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Diebstahl

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Strafrecht: Bandendiebstahl auch bei einem Diebstahl durch nur zwei Bandenmitglieder

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Dass ein für die Annahme einer Bande mindesten
Der BGH hat mit dem Beschluss vom 17.01.2006 (Az: 4 StR 595/05) folgendes entschieden:

Vielmehr genügte hier bereits nach dem eindeutigen Gesetzeswortlaut, dass der Angeklagte „als Mitglied einer Bande“ den Diebstahl „unter Mitwirkung eines anderen Bandenmitglieds“, nämlich Ma., ausgeführt hat (§ 244 I Nr. 2 StGB).

Die Revision des Angeklagten gegen das Urteil des LG Saarbrücken vom 1. 8. 2005 wird als unbegründet verworfen, da die Nachprüfung des Urteils auf Grund der Revisionsrechtfertigung keinen Rechtsfehler zum Nachteil des Angeklagten ergeben hat (§ 349 II StPO).

Zu Recht hat das LG den Angeklagten auch im Fall II. 2 b der Urteilsgründe des schweren Bandendiebstahls (§ 244 a I i.V. mit § 243 I Satz 2 Nr. 3 StGB) für schuldig befunden. Zwar führten in diesem Fall der Angeklagte und der Mitangeklagte Ma., die sich unter Führung des K. zu einer „Dreier-Bande“ zusammengeschlossen hatten, den Diebstahl des Anhängers am 20. 3. 2004 aus, ohne dass ihnen K., wie in den übrigen Fällen, dazu einen Auftrag erteilt oder auch nur davon Kenntnis hatte. Rechtlich zutreffend hat das LG hierin aber keinen Umstand gesehen, der der Qualifizierung dieser Tat als Bandentat entgegensteht. Dass ein für die Annahme einer Bande nach der Entscheidung des Großen Senats für Strafsachen des BGHBGHSt 46, 321 mindestens erforderliches drittes Bandenmitglied konkret in die Tatbegehung eingebunden ist, wird für die Annahme einer Bandentat nicht verlangt. Vielmehr genügte hier bereits nach dem eindeutigen Gesetzeswortlaut, dass der Angeklagte „als Mitglied einer Bande“ den Diebstahl „unter Mitwirkung eines anderen Bandenmitglieds“, nämlich Ma., ausgeführt hat (§ 244 I Nr. 2 StGB). Weitere Voraussetzung ist deshalb neben dem Mitwirkungserfordernis allein, dass die Einzeltat Ausfluss der Bandenabrede ist und nicht losgelöst davon ausschließlich im eigenen Interesse der jeweils unmittelbar Beteiligten ausgeführt wird. Denn auch dann verwirklicht sich die abstrakte Gefährlichkeit der allgemeinen deliktischen Abrede, die Rechtsgrund für die qualifizierte Strafbarkeit ist. Diesen konkreten Bezug hat das LG hier zutreffend bejaht. Denn der Angeklagte und Ma. entwendeten den Anhänger, um damit einen Mini-Bagger abzutransportieren, den zu entwenden ihnen der „Bandenchef“ aufgegeben hatte, wie es dann zwei Tage später auch geschah.