalb von vier Monaten angefochten werden. Danach ist das Anfechtungsrecht verwirkt.
 
Umsatzsteuerzahler: Zeitliche Zuordnung von Umsatzsteuer-Vorauszahlungen (03.09.2015)
Bei der 10-Tages-Fiktion bei Umsatzsteuer-Vorauszahlungen müssen sowohl die Fälligkeit als auch die Zahlung innerhalb des 10-Tages-Zeitraums liegen.
 
Freiberufler und Gewerbetreibende: Der Zeitreihenvergleich ist nur mit Einschränkungen zulässig (03.09.2015)
Der Bundesfinanzhof (BFH) hat die Möglichkeiten eingeschränkt, mittels des Zeitreihenvergleichs Gewinne hinzuzuschätzen.
 
Grunderwerbsteuer: Die Ersatzbemessungsgrundlage ist verfassungswidrig (03.09.2015)
Das Bundesverfassungsgericht hält die Regelung über die Ersatzbemessungsgrundlage im Grunderwerbsteuerrecht für verfassungswidrig.
 
Arbeitnehmer: Kosten für die Abschiedsfeier können Werbungskosten sein (03.09.2015)
Veranstaltet ein Arbeitnehmer anlässlich eines Arbeitgeberwechsels eine Abschiedsfeier, können die Aufwendungen als Werbungskosten abzugsfähig sein.
 
Kapitalanleger: Ab 2016 ohne Steuer-Identifikationsnummer nicht mehr gültig (03.09.2015)
Es genügt, wenn dem Kreditinstitut die Steuer-IdNr. mitgeteilt wird. Ein neuer Freistellungsauftrag muss also nicht erteilt werden.
 
Fahrerlaubnisrecht: MPU kann bei Fahrerlaubnis zur Fahrgastbeförderung schneller angeordnet werden (03.09.2015)
Bei einer Fahrerlaubnis zur Fahrgastbeförderung kann die medizinisch-psychologische Untersuchung schneller angeordnet werden.
 
Unfallschadensregulierung: Kein Abzug der Mehrwertsteuer bei Privatfahrzeug eines Unternehmers (03.09.2015)
Wenn ein Unternehmer einen Unfall mit seinem Privatfahrzeug hat, hat er Anspruch auf die Bruttobeträge.
 
Unfallschadensregulierung: Reparaturverzögerung bei fahrfähigem Kfz (03.09.2015)
Wird ein fahrfähiges Fahrzeug zur Reparatur gegeben und beginnt die Werkstatt erst mit einem Tag Verzögerung mit der Reparatur, geht das zulasten des Schädigers.
 
Internetrecht: Anspruch gegen Betreiber eines Internetforums bei Verletzung des allg. Persönlichkeitsrechts (02.09.2015)
Das allg. Persönlichkeitsrecht kann auch durch einst rechtmäßig in das Internet eingestellte Beiträge beeinträchtigt sein, sodass ein Anspruch gegen den Betreiber des Internetarchivs besteht.
 
Gesellschaftsrecht: Zur Einschränkung der Zustimmungspflicht durch Gesellschaftsvertrag (02.09.2015)
Der Entzug der Gesellschafterstellung durch zwangsweises Ausscheiden ist grundsätzlich nur mit Zustimmung des betroffenen Gesellschafters möglich.
 
Insolvenzrecht: Zur Stundung angefallener Verfahrenskosten (02.09.2015)
Wurde der Schuldner durch das Insolvenzgericht nicht über die Notwendigkeit eines Eigenantrags belehrt, so kann er die Stundung der im Eröffnungsverfahren angefallenen Verfahrenskosten beantragen.
 
Markenrecht: Zur Verkehrsdurchsetzung des Nivea-Blaus als Farbmarke (02.09.2015)
Für die Verkehrsdurchsetzung einer Marke, deren Eintragung für einen Oberbegriff von Waren begehrt wird, ist erforderlich, dass sich ein hinreichender Durchsetzungsgrad ergibt, die der Oberbegriff umfasst.
 
Kaufrecht: Kilometerleistung als Indiz zur Einordnung eines Pkw (02.09.2015)
Das Verständnis des Begriffs "neue Personenkraftwagen" ist an objektivierbaren Umständen auszurichten, aus denen sich ergibt, dass der Händler das betreffende Fahrzeug alsbald veräußern will.
 
Schadensersatzrecht: Kein Aufwendungsersatzanspruch bei Fahrt zur Sportveranstaltung (02.09.2015)
Wer sein Kind zur einer Sportveranstaltungen fährt, handelt grundsätzlich und auch im Verhältnis zum Sportverein aus einer Gefälligkeit heraus, sodass Aufwendungsersatzansprüche ausscheiden.
 
Kapitalmarktrecht: Zur Erlaubnispflicht bei Einlagengeschäften (02.09.2015)
Die gem. § 32 I KWG bestehende Erlaubnispflicht von Einlagengeschäften bezweckt nicht zu verhindern, dass von dem Einlagenkonto aus verlustbringende Anlagegeschäfte getätigt werden.
 
Wohnungskauf: Rückabwicklung des Kaufvertrags wegen verschwiegenem Mangel (27.08.2015)
Hat der Verkäufer einer Wohnung arglistig einen Mangel verschwiegen, hat der Käufer einen Anspruch auf Rückabwicklung des Kaufvertrags und Schadenersatz.
 
Amtshaftung: Schadenersatz und Schmerzensgeld nach „Festnahme“ durch Polizeihund (27.08.2015)
Wer bei der Festnahme von einem Polizeihund erheblich gebissen wird, hat einen Anspruch auf Schadenersatz und Schmerzensgeld.
 
Haftungsrecht: Haftung, wenn Makler trotz erheblicher Vorerkrankungen zum Abschluss rät (27.08.2015)
Die Versicherungsmakler-GmbH muss dem Kunden gegenüber für die gezahlten Prämien haften.
 
WEG: Zweckwidrige Nutzung eines Ladens als Gaststätte (27.08.2015)
Eine Wohnungseigentümergemeinschaft kann verlangen, dass eine als „Laden“ ausgewiesene Teileigentumseinheit nachts nicht als Gaststätte genutzt wird.
 
Pachtverhältnis: Erpresserischer Pächter muss Schadenersatz leisten (27.08.2015)
Diese entschied das Oberlandesgericht Frankfurt a.M. Die Richter machten dabei deutlich, dass der Pächter hierfür dem Verpächter auf Schadenersatz hafte.
 
Erbrecht: Kein Erbanspruch des Ehegatten trotz Rücknahme des Ehescheidungsantrags (27.08.2015)
Liegen die Voraussetzungen für die Scheidung der Ehe vor, hat dies weitreichende Folgen für das Erbrecht.
 
Trennungsunterhalt: Posten von Fotos mit dem neuen Partner (27.08.2015)
Postet die getrennt lebende Ehefrau auf Facebook Fotos von sich und ihrem neuen Lebensgefährten, ist ihr Anspruch auf Trennungsunterhalt damit noch nicht ausgeschlossen.
 
Nachbarrecht: Baugenehmigung mit nicht ausreichenden Stellplätzen (27.08.2015)
Fehlende Stellplätze für ein geplantes Mehrfamilienhaus reichen noch nicht aus, um das Vorhaben als unzumutbar für die Nachbarn einzustufen.
 
Baumangel: Bauherr muss nachweisen, dass Kosten für Mängelbeseitigung notwendig waren (27.08.2015)
Verlangt der Auftraggeber Ersatz der von ihm aufgewendeten Mängelbeseitigungskosten, so hat er darzulegen, dass die durchgeführten Maßnahmen der Mängelbeseitigung dienten.
 
Betriebliche Altersversorgung: Eine Spätehenklausel in der Hinterbliebenenversorgung ist unwirksam (27.08.2015)
Eine Spätehenklausel in der Vereinbarung einer betrieblichen Altersversorgung verstößt gegen das Verbot der Altersdiskriminierung und ist daher unwirksam.
 
Aktuelle Gesetzgebung: Betriebliche Altersvorsorge bei Arbeitgeberwechsel (27.08.2015)
Das Bundeskabinett hat den Entwurf eines Gesetzes zur Umsetzung der EU-Mobilitäts-Richtlinie beschlossen.
 
Aktuelle Gesetzgebung: Neue Mindestlohndokumentationspflichtenverordnung (27.08.2015)
Sie tritt am 1.8.2015 in Kraft. Bei der Beschäftigung von engen Familienangehörigen ist die Aufzeichnungspflichten somit nicht mehr anzuwenden.
 
Internetrecht: Zur Schleichwerbung und Produktplatzierung in Youtube-Videos (25.08.2015)
YouTube-Videos, in denen Mitglieder Produkte vorstellen, sind allgegenwärtig. Weniger im Fokus steht dabei der fließende Übergang hin zur Begehung einer Ordnungswidrigkeit.
 
Handelsrecht: Zur Haftung des Verkäufers bei Beratung durch einen Vermittler (20.08.2015)
Verzichtet der Verkäufer auf jeglichen Kontakt mit dem Käufer und überlässt er dem Vermittler die Vertragsverhandlungen so handelt er namens und in Vollmacht des Verkäufers.
 
Handelsrecht: Wirksame Einbeziehung von AGB im kaufmännischen Verkehr (20.08.2015)
Im kaufmännischen Verkehr genügt die Übergabe von Allgemeinen Geschäftsbedingungen im Rahmen von Vorverhandlungen für deren wirksame Einbeziehung nach §§ 305 ff. BGB und UN-Kaufrecht.
 
Bankrecht: Anforderungen an die Widerrufsinformation bei Verbraucherdarlehensvertrag (20.08.2015)
Der Darlehensgeber hat keine gesonderte Widerrufsbelehrung gem. § 360 BGB mehr zu erteilen, sondern die Informationen zum Widerrufsrecht sind in den Darlehensvertrag aufzunehmen.
 
Insolvenzrecht: Zu den Anforderungen an einen Insolvenzplan (20.08.2015)
Das Gericht prüft unter Berücksichtigung sämtlicher rechtlicher Gesichtspunkte, ob die gesetzlichen Bestimmungen über das Vorlagerecht und den Inhalt des Plans beachtet sind.
 
Kündigungsrecht: Geschäftsführer und Praktikanten sind Arbeitnehmer i.S.d. Massenentlassungsrichtlinie (20.08.2015)
Der betreffende Begriff des „Arbeitnehmers“ ist anhand objektiver Kriterien zu definieren, die das Arbeitsverhältnis im Hinblick auf die Rechte und Pflichten der Betroffenen kennzeichnen.
 
Arbeitsrecht: Voraussetzung der vorherigen Feststellung einer wirtschaftlichen Einheit (20.08.2015)
Nur wenn vor einem behaupteten Übergang eine wirtschaftliche Einheit i.S.v. § 613a BGB besteht, stellt sich die Frage der Wahrung ihrer Identität und damit die Frage eines Betriebsübergangs.
 
Versicherungsrecht: Steuerzahlung als Vermögensvorteil bei Rückabwicklung von Versicherungspolicen (20.08.2015)
Bei der bereicherungsrechtlichen Rückabwicklung eines Lebensversicherungsvertrages hat sich der Versicherungsnehmer die Kapitalertragssteuer als Vermögensvorteil anrechnen zu lassen.
 
Insolvenzrecht: Zum Verzicht auf Wirkungen der Restschuldbefreiung (20.08.2015)
Der vollständige oder teilweise Verzicht auf die Wirkungen der Restschuldbefreiung in Allgemeinen Geschäftsbedingungen ist unwirksam.
 
Bankrecht: Zur Herausgabe des Zahlungsbetrags bei nicht autorisiertem Zahlungsvorgang (20.08.2015)
Zahler und Zahlungsdienstleister können wirksam vereinbaren, einen in Auftrag gegebenen, aber noch nicht vollendeten Zahlungsvorgang nicht auszuführen.
 
Medienrecht: Zum Schutzumfang der Pressefreiheit in Bezug auf ein Werbeprospekt (20.08.2015)
In den Schutzbereich der Pressefreiheit sind nicht nur Presseerzeugnisse im herkömmlichen Sinne einbezogen, sondern auch Zeitschriften, die neben Werbung zumindest auch unterhaltende Beiträge enthalten.
 
Gesellschaftsrecht: Zur Fortsetzung der Gesellschaft nach Auflösung durch Insolvenz (06.08.2015)
Wird eine GmbH durch die Eröffnung des Insolvenzverfahrens über ihr Vermögen aufgelöst, kann sie nur in den in § 60 Abs. 1 Nr. 4 GmbHG genannten Fällen fortgesetzt werden.
 
Gesellschaftsrecht: Zu unterschiedlichen Tagesordnungspunkten einer Aktiengesellschaft (06.08.2015)
Werden in einem Beschluss mehrere Satzungsänderungen zusammengefasst und ist eine der Änderungen nichtig, so sind die weiteren Satzungsänderungen bei einem innerer Zusammenhang ebenfalls nichtig.
 
Konzernrecht: Zur Aufhebung eines Unternehmensvertrages mit einer abhängigen GmbH (06.08.2015)
Ein Unternehmensvertrag mit einer abhängigen GmbH kann nur zum Ende des Geschäftsjahrs oder des sonst vertraglich bestimmten Abrechnungszeitraums aufgehoben werden.
 
Verkehrsstrafrecht: Zum Fahren unter Betäubungsmitteleinfluss (06.08.2015)
Unabhängig vom Zeitpunkt des Drogenkonsums muss sich ein Kraftfahrzeugführer hinreichend über die mögliche Wirkdauer der Droge erkundigen.
 
Mietrecht: Zum Schadensersatz bei Vortäuschung von Eigenbedarf (06.08.2015)
Der Vermieter ist im Falle der Vortäuschung von Bedarf dem Mieter gemäß § 280 Abs. 1 BGB zum Schadensersatz verpflichtet.
 
Widerrufsrecht: Kein Ausschluss des Widerrufsrechts bei Fernabsatzverträgen über Heizöllieferung (06.08.2015)
Bei Fernabsatzverträgen über die Lieferung von Heizöl ist das Widerrufsrecht des Verbrauchers nicht nach § 312d Abs. 4 Nr. 6 BGB aF ausgeschlossen.
 
StPO: Zur Erstellung eines DNA-Identifizierungsmusters (06.08.2015)
Die Untersuchung von Körperzellen zur Erstellung eines DNA-Identifizierungsmusters für künftige Strafverfahren ist durch die Verwendungsregelung des § 81a Abs. 3, 1. Halbsatz StPO nicht gedeckt.
 
Verkehrsrecht: Zur Abwicklung eines Auffahrunfalls mit mehreren Beteiligten (06.08.2015)
Soweit mehrere Nebentäter für den Schaden mitverantwortlich sind, haften sie im Außenverhältnis als Gesamtschuldner zunächst ohne Rücksicht auf den jeweiligen Verantwortungsbeitrag.
 
aktuelle Stellenangebote (29.07.2015)
Stellenausschreibung BSP Rechtsanwälte Berlin
 
Freiberufler und Gewerbetreibende: Gewinnrealisierung bei Abschlagszahlungen für Werkleistungen (29.07.2015)
Ermitteln Ingenieure oder Architekten ihren Gewinn mittels Bilanzierung, tritt die Gewinnrealisierung bereits dann ein, wenn der Anspruch auf Abschlagszahlung entstanden ist.
 
Stille Gesellschaft: Wechselseitige Ansprüche nach Kündigung der stillen Gesellschaft (29.07.2015)
Die Kündigung der stillen Gesellschaft führt zu deren Auflösung und zur Auseinandersetzung zwischen dem Inhaber des Handelsgeschäfts und dem stillen Gesellschafter.
 
Bilanzrichtlinie-Umsetzungsgesetz: Neue Schwellenwerte für die Größeneinteilung (29.07.2015)
Die Neuregelungen sind erstmals für Geschäftsjahre anzuwenden, die nach dem 31.12.2015 beginnen.
 
Aktuelle Gesetzgebung: Die geplanten Neuregelungen zur Erbschaftsteuerreform (29.07.2015)
Nach einer Entscheidung des BVerfG ist die Privilegierung des Betriebsvermögens bei der Erbschaft- und Schenkungsteuer mit dem Grundgesetz unvereinbar.
 
Fahrten zu den Mietobjekten: Entfernungspauschale oder Reisekosten? (29.07.2015)
Kann der Vermieter die Fahrten zu seiner Immobilie nach Reisekostengrundsätzen oder nur mit der halb so hohen Entfernungspauschale als Werbungskosten geltend machen?
 
Dashcam: Verwertbarkeit von Dashcam-Aufzeichnungen im Strafverfahren (29.07.2015)
Ob eine Dashcam-Aufzeichnung im Strafverfahren verwertet werden darf, ist eine Frage des Einzelfalls.
 
Unfallschadensregulierung: Versicherer muss auch zahlen, wenn die Heckscheibe bei der Reparatur zerspringt (29.07.2015)
Steht die Heckscheibe in der beschädigten Heckklappe so unter Spannung, dass sie beim Ausbauen zerspringt, ist das ein vom Schädiger zu tragender Teil des Schadens.
 
Standgeld: Standgeld bis zur Erteilung des Reparaturauftrags (29.07.2015)
Für die Zeit vom Unfall bis zum Reparaturauftrag muss der eintrittspflichtige Haftpflichtversicherer Standgeld erstatten, wenn die Werkstatt das dem Geschädigten berechnet.
 
Haftungsrecht: Auch Nichtmitglied eines Vereins hat Ersatzanspruch (29.07.2015)
Ein Anspruch auf Aufwandsersatz kann sich aus einem Auftragsverhältnis ergeben.
 
Betriebliche Unfallversicherung: Betriebssport fällt unter gesetzliche Unfallversicherung (29.07.2015)
Kommt es während des Betriebssports zu Unfällen, sind Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gesetzlich unfallversichert.
 
Haftungsrecht: „Rudelführen“ von Hunden löst Verkehrssicherungspflichten aus (29.07.2015)
Wer aus Gefälligkeit mehrere Hunde gleichzeitig ausführt, hat alle Hunde so zu beaufsichtigen, dass sie fremde Menschen nicht gefährden.
 
Markenrecht: Auskunftsverpflichtung von Banken in markenrechtlichen Streitigkeiten (23.07.2015)
Der EuGH hat entschieden, dass ein nationales Auskunftsverweigerungsrecht im Lichte des geistigen Eigentums nicht unbegrenzt und bedingungslos gelten darf.
 
Datenschutz: Vorratsdatenspeicherung in Großbritannien gekippt (23.07.2015)
Der britische High Court sieht in der Vorratsdatenspeicherung auf Grundlage des britischen Notstandsgesetzes „Dripa“ einen Verstoß gegen EU-Recht.
 
Gewerberaummiete: Bei einer Sortimentsbindung kann der Konkurrenzschutz nicht ausgeschlossen werden (23.07.2015)
Gegen einen formularmäßigen Ausschluss des Konkurrenzschutzes auch in Verbindung mit einer formularmäßigen Vereinbarung einer Betriebspflicht bestehen grundsätzlich keine Bedenken. 
 
Hausfriedensstörung: Bedrohung von Mitmietern rechtfertigt fristlose Kündigung (23.07.2015)
Droht ein Mieter einem Mitmieter mit einem Verbrechen, berechtigt dies den Vermieter zu einer außerordentlichen fristlosen Kündigung.
 
Modernisierung: Mieter müssen Rauchmelder-Einbau auch bei vorheriger Selbstausstattung dulden (23.07.2015)
Ein Mieter muss den Einbau von Rauchwarnmeldern durch den Vermieter auch dann dulden, wenn er die Wohnung zuvor schon selbst mit von ihm ausgewählten Rauchwarnmeldern ausgestattet hat.
 
Erbvertrag: Erbvertrag zugunsten der Geschäftsführerin eines ambulanten Pflegedienstes (23.07.2015)
Ein Erbvertrag, mit dem die Geschäftsführerin eines Pflegedienstes zur Alleinerbin einer von ihrem Pflegedienst Betreuten eingesetzt wird, ist unwirksam.
 
Sorgerecht: Keine Sorgerechtsabänderung bei verfestigten Verhältnissen (23.07.2015)
Wird ein fünfeinhalbjähriges Kind seit mehreren Jahren alleine von der Mutter erzogen, ist die Versorgung und Betreuung bereits langfristig verfestigt.
 
Elterliche Sorge: Elterliche Sorge kann bei regelmäßiger Züchtigung des Kindes entzogen werden (23.07.2015)
Züchtigen und schlagen Eltern regelmäßig ihre Kinder aus religiöser Überzeugung, kann ihnen die elterliche Sorge entzogen werden.
 
Straßenwidmung: Kein Anspruch auf verkehrsrechtliche Maßnahmen zur Beschränkung des fließenden Verkehrs (23.07.2015)
Ein Anlieger hat keinen Anspruch darauf, dass die Stadt bestimmte verkehrsrechtliche Maßnahmen zur Beschränkung des fließenden Verkehrs unternimmt.
 
Vertragsrecht: Auftragnehmer haftet ggf. trotz mangelhafter Vorleistung des Auftraggebers (23.07.2015)
Der Auftragnehmer ist für einen Mangel seines Werks grundsätzlich nicht verantwortlich, wenn dieser auf Vor- bzw. Teilleistungen anderer Unternehmer oder des Auftraggebers zurückzuführen ist.
 
Baumangel: Entgelt für Schwarzarbeit muss auch bei Mängeln nicht zurückgezahlt werden (23.07.2015)
Auch wenn ein Werkvertrag wegen Verstoßes gegen das Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetz nichtig ist, hat der Besteller gegen den Unternehmer keinen Rückzahlungsanspruch.
 
Krankengeld: Bescheinigung von Arbeitsunfähigkeit bis auf Weiteres (23.07.2015)
Die zuständige Krankenkasse kann verpflichtet sein, auch über den Wiedervorstellungstermin hinaus Krankengeld zu zahlen.
 
Kündigungsrecht: Kündigung nach Geltendmachung des Mindestlohns ist unwirksam (23.07.2015)
Eine Kündigung des Arbeitsverhältnisses ist unwirksam, wenn sie vom Arbeitgeber als Reaktion auf eine Geltendmachung des gesetzlichen Mindestlohns ausgesprochen wurde.
 
Insolvenzrecht: Zur Kenntnis des Gläubigers von der Zahlungsunfähigkeit des Schuldners (17.07.2015)
Zahlt der Schuldner erst aufgrund mehrerer Mahnungen und tilgt die Forderung nicht vollständig, so kann der Gläubiger allein hieraus nicht auf eine Zahlungseinstellung des Schuldners schließen.
 
StPO: Zur Anordnung von Durchsuchungen durch die Ermittlungsbehörden (17.07.2015)
Mit der Befassung des zuständigen Ermittlungs- oder Eilrichters durch die Stellung eines Antrags auf Erlass einer Durchsuchungsanordnung endet die Eilkompetenz der Ermittlungsbehörden.
 
Strafrecht: Zur falschen Verdächtigung durch den Beschuldigten (17.07.2015)
Zur falschen Verdächtigung in einem Strafverfahren bei bewusst wahrheitswidriger Bezichtigung einer bis dahin unverdächtigen Person.
 
Strafrecht: Zum Besitz geringer Mengen Betäubungsmittel (17.07.2015)
In Fällen des Besitzes geringer Mengen Betäubungsmittel zum Eigenkonsum kann aufgrund strafrechtlicher Vorbelastungen die Verhängung einer Freiheitsstrafe unter 6 Monaten gerechtfertigt sein.
 
Kapitalmarktrecht: Kein verbundener Vertrag zwischen Kapitallebensversicherung und Darlehen (17.07.2015)
Der Darlehensvertrag und der Kapitallebensversicherungsvertrag sind rechtlich selbständige Verträge über die Gewährung eines Darlehens und die Gewährung von Versicherungsschutz.
 
Erbrecht: Zur Anfechtung der Anfechtungserklärung (17.07.2015)
Für die Anfechtung der Anfechtungserklärung der Annahme oder Ausschlagung der Erbschaft sowie der Versäumung der Ausschlagungsfrist gelten die Fristen des § 121 BGB.
 
Darlehensrecht: Zur Zustimmung des Eigentümers zu einer Schuld- oder Vertragsübernahme (17.07.2015)
Die Zustimmung des Eigentümers des verhafteten Gegenstands zu einer Schuld oder Vertragsübernahme nach § 418 Abs. 1 Satz 3 BGB kann formlos und auch konkludent erfolgen.
 
Haftungsrecht: Zum Vorliegen eines Produktfehlers bei medizinischem Implantat (17.07.2015)
Der Hersteller haftet für den Ersatz des Schadens, wenn ein Austausch erforderlich ist, um den Fehler zu beseitigen und das Sicherheitsniveau wiederherzustellen, das die Patienten zu erwarten berechtigt sind.
 
Insolvenzrecht: Zur Versagung der Restschuldbefreiung (17.07.2015)
Der Versagungstatbestand des § 290 Abs. 1 Nr. 6 InsO setzt eine Beeinträchtigung der Befriedigungsaussichten der Insolvenzgläubiger nicht voraus.
 
Medienrecht: Kein Anspruch auf erneuten Abschluss eines Einspeisevertrages (17.07.2015)
Die Kündigung eines Vertrags ist grundsätzlich unwirksam, wenn sie in Ausführung einer Vereinbarung oder Abstimmung erfolgt, die vom Verbot des § 1 GWB erfasst wird.
 
IT-Recht & Urheberrecht: Schadensersatzpflicht wegen Teilnahme an einer Internet-Tauschbörse (09.07.2015)
Der BGH hat sich u.a. damit befasst, in welchem Umfang Eltern ihre minderjährigen Kinder über die Benutzung von Internet-Tauschbörsen belehren und eine Teilnahme verbieten müssen.
 
Datenschutzrecht: Datenschutz und Arbeitsrecht (09.07.2015)
Der Arbeitgeber benötigt die schriftliche Einwilligung des Arbeitnehmers bei Veröffentlichung von Bildern und Videoaufnahmen im Internet
 
Datenschutzrecht: Datenschutzrecht und Verbraucherschutzrecht (09.07.2015)
Der Bundesgerichtshof (BGH) äußert sich zur unzulässigen Datenerhebung bei Minderjährigen.
 
Umsatzsteuerzahler: Vorsteuerabzug aus der Rechnung des Insolvenzverwalters (09.07.2015)
Auch nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens können Unternehmer den Vorsteuerabzug aus erbrachten Leistungen des Insolvenzverwalters in Anspruch nehmen.
 
Arbeitgeber: Bundesfinanzministerium äußert sich zur Behandlung von Arbeitgeberdarlehen (09.07.2015)
Gewährt der Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer ein Darlehen, entsteht grundsätzlich ein geldwerter Vorteil, wenn das Darlehen zinslos oder zinsverbilligt gewährt wird.
 
Markenrecht: Parodie einer bekannten Marke kann markenrechtlich verboten werden (09.07.2015)
Der Inhaber einer bekannten Marke kann die Löschung einer anderen Marke verlangen, die sich in ihrem Gesamterscheinungsbild in Form einer Parodie an seine Marke anlehnt.
 
Arbeitnehmer: Wann ist eine Teilzahlung für die Tarifermäßigung unschädlich? (09.07.2015)
Eine Abfindung kann ermäßigt besteuert werden, wenn sie in einem Veranlagungszeitraum zufließt und durch die Zusammenballung von Einkünften erhöhte Steuerbelastungen entstehen.
 
Freiberufler und Gewerbetreibende: Hohe Anforderungen an das elektronische Fahrtenbuch (09.07.2015)
Ein elektronisches Fahrtenbuch kann nur dann als ordnungsgemäß anerkannt werden, wenn nachträgliche Veränderungen an den eingegebenen Daten technisch ausgeschlossen sind.
 
Geschwindigkeitsüberschreitung: Messauswertung durch Private ist i.d.R. unzulässig (09.07.2015)
Hat die Verwaltungsbehörde die Auswertung von Rohmessdaten in die Hände eines privaten Unternehmens gegeben, besteht bzgl. der Ergebnisse ein Beweisverwertungsverbot.
 
Datenschutzrecht: Zur Einwilligungserklärungen in zukünftige Werbemaßnahmen (02.07.2015)
Die telefonische Einholung einer Einwilligungserklärung für Werbeanrufe im Rahmen von Service-Calls ist datenschutzrechtlich unzulässig.
 
Datenschutzrecht: Haftung des Admin-C für rechtswidrige Inhalte (02.07.2015)
Das LG Potsdam verurteilte einen Admin-C es zu unterlassen, personenbezogene Daten der Klägerin, insb. ihren Namen, Anschrift und Telefonnummer im Internet der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
 
Datenschutzrecht: Befragung von sachkundigen Arbeitnehmern durch den Betriebsrat zum Einsatz von IT (02.07.2015)
Der Betriebsrat kann sachkundige Arbeitnehmer zum Einsatz von IT ohne Anwesenheit des Arbeitgebers befragen.
 
Vereinsrecht: Mitgliederversammlung kann alle Satzungsänderungen en bloc absegnen (02.07.2015)
Wird eine Satzungsänderung beschlossen, die verschiedene Regelungen in der Satzung betrifft, muss darüber von der Mitgliederversammlung nicht einzeln abgestimmt werden.
 
Arbeitsrecht: Neuerung beim Elterngeld (02.07.2015)
Zu den Neuerungen beim El­tern­geld Plus und Part­ner­schafts­bo­nus im Rahmen der Gesetzesänderung zum 01. Juli 2015.
 
Haftungsrecht: Wer unachtsam die Fahrertür in den Verkehrsraum öffnet haftet voll für den Schaden (02.07.2015)
Öffnet der Fahrer eines geparkten Fahrzeugs unachtsam die Autotür in den Verkehrsraum des fließenden Verkehrs hinein, dann begründet das ein erhebliches Verschulden.
 
Gesetzliche Krankenversicherung: Zur Genehmigung der beantragten Leistung (02.07.2015)
Eine beantragte Hautstraffungs-Operation gilt als genehmigt, wenn die Krankenkasse nicht rechtzeitig entscheidet oder zumindest über eine Verzögerung hinreichend informiert.
 
Vorkaufsrecht: Vermieter haftet bei Verletzung von Informationspflichten auf Schadenersatz (02.07.2015)
Der Schadenersatzanspruch bestehe selbst dann, wenn der Mieter sein Vorkaufsrecht nach Kenntniserlangung nicht ausgeübt hat.
 
Testament: Die Bezugnahme auf ein maschinenschriftliches Testament kann ausnahmsweise wirksam sein (02.07.2015)
Die Bezugnahme auf ein nicht in Testamentsform abgefasstes Schriftstück ist unschädlich, wenn sie lediglich der näheren Erläuterung testamentarischer Bestimmungen dient.
 
Immobilienverkauf: Übergabe eines Energieausweises ist keine Beschaffenheitserklärung (02.07.2015)
Die schlichte Aushändigung eines Energieausweises kann nicht im Sinne einer Beschaffenheitserklärung des Verkäufers ausgelegt werden.
 
Baumangel: Ohne Frist zur Mängelbeseitigung gibt es keinen Anspruch auf Schadenersatz (02.07.2015)
Hat der Auftraggeber die Mängel weder angezeigt noch dem Auftragnehmer eine Frist zur Mängelbeseitigung gesetzt, hat er keinen Anspruch auf Schadenersatz.
 
Baumangel: Wann kann der Auftragnehmer die Beseitigung eines optischen Mangels verweigern? (02.07.2015)
Ein Auftraggeber kann nicht in jedem Fall vom Auftragnehmer verlangen, dass dieser einen optischen Mangel beseitigt.
 
Mindestlohn: Leistungsbonus wird in die Berechnung des Mindestlohns einbezogen (02.07.2015)
In die Berechnung des gesetzlichen Mindestlohns nach dem Mindestlohngesetz (MiLoG) kann ein bisher gezahlter Leistungsbonus eingerechnet werden.
 
Kündigungsrecht: Kündigung wegen Weitergabe von Unterlagen an den Betriebsrat des Schwesterunternehmens (02.07.2015)
Grundsätzlich kann die Weitergabe von Geschäfts- und Betriebsgeheimnissen an Dritte eine fristlose außerordentliche Kündigung rechtfertigen.
 
Gesellschaftsrecht: Zur Vergütung des Vorstandsmitglieds (23.06.2015)
Der Abschluss des die Vergütung betreffenden Vertrags fällt auch dann in die Zuständigkeit des Aufsichtsrats, wenn er von der Gesellschaft nicht mit dem Vorstand, sondern einem Dritten abgeschlossen wird.
 
Strafrecht: Zur Bemessung des Tagessatzes anhand der wirtschaftlichen Belastbarkeit (23.06.2015)
Die Entscheidung für ein Leben auf der Flucht stellt ein billigenswertes Motiv für den Verzicht auf die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit oder den Bezug von Sozialleistungen dar.
 
Anlagerecht: Zum Schadensersatzanspruch wegen Verletzung der Aufklärungs- oder Beratungspflicht (23.06.2015)
Der auf Verletzung einer Beratungspflicht beruhende Anspruch entsteht mit dem schuldrechtlichen Erwerb der pflichtwidrig empfohlenen Wertpapiere.
 




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