Auskunftsanspruch eines Drehbuchautors zur Ermittlung eines Nachvergütungsanspruchs gegen einen Fernsehsender

07.01.2011

Autoren

Rechtsanwalt Patrick Jacobshagen


Die Kanzlei "Streifler & Kollegen" vertritt Sie auch in Angelegenheiten des Film-, Medien- und Urheberrechts.
EnglischFranzösisch 1 mehr anzeigen
Zusammenfassung des Autors
Ein Auskunftsanspruch eines Drehbuchautors gegen einen privaten Fernsehsender kann sich aus einem Vergleich der erhaltenen Pauschalvergütung mit der Gesamtvergütung von Wiederholungen ergeben - S&K Anwält ein Berlin Mitte
Das KG hat mit dem Urteil vom 24.02.2010 (Az: 24 U 154/08) folgendes entschieden:

Einen Auskunftsanspruch eines Drehbuchautors gegen einen privaten Fernsehsender begründende klare Anhaltspunkte für einen Anspruch nach § 32a Abs. 2, Abs. 1 UrhG können sich aus einem Vergleich der erhaltenen Pauschalvergütung mit derjenigen Gesamtvergütung ergeben, die er bei Vereinbarung von Wiederholungsvergütungen nach Allgemeinen Vertragsbedingungen öffentlichrechtlicher Sender für die erfolgten Ausstrahlungen erhalten hätte.

Die von dem Sender in zeitlichem Zusammenhang mit den Ausstrahlungen erzielten Werbeeinnahmen bilden regelmäßig keine Anhaltspunkte für einen Anspruch nach § 32a Abs. 2, Abs. 1 UrhG, weil sie in der Regel keinen bestimmten Sendungen unmittelbar zugeordnet werden können.

Auf die Berufung des Klägers unter ihrer Zurückweisung im Übrigen wird das am 14.Oktober 2008 verkündete Urteil des Landgerichts Berlin - 15 O 632/07 - insoweit abgeändert, als der im Wege der Stufenklage gestellte Klageantrag zu 1.c) abgewiesen worden ist, sowie im Kostenpunkt und insoweit aufgehoben, als der im Wege der Stufenklage gestellte Klageantrag zu 2. abgewiesen worden ist.

Die Beklagte wird verurteilt, dem Kläger schriftlich Auskunft zu erteilen über sämtliche Bruttoeinnahmen (ohne Abzug von Herstellungs-, Vertriebskosten und sonstigen Aufwendungen), die die Beklagte betreffend die Folgen „M“ - Sendefolge 77, Buchnummer 77 - und „N“ - Sendefolge 79, Buchnummer 79 - der Serie „A“ durch die Vergabe von Lizenzen, Unterlizenzen oder Gestattungen zur fernsehmäßigen Ausstrahlung im Inland und/oder Ausland und/oder durch die nicht fernsehmäßige Verwertung von Verwertungs-/Nutzungsrechten im Inland und/oder Ausland (z. B. durch Videokassetten und/oder DVD und Merchandising-Auswertung) selbst und/oder durch Dritte in Lizenz, Unterlizenz oder Gestattung erzielt hat.

Die Sache wird zur Entscheidung über den Anspruch des Klägers auf Zahlung eines weiteren Lizenzhonorars (Klageantrag zu 2.) sowie darüber hinaus zur Entscheidung über die Kosten des Rechtsstreits erster und zweiter Instanz an das Landgericht Berlin zurückverwiesen.

Das Urteil ist vorläufig vollstreckbar. Der Beklagten wird nachgelassen, die Zwangsvollstreckung gegen Sicherheitsleistung in Höhe von 5.000,00 EUR abzuwenden, wenn nicht der Kläger vor der Vollstreckung Sicherheit in gleicher Höhe leistet.

Die Revision wird nicht zugelassen.


Gründe:

Der Kläger ist Drehbuchautor. Er erstellte für zwei Folgen einer für die Beklagte, ein privates Fernsehsendeunternehmen, hergestellten Fernsehserie aufgrund mit der Produzentin geschlossener Verträge vom 9.September 1997 und 26.Februar 1998 die Drehbücher jeweils gegen ein Honorar von 45.000,00 DM (netto), das sich aus einem Grundhonorar von 23.500,00 DM und einem Honorar für Buy-Out-Rechte von 21.500,00 DM zusammensetzte. Nach mehreren Ausstrahlungen der Folgen durch die Beklagte macht er gegen sie im Wege der Stufenklage Ansprüche auf Auskunft über im Zusammenhang mit den Ausstrahlungen der beiden Folgen durch Schaltung von Werbung erzielte Bruttoerlöse sowie Erlöse aus der Lizenzierung oder sonstigen Auswertungen von Rechten im Zusammenhang mit den Folgen und auf Zahlung eines weiteren, nach Auskunftserteilung zu beziffernden Lizenzhonorars geltend. Ferner begehrt er den Ersatz von Kosten eines gegen die Konzernmutter der Beklagten geführten Vorprozesses.

Auf die tatsächlichen Feststellungen im angefochtenen Urteil wird gemäß § 540 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 ZPO Bezug genommen.

Das Landgericht hat die Klage abgewiesen. Gegen das Urteil, auf dessen Begründung Bezug genommen wird, richtet sich die Berufung des Klägers.

Der Kläger rügt und trägt weiter vor:

Das Landgericht habe die zur Geltendmachung eines Auskunftsanspruchs gemäß § 242 BGB erforderliche Voraussetzung des Vorliegens „klarer Anhaltspunkte“ für das Bestehen eines Anspruchs nach § 32a Abs. 2 UrhG zu restriktiv ausgelegt. Die Angabe der von ihm feststellbaren Indizien für ein auffälliges Missverhältnis zwischen den von der Beklagten erzielten Vorteilen und der von ihm erhaltenen Vergütung müsse insoweit genügen, um ein Leerlaufen der Vorschrift zu vermeiden. Die Häufigkeit von Wiederholungen einer Sendung sei ein geeignetes Indiz, weil sie den Schluss auf besondere Vorteile des Verwerters zulasse. Ausgehend von einer üblichen Nutzungsintensität von durchschnittlich drei Wiederholungen, für die das ursprüngliche Honorar möglicherweise angemessen gewesen sei, sei die weitaus höhere Zahl von Wiederholungen ein klares Indiz für die Möglichkeit eines auffälligen Missverhältnisses zwischen der Vergütung des Klägers und den Vorteilen der Beklagten. Da es für § 32a UrhG allein auf diese Relation ankomme, seien auch die Vergütungen öffentlichrechtlicher und privatrechtlicher Sendeanstalten für Drehbücher zu ähnlichen Serien miteinander vergleichbar. Der Erfolg der Serie zeige sich zudem an deren positiver Bewertung auf einer Internetseite eines weiteren zum Konzern der Beklagten gehörigen Senders und der erneuten Wiederholung der streitgegenständlichen Folgen im März 2009.

Aus den vorgetragenen Werbeeinnahmen der Beklagten zu den bisherigen Sendeterminen beider Folgen ergebe sich, dass bereits mit den ersten Ausstrahlungen die Produktionskosten der Beklagten eingespielt worden seien. Die durch die weiteren Ausstrahlungen erzielten weiteren Werbeeinnahmen, bei denen es sich jedenfalls um mittelbare Vorteile handele, begründeten weitere Anhaltspunkte für einen Anspruch gemäß § 32a UrhG. Die unterschiedliche Finanzierung öffentlichrechtlicher und privatrechtlicher Sendeanstalten rechtfertige keinen unterschiedlichen Maßstab. Die vorgetragene Branchenüblichkeit von (in den 1990er Jahren auch von der Beklagten vereinbarten) Wiederholungshonoraren spreche ebenfalls für ein auffälliges Missverhältnis zwischen dem einmaligen Buy-Out-Honorar und den durch die Wiederholungen erzielten, zumindest in dem Ausfüllen von Sendezeit liegenden Vorteilen der Beklagten.

Der Anspruch auf Ersatz der Kosten des Vorprozesses sei begründet, weil die von der Beklagten selbst eingeschalteten Anwälte behauptet hätten, die Nutzungen würden von ihrer Holding vorgenommen. Jedenfalls sei sie aus dem gesetzlichen Schuldverhältnis gemäß § 32a UrhG verpflichtet gewesen, den Kläger auf seinen auf Unkenntnis ihrer Konzernstruktur beruhenden und von ihr erkannten Irrtum hinzuweisen.


Die statthafte, form- und fristgerecht eingelegte und auch sonst zulässige Berufung des Klägers hat in der Sache teilweise Erfolg. Das Landgericht hat die gemäß § 254 ZPO in zulässiger Weise erhobene Stufenklage auf Auskunft (im nach teilweiser Hauptsachenerledigung verbliebenen Umfang) und Zahlung zu Unrecht insgesamt abgewiesen. Denn es bestehen - entgegen seiner Auffassung - hinreichende Anhaltspunkte für einen Anspruch des Klägers gegen die Beklagte gemäß § 32a Abs. 2 Satz 1, Abs. 1 UrhG auf Zahlung einer angemessenen Beteiligung an den durch Verwertungen der streitgegenständlichen Folgen nach dem 28.März 2002 von ihr erzielten Vorteilen. Gemäß § 242 BGB steht ihm daher ein Anspruch auf Erteilung der mit dem Klageantrag zu 1.c) beantragten Auskunft über Bruttoeinnahmen aus Lizenzierungen und sonstigen Verwertungen der streitgegenständlichen Folgen der Serie zu. Der auf Auskunft über von der Beklagten im Zusammenhang mit Ausstrahlungen dieser Folgen erzielte Werbeeinnahmen gerichtete Klageantrag zu 1.b) ist jedoch nicht begründet und die Berufung insoweit zurückzuweisen. Der Kläger bedarf dieser Angaben zur Ermittlung seines Anspruchs nicht, weil die Werbeeinnahmen in keinem messbaren Zusammenhang zu den ausgestrahlten Folgen der Serie stehen. Im Umfang der Abweisung des im Wege der Stufenklage gestellten Zahlungsantrags ist das angefochtene Urteil analog § 538 Abs. 1 Nr. 4 ZPO aufzuheben und die Sache auf Antrag des Klägers an das Landgericht zurückzuverweisen. Nicht begründet ist dagegen der auf Erstattung der Kosten des gegen die Konzernmutter der Beklagten geführten Vorprozesses gerichtete Klageantrag zu 3. Insoweit bleibt die Berufung ohne Erfolg.

Die auf Auskunft gerichteten Klageanträge zu 1. b) und c) sind zulässig. In ihrer in der Berufungsverhandlung gestellten Fassung sind sie insbesondere hinreichend bestimmt im Sinne von § 253 Abs. 2 Nr. 2 ZPO. In der Sache ist der Antrag zu 1.b) unbegründet, derjenige zu 1.c) dagegen begründet.

Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs kann der Urheber grundsätzlich immer dann, wenn aufgrund nachprüfbarer Tatsachen klare (bzw. greifbare) Anhaltspunkte für einen Anspruch nach § 36 Abs. 1 UrhG a. F. oder § 32a Abs. 1 UrhG n. F. auf Einwilligung in eine Vertragsanpassung (und Zahlung einer sich daraus ergebenden Nachforderung) bestehen, Auskunft und gegebenenfalls Rechnungslegung verlangen, um im Einzelnen die weiteren Voraussetzungen dieses Anspruchs ermitteln und die zu zahlende Vergütung berechnen zu können. Eine solche Auskunftspflicht besteht gemäß § 242 BGB als Hilfsanspruch in jedem Rechtsverhältnis, wenn der Berechtigte in entschuldbarer Weise über Bestehen und Umfang seines Rechts im Ungewissen und der Verpflichtete in der Lage ist, unschwer solche Auskünfte zu erteilen. Allerdings ergeben sich aus § 242 BGB auch Grenzen der Auskunftspflicht. Sie scheidet nicht nur dann aus, wenn auf Seiten des Berechtigten die geforderten Angaben zur Erreichung des Vertragszwecks nicht unbedingt erforderlich sind, sondern setzt auch auf Seiten des Verpflichteten voraus, dass er dem Auskunftsverlangen ohne unzumutbaren Aufwand und ohne Beeinträchtigung berechtigter Interessen nachkommen kann. Dies gilt auch für den gegen Dritte gerichteten Anspruch gemäß § 32a Abs. 2 Satz 1 UrhG n. F. Damit der Urheber seinen Anspruch gegen den jeweiligen, mit ihm nicht vertraglich verbundenen Verwerter beziffern kann, steht ihm gegen diesen bei Vorliegen greifbarer Anhaltspunkte für das Bestehen eines solchen Anspruchs ein Auskunftsanspruch zu.

Nach der Vorschrift des § 32a UrhG, die an die Stelle des § 36 Abs. 1 UrhG a. F. getreten ist, hat der Urheber, der einem anderen ein Nutzungsrecht zu Bedingungen eingeräumt hat, die dazu führen, dass die vereinbarte Gegenleistung unter Berücksichtigung der gesamten Beziehungen des Urhebers zu dem anderen in einem auffälligen Missverhältnis zu den Erträgen und Vorteilen aus der Nutzung des Werks steht, einen Anspruch darauf, dass sich der andere ihm gegenüber verpflichtet, in eine Änderung des Vertrags einzuwilligen, durch die dem Urheber eine den Umständen nach angemessene Beteiligung gewährt wird; ob die Vertragspartner die Höhe der erzielten Erträge oder Vorteile vorhergesehen haben, ist unerheblich (Abs. 1). Hat der andere das Nutzungsrecht übertragen oder weitere Nutzungsrechte eingeräumt und ergibt sich das auffällige Missverhältnis aus den Erträgnissen oder Vorteilen eines Dritten, so haftet dieser nach Maßgabe des Absatzes 1 unter Berücksichtigung der vertraglichen Beziehungen in der Lizenzkette; die Haftung des anderen entfällt (§ 32a Abs. 2 UrhG).

Der Anspruch nach § 32a UrhG tritt neben den ex ante zu bestimmenden Anspruch auf angemessene Vergütung gemäß § 32 UrhG in Ausnahmefällen als ex-post zu ermittelnder Fairnessausgleich der Urheber und ausübenden Künstler.

Nach der Überleitungsvorschrift des § 132 Abs. 3 Satz 1 UrhG ist auf Verträge und Sachverhalte, die vor dem 1.Juli 2002 geschlossen wurden oder entstanden sind, die am 28.März 2002 geltende Fassung des UrhG grundsätzlich weiter anzuwenden. Jedoch findet § 32a UrhG gemäß § 132 Abs. 3 Satz 2 UrhG auf Sachverhalte Anwendung, die nach dem 28.März 2002 entstanden sind.

Relevante Sachverhalte im Sinne von § 132 Abs. 3 Satz 2 UrhG sind diejenigen Umstände, die ein auffälliges Missverhältnis zwischen der Vergütung einerseits und den Erträgen und Vorteilen aus der Nutzung des Werks andererseits zur Folge haben. § 32a UrhG findet daher auch auf Altverträge Anwendung, soweit die für das auffällige Missverhältnis verantwortlichen Erträge und Vorteile des Nutzers nach dem 28.März 2002 entstanden sind. Bei einem bis zum Stichtag eingetretenen Missverhältnis ist dagegen weiterhin § 36 UrhG a. F. mit seinen strengeren Anforderungen (grobes und unerwartetes Missverhältnis) anzuwenden. Wird ein bis zum Stichtag eingetretenes auffälliges Missverhältnis danach fortgesetzt und gesteigert, findet § 32a UrhG auf die danach erzielten Nutzungserträge und -vorteile ebenfalls Anwendung. Die bis zum Stichtag erzielten Erträge und Vorteile sind in die nach § 32a Abs. 1 UrhG gebotene Berücksichtigung der gesamten Beziehungen einzubeziehen.

Nach vorstehenden Grundsätzen steht dem Kläger ein Auskunftsanspruch gegen die Beklagte im zuerkannten Umfang gemäß § 242 BGB in Verbindung mit § 32a Abs. 2, Abs. 1 UrhG zu. Denn es bestehen hinreichend klare Anhaltspunkte für das Bestehen eines Anspruchs des Klägers gegen die Beklagte auf Zahlung einer angemessenen Vergütung in Bezug auf von ihr nach dem 28.März 2002 gezogene Erträge und Vorteile aus der Nutzung der streitgegenständlichen Werke (§ 132 Abs. 3 Satz 2 UrhG). Auch kann die Beklagte diese Auskünfte, die der Kläger zur Ermittlung eines Nachvergütungsanspruchs benötigt, unschwer erteilen.

Aktiv- und Passivlegitimation der Parteien gemäß § 32a Abs. 2 UrhG sind gegeben. Der Kläger ist als Drehbuchautor Urheber vorbestehender Werke im Sinne von § 2 Abs. 1 Nr. 1, Abs. 2 UrhG, die aufgrund vertraglicher Vereinbarungen von anderen genutzt werden, und als solcher anspruchsberechtigt. Die Vertragspartnerin des Klägers hat der Beklagten aufgrund mit ihr geschlossener Vereinbarungen Nutzungsrechte an den Drehbüchern der streitgegenständlichen Folgen übertragen oder eingeräumt.

Der Kläger hat für die Erstellung der Drehbücher und Einräumung uneingeschränkter ausschließlicher Nutzungsrechte an ihnen von seiner Vertragspartnerin jeweils ein Honorar von 45.000,00 DM (netto) erhalten, das sich aus einem Grundhonorar von 23.500,00 DM und einem Honorar für Buy-Out-Rechte von 21.500,00 DM zusammensetzt. Es ist hinreichend wahrscheinlich, dass diese Honorare in einem auffälligen Missverhältnis zu den Erträgen und Vorteilen stehen, die die Beklagte aus der Nutzung der Werke des Klägers gezogen hat.

Bei dem „auffälligen Missverhältnis“ handelt es sich um unbestimmte Tatbestandsmerkmale, die der Konkretisierung im Einzelfall bedürfen. Aufgrund des systematischen Zusammenhangs mit § 32 UrhG bietet sich als Vergleichsmaßstab für die Feststellung des Missverhältnisses die „angemessene Vergütung“ gemäß § 32 Abs. 2 UrhG an. Denn auch § 32a UrhG dient der Sicherung der angemessenen Beteiligung des Urhebers an jeder Verwertung seiner Werke. Ein Missverhältnis wird demnach begründet, wenn der Rahmen der Angemessenheit unterschritten wird. Es ist auffällig, wenn eine evidente, bei objektiver Betrachtung erheblich ins Gewicht fallende Abweichung von der Angemessenheit vorliegt.

Nach der gesetzlichen Definition in § 32 Abs. 2 UrhG ist eine Vergütung angemessen, wenn sie nach einer gemeinsamen Vergütungsregel zwischen Verwertern und Urhebern (§ 36 UrhG) ermittelt worden ist. Im Übrigen ist die Vergütung angemessen, wenn sie im Zeitpunkt des Vertragsschlusses dem entspricht, was im Geschäftsverkehr nach Art und Umfang der eingeräumten Nutzungsmöglichkeiten, insbesondere nach Dauer und Zeitpunkt der Nutzung unter Berücksichtigung aller Umstände üblicher- und redlicherweise zu leisten ist. Übertragen auf § 32a UrhG bedeutet dies, dass eine Vergütung angemessen ist, die bei Betrachtung der tatsächlich erfolgten Nutzungen im Nachhinein (ex post) dem entspricht, was im Geschäftsverkehr unter Berücksichtigung aller Umstände üblicher- und redlicherweise zu leisten gewesen wäre. Ein auffälliges Missverhältnis liegt demnach dann vor, wenn die tatsächlich geleistete von der in Ansehung der erfolgten Nutzungen als angemessen anzusehenden Vergütung evident erheblich abweicht. Dies ist nach der Gesetzesbegründung jedenfalls bei einer Abweichung um 100% der Fall (vgl. Bundestags-Drucksache 14/8058, a. a. O. S. 1515). Ein auffälliges Missverhältnis kann im Einzelfall aber schon bei geringeren Abweichungen vorliegen, wobei aber im Hinblick auf den vom Gesetzgeber betonten Ausnahmecharakter ein deutliches Abweichen erforderlich ist.

Vorliegend stellen die Zahl der Wiederholungen der streitgegenständlichen Serienfolgen und das bei Zugrundelegung der für diese nach den Bedingungen der öffentlichrechtlichen Sender NDR und ZDF angefallenen Wiederholungsvergütungen Tatsachen dar, die klare Anhaltspunkte für die Annahme bieten, dass die mit dem Kläger vereinbarte Vergütung in einem auffälligen Missverhältnis zu den Erträgen und Vorteilen der Beklagten ab dem 29.März 2002 steht. Den Werbeeinnahmen können solche Anhaltspunkte dagegen nicht entnommen werden.

Da eine Vereinbarung über gemeinsame Vergütungsregeln zwischen Verwertern und Drehbuchautoren bisher nicht vorliegt, ist die Angemessenheit der Vergütung nach § 32 Abs. 2 Satz 2 UrhG zu bestimmen. Dabei ist davon auszugehen, dass sowohl Pauschalvergütungen als auch Wiederholungsvergütungen in der Film- und Fernsehproduktion branchenüblich sind, wobei beide Vertragsmodelle sowohl von Privatsendern als auch von öffentlichrechtlichen Sendern verwendet werden.

Eine Pauschalvergütung, wie sie hier vereinbart worden ist, ist auch nicht per se unredlich, sondern kann eine angemessene Vergütung im Sinne von § 32 Abs. 2 UrhG darstellen, wenn sie so bemessen wird, dass sie - bei objektiver Betrachtung zur Zeit des Vertragsschlusses - eine angemessene Beteiligung am Gesamtertrag der Nutzung gewährleistet. Sie birgt jedoch die Gefahr, dass nur anfängliche Nutzungen abgegolten werden. Bei einer fortlaufenden Nutzung wird dem Beteiligungsgrundsatz daher am Besten durch eine erfolgsabhängige Vergütung entsprochen. Dies gilt auch unter Beachtung des Umstands, dass ein Pauschalhonorar bei entsprechender Höhe das Misserfolgsrisiko auf den Nutzer verlagert und der Urheber in der Regel seine Vergütung rascher erhalten wird als bei einem Beteiligungsmodell.

So kann zwar ein lediglich untergeordneter Beitrag durch ein branchenübliches Pauschalhonorar abgegolten werden. Er wird auch regelmäßig keinen Anspruch nach § 32a UrhG begründen. Um einen solchen handelt es sich aber nicht beim Drehbuch. Für den Drehbuchautor ist vielmehr davon auszugehen, dass Wiederholungsvergütungen eine angemessene Vergütung darstellen.

Hinreichende Anhaltspunkte für ein auffälliges Missverhältnis der erhaltenen Vergütung zu den Erträgen und Vorteilen der Beklagten ergeben sich nach Auffassung des Senats dagegen nicht aus den vom Kläger vorgetragenen Werbeeinnahmen in zeitlichem Zusammenhang mit den Ausstrahlungen der streitgegenständlichen Folgen.

Zwar kann nicht jeglicher Zusammenhang zwischen den erzielten Einnahmen aus vor, nach und während einer bestimmten Sendung gesendeter Werbung und der Beliebtheit der Sendung von vornherein von der Hand gewiesen werden. Denn die Wertschätzung des Senders als Werbemedium hängt auch von den gezeigten Sendungen und den erwarteten Einschaltquoten ab. Auch werden beliebte Sendungen, bei denen hohe Einschaltquoten zu erwarten sind, eher während der sog. „Prime-Time“ zwischen 20 und 22 Uhr ausgestrahlt werden. Jedoch hängt die Höhe der Werbeeinnahmen eines Senders darüber hinaus von anderen Faktoren ab, etwa von seinem Marktanteil und der Wertschätzung, deren er sich als Werbemedium bei werbewilligen Unternehmen erfreut und welche wiederum von dem in der Vergangenheit gezeigten Programm, den in der Vergangenheit als Zuschauer erreichten Zielgruppen und deren zahlenmäßiger Stärke sowie einer entsprechenden Projektion in die Zukunft abhängen. Hiernach fehlt es für die Annahme des Klägers, es könnten die für bestimmte Werbespots erzielten Einnahmen bestimmten Sendungen zugerechnet und auf diese Weise durch die streitgegenständlichen Folgen erzielte „Werbeerlöse“ ermittelt werden, an einer tragfähigen Grundlage. Eine solche ergibt sich insbesondere nicht aus der Preissystematik der für die Akquisition von Werbung zuständigen Konzernschwestergesellschaft der Beklagten (Anlage K19). Vielmehr zeigt diese gerade, dass Werbespots nicht für bestimmte Sendungen, sondern im Wesentlichen für bestimmte Ausstrahlungszeiten gebucht werden.

Entsprechend erörtert auch ...die Werbeeinnahmen im Abschnitt „Vergütungsabrechnung bei fehlender Bemessungsgrundlage“ und führt aus, dass für eine werkgenaue Abrechnung der Erlöse die Bezugsgröße fehle, da aufgrund der Buchungspraxis einzelne Werbekontingente nur in Ausnahmefällen unmittelbar bestimmten Sendungen zugeordnet werden könnten und die Werbung nicht nur wegen der Ausstrahlung eines bestimmten Films, sondern auch aus anderen Gründen (wie Öffentlichkeitsarbeit) platziert werde. Da der Kläger keine konkreten Umstände vorgetragen hat, aufgrund deren hinsichtlich der streitgegenständlichen Folgen ausnahmsweise eine konkrete Zuordnung bestimmter Werbeerlöse möglich sein könnte, ist auch der von ihm angebotene Sachverständigenbeweis nicht zu erheben. Der darauf gerichtete Auskunftsantrag zu 1.b) ist mangels Erforderlichkeit nicht begründet.

Vielmehr ist der von der Beklagten durch die erfolgte Nutzung der streitgegenständlichen Serienfolgen durch Wiederholungssendungen erzielte Vorteil im Wesentlichen in der Möglichkeit zu sehen, mit ihnen ihre Sendezeit zu füllen, ohne zusätzliche Kosten für die Produktion neuer Sendungen oder den Erwerb von Lizenzen an Produktionen Dritter aufzuwenden. Dabei kann dahingestellt bleiben, in welcher Höhe dieser - geldwerte - Vorteil der Beklagten letztlich zu bemessen ist. Jedenfalls gebietet der in § 11 Satz 2 UrhG niedergelegte Grundsatz einer angemessenen Vergütung des Urhebers für die Nutzung seines Werks eine Beteiligung des Klägers an diesen durch die Wiederholung der Folgen erzielten Vorteilen. Deren Angemessenheit lässt sich sachgerecht anhand der von anderen Fernsehsendern für vergleichbare Serienfolgen gezahlten Wiederholungsvergütungen ermitteln, da diese von den tatsächlichen weiteren Nutzungen und den dadurch vom Sender - je nach Ausstrahlungszeit in unterschiedlicher Höhe - erzielten Vorteilen abhängen.

Dabei kann für die auf der Auskunftsstufe allein erforderliche Feststellung des Vorliegens klarer Anhaltspunkte für ein auffälliges Missverhältnis im Sinne von § 32a UrhG darauf abgestellt werden, welche Vergütung der Kläger insgesamt nach den zu den Akten gereichten Wiederholungsvergütungsmodellen der öffentlichrechtlichen Fernsehsender (Allgemeine Bedingungen zum Urhebervertrag des ZDF, Stand 1.12.2002, Anlage K3 und Stand 1.2.1992, Anlage B9; Tarifvertrag über die Urheberrechte arbeitnehmerähnlicher Personen des Norddeutschen Rundfunks vom 1.April 2001, Anlagen K4 und B6) erhalten hätte. Denn Wiederholungshonorare werden unstreitig nicht nur von öffentlich-rechtlichen, sondern auch von Privatsendern vereinbart und sind damit bei einem Großteil der Fernsehbranche üblich. Zudem finanzieren sich auch öffentlich-rechtliche Sender teilweise durch Werbeeinnahmen. Nach Auffassung des Senats muss daher nicht von gänzlich unterschiedlichen Teilmärkten ausgegangen werden.

Bei der Vergleichsberechnung nach dem NDR-Tarifvertrag kann von der Tabelle der Beklagten im Schriftsatz vom 1.Juli 2008 (Bd. I Bl. 191 d. A.) ausgegangen werden, wobei für die weitere Ausstrahlung im März 2009 im Vormittagsprogramm weitere 6.450,00 DM zu addieren sind. Dies ergäbe eine Gesamtvergütung von 98.900,00 DM, von der auf den Zeitraum ab 29.März 2002 61.275,00 DM entfielen. Anhaltspunkte für ein auffälliges Missverhältnis zu der dem Kläger gezahlten Vergütung von 45.000,00 DM liegen damit vor. Dieses wird durch die vorzeitige Auszahlung des Gesamtbetrags (Grund- und Buy-Out-Honorar) nicht ausgeglichen, zumal auch das Grundhonorar gemäß Ziffer 17.1 des NDR-Tarifvertrags sogleich nach Abnahme fällig ist. Nach den Bedingungen des ... ergäben sich noch höhere Beträge, da für eine Vergleichsberechnung jeweils auf das Wiederholungshonorar für Ausstrahlungen im Gesamtprogramm abzustellen wäre.

Weitere mögliche Nutzungen der streitgegenständlichen Serienfolgen, aus denen der Beklagten Erträge und Vorteile entstanden sein können, stellen die Vergabe von Lizenzen zur Ausstrahlung durch andere Fernsehsender oder zur sonstigen Verwertung wie zur Verbreitung auf DVD dar. Insoweit steht dem Kläger der Auskunftsanspruch gemäß seinem Klageantrag zu 1.c) zur Ermittlung der Voraussetzungen eines Nachvergütungsanspruchs gegen die Beklagte zu.

Im Umfang der Abweisung des im Wege der Stufenklage gestellten Zahlungsantrags ist das angefochtene Urteil analog § 538 Abs. 1 Nr. 4 ZPO aufzuheben und die Sache auf den in der mündlichen Verhandlung vor dem Senat gestellten Antrag des Klägers an das Landgericht zurückzuverweisen. Die Vorschrift ist entsprechend anzuwenden, wenn das erstinstanzliche Gericht eine Stufenklage insgesamt abgewiesen hat und das Berufungsgericht dem Rechnungslegungs- oder Auskunftsantrag stattgibt.

Der mit dem Klageantrag zu 3. geltend gemachte Anspruch auf Erstattung der Kosten des gegen die Konzernmutter der Beklagten geführten Vorprozesses ist nicht begründet. Dem Kläger steht ein Anspruch auf Schadensersatz wegen Verletzung einer sich aus dem zwischen den Parteien bestehenden gesetzlichen Schuldverhältnis ergebenden Aufklärungspflicht nicht zu. Ausweislich der im angefochtenen Urteil wiedergegebenen Vorkorrespondenz wandten sich die Prozessbevollmächtigten des Klägers mit Schreiben vom 23.November 2004 (Anlage K5) nicht an die Beklagte, sondern direkt an ihre Konzernmutter (Holding), die im Antwortschreiben ihrer Rechtsabteilung vom 22.Dezember 2004 (Anlage K6) unmissverständlich darauf hinwies, dass „der Sender“, also die im vorangegangenen Absatz bezeichnete Beklagte, Inhaber der fraglichen Nutzungsrechte ist. Da der Kläger gleichwohl mit Schreiben vom 6.Januar 2005 (Anlage K7) weiter gegen die Holding unter Klageandrohung vorging, war es nur folgerichtig, dass die zugleich die Holding vertretenden Prozessbevollmächtigten der Beklagten daraufhin mit Schreiben vom 18.Februar 2005 (Anlage K7) die Vertretung der Holding anzeigten.

Im Hinblick auf die teilweise Aufhebung des angefochtenen Urteils war die Entscheidung über die Kosten des Berufungsverfahrens dem Landgericht zu übertragen. Es hat nach Aufhebung seiner Kostenentscheidung auch über die erstinstanzlichen Kosten erneut zu befinden.

Die Entscheidung zur vorläufigen Vollstreckbarkeit beruht auf §§ 708 Nr. 10, 711 ZPO. Die Revision war nicht zuzulassen, da die Voraussetzungen des § 543 Abs. 2 ZPO nicht vorliegen. Die Entscheidung beruht tragend auf der auch zu §§ 36 UrhG a. F., 32a UrhG n. F. bereits ergangenen höchstrichterlichen Rechtsprechung und den besonderen Umständen des vorliegenden Einzelfalls. Auf der hier erst vorliegenden Auskunftsstufe ist zudem eine abschließende Klärung grundsätzlicher Fragen zur Bemessung des Nachvergütungsanspruchs eines Drehbuchautors gegen ein privates Fernsehsendeunternehmen unter Berücksichtigung von Besonderheiten der Film- und Fernsehbranche gemäß § 32a Abs. 2, Abs. 1 UrhG n. F. nicht zu erwarten.

Erklärungsfristen waren den Parteien nicht zu gewähren, weil ihre wechselseitigen Schriftsätze vom 5. und 11.Januar 2010, die ebenso wie eine tabellarische Berechnung der Beklagten in der mündlichen Verhandlung im Original überreicht wurden, keinen neuen entscheidungserheblichen Sachvortrag enthielten.


Andere Veröffentlichungen

12 Artikel relevant zu diesem Artikel

12 Artikel zum Rechtsgebiet: angemessene Vergütung.

Auslegung einer Optionsklausel in Filmlizenzvertrag

07.01.2011

Entscheidung über die Ausübung einer Optionsklausel über das Recht zur Veröffentlichung der Fortsetzung des Films - BSP Bierbach, Streifler & Partner PartGmbB

Urheberrecht: Keine Rechtspflicht zur Verhandlung über die Aufstellung gemeinsamer Vergütungsregeln

10.08.2017

Es besteht für die in § 36 Abs. 1 Satz 1 UrhG genannten Parteien keine Rechtspflicht zur Verhandlung über die Aufstellung gemeinsamer Vergütungsregeln.

Urheberrecht: Revision im Streit um Anspruch auf Zahlung einer angemessenen Vergütung

25.11.2016

Der Beginn der Verjährungsfrist von drei Jahren auf Zahlung einer angemessenen Vergütung nach § 32 Abs. 1 Satz 3, Abs. 2 Satz 2 UrhG oder § 32a Abs. 1 Satz 1 UrhG ist auf den Schluss des Jahres 2014 hinausgeschoben.

Urheberrecht: Verwertungsgesellschaft hat angemessenen Vergütungsanspruch

11.05.2012

auch dann, wenn sie entgegen ihrer Verpflichtung keinen eigenen Tarif für den Verwertungsvorgang aufgestellt hat-BGH vom 27.10.11-Az:I ZR 175/10

Urheberrecht: Zur angemessenen Vergütung von Texten für das Intranet

11.11.2013

Abweichungen der Vergütungsfestsetzung eines Gesamtvertrages von vergleichbaren Regelungen liegen nicht im billigen Ermessen.

Anspruch auf Auskunft und Rechnungslegung bezüglich eines Filmwerks

07.01.2011

Bestehen aufgrund nachprüfbarer Tatsachen klare Anhaltspunkte für einen Anspruch na

Urheberrecht: Umfang der Vergütungselemente zwischen Urheber und Werknutzer

02.12.2015

Die Bestimmung des § 32 UrhG umfasst nach ihrem Wortlaut allein eine Vergütung, die dem Urheber für die Einräumung von Nutzungsrechten und die Erlaubnis zur Werknutzung zusteht.

Auskunftsanspruch eines Drehbuchautors zur Ermittlung eines Nachvergütungsanspruchs gegen einen Fernsehsender

07.01.2011

Ein Auskunftsanspruch eines Drehbuchautors gegen einen privaten Fernsehsender kann sich aus einem Vergleich der erhaltenen Pauschalvergütung mit der Gesamtvergütung von Wiederholungen ergeben - S&K Anwält ein Berlin Mitte

Unwirksame AGB-Klauseln im Rahmenvertrag freier Fotografen

07.01.2011

Die beanstandete Klausel ist gem. § 307 Abs. 1 BGB unwirksam, weil sie zum Nachteil der Fotografen vom Grundsatz des § 11 S.2 UrhG abweicht - BSP Bierbach, Streifler & Partner PartGmbB

Gesetze

Gesetze

16 Gesetze werden in diesem Text zitiert

ZPO | § 543 Zulassungsrevision


(1) Die Revision findet nur statt, wenn sie 1. das Berufungsgericht in dem Urteil oder 2. das Revisionsgericht auf Beschwerde gegen die Nichtzulassung zugelassen hat. (2) Die Revision ist zuzulassen, wenn 1. die Rechtssache grundsätzliche Bedeutun

UrhG | § 32 Angemessene Vergütung


(1) Der Urheber hat für die Einräumung von Nutzungsrechten und die Erlaubnis zur Werknutzung Anspruch auf die vertraglich vereinbarte Vergütung. Ist die Höhe der Vergütung nicht bestimmt, gilt die angemessene Vergütung als vereinbart. Soweit die...

UrhG | § 2 Geschützte Werke


(1) Zu den geschützten Werken der Literatur, Wissenschaft und Kunst gehören insbesondere: 1. Sprachwerke, wie Schriftwerke, Reden und Computerprogramme; 2. Werke der Musik; 3. pantomimische Werke einschließlich der Werke der Tanzkunst; 4. Werke der.

UrhG | § 132 Verträge


(1) Die Vorschriften dieses Gesetzes sind mit Ausnahme der §§ 42 und 43 auf Verträge, die vor dem 1. Januar 1966 abgeschlossen worden sind, nicht anzuwenden. § 43 gilt für ausübende Künstler entsprechend. Die §§ 40 und 41 gelten für solche...

ZPO | § 538 Zurückverweisung


(1) Das Berufungsgericht hat die notwendigen Beweise zu erheben und in der Sache selbst zu entscheiden. (2) Das Berufungsgericht darf die Sache, soweit ihre weitere Verhandlung erforderlich ist, unter Aufhebung des Urteils und des Verfahrens an das.

UrhG | § 11 Allgemeines


Das Urheberrecht schützt den Urheber in seinen geistigen und persönlichen Beziehungen zum Werk und in der Nutzung des Werkes. Es dient zugleich der Sicherung einer angemessenen Vergütung für die Nutzung des Werkes.

ZPO | Zivilprozessordnung


Buch 1 Allgemeine Vorschriften Abschnitt 1 Gerichte Titel 1 Sachliche Zuständigkeit der Gerichte und Wertvorschriften § 1 Sachliche Zuständigkeit Die sachliche Zuständigkeit der Gerichte wird...

ZPO | § 708 Vorläufige Vollstreckbarkeit ohne Sicherheitsleistung


Für vorläufig vollstreckbar ohne Sicherheitsleistung sind zu erklären: 1. Urteile, die auf Grund eines Anerkenntnisses oder eines Verzichts ergehen; 2. Versäumnisurteile und Urteile nach Lage der Akten gegen die säumige Partei gemäß § 331a; 3....

BGB | § 242 Leistung nach Treu und Glauben


Der Schuldner ist verpflichtet, die Leistung so zu bewirken, wie Treu und Glauben mit Rücksicht auf die Verkehrssitte es erfordern.

Referenzen

BGB

Dieses Gesetz dient der Umsetzung folgender Richtlinien:

1.
Richtlinie 76/207/EWG des Rates vom 9. Februar 1976 zur Verwirklichung des Grundsatzes der Gleichbehandlung von Männern und Frauen hinsichtlich des Zugangs zur Beschäftigung, zur Berufsbildung und zum beruflichen Aufstieg sowie in Bezug auf die Arbeitsbedingungen (ABl. EG Nr. L 39 S. 40),
2.
Richtlinie 77/187/EWG des Rates vom 14. Februar 1977 zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten über die Wahrung von Ansprüchen der Arbeitnehmer beim Übergang von Unternehmen, Betrieben oder Betriebsteilen (ABl. EG Nr. L 61 S. 26),
3.
Richtlinie 85/577/EWG des Rates vom 20. Dezember 1985 betreffend den Verbraucherschutz im Falle von außerhalb von Geschäftsräumen geschlossenen Verträgen (ABl. EG Nr. L 372 S. 31),
4.
Richtlinie 87/102/EWG des Rates zur Angleichung der Rechts- und Verwaltungsvorschriften der Mitgliedstaaten über den Verbraucherkredit (ABl. EG Nr. L 42 S. 48), zuletzt geändert durch die Richtlinie 98/7/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. Februar 1998 zur Änderung der Richtlinie 87/102/EWG zur Angleichung der Rechts- und Verwaltungsvorschriften der Mitgliedstaaten über den Verbraucherkredit (ABl. EG Nr. L 101 S. 17),
5.
Richtlinie 90/314/EWG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 13. Juni 1990 über Pauschalreisen (ABl. EG Nr. L 158 S. 59),
6.
Richtlinie 93/13/EWG des Rates vom 5. April 1993 über missbräuchliche Klauseln in Verbraucherverträgen (ABl. EG Nr. L 95 S. 29),
7.
Richtlinie 94/47/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 26. Oktober 1994 zum Schutz der Erwerber im Hinblick auf bestimmte Aspekte von Verträgen über den Erwerb von Teilzeitnutzungsrechten an Immobilien (ABl. EG Nr. L 280 S. 82),
8.
der Richtlinie 97/5/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 27. Januar 1997 über grenzüberschreitende Überweisungen (ABl. EG Nr. L 43 S. 25),
9.
Richtlinie 97/7/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 20. Mai 1997 über den Verbraucherschutz bei Vertragsabschlüssen im Fernabsatz (ABl. EG Nr. L 144 S. 19),
10.
Artikel 3 bis 5 der Richtlinie 98/26/EG des Europäischen Parlaments und des Rates über die Wirksamkeit von Abrechnungen in Zahlungs- und Wertpapierliefer- und -abrechnungssystemen vom 19. Mai 1998 (ABl. EG Nr. L 166 S. 45),
11.
Richtlinie 1999/44/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 25. Mai 1999 zu bestimmten Aspekten des Verbrauchsgüterkaufs und der Garantien für Verbrauchsgüter (ABl. EG Nr. L 171 S. 12),
12.
Artikel 10, 11 und 18 der Richtlinie 2000/31/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 8. Juni 2000 über bestimmte rechtliche Aspekte der Dienste der Informationsgesellschaft, insbesondere des elektronischen Geschäftsverkehrs, im Binnenmarkt ("Richtlinie über den elektronischen Geschäftsverkehr", ABl. EG Nr. L 178 S. 1),
13.
Richtlinie 2000/35/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 29. Juni 2000 zur Bekämpfung von Zahlungsverzug im Geschäftsverkehr (ABl. EG Nr. L 200 S. 35).

Der Schuldner ist verpflichtet, die Leistung so zu bewirken, wie Treu und Glauben mit Rücksicht auf die Verkehrssitte es erfordern.

(1) Zu den geschützten Werken der Literatur, Wissenschaft und Kunst gehören insbesondere:

1.
Sprachwerke, wie Schriftwerke, Reden und Computerprogramme;
2.
Werke der Musik;
3.
pantomimische Werke einschließlich der Werke der Tanzkunst;
4.
Werke der bildenden Künste einschließlich der Werke der Baukunst und der angewandten Kunst und Entwürfe solcher Werke;
5.
Lichtbildwerke einschließlich der Werke, die ähnlich wie Lichtbildwerke geschaffen werden;
6.
Filmwerke einschließlich der Werke, die ähnlich wie Filmwerke geschaffen werden;
7.
Darstellungen wissenschaftlicher oder technischer Art, wie Zeichnungen, Pläne, Karten, Skizzen, Tabellen und plastische Darstellungen.

(2) Werke im Sinne dieses Gesetzes sind nur persönliche geistige Schöpfungen.

Das Urheberrecht schützt den Urheber in seinen geistigen und persönlichen Beziehungen zum Werk und in der Nutzung des Werkes. Es dient zugleich der Sicherung einer angemessenen Vergütung für die Nutzung des Werkes.

(1) Der Urheber hat für die Einräumung von Nutzungsrechten und die Erlaubnis zur Werknutzung Anspruch auf die vertraglich vereinbarte Vergütung. Ist die Höhe der Vergütung nicht bestimmt, gilt die angemessene Vergütung als vereinbart. Soweit die vereinbarte Vergütung nicht angemessen ist, kann der Urheber von seinem Vertragspartner die Einwilligung in die Änderung des Vertrages verlangen, durch die dem Urheber die angemessene Vergütung gewährt wird.

(2) Eine nach einer gemeinsamen Vergütungsregel (§ 36) ermittelte Vergütung ist angemessen. Im Übrigen ist die Vergütung angemessen, wenn sie im Zeitpunkt des Vertragsschlusses dem entspricht, was im Geschäftsverkehr nach Art und Umfang der eingeräumten Nutzungsmöglichkeit, insbesondere nach Dauer, Häufigkeit, Ausmaß und Zeitpunkt der Nutzung, unter Berücksichtigung aller Umstände üblicher- und redlicherweise zu leisten ist.

(2a) Eine gemeinsame Vergütungsregel kann zur Ermittlung der angemessenen Vergütung auch bei Verträgen herangezogen werden, die vor ihrem zeitlichen Anwendungsbereich abgeschlossen wurden.

(3) Auf eine Vereinbarung, die zum Nachteil des Urhebers von den Absätzen 1 bis 2a abweicht, kann der Vertragspartner sich nicht berufen. Die in Satz 1 bezeichneten Vorschriften finden auch Anwendung, wenn sie durch anderweitige Gestaltungen umgangen werden. Der Urheber kann aber unentgeltlich ein einfaches Nutzungsrecht für jedermann einräumen.

(4) Der Urheber hat keinen Anspruch nach Absatz 1 Satz 3, soweit die Vergütung für die Nutzung seiner Werke tarifvertraglich bestimmt ist.

(1) Der Urheber hat für die Einräumung von Nutzungsrechten und die Erlaubnis zur Werknutzung Anspruch auf die vertraglich vereinbarte Vergütung. Ist die Höhe der Vergütung nicht bestimmt, gilt die angemessene Vergütung als vereinbart. Soweit die vereinbarte Vergütung nicht angemessen ist, kann der Urheber von seinem Vertragspartner die Einwilligung in die Änderung des Vertrages verlangen, durch die dem Urheber die angemessene Vergütung gewährt wird.

(2) Eine nach einer gemeinsamen Vergütungsregel (§ 36) ermittelte Vergütung ist angemessen. Im Übrigen ist die Vergütung angemessen, wenn sie im Zeitpunkt des Vertragsschlusses dem entspricht, was im Geschäftsverkehr nach Art und Umfang der eingeräumten Nutzungsmöglichkeit, insbesondere nach Dauer, Häufigkeit, Ausmaß und Zeitpunkt der Nutzung, unter Berücksichtigung aller Umstände üblicher- und redlicherweise zu leisten ist.

(2a) Eine gemeinsame Vergütungsregel kann zur Ermittlung der angemessenen Vergütung auch bei Verträgen herangezogen werden, die vor ihrem zeitlichen Anwendungsbereich abgeschlossen wurden.

(3) Auf eine Vereinbarung, die zum Nachteil des Urhebers von den Absätzen 1 bis 2a abweicht, kann der Vertragspartner sich nicht berufen. Die in Satz 1 bezeichneten Vorschriften finden auch Anwendung, wenn sie durch anderweitige Gestaltungen umgangen werden. Der Urheber kann aber unentgeltlich ein einfaches Nutzungsrecht für jedermann einräumen.

(4) Der Urheber hat keinen Anspruch nach Absatz 1 Satz 3, soweit die Vergütung für die Nutzung seiner Werke tarifvertraglich bestimmt ist.

(1) Hat der Urheber einem anderen ein Nutzungsrecht zu Bedingungen eingeräumt, die dazu führen, dass die vereinbarte Gegenleistung unter Berücksichtigung der gesamten Beziehungen des Urhebers zu dem anderen in einem auffälligen Missverhältnis zu den Erträgen und Vorteilen aus der Nutzung des Werkes steht, so ist der andere auf Verlangen des Urhebers verpflichtet, in eine Änderung des Vertrages einzuwilligen, durch die dem Urheber eine den Umständen nach weitere angemessene Beteiligung gewährt wird. Ob die Vertragspartner die Höhe der erzielten Erträge oder Vorteile vorhergesehen haben oder hätten vorhersehen können, ist unerheblich.

(2) Hat der andere das Nutzungsrecht übertragen oder weitere Nutzungsrechte eingeräumt und ergibt sich das auffällige Missverhältnis aus den Erträgnissen oder Vorteilen eines Dritten, so haftet dieser dem Urheber unmittelbar nach Maßgabe des Absatzes 1 unter Berücksichtigung der vertraglichen Beziehungen in der Lizenzkette. Die Haftung des anderen entfällt.

(3) Auf die Ansprüche nach den Absätzen 1 und 2 kann im Voraus nicht verzichtet werden. Die Anwartschaft hierauf unterliegt nicht der Zwangsvollstreckung; eine Verfügung über die Anwartschaft ist unwirksam. Der Urheber kann aber unentgeltlich ein einfaches Nutzungsrecht für jedermann einräumen.

(4) Der Urheber hat keinen Anspruch nach Absatz 1, soweit die Vergütung nach einer gemeinsamen Vergütungsregel (§ 36) oder tarifvertraglich bestimmt worden ist und ausdrücklich eine weitere angemessene Beteiligung für den Fall des Absatzes 1 vorsieht. § 32 Absatz 2a ist entsprechend anzuwenden.

(1) Hat der Urheber einem anderen ein Nutzungsrecht zu Bedingungen eingeräumt, die dazu führen, dass die vereinbarte Gegenleistung unter Berücksichtigung der gesamten Beziehungen des Urhebers zu dem anderen in einem auffälligen Missverhältnis zu den Erträgen und Vorteilen aus der Nutzung des Werkes steht, so ist der andere auf Verlangen des Urhebers verpflichtet, in eine Änderung des Vertrages einzuwilligen, durch die dem Urheber eine den Umständen nach weitere angemessene Beteiligung gewährt wird. Ob die Vertragspartner die Höhe der erzielten Erträge oder Vorteile vorhergesehen haben oder hätten vorhersehen können, ist unerheblich.

(2) Hat der andere das Nutzungsrecht übertragen oder weitere Nutzungsrechte eingeräumt und ergibt sich das auffällige Missverhältnis aus den Erträgnissen oder Vorteilen eines Dritten, so haftet dieser dem Urheber unmittelbar nach Maßgabe des Absatzes 1 unter Berücksichtigung der vertraglichen Beziehungen in der Lizenzkette. Die Haftung des anderen entfällt.

(3) Auf die Ansprüche nach den Absätzen 1 und 2 kann im Voraus nicht verzichtet werden. Die Anwartschaft hierauf unterliegt nicht der Zwangsvollstreckung; eine Verfügung über die Anwartschaft ist unwirksam. Der Urheber kann aber unentgeltlich ein einfaches Nutzungsrecht für jedermann einräumen.

(4) Der Urheber hat keinen Anspruch nach Absatz 1, soweit die Vergütung nach einer gemeinsamen Vergütungsregel (§ 36) oder tarifvertraglich bestimmt worden ist und ausdrücklich eine weitere angemessene Beteiligung für den Fall des Absatzes 1 vorsieht. § 32 Absatz 2a ist entsprechend anzuwenden.

(1) Hat der Urheber einem anderen ein Nutzungsrecht zu Bedingungen eingeräumt, die dazu führen, dass die vereinbarte Gegenleistung unter Berücksichtigung der gesamten Beziehungen des Urhebers zu dem anderen in einem auffälligen Missverhältnis zu den Erträgen und Vorteilen aus der Nutzung des Werkes steht, so ist der andere auf Verlangen des Urhebers verpflichtet, in eine Änderung des Vertrages einzuwilligen, durch die dem Urheber eine den Umständen nach weitere angemessene Beteiligung gewährt wird. Ob die Vertragspartner die Höhe der erzielten Erträge oder Vorteile vorhergesehen haben oder hätten vorhersehen können, ist unerheblich.

(2) Hat der andere das Nutzungsrecht übertragen oder weitere Nutzungsrechte eingeräumt und ergibt sich das auffällige Missverhältnis aus den Erträgnissen oder Vorteilen eines Dritten, so haftet dieser dem Urheber unmittelbar nach Maßgabe des Absatzes 1 unter Berücksichtigung der vertraglichen Beziehungen in der Lizenzkette. Die Haftung des anderen entfällt.

(3) Auf die Ansprüche nach den Absätzen 1 und 2 kann im Voraus nicht verzichtet werden. Die Anwartschaft hierauf unterliegt nicht der Zwangsvollstreckung; eine Verfügung über die Anwartschaft ist unwirksam. Der Urheber kann aber unentgeltlich ein einfaches Nutzungsrecht für jedermann einräumen.

(4) Der Urheber hat keinen Anspruch nach Absatz 1, soweit die Vergütung nach einer gemeinsamen Vergütungsregel (§ 36) oder tarifvertraglich bestimmt worden ist und ausdrücklich eine weitere angemessene Beteiligung für den Fall des Absatzes 1 vorsieht. § 32 Absatz 2a ist entsprechend anzuwenden.

(1) Zur Bestimmung der Angemessenheit von Vergütungen nach § 32 stellen Vereinigungen von Urhebern mit Vereinigungen von Werknutzern oder einzelnen Werknutzern gemeinsame Vergütungsregeln auf. Die gemeinsamen Vergütungsregeln sollen die Umstände des jeweiligen Regelungsbereichs berücksichtigen, insbesondere die Struktur und Größe der Verwerter. In Tarifverträgen enthaltene Regelungen gehen gemeinsamen Vergütungsregeln vor.

(2) Vereinigungen nach Absatz 1 müssen repräsentativ, unabhängig und zur Aufstellung gemeinsamer Vergütungsregeln ermächtigt sein. Eine Vereinigung, die einen wesentlichen Teil der jeweiligen Urheber oder Werknutzer vertritt, gilt als ermächtigt im Sinne des Satzes 1, es sei denn, die Mitglieder der Vereinigung fassen einen entgegenstehenden Beschluss.

(3) Ein Verfahren zur Aufstellung gemeinsamer Vergütungsregeln vor der Schlichtungsstelle (§ 36a) findet statt, wenn die Parteien dies vereinbaren. Das Verfahren findet auf schriftliches Verlangen einer Partei statt, wenn

1.
die andere Partei nicht binnen drei Monaten, nachdem eine Partei schriftlich die Aufnahme von Verhandlungen verlangt hat, Verhandlungen über gemeinsame Vergütungsregeln beginnt,
2.
Verhandlungen über gemeinsame Vergütungsregeln ein Jahr, nachdem schriftlich ihre Aufnahme verlangt worden ist, ohne Ergebnis bleiben oder
3.
eine Partei die Verhandlungen endgültig für gescheitert erklärt hat.

(4) Die Schlichtungsstelle hat allen Parteien, die sich am Verfahren beteiligt haben oder nach § 36a Absatz 4a zur Beteiligung aufgefordert worden sind, einen begründeten Einigungsvorschlag zu machen, der den Inhalt der gemeinsamen Vergütungsregeln enthält. Er gilt als angenommen, wenn innerhalb von sechs Wochen nach Empfang des Vorschlages keine der in Satz 1 genannten Parteien widerspricht.

(1) Zur Bestimmung der Angemessenheit von Vergütungen nach § 32 stellen Vereinigungen von Urhebern mit Vereinigungen von Werknutzern oder einzelnen Werknutzern gemeinsame Vergütungsregeln auf. Die gemeinsamen Vergütungsregeln sollen die Umstände des jeweiligen Regelungsbereichs berücksichtigen, insbesondere die Struktur und Größe der Verwerter. In Tarifverträgen enthaltene Regelungen gehen gemeinsamen Vergütungsregeln vor.

(2) Vereinigungen nach Absatz 1 müssen repräsentativ, unabhängig und zur Aufstellung gemeinsamer Vergütungsregeln ermächtigt sein. Eine Vereinigung, die einen wesentlichen Teil der jeweiligen Urheber oder Werknutzer vertritt, gilt als ermächtigt im Sinne des Satzes 1, es sei denn, die Mitglieder der Vereinigung fassen einen entgegenstehenden Beschluss.

(3) Ein Verfahren zur Aufstellung gemeinsamer Vergütungsregeln vor der Schlichtungsstelle (§ 36a) findet statt, wenn die Parteien dies vereinbaren. Das Verfahren findet auf schriftliches Verlangen einer Partei statt, wenn

1.
die andere Partei nicht binnen drei Monaten, nachdem eine Partei schriftlich die Aufnahme von Verhandlungen verlangt hat, Verhandlungen über gemeinsame Vergütungsregeln beginnt,
2.
Verhandlungen über gemeinsame Vergütungsregeln ein Jahr, nachdem schriftlich ihre Aufnahme verlangt worden ist, ohne Ergebnis bleiben oder
3.
eine Partei die Verhandlungen endgültig für gescheitert erklärt hat.

(4) Die Schlichtungsstelle hat allen Parteien, die sich am Verfahren beteiligt haben oder nach § 36a Absatz 4a zur Beteiligung aufgefordert worden sind, einen begründeten Einigungsvorschlag zu machen, der den Inhalt der gemeinsamen Vergütungsregeln enthält. Er gilt als angenommen, wenn innerhalb von sechs Wochen nach Empfang des Vorschlages keine der in Satz 1 genannten Parteien widerspricht.

(1) Die Vorschriften dieses Gesetzes sind mit Ausnahme der §§ 42 und 43 auf Verträge, die vor dem 1. Januar 1966 abgeschlossen worden sind, nicht anzuwenden. § 43 gilt für ausübende Künstler entsprechend. Die §§ 40 und 41 gelten für solche Verträge mit der Maßgabe, daß die in § 40 Abs. 1 Satz 2 und § 41 Abs. 2 genannten Fristen frühestens mit dem 1. Januar 1966 beginnen.

(2) Vor dem 1. Januar 1966 getroffene Verfügungen bleiben wirksam.

(3) Auf Verträge oder sonstige Sachverhalte, die vor dem 1. Juli 2002 geschlossen worden oder entstanden sind, sind die Vorschriften dieses Gesetzes vorbehaltlich der Sätze 2 und 3 in der am 28. März 2002 geltenden Fassung weiter anzuwenden. § 32a findet auf Sachverhalte Anwendung, die nach dem 28. März 2002 entstanden sind. Auf Verträge, die seit dem 1. Juni 2001 und bis zum 30. Juni 2002 geschlossen worden sind, findet auch § 32 Anwendung, sofern von dem eingeräumten Recht oder der Erlaubnis nach dem 30. Juni 2002 Gebrauch gemacht wird.

(3a) Auf Verträge oder sonstige Sachverhalte, die vor dem 1. März 2017 geschlossen worden oder entstanden sind, sind die Vorschriften dieses Gesetzes in der bis zum 1. März 2017 geltenden Fassung weiter anzuwenden. § 41 (Rückrufsrecht wegen Nichtausübung) in der am 1. März 2017 geltenden Fassung findet auf Sachverhalte Anwendung, die seit dem 1. März 2018 entstanden sind.

(4) Die Absätze 3 und 3a gelten für ausübende Künstler entsprechend.

(1) Die Erhebung der Klage erfolgt durch Zustellung eines Schriftsatzes (Klageschrift).

(2) Die Klageschrift muss enthalten:

1.
die Bezeichnung der Parteien und des Gerichts;
2.
die bestimmte Angabe des Gegenstandes und des Grundes des erhobenen Anspruchs, sowie einen bestimmten Antrag.

(3) Die Klageschrift soll ferner enthalten:

1.
die Angabe, ob der Klageerhebung der Versuch einer Mediation oder eines anderen Verfahrens der außergerichtlichen Konfliktbeilegung vorausgegangen ist, sowie eine Äußerung dazu, ob einem solchen Verfahren Gründe entgegenstehen;
2.
die Angabe des Wertes des Streitgegenstandes, wenn hiervon die Zuständigkeit des Gerichts abhängt und der Streitgegenstand nicht in einer bestimmten Geldsumme besteht;
3.
eine Äußerung dazu, ob einer Entscheidung der Sache durch den Einzelrichter Gründe entgegenstehen.

(4) Außerdem sind die allgemeinen Vorschriften über die vorbereitenden Schriftsätze auch auf die Klageschrift anzuwenden.

(5) Die Klageschrift sowie sonstige Anträge und Erklärungen einer Partei, die zugestellt werden sollen, sind bei dem Gericht schriftlich unter Beifügung der für ihre Zustellung oder Mitteilung erforderlichen Zahl von Abschriften einzureichen. Einer Beifügung von Abschriften bedarf es nicht, soweit die Klageschrift elektronisch eingereicht wird.

Wird mit der Klage auf Rechnungslegung oder auf Vorlegung eines Vermögensverzeichnisses oder auf Abgabe einer eidesstattlichen Versicherung die Klage auf Herausgabe desjenigen verbunden, was der Beklagte aus dem zugrunde liegenden Rechtsverhältnis schuldet, so kann die bestimmte Angabe der Leistungen, die der Kläger beansprucht, vorbehalten werden, bis die Rechnung mitgeteilt, das Vermögensverzeichnis vorgelegt oder die eidesstattliche Versicherung abgegeben ist.

(1) Das Berufungsgericht hat die notwendigen Beweise zu erheben und in der Sache selbst zu entscheiden.

(2) Das Berufungsgericht darf die Sache, soweit ihre weitere Verhandlung erforderlich ist, unter Aufhebung des Urteils und des Verfahrens an das Gericht des ersten Rechtszuges nur zurückverweisen,

1.
soweit das Verfahren im ersten Rechtszuge an einem wesentlichen Mangel leidet und auf Grund dieses Mangels eine umfangreiche oder aufwändige Beweisaufnahme notwendig ist,
2.
wenn durch das angefochtene Urteil ein Einspruch als unzulässig verworfen ist,
3.
wenn durch das angefochtene Urteil nur über die Zulässigkeit der Klage entschieden ist,
4.
wenn im Falle eines nach Grund und Betrag streitigen Anspruchs durch das angefochtene Urteil über den Grund des Anspruchs vorab entschieden oder die Klage abgewiesen ist, es sei denn, dass der Streit über den Betrag des Anspruchs zur Entscheidung reif ist,
5.
wenn das angefochtene Urteil im Urkunden- oder Wechselprozess unter Vorbehalt der Rechte erlassen ist,
6.
wenn das angefochtene Urteil ein Versäumnisurteil ist oder
7.
wenn das angefochtene Urteil ein entgegen den Voraussetzungen des § 301 erlassenes Teilurteil ist
und eine Partei die Zurückverweisung beantragt. Im Fall der Nummer 3 hat das Berufungsgericht sämtliche Rügen zu erledigen. Im Fall der Nummer 7 bedarf es eines Antrags nicht.

(1) Anstelle von Tatbestand und Entscheidungsgründen enthält das Urteil

1.
die Bezugnahme auf die tatsächlichen Feststellungen im angefochtenen Urteil mit Darstellung etwaiger Änderungen oder Ergänzungen,
2.
eine kurze Begründung für die Abänderung, Aufhebung oder Bestätigung der angefochtenen Entscheidung.
Wird das Urteil in dem Termin, in dem die mündliche Verhandlung geschlossen worden ist, verkündet, so können die nach Satz 1 erforderlichen Darlegungen auch in das Protokoll aufgenommen werden.

(2) Die §§ 313a, 313b gelten entsprechend.

(1) Die Revision findet nur statt, wenn sie

1.
das Berufungsgericht in dem Urteil oder
2.
das Revisionsgericht auf Beschwerde gegen die Nichtzulassung
zugelassen hat.

(2) Die Revision ist zuzulassen, wenn

1.
die Rechtssache grundsätzliche Bedeutung hat oder
2.
die Fortbildung des Rechts oder die Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung eine Entscheidung des Revisionsgerichts erfordert.
Das Revisionsgericht ist an die Zulassung durch das Berufungsgericht gebunden.

Für vorläufig vollstreckbar ohne Sicherheitsleistung sind zu erklären:

1.
Urteile, die auf Grund eines Anerkenntnisses oder eines Verzichts ergehen;
2.
Versäumnisurteile und Urteile nach Lage der Akten gegen die säumige Partei gemäß § 331a;
3.
Urteile, durch die gemäß § 341 der Einspruch als unzulässig verworfen wird;
4.
Urteile, die im Urkunden-, Wechsel- oder Scheckprozess erlassen werden;
5.
Urteile, die ein Vorbehaltsurteil, das im Urkunden-, Wechsel- oder Scheckprozess erlassen wurde, für vorbehaltlos erklären;
6.
Urteile, durch die Arreste oder einstweilige Verfügungen abgelehnt oder aufgehoben werden;
7.
Urteile in Streitigkeiten zwischen dem Vermieter und dem Mieter oder Untermieter von Wohnräumen oder anderen Räumen oder zwischen dem Mieter und dem Untermieter solcher Räume wegen Überlassung, Benutzung oder Räumung, wegen Fortsetzung des Mietverhältnisses über Wohnraum auf Grund der §§ 574 bis 574b des Bürgerlichen Gesetzbuchs sowie wegen Zurückhaltung der von dem Mieter oder dem Untermieter in die Mieträume eingebrachten Sachen;
8.
Urteile, die die Verpflichtung aussprechen, Unterhalt, Renten wegen Entziehung einer Unterhaltsforderung oder Renten wegen einer Verletzung des Körpers oder der Gesundheit zu entrichten, soweit sich die Verpflichtung auf die Zeit nach der Klageerhebung und auf das ihr vorausgehende letzte Vierteljahr bezieht;
9.
Urteile nach §§ 861, 862 des Bürgerlichen Gesetzbuchs auf Wiedereinräumung des Besitzes oder auf Beseitigung oder Unterlassung einer Besitzstörung;
10.
Berufungsurteile in vermögensrechtlichen Streitigkeiten. Wird die Berufung durch Urteil oder Beschluss gemäß § 522 Absatz 2 zurückgewiesen, ist auszusprechen, dass das angefochtene Urteil ohne Sicherheitsleistung vorläufig vollstreckbar ist;
11.
andere Urteile in vermögensrechtlichen Streitigkeiten, wenn der Gegenstand der Verurteilung in der Hauptsache 1.250 Euro nicht übersteigt oder wenn nur die Entscheidung über die Kosten vollstreckbar ist und eine Vollstreckung im Wert von nicht mehr als 1.500 Euro ermöglicht.