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Aktuelle Gesetzgebung

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Aktuelle Gesetzgebung: Seit dem 1. Januar 2008 gelten neue Regeln für Unternehmen

Rechtsanwalt Rechtsanwalt Dirk Streifler - Partner, Verfassungsrecht, Vergaberecht, Strafrecht, Steuerrecht, Bau- und Architektenrecht, Europarecht, Maklerrecht, Verwaltungsrecht, Insolvenzrecht, Handels- und Gesellschaftsrecht, Umweltrecht, Agrarrecht, Oranienburger Straße 69
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Gesetz zur Unternehmenssteuerreform 2008 seit dem 01.01.08 in Kraft

Lesen Sie nachfolgend, was sich für Sie und Ihr Unternehmen durch das Gesetz zur Unternehmenssteuerreform 2008 geädnert hat.

Degressive Abschreibung

Die degressive Abschreibung (AfA) in Höhe von bis zum Inkrafttreten des Gesetzes geltenden maximalen 30 Prozent entfällt für alle Wirtschaftsgüter, die ab dem 1. Januar 2008 angeschafft oder hergestellt wurden (§ 6 Absatz 2 Satz 1 Einkommensteuergesetz neu [EStG]).

Sofortabschreibung geringwertiger Wirtschaftsgüter

Geringwertige Wirtschaftsgüter (GWG) sind seit dem 01.01.08 sofort als Betriebsausgabe abzuziehen (kein Wahlrecht mehr!), wenn ihre Anschaffungs-/Herstellungskosten maximal 150 Euro (ohne Umsatzsteuer) betragen haben.

Liegen die Nettoanschaffungs-/Herstellungskosten über 150 Euro aber unter 1.000 Euro, wird ein jahrgangsbezogener Abschreibungspool gebildet. Die Summe aller Zugänge in diesen Pool wird über das Jahr erfasst und dann pauschal über fünf Jahre abgeschrieben.

Beachten Sie: Das gilt unabhängig davon, ob einzelne Wirtschaftsgüter des Pools entnommen oder veräußert werden.

Ansparabschreibung bzw. Investitionsabzugsbetrag

Der durch das Gesetz eingeführte sogenannte Investitionsabzugsbetrag tritt an die Stelle der Ansparabschreibung und weitet diese aus (§ 7g EStG):

  • Unternehmen mit einem Betriebsvermögen (laut Steuerbilanz) von bis zu 235.000 Euro dürfen Investitionsabzugsbeträge von bis zu 200.000 Euro geltend machen.
  • Der Investitionsabzugsbetrag darf bis zu drei Jahre vor dem Jahr der geplanten Anschaffung bzw. Herstellung des Wirtschaftsguts in Höhe von 40 Prozent der geplanten Anschaffungs-/Herstellungskosten gewinnmindernd angesetzt werden.
  • Im Investitionsjahr muss er gewinnerhöhend aufgelöst werden. Gleichzeitig werden die Anschaffungs-/Herstellungskosten im Investitionsjahr um 40 Prozent gemindert (maximal um die Höhe des vorher geltend gemachten Investitionsabzugsbetrags), sodass sich im Anschaffungsjahr keine Gewinnauswirkung ergibt. Der geminderte Betrag ist Basis für die Abschreibung. Dadurch kann sogar ein über der GWG-Grenze liegendes Wirtschaftsgut zu einem sofort voll abschreibbaren GWG werden.
  • Ein Investitionsabzugsbetrag darf nur noch für zu mindestens 90 Prozent betrieblich genutzte Wirtschaftsgüter gebildet werden.

Beachten Sie: Betriebe, die am Ende des der Anschaffung eines Wirtschaftsguts vorangegangenen Jahres maximal 235.000 Euro Betriebsvermögen haben, können im Investitionsjahr und den vier Folgejahren 20 Prozent der Anschaffungskosten als Sonder-AfA ansetzen, unabhängig davon, ob sie den Investitionsabzugsbetrag geltend gemacht haben. Basis sind die Anschaffungskosten abzüglich des gegebenenfalls geltend gemachten Investitionsabzugsbetrags.

Zinsschranke

Als Betriebsausgabe abzugsfähige Zinsen werden durch die neu eingeführte „Zinsschranke“ auf maximal 30 Prozent des steuerlichen Gewinns vor Zinsen, Steuern, AfA auf Sachanlagen und AfA auf immaterielle Vermögensgegenstände begrenzt (§ 4h EStG).

Wichtig: Nicht davon betroffen sind Einzelunternehmen und Unternehmen, die nicht oder nur anteilsmäßig zu einem Konzern gehören. Außerdem sind Zinsen nicht betroffen, soweit die Differenz zwischen Zinserträgen und -aufwendungen maximal 1 Mio. Euro beträgt (Freigrenze).

Reichensteuer

Die Reichensteuer in Höhe von 45 Prozent auf Einkommen oberhalb von 250.000 Euro wird ab dem Veranlagungszeitraum 2008 nicht nur auf Überschuss-, sondern auch auf Gewinneinkünfte angewendet (§ 32a Absatz 2 EStG). Bislang sind Gewinneinkünfte durch den Entlastungsbetrag verschont geblieben.

Besondere Besteuerung von einbehaltenen Gewinnen

Für nicht entnommene Gewinne können Sie auf Antrag einen ermäßigten Steuersatz von 28,25 Prozent plus Solidaritätszuschlag (Soli) anwenden („Thesaurierungsrücklage“, § 34a EStG).

Sind die Entnahmen in einem Wirtschaftsjahr höher als die Einlagen, und übersteigt die Differenz den Gewinn des Wirtschaftsjahrs, gilt der übersteigende Betrag vorrangig als der Thesaurierungsrücklage entnommen. Der Betrag wird dann mit einem pauschalen Abgeltungsteuersatz von 25 Prozent (plus Soli) besteuert.

Beachten Sie: Die niedrig besteuerten thesaurierten Gewinne werden also nachbesteuert, sodass sie insgesamt mit 53,25 Prozent (plus Soli) belastet sind. Der Liquiditätsvorteil einer zunächst geringen Besteuerung wird also durch eine endgültige Besteuerung über dem Spitzensteuersatz „erkauft“.

Abzug der Gewerbesteuer als Betriebsausgabe

Die Gewerbesteuer ist nicht mehr als Betriebsausgabe abzugsfähig (§ 4 Absatz 5b EStG). Die Gewerbesteuermesszahl wird dafür von 5 auf 3,5 Prozent gesenkt und der Anrechnungsfaktor für die Anrechnung der Gewerbesteuer auf die Einkommensteuer von 1,8 auf 3,8 Prozent angehoben (§ 35 EStG). Folge: Bei einem Hebesatz von bis zu 380 Prozent werden Einzel-/Personenunternehmen vollständig von der Gewerbesteuer entlastet.

Teileinkünfte- statt Halbeinkünfteverfahren bei GmbH-Anteilen

Statt früher 50 sind seit Inkrafttreten des Gesetzes 60 Prozent der Ausschüttungen und Einnahmen aus der Veräußerung von GmbH-Anteilen steuerpflichtig. Der Abzug mit solchen Einkünften verbundener Aufwendungen erhöht sich entsprechend auf 60 Prozent (§ 3 Nummer 40 Satz 1 EStG).

Körperschaftsteuersatz gesunken

Der Körperschaftsteuersatz sank von 25 Prozent auf 15 Prozent (§ 32 Absatz 3 Körperschaftsteuergesetz).

Gewerbesteuerliche Hinzurechnung von Finanzierungskosten

Dauerschuldzinsen werden seither nicht mehr hälftig dem Gewerbeertrag hinzugerechnet (§ 8 Nummer 1 Gewerbesteuergesetz). Dafür werden 25 Prozent aller Schuldzinsen und vergleichbarer gewährter Vorteile sowie in Mieten, Pachten und Leasingraten enthaltener Zinsanteile hinzugerechnet (Freibetrag 100.000 Euro). Der in Mieten, Pachten und Leasingraten enthaltene Zinsanteil wird pauschal mit 20 Prozent bei mobilen und 75 Prozent bei immobilen Wirtschaftsgütern angesetzt.

Beachten Sie: Geschäftsübliche Skonti und vergleichbare Vorteile sind von der Hinzurechnung ausgenommen.

Abgeltungsteuer für Kapitalerträge

Seit dem Veranlagungszeitraum 2009 werden private Kapitalerträge – zum Beispiel Ausschüttungen aus einer GmbH-Beteiligung und Gewinne aus der Veräußerung von GmbH-Anteilen – einheitlich mit 25 Prozent plus Soli belastet (§ 43a Absatz 1 bis 3 EStG).

Beachten Sie: Dies gilt auch bei Einkünften aus einer Gesellschafter-Fremdfinanzierung bis zu einer Beteiligungsgrenze von 10 Prozent.

Verluste aus Kapitaleinkünften dürfen nur innerhalb der Einkunftsart „Kapitaleinkünfte“ verrechnet bzw. ausgeglichen werden. Ein Ausgleich mit anderen positiven Einkünften ist nicht mehr zulässig. Außerdem dürfen Verluste aus Aktienverkäufen nur mit Gewinnen aus Aktienverkäufen ausgeglichen werden (§ 20 Absatz 6 EStG).

Beachten Sie: An die Stelle des Sparerfreibetrags und des Werbungskostenpauschbetrags tritt der Sparerpauschbetrag in Höhe von 801 Euro (§ 20 Absatz 9 EStG). Für Verheiratete beträgt er 1.602 Euro.