Wirtschaftsstrafrecht: Zur Kursmanipulation durch Scalping

08.11.2011

Rechtsgebiete

  • Scalping

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Anzeigen >Rechtsanwalt Dirk Streifler - Partner

Wirtschaftsrecht / Existenzgründung / Insolvenzrecht / Gesellschaftsrecht / Strafrecht
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Bei Kursmanipulation durch Scalping steht einem Geschädigten jedenfalls dann ein Schadensersatzanspruch aus § 826 BGB zu, wenn die zur Kursmanipul
Das LG Berlin hat mit dem Beschluss vom 20.05.2008 (Az: 514 AR 1/07) folgendes entschieden:

Der Begriff des Verletzten ist normspezifisch aus dem jeweiligen Funktionszusammenhang heraus zu bestimmen, nicht einheitlich für alle Normen.

Für das Akteneinsichtsrecht als Verletzter (§ 406e StPO) kommt es primär darauf an, ob dem Antragsteller Schadensersatzansprüche zustehen.

Auch ein Schadensersatzanspruch aus § 826 BGB ist geeignet, die Stellung als Verletzer im Sinne von § 406e StPO zu begründen.

Bei Kursmanipulation durch Scalping steht einem Geschädigten jedenfalls dann ein Schadensersatzanspruch aus § 826 BGB zu, wenn die zur Kursmanipulation gemachten irreführenden Angaben im Rahmen eines für den Geschädigten entgeltlichen Börseninformationsdienstes erfolgten.

Bei mehreren Taten ist dem Verletzten in der Regel Akteneinsicht in die Aktenbestandteile betreffend aller gleichartigen Taten zu gewähren, nicht nur der Tat, bei der er selbst Verletzer ist.

Die Verschwiegenheitspflicht aus § 8 Abs. 1 Satz 4 WpHG steht der Akteneinsicht an Verletzte in BaFin-Berichte nicht grundsätzlich entgegen.

Akteneinsicht an Verletze ist nur möglich, soweit der Beschuldigte bereits Akteneinsicht hatte.

Den Antragstellern ist zu Händen einer Rechtsanwältin/eines Rechtsanwaltes Akteneinsicht in folgende Aktenbestandteile zu gewähren:

- BaFin-Bericht vom 22. Februar 2005 Bl. 149-170 Bd. 4

- BaFin-Bericht vom 15. August 2007 Bl. 126-148 Bd. 4

- B aFin-Bericht vom 26. September 2007 Bl. 63-85 Bd. 5

- Interpol-Anfrage vom 11.September 2007 Bl. 174-178 Bd. 4

- Zeugenvernehmung Bl. 70-72 Sonderband 1 Finanzermittlungen

- dinglicher Arrest, Beschluss AG Tiergarten vom 26. September 2007 Bl. 28-30 Sonderband 1 Finanzermittlungen

- Erweiterung dinglicher Arrest, Beschluss AG Tiergarten vom 1. Oktober 2007 Bl. 76-78 Sonderband 1 Finanzermittlungen

Soweit in den vorgenannten Aktenbestandteilen Klarnamen (oder sonst die Identifizierung geeignete Angaben) der beteiligten Banken oder der Firmengruppe, die die vom Beschuldigten benutzten mauritischen Unternehmen vermittelt hat, vorhanden sind, sind diese vor der Gewährung von Akteneinsicht zu anonymisieren.

Die Kosten des Verfahrens über den Antrag auf gerichtliche Entscheidung und die in diesem den Antragstellern entstandenen notwendigen Auslagen trägt die Landeskasse Berlin.


Gründe

Die Staatsanwaltschaft führt seit Juni 2007 das Verfahren gegen den Beschuldigten wegen Verstoßes gegen § 38 Abs. 2 i. V. m. § 39 Abs. 1 Nr. 2 i. V. m. § 20a Abs. 1 Nr. 3 WpHG (Verbot der Marktmanipulation). Ausweislich der auf ihren Antrag ergangenen dinglichen Arreste der Ermittlungsrichter beim Amtsgericht Tiergarten legt sie dem Beschuldigten u. a. Folgendes zur Last:

Der Beschuldigte betreibe mehrere Börseninformationsdienste, insbesondere eine E-Mail-Hotline, mit denen er sich einen erheblichen Bekanntheitsgrad verschafft habe. Von Oktober 2006 bis Juni 2007 habe er über die von ihm betriebenen Börsendienste die Börsenkurse mehrerer geringwertiger Aktien, die im unregulierten Freiverkehr an deutschen Börsenplätzen gelistet seien, durch Kaufempfehlungen mittels falscher bzw. irreführender Angaben nach oben getrieben. Aus einer Kursanalyse der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ergebe sich eine tatsächliche Kurseinwirkung aufgrund seiner Empfehlungen. Aufgrund späterer Geschäftsberichte der betroffenen Gesellschaften seien die Kurse dann eingebrochen.

Der Beschuldigte habe als Bevollmächtigter eines in Mauritius ansässigen Unternehmens bei einer deutschen Privatbank vor und in der Zeit alsbald nach Beginn der jeweiligen Empfehlung Aktien der von seinen Börseninformationsdiensten empfohlenen Gesellschaften eingeliefert und diese vor dem Zusammenbruch der Kurse verkaufen lassen. Das mauritische Unternehmen sei ihm auf seinen Wunsch von der Privatbank vermittelt worden, nachdem er dieser im September 2006 die Einlieferung von Aktien avisierte, die nicht in sein privates Depot, sondern in ein Depot einer geeigneten Gesellschaft mit Sitz im Ausland gebucht werden sollten.

Das Bankhaus erstattete am 14. August 2007 eine Geldwäscheverdachtsanzeige beim örtlich zuständigen Landeskriminalamt.

Mit Beschluss des Amtsgericht Tiergarten vom 26. September 2007 wurde wegen der Empfehlung dreier Gesellschaften der dingliche Arrest in Höhe von rund 27,1 Mio. € in das Vermögen des mauritischen Unternehmens angeordnet, mit Beschluss vom 1. Oktober 2007 wurde wegen der Empfehlung von zehn weiteren Gesellschaften der dingliche Arrest um rund 18,4 Mio. € auf insgesamt rund 45,6 Mio. € erhöht. Die Beträge stellen die Verkaufserlöse dar (Bruttoprinzip). Die dinglichen Arreste ergingen zur Sicherung des staatlichen Anspruchs auf Verfall von Wertersatz.

Aufgrund von Pfändungsverfügungen der Staatsanwaltschaft Berlin vom 26. September 2007 und vom 1. Oktober 2007 sind rund 38,7 Mio. € sichergestellt.

Die Antragstellerin stellte mit Schreiben, eingegangen beim Polizeikommissariat Norden am 15. Juni 2007, Strafanzeige. Dieses Verfahren wurde von der Staatsanwaltschaft Aurich an die Staatsanwaltschaft Berlin abgegeben, wo auch zahlreiche andere Anzeigen zusammengeführt wurden. Die Anzeigeerstatterin hatte zusammen mit ihrem Ehemann zwischen Mitte Februar 2007 und Ende März 2007 20.000 Aktien einer der drei im ersten dinglichen Arrest angesprochenen Gesellschaften für rund 60 T€ gekauft (Bl. 198-200 Bd. 2) und Anfang Juni 2007 für rund 13 T€ verkauft (Bl. 197 Bd. 2). Für den Börsendienst des Beschuldigten hatte sie am 8. Januar 2007 898 € bezahlt (Bl. 201 Bd. 2).

Unter dem 14. September 2007 meldete sich für die Antragsteller deren Rechtsanwalt und beantragte Akteneinsicht gemäß § 406e StPO, was er nachfolgend näher begründete. Mit Verfügung vom 5. Oktober 2007 lehnte die Staatsanwaltschaft den Antrag ab. Die Antragsteller seien nicht Verletzte im Sinne von § 406e StPO, weil die Strafvorschriften der Kurs- und Marktpreismanipulation nicht dem unmittelbaren Schutz des einzelnen Anlegers dienten, sondern der Funktionsfähigkeit des Kapitalmarktes, also einem überindividuellen Rechtsgut.

Hiergegen beantragten die Antragsteller am 19. Oktober 2007 gerichtliche Entscheidung, der Antrag ging am 8. November 2007 bei der Kammer ein. Der Beschuldigte beantragt, den Antrag zurückzuweisen. Antragstellervertreter und Verteidiger nahmen umfassend Stellung. Auf Anregung der Kammer haben die Antragsteller ihren ursprünglich unbeschränkt gestellten Antrag auf die im Tenor genannten Aktenbestandteile beschränkt.

Der gemäß § 406e Abs. 4 Satz 2 i. V. m. § 161a Abs. 3 Sätze 2 und 3 StPO zulässige Antrag ist, soweit er nicht zurückgenommen wurde, gemäß § 406e Abs. 1 Satz 1, Abs. 2 Satz 1 StPO begründet.

Zwar haben Staatsanwaltschaft und Verteidigung zutreffend darauf hingewiesen, dass dem Beschuldigten keine Tat zur Last gelegt wird, bei der die verletzte Strafnorm die Antragsteller unmittelbar schützt:

§ 20a WpHG (Verbot der Marktmanipulation) ist keine Norm, die den Schutz von Anlegern bezweckt.

§ 264a StGB (Kapitalanlagebetrug) schützt zwar die Adressaten der dort bezeichneten Werbematerialien. Allerdings erfolgte die Werbung des Beschuldigten für die Wertpapiere nicht „im Zusammenhang mit dem Vertrieb“ der Aktien. Bei Aktien kann Vertrieb begrifflich nur vorliegen bei einer Emission (Zeichnung bei Gründung, Kapitalerhöhung, Börsengang). Dies ergibt sich zum einen aus dem Zweck und der Konzeption des § 264a StGB, gerade auch in Abgrenzung zu den Vorschriften des WpHG, zum anderen wäre sonst praktisch jede falsche Ad-hoc-Mitteilung in Bezug auf den börslichen Aktienhandel ein Kapitalanlagebetrug.

Ob sich die Werbemaßnahmen des Beschuldigten - wie es für § 264a StGB erforderlich wäre - an einen unbestimmten Personenkreis richteten oder nur an (wenn auch viele) individuell bestimmte Einzelpersonen, kann daneben offen bleiben.

§ 263 StGB (Betrug) schützt zwar die Getäuschten, allerdings ist dieser Tatbestand durch die Handlungen des Beschuldigten nicht erfüllt, weil zwischen Schaden und Bereicherung keine Stoffgleichheit besteht, worauf bereits die Staatsanwaltschaft zutreffend abgestellt hat.

Darauf kommt es jedoch nach Auffassung der Kammer nicht entscheidend an. Denn der Begriff des „Verletzten“ ist normspezifisch aus dem jeweiligen Funktionszusammenhang heraus zu bestimmen, nicht einheitlich für alle Normen, in denen er vorkommt.

Der Begriff des Verletzten findet sich außer bei § 406e StPO (Akteneinsichtsrecht) namentlich bei § 172 Abs. 1 StPO (Klageerzwingungsverfahren), bei § 374 StPO (Privatklageverfahren), bei § 395 StPO (Nebenklage), bei § 403 StPO (Adhäsionsverfahren) sowie bei § 73 Abs. 1 Satz 2 StGB (kein Verfall bei Schadenersatzansprüchen).

§ 406e StPO ist durch das Opferschutzgesetz vom 18. Dezember 1986 in die StPO eingefügt worden. Zum Begriff des Verletzten ist in den Materialien ausgeführt:

„Wie das geltende Recht sieht auch der Entwurf davon ab, den Begriff des Verletzten zu bestimmen. Es ist heute weitgehend anerkannt, dass es einen einheitlichen Verletztenbegriff im Strafverfahrensrecht nicht gibt, sondern dass dieser aus dem jeweiligen Funktionszusammenhang heraus zu bestimmen ist. Dabei haben sich bei unterschiedlichen dogmatischen Ausgangspunkten namentlich zu § 172 im Ergebnis die Auffassungen so angenähert, dass in einem großen Kernbereich in der Praxis weitgehende Übereinstimmung besteht, wer als Verletzter anzusehen ist. Die nähere Bestimmung des Verletzten in Grenzbereichen sollte der Rechtsprechung überlassen bleiben; eine notwendigerweise generalisierende gesetzliche Regelung könnte, wie auch ausländische Regelungen zeigen, zu einer größeren Rechtssicherheit nicht nennenswert beitragen.“

In diesem Sinne sieht die Kammer den Funktionszusammenhang des Verletztenbegriffs bei § 172 StPO in der Bestimmung der Beschwerde-/Antragsbefugnis und damit insbesondere im Ausschluss der Popularklage. Ähnliches gilt bei der Nebenklage (sowie bei der praktisch bedeutungslosen Privatklage). Bei § 73 Abs. 1 Satz 2 StGB geht es primär darum, den Beschuldigten vor doppelter Inanspruchnahme zu schützen; er soll zwar keine Vorteile der Tat behalten dürfen, jedoch diese nur einmal, nicht doppelt herausgeben müssen, denn der Verfall ist nach herrschender Meinung keine Nebenstrafe, sondern als quasi-kondiktionelle Ausgleichsmaßnahme (Gewinnabschöpfung) eine Maßnahme eigener Art, die auch gegenüber ohne Schuld handelnden Tätern und unbeteiligten Dritten angewendet werden muss. Lediglich als Rechtsreflex wird hierbei der Verletzte davor bewahrt, dass dem Täter möglicherweise die finanziellen Mittel entzogen würden, mit denen er die Schadensersatzansprüche des Verletzten befriedigen könnte. Beim Adhäsionsverfahren soll dem Verletzten ermöglicht werden, seine zivilrechtlichen Schadenersatzansprüche schon und auf einfache Weise im Strafverfahren geltend zu machen.

In dieser Reihe sieht die Kammer die Funktion des Akteneinsichtsrechts des Verletzten ganz primär darin, diesem die Verfolgung seiner Schadenersatzansprüche zu ermöglichen. Auch das Bundesverfassungsgericht geht in seinem der Verfassungsbeschwerde eines Beschuldigten gegen die Akteneinsicht gewährende Entscheidung des Landgerichts Hildesheim betreffend einen Fall von Insiderhandel stattgebenden Kammerbeschluss (ohne dies näher zu erörtern) anscheinend als selbstverständlich davon aus.

Dieser Funktionszusammenhang gilt jedenfalls dann, wenn die zugrunde liegende Tat im allerweitesten Sinne den Eigentums- und Vermögensdelikten zuzurechnen ist. Denn häufig kann ein Verletzter eine Zivilklage nur mittels der Erkenntnisse aus der strafprozessualen Akteneinsicht überhaupt substantiieren und Beweis antreten. Nicht immer zwingend, aber bei die Vermögenssphäre berührenden Taten häufig und typischerweise ist dem Verletzten die Substantiierung und Beweisführung ohne vorgängige Akteneinsicht schlechterdings unmöglich. Daraus ergibt sich, dass der Begriff des Verletzten bei § 406e StPO weitestgehend danach abzugrenzen ist, ob derjenige, der seine Verletzteneigenschaft behauptet, durch die Tat - die Erhärtung des Tatverdachts im weiteren Ermittlungsverfahren unterstellt - Schadenersatzansprüche hat. Der Verletztenbegriff ist daher bei § 406e StPO demjenigen bei § 403 StPO am nächsten, während bei § 172 StPO aufgrund der Funktion des Ausschlusses der Popularklage ein engerer, eher am Schutzzweck der Strafnorm orientierter Verletztenbegriff geboten ist. Es ist allgemein anerkannt, dass der Verletztenbegriff bei § 403 StPO weiter ist als bei § 172 StPO. Es wäre aber sinnwidrig, dem in diesem Sinne Verletzten einerseits zu gestatten, Schadenersatzsprüche im Strafverfahren durch einen Adhäsionsantrag geltend zu machen, ihm aber andererseits zu verwehren, vorgängig durch Akteneinsicht in die Ermittlungsakte etwaige Schadenersatzansprüche zu verifizieren und ihm eine Substantiierung zu ermöglichen, zumal ihm nach allgemeiner Meinung das Adhäsionsverfahren wahlweise, also zusätzlich zum gewöhnlichen Zivilprozess zur Verfügung stehen soll und nicht verdrängend an dessen Stelle. Auch kann dem Verletzten in der Regel nicht zugemutet werden, mit der Geltendmachung von Schadenersatzansprüchen das oft lange dauernde Strafverfahren abzuwarten. Schließlich ist die immer wieder zutage tretende Intention des Gesetzgebers, die Beteiligungsmöglichkeiten und Rechte von Opfern in Strafverfahren zu stärken (vgl. z. B. Opferrechtsreformgesetzes vom 24. Juni 2004), mit zu bedenken.

Soweit der Verletztenbegriff bei § 406e StPO damit an zivilrechtlichen Schadenersatzansprüchen und somit nicht mehr unmittelbar am verwirklichten Straftatbestand anknüpft, ist darauf hinzuweisen, dass eine solche Verknüpfung - jedenfalls nach Auffassung des 5. Strafsenats des BGH - auch bei § 73 Abs. 1 Satz 2 StGB und damit für eine weitere Norm, die den Begriff des Verletzten verwendet, nicht besteht. Aus dem Sinn und Zweck der Verfallsvorschriften ergibt sich hiernach, dass der Anspruch der verletzten Dritten nicht unmittelbar an den verwirklichten Straftatbestand anknüpfen muss. Entscheidend ist vielmehr, ob eine zwingende innere Verknüpfung zwischen dem aus der Tat erlangten Vorteil und dem ersatzfähigen Schaden eines Dritten besteht.

Zwar haben die Antragsteller weder einen Schadenersatzanspruch aus § 823 Abs. 2 BGB i. V. m. § 20a WpHG, weil § 20a WpHG kein Schutzgesetz ist, noch aus § 823 Abs. 2 BGB i. v. m. § 264a oder § 263 StGB, weil deren tatbestandliche Voraussetzungen nicht gegeben sind.

Jedoch haben sie einen Schadenersatzanspruch aus § 826 BGB.

§ 826 BGB ist als Anspruchsgrundlage anerkannt für die persönliche Haftung von Mitgliedern des Vorstands einer Aktiengesellschaft für vorsätzlich fehlerhafte Ad-hoc-Mitteilungen und somit für Fälle des § 38 Abs. 2 i. V. m. § 39 Abs. 2 Nr. 11 i. V. m. § 20a Abs. 1 Nr. 1 WpHG. Für die Fälle von Kursmanipulation, § 38 Abs. 2 i. V. m. § 39 Abs. 1 Nr. 2 i. V. m. § 20a Abs. 1 Nr. 3 WpHG, fehlt bisher, soweit ersichtlich, jegliche zivilrechtliche wie strafrechtliche Rechtsprechung.

Die Kammer ist der Auffassung, dass die vom BGH entwickelten Grundsätze dazu führen, dass auch in Fällen von Kursmanipulation § 826 BGB Platz greift. Der 2. Zivilsenat hat unter Berufung auf die Gesetzesmaterialien ausgeführt, dass ein Haftungsausschluss in Fällen betrügerischer oder sittenwidriger Schädigung Dritter mit den Grundsätzen der Rechtsordnung nicht vereinbar wäre. Der Täter brauche nicht im Einzelnen zu wissen, welche oder wie viele Personen durch sein Verhalten geschädigt werden; vielmehr reiche es aus, dass er die Richtung, in der sich sein Verhalten zum Schaden irgendwelcher anderer auswirken könnte, und die Art des möglicherweise eintretenden Schadens vorausgesehen oder mindestens billigend in Kauf genommen hat. Freilich genüge weder der Verstoß gegen gesetzliche Vorschriften als solcher noch der Umstand der Hervorrufung eines Vermögensschadens als solcher für das Verdikt der Sittenwidrigkeit. Vielmehr müsse sich die besondere Verwerflichkeit des Verhaltens aus dem verfolgten Ziel, den eingesetzten Mitteln, der zutage getretenen Gesinnung oder den eingetretenen Folgen ergeben. Allerdings indiziere die direkt vorsätzliche unlautere Beeinflussung des Sekundärmarktpublikums die Verwerflichkeit, weil ein solches Handeln derart gegen die Mindestanforderungen im Rechtsverkehr auf dem Kapitalmarkt verstoße, dass ein Ausgleich der bei den einzelnen Marktteilnehmern verursachten Vermögensschäden geboten erscheine. Zu beachten sei dabei im vom BGH entschiedenen Fall gewesen, dass die Täter durch das „Pushen“ der Kurse auch „eigene Zwecke“ verfolgt haben, da sie selbst entsprechende Aktienpakete besessen und mit deren Verkauf den höheren Kurs ausgenutzt und daher zumindest mittelbar selbst profitiert hätten.

Nach diesen Grundsätzen ist ein Schadenersatzanspruch aus § 826 BGB gegeben. Für die Bejahung der Sittenwidrigkeit sind für die Kammer dabei zwei Umstände von besonderer Bedeutung: Zum einen hat der Beschuldigte durch die eigenen Verkäufe erheblich von seinem Kursbetrug profitiert, was zur Erfüllung des strafrechtlichen Tatbestandes gar nicht erforderlich wäre, d. h. er hat im Sinne der vorgenannten Rechtsprechung des BGH mit dem Kursbetrug „eigene Zwecke“ verfolgt. Zum anderen ist der Beschuldigte durch seinen entgeltlichen Börseninformationsdienst mit den Antragstellern eine individuelle privatrechtliche Rechtsbeziehung eingegangen und hat dadurch bei den Antragstellern besonderes Vertrauen erweckt. Es kann offen bleiben, ob bei Geschädigten, die nur durch öffentliche Auftritte des Beschuldigten, z. B. im Fernsehen oder bei öffentlichen Vortragsveranstaltungen, oder durch Kenntnisnahme von den Inhalten des Börseninformationsdienstes, ohne Vertragspartner zu sein, etwa durch Lektüre bei Bekannten oder infolge Weiterleitung der Emails, von seinen Empfehlungen Kenntnis erhalten haben, mangels eines entsprechenden Vertrauensverhältnisses die Sittenwidrigkeit der Schädigung bejaht werden kann. Jedenfalls bei den Vertragspartnern des Börseninformationsdienstes des Beschuldigten, die ihm für seine Ratschläge auch noch ein Entgelt bezahlt haben, kann nach Auffassung der Kammer an der Sittenwidrigkeit der Schädigung und damit an dem Bestehen eines Schadenersatzanspruches aus § 826 BGB kein Zweifel bestehen.

Die Antragsteller haben durch Vorlage ihres E-Mail-Schriftwechsels mit dem Beschuldigten schließlich auch im Einzelnen dargelegt, dass dessen Empfehlungen im Rahmen seines Börseninformationsdienstes kaufentscheidungsverursachend waren.

Auch ein Schadenersatzanspruch aus § 826 BGB ist geeignet, die Stellung als „Verletzter“ im Sinne von § 406e StPO zu begründen. Die oben unter 3. dargelegten Erwägungen ergeben keine Beschränkung der Herleitung der Verletzteneigenschaft auf bestimmte Anspruchsgrundlagen; sie schließen insbesondere § 826 BGB nicht als geeignete Anspruchsgrundlage aus. Auch das BVerfG hat - zwar nur obiter dictum, gleichwohl ausdrücklich - darauf hingewiesen, dass ein Anspruch nach § 826 BGB zur Begründung des Akteneinsichtsrechts nach § 406e StPO in Frage kommt.

Die Gewährung von Akteneinsicht an Verletzte erfordert eine Abwägung der berechtigten Interessen des Verletzten mit den schutzwürdigen Interessen des Betroffenen (so bereits § 406e Abs. 1 Satz 1 i. V. m. Abs. 2 Satz 1 StPO). Dabei ist insbesondere das Grundrecht des Beschuldigten auf informationelle Selbstbestimmung zu beachten sowie zu bedenken, dass die einmal gewährte Akteneinsicht unter dem Aspekt des Eingriffs in dieses Recht irreversibel ist, während die zunächst verweigerte Gewährung von Akteneinsicht ggf. auch zu einem späteren Zeitpunkt noch erfolgen kann. Ferner ist der Verdachtsgrad des Tatverdachts zu berücksichtigen und das Ausmaß einer Missbrauchsgefahr durch diejenigen, zu deren Gunsten die Akteneinsicht anzuordnen wäre.

Die Kammer lässt sich dabei von folgenden Erwägungen leiten:

Die Geschädigten einer Tat wie der vorliegenden können deliktische Schadenersatzansprüche ohne Einsicht in die Ermittlungsakte, insbesondere ohne Kenntnis der BaFin-Berichte, die die Kursbeeinflussungseignung der vom Beschuldigten gegebenen Empfehlungen belegen, praktisch nicht substantiieren. Da vertragliche Schadenersatzansprüche gemäß § 280 Abs. 1 BGB aus dem Gesichtspunkt der positiven Forderungsverletzung des zwischen den Parteien bestehenden Abonnementvertrages hinsichtlich des Börseninformationsdienstes äußerst fraglich sind, weil die Sorgfaltspflichten gerade bei Empfehlungen mit offensichtlich spekulativem Charakter nach der zivilrechtlichen Rechtsprechung nicht überspannt werden dürfen, Empfehlungen grundsätzlich immer einen interpretativen, keinen rein informativen Charakter haben und überdies der Beschuldigte in seinen AGB darauf hingewiesen hat, dass er keine Garantie für Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit übernehme, hängt die halbwegs rechtssichere Geltendmachung von Schadenersatzansprüchen aber vom Vortrag der Voraussetzungen des § 826 BGB ab. Die Durchsetzung von Schadenersatzansprüchen ist damit nahezu an die Möglichkeit der Akteneinsicht gekoppelt.

Aus den bisherigen Erkenntnissen des Ermittlungsverfahrens, namentlich der BaFin-Berichte, der Geldwäscheverdachtsanzeige und der Angaben des Zeugen ... ergibt sich ein hoher Verdachtsgrad, der tendenziell als dringend einzuschätzen ist.

Die Verletzten haben auch ein nachvollziehbares Interesse an einer baldigen Geltendmachung von Schadenersatzansprüchen, ggf. auch durch zivilrechtlichen dinglichen Arrest. Denn nach gesicherter kriminologischer Erkenntnis haben Wirtschaftsstraftäter die Tendenz, erlangte Vermögenswerte beiseite zu schaffen. Der auf Antrag der Staatsanwaltschaft angeordnete dingliche Arrest sowie die von ihr ausgebrachten Pfändungen nützen den Antragstellern - jedenfalls bisher - nichts, denn sie sind nicht zur Rückgewinnungshilfe, sondern zur Sicherung des staatlichen Anspruchs auf Verfall von Wertersatz ergangen. Außerdem ändern sie nichts daran, dass zwischen mehreren Gläubigern grundsätzlich das Prioritätsprinzip gilt, auch zwischen mehreren Verletzten einer Straftat, und es ist bisher keineswegs abzusehen, auf welche Höhe sich die Schadenersatzansprüche der sicherlich zahlreichen Geschädigten letztendlich summieren werden und ob die gepfändeten Forderungen zur Befriedigung aller ausreichen. Schließlich können strafprozessuale Sicherungsmaßnahmen prinzipiell jederzeit, z. B. auf Antrag des Beschuldigten wegen Unverhältnismäßigkeit infolge Zeitablaufes, aufgehoben werden.

Schließlich ist die Grundsatzentscheidung des Gesetzgebers zu berücksichtigen, der das Akteneinsichtsrecht in § 406e StPO nicht davon abhängig gemacht hat, dass ein rechtskräftiges Urteil, auch nur ein erstinstanzliches Urteil, ja nicht einmal eine Anklageschrift vorliegt, auch keinen besonderen Verdachtsgrad oder einen bestimmten Fortschritt des Ermittlungsverfahrens zur Voraussetzung gemacht hat. Nach der Grundintention des Gesetzgebers genügt ein einfacher Tatverdacht in der Regel, um das Akteneinsichtsrecht zu begründen.

Die Kammer verkennt nicht, dass die Gewährung von Akteneinsicht ein Missbrauchspotential birgt. Der Rechtsanwalt der Antragsteller könnte die erhaltenen Informationen statt nur für die konkreten Antragsteller auch unzulässigerweise für andere Mandanten verwenden oder gar zu Werbezwecken missbrauchen. Der dadurch dem Beschuldigten entstehende Schaden würde durch die diesem zur Seite stehenden Schadenersatzansprüche (§ 823 Abs. 2 BGB i. V. m. § 477 Abs. 5 StPO i. V. m. § 406e Abs. 6 StPO) nur unzureichend kompensiert werden. Indes fehlen genügende tatsächliche Anhaltspunkte für ein solches Verhalten des Antragstellervertreters, der wie der Verteidiger ein Organ der Rechtspflege ist, um den an und für sich überwiegenden Interessen der Antragsteller entgegen zu stehen.

Auch wenn hiernach Akteneinsicht grundsätzlich zu gewähren ist, bedarf es gleichwohl noch einer näheren Bestimmung des Umfangs der Akteneinsicht, denn die vorgenannte Abwägung kann für verschiedene Aktenbestandteile unterschiedlich ausfallen. Dabei ist insbesondere zu prüfen, welcher Aktenbestandteile ein Verletzter zur Substantiierung seiner Schadenersatzansprüche bedarf und welche Eingriffsintensität in das Recht auf informationelle Selbstbestimmung des Beschuldigten von dem Bekanntwerden der jeweiligen Informationen ausgeht und wie tatnah oder tatfern die Informationen im Einzelnen sind.

Hingegen ist nach Auffassung der Kammer die Akteneinsicht nicht auf diejenigen Aktenbestandteile, insbesondere diejenigen Teile der BaFin-Berichte zu beschränken, die die Aktien derjenigen einen Gesellschaft betreffen, von denen die Antragsteller empfehlungsgemäß gekauft haben, und die Aktenbestandteile mit Informationen hinsichtlich der übrigen zwölf Gesellschaften auszunehmen. Denn im Rahmen einer strafprozessualen Beweiswürdigung ist es selbstredend von Belang, ob der mutmaßliche Täter einmal oder mehrfach ähnlich gehandelt hat. Aus einer Tat können Rückschlüsse auf andere vergleichbare Taten gezogen werden und umgekehrt. Die strafprozessuale Beweiswürdigung setzt eine umfassende Zusammenschau aller Indizien voraus.

Gleiches gilt jedoch auch für die zivilprozessuale Beweiswürdigung und damit bereits für die Substantiierung in einer Zivilklage. Auch hier kann die Darlegung bzw. der Beweis des Tatbestandes einer Kursmanipulation oder der Sittenwidrigkeit i. S. v. § 826 BGB von der umfassenden Zusammenschau abhängen, häufig wird dies der Fall sein. Es wäre daher vor dem Hintergrund des Zweckes der Akteneinsicht falsch, diese auf nur eine von mehreren gleichartigen Taten zu beschränken. Eine Trennung käme nach Auffassung der Kammer nur dann in Betracht, wenn einem Beschuldigten in einem Ermittlungsverfahren mehrere verschiedenartige, sachlich gänzlich trennbare Vorwürfe gemacht würden; dann hätte der Verletzte einer Tat kein berechtigtes Interesse mehr an der Erlangung von Informationen über die anderen Taten und würde das Datenschutzinteresse des Beschuldigten überwiegen.

Unter Berücksichtigung dieser Grundsätze ist die Gewährung von Akteneinsicht in die im Tenor genannten Aktenbestandteile geboten.

Dabei war anzuordnen, die Namen der beteiligten Banken und der in Deutschland ansässigen Firmengruppe, die darauf spezialisiert ist, als Serviceleistung für Geschäftspartner Offshore-Gesellschaften zu gründen und zu betreiben, zu anonymisieren, denn deren Interessen könnten berührt sein und sie sind bisher zur Frage der Akteneinsicht noch nicht angehört worden. Hingegen bedurfte es der Anonymisierung der beiden in Mauritius ansässigen Unternehmen nicht. Diese sind mutmaßliche Tatmittel des Beschuldigten. Es ist nicht ersichtlich, wie deren schutzwürdige Interessen berührt sein könnten.

Soweit unter den Aktenbestandteilen, in denen Akteneinsicht gewährt wird, auch die BaFin-Berichte sind - als für die Antragsteller praktisch bedeutsamster Aktenbestandteil -, steht § 8 Abs. 1 Satz 4 WpHG der Gewährung von Akteneinsicht nicht entgegen.

Denn diese Verschwiegenheitspflicht stellt zum einen keine absolute Schranke dar, sondern ist im Rahmen der jeweiligen Verfahrensordnungen auszulegen. So hält beispielsweise Dreyling sogar die Veröffentlichung entsprechender Daten für zulässig, wenn eine Anklage zur Hauptverhandlung zugelassen wurde. Nach Auffassung des VG Frankfurt steht § 8 WpHG einer Auskunftserteilung nach dem Informationsfreiheitsgesetz nicht grundsätzlich entgegen, vielmehr bedürfe es einer Abwägung im Einzelfall.

Auch hinsichtlich des Steuergeheimnisses (§ 30 AO), das ähnlich § 8 WpHG dem Datenschutz der Betroffenen gilt, ist anerkannt, dass der Öffentlichkeitsgrundsatz des Strafprozesses (§ 169 GVG) dem Geheimhaltungsschutz des Betroffenen vorgeht.

Zum anderen gehört auch die Gewährung von Akteneinsicht an einen Verletzten zu den Aufgaben der Strafverfolgungsbehörden. § 8 Abs. 1 Satz 3 Nr. 1 WpHG erlaubt dem BaFin die Weitergabe von Daten an die Strafverfolgungsbehörden und die für Strafsachen zuständigen Gerichte „zur Erfüllung ihrer Aufgaben“. Was deren Aufgaben sind, bestimmt die StPO. Das fünfte Buch der StPO betreffend die Beteiligung des Verletzten am Verfahren ist ein integraler Bestandteil der StPO. Somit zählen auch das Adhäsionsverfahren und die Akteneinsicht für Verletzte entgegen der Auffassung des Beschuldigten zu den regulären Aufgaben der Strafverfolgungsorgane. Die gegenteilige Auffassung hätte zur Konsequenz, dass im Falle eines Adhäsionsantrages bei der Frage der Zuerkennung von Schadenersatz, im Gegensatz zur Schuldfrage, BaFin-Berichte nicht gewürdigt werden dürften, der Strafrichter also in einer einheitlichen Entscheidung zwei Beweiswürdigungen auf verschiedener Tatsachengrundlage treffen müsste. Dies liegt nach Auffassung der Kammer fern. Es ist nichts dafür ersichtlich, dass der Gesetzgeber, soweit er die Übermittlung von Daten vom BaFin an die Strafverfolgungsorgane zuließ, deren Verwendung für Aufgaben nach dem fünften Buch der StPO ausgenommen sehen wollte.

Stellt § 8 Abs. 1 Satz 4 WpHG hiernach keine absolute Schranke dar, ist der Geheimhaltungsschutz also nur relativ und in der Abwägung zu berücksichtigen. § 8 WpHG hat daher neben § 406e Abs. 1 Satz 1 und Abs. 2 Satz 1 StPO keine selbstständige Bedeutung, denn das Geheimhaltungsinteresse des Beschuldigten ist sowieso zu berücksichtigen und ist berücksichtigt worden. § 8 WpHG gibt daher allenfalls einen Hinweis auf die besondere Sensibilität der in den BaFin-Berichten enthaltenen Daten. Diese versteht sich allerdings von selbst. Das Interesse der Antragsteller überwiegt gleichwohl, weil gerade diese Daten zur Substantiierung der Schadenersatzansprüche erforderlich sind. Ohne die BaFin-Datenauswertung ist die Darlegung einer Kursmanipulation und damit die Substantiierung eines deliktischen Schadenersatzanspruches nicht möglich; eine auf andere Aktenbestandteile beschränkte Akteneinsicht wäre für die Antragsteller unter dem Gesichtspunkt der Durchsetzung von Schadenersatzansprüchen praktisch wertlos.

Die Kammer ist schließlich der Auffassung, dass Akteneinsicht an Verletzte nur gewährt werden kann, soweit der Beschuldigte bereits Akteneinsicht hatte. Dies ergibt sich aus dem Gebot des fairen Verfahrens und dem Grundsatz der Waffengleichheit. Der Beschuldigte hatte jedoch in die Hauptakte inzwischen unbeschränkte Akteneinsicht und in die Sonderbände Finanzermittlungen jedenfalls soweit, wie die Antragsteller noch Akteneinsicht begehren.

Die Kammer weist die Antragsteller selbst wie ihren Rechtsanwalt vorsorglich auf die Verwendungsbeschränkung gemäß § 477 Abs. 5 i. V. m. § 406e Abs. 6 StPO hin. Die durch die Akteneinsicht erlangten Informationen und Unterlagen dürfen allein für Zwecke der Durchsetzung von Schadenersatzansprüchen allein der Antragsteller verwendet werden. Eine Verwendung für andere Zwecke oder andere Geschädigte, eine Weitergabe der Daten an andere Personen oder die Werbung mit ihrer Kenntnis ist unzulässig.

Die Kostenentscheidung und die Auslagenentscheidung bezüglich der Antragsteller folgt aus § 473 Abs. 3 i. V. m. 161a Abs. 3 Satz 3 i. V. m. § 406e Abs. 4 Satz 2 StPO. Über die Auslagen des Beschuldigten war nicht zu befinden, weil die Entscheidung aus dessen Sicht nicht verfahrensabschließend ist (§ 464 Abs. 2 StPO).


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Erster Teil Einleitende Vorschriften Erster Abschnitt Anwendungsbereich § 1 Anwendungsbereich (1) Dieses Gesetz gilt für alle Steuern einschließlich der Steuervergütungen, die durch Bundesrecht...

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(1) Von Börsen und Betreibern von Märkten, an denen Finanzinstrumente gehandelt werden, kann die Bundesanstalt insbesondere verlangen, dass die Daten, die zur Erfüllung der Aufgaben der Bundesanstalt nach § 54, nach Artikel 4 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014, nach Artikel 27 der Verordnung (EU) Nr. 600/2014 und den auf Grundlage dieser Artikel sowie den auf Grundlage von Artikel 57 der Richtlinie 2014/65/EU erlassenen delegierten Rechtsakten und Durchführungsrechtsakten erforderlich sind, in standardisierter und elektronischer Form übermittelt werden. Die Bundesanstalt kann, insbesondere auf Grund der Meldungen, die sie nach Artikel 4 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 erhält, auf ihrer Internetseite Informationen dazu veröffentlichen, welcher Emittent beantragt oder genehmigt hat, dass seine Finanzinstrumente auf einem Handelsplatz gehandelt oder zum Handel zugelassen werden und welche Finanzinstrumente dies betrifft.

(2) Von Marktteilnehmern, die an Spotmärkten im Sinne des Artikels 3 Absatz 1 Nummer 16 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 tätig sind, kann die Bundesanstalt insbesondere Auskünfte und die Meldung von Geschäften in Warenderivaten verlangen, soweit dies auf Grund von Anhaltspunkten für die Überwachung der Einhaltung eines Verbots nach den Artikeln 14 und 15 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 in Bezug auf Warenderivate erforderlich ist. Der Bundesanstalt ist unter den Voraussetzungen des Satzes 1 ferner der direkte Zugriff auf die Handelssysteme von Händlern zu gewähren. Die Bundesanstalt kann verlangen, dass die Informationen nach Satz 1 in standardisierter Form übermittelt werden. § 6 Absatz 15 gilt entsprechend.

(3) Das Bundesministerium der Finanzen kann durch Rechtsverordnung, die nicht der Zustimmung des Bundesrates bedarf, nähere Bestimmungen über Inhalt, Art, Umfang und Form der nach Absatz 1 Satz 1 und Absatz 2 zu übermittelnden Mitteilungen und über die zulässigen Datenträger und Übertragungswege sowie zu Form, Inhalt, Umfang und Darstellung der Veröffentlichung nach Absatz 1 Satz 2 erlassen. Das Bundesministerium der Finanzen kann die Ermächtigung durch Rechtsverordnung auf die Bundesanstalt übertragen.

Wer in einer gegen die guten Sitten verstoßenden Weise einem anderen vorsätzlich Schaden zufügt, ist dem anderen zum Ersatz des Schadens verpflichtet.

(1) Wer in der Absicht, sich oder einem Dritten einen rechtswidrigen Vermögensvorteil zu verschaffen, das Vermögen eines anderen dadurch beschädigt, daß er durch Vorspiegelung falscher oder durch Entstellung oder Unterdrückung wahrer Tatsachen einen Irrtum erregt oder unterhält, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

(2) Der Versuch ist strafbar.

(3) In besonders schweren Fällen ist die Strafe Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren. Ein besonders schwerer Fall liegt in der Regel vor, wenn der Täter

1.
gewerbsmäßig oder als Mitglied einer Bande handelt, die sich zur fortgesetzten Begehung von Urkundenfälschung oder Betrug verbunden hat,
2.
einen Vermögensverlust großen Ausmaßes herbeiführt oder in der Absicht handelt, durch die fortgesetzte Begehung von Betrug eine große Zahl von Menschen in die Gefahr des Verlustes von Vermögenswerten zu bringen,
3.
eine andere Person in wirtschaftliche Not bringt,
4.
seine Befugnisse oder seine Stellung als Amtsträger oder Europäischer Amtsträger mißbraucht oder
5.
einen Versicherungsfall vortäuscht, nachdem er oder ein anderer zu diesem Zweck eine Sache von bedeutendem Wert in Brand gesetzt oder durch eine Brandlegung ganz oder teilweise zerstört oder ein Schiff zum Sinken oder Stranden gebracht hat.

(4) § 243 Abs. 2 sowie die §§ 247 und 248a gelten entsprechend.

(5) Mit Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren, in minder schweren Fällen mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren wird bestraft, wer den Betrug als Mitglied einer Bande, die sich zur fortgesetzten Begehung von Straftaten nach den §§ 263 bis 264 oder 267 bis 269 verbunden hat, gewerbsmäßig begeht.

(6) Das Gericht kann Führungsaufsicht anordnen (§ 68 Abs. 1).

(7) (weggefallen)

(1) Für den Verletzten kann ein Rechtsanwalt die Akten, die dem Gericht vorliegen oder diesem im Falle der Erhebung der öffentlichen Klage vorzulegen wären, einsehen sowie amtlich verwahrte Beweisstücke besichtigen, soweit er hierfür ein berechtigtes Interesse darlegt. In den in § 395 genannten Fällen bedarf es der Darlegung eines berechtigten Interesses nicht.

(2) Die Einsicht in die Akten ist zu versagen, soweit überwiegende schutzwürdige Interessen des Beschuldigten oder anderer Personen entgegenstehen. Sie kann versagt werden, soweit der Untersuchungszweck, auch in einem anderen Strafverfahren, gefährdet erscheint. Sie kann auch versagt werden, wenn durch sie das Verfahren erheblich verzögert würde, es sei denn, dass die Staatsanwaltschaft in den in § 395 genannten Fällen den Abschluss der Ermittlungen in den Akten vermerkt hat.

(3) Der Verletzte, der nicht durch einen Rechtsanwalt vertreten wird, ist in entsprechender Anwendung der Absätze 1 und 2 befugt, die Akten einzusehen und amtlich verwahrte Beweisstücke unter Aufsicht zu besichtigen. Werden die Akten nicht elektronisch geführt, können ihm an Stelle der Einsichtnahme in die Akten Kopien aus den Akten übermittelt werden. § 480 Absatz 1 Satz 3 und 4 gilt entsprechend.

(4) Über die Gewährung der Akteneinsicht entscheidet im vorbereitenden Verfahren und nach rechtskräftigem Abschluß des Verfahrens die Staatsanwaltschaft, im übrigen der Vorsitzende des mit der Sache befaßten Gerichts. Gegen die Entscheidung der Staatsanwaltschaft nach Satz 1 kann gerichtliche Entscheidung durch das nach § 162 zuständige Gericht beantragt werden. Die §§ 297 bis 300, 302, 306 bis 309, 311a und 473a gelten entsprechend. Die Entscheidung des Gerichts ist unanfechtbar, solange die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen sind. Diese Entscheidungen werden nicht mit Gründen versehen, soweit durch deren Offenlegung der Untersuchungszweck gefährdet werden könnte.

(5) (weggefallen)

(6) (weggefallen)

(1) Ist der Antragsteller zugleich der Verletzte, so steht ihm gegen den Bescheid nach § 171 binnen zwei Wochen nach der Bekanntmachung die Beschwerde an den vorgesetzten Beamten der Staatsanwaltschaft zu. Durch die Einlegung der Beschwerde bei der Staatsanwaltschaft wird die Frist gewahrt. Sie läuft nicht, wenn die Belehrung nach § 171 Satz 2 unterblieben ist.

(2) Gegen den ablehnenden Bescheid des vorgesetzten Beamten der Staatsanwaltschaft kann der Antragsteller binnen einem Monat nach der Bekanntmachung gerichtliche Entscheidung beantragen. Hierüber und über die dafür vorgesehene Form ist er zu belehren; die Frist läuft nicht, wenn die Belehrung unterblieben ist. Der Antrag ist nicht zulässig, wenn das Verfahren ausschließlich eine Straftat zum Gegenstand hat, die vom Verletzten im Wege der Privatklage verfolgt werden kann, oder wenn die Staatsanwaltschaft nach § 153 Abs. 1, § 153a Abs. 1 Satz 1, 7 oder § 153b Abs. 1 von der Verfolgung der Tat abgesehen hat; dasselbe gilt in den Fällen der §§ 153c bis 154 Abs. 1 sowie der §§ 154b und 154c.

(3) Der Antrag auf gerichtliche Entscheidung muß die Tatsachen, welche die Erhebung der öffentlichen Klage begründen sollen, und die Beweismittel angeben. Er muß von einem Rechtsanwalt unterzeichnet sein; für die Prozeßkostenhilfe gelten dieselben Vorschriften wie in bürgerlichen Rechtsstreitigkeiten. Der Antrag ist bei dem für die Entscheidung zuständigen Gericht einzureichen.

(4) Zur Entscheidung über den Antrag ist das Oberlandesgericht zuständig. Die §§ 120 und 120b des Gerichtsverfassungsgesetzes sind sinngemäß anzuwenden.

(1) Ist der Antragsteller zugleich der Verletzte, so steht ihm gegen den Bescheid nach § 171 binnen zwei Wochen nach der Bekanntmachung die Beschwerde an den vorgesetzten Beamten der Staatsanwaltschaft zu. Durch die Einlegung der Beschwerde bei der Staatsanwaltschaft wird die Frist gewahrt. Sie läuft nicht, wenn die Belehrung nach § 171 Satz 2 unterblieben ist.

(2) Gegen den ablehnenden Bescheid des vorgesetzten Beamten der Staatsanwaltschaft kann der Antragsteller binnen einem Monat nach der Bekanntmachung gerichtliche Entscheidung beantragen. Hierüber und über die dafür vorgesehene Form ist er zu belehren; die Frist läuft nicht, wenn die Belehrung unterblieben ist. Der Antrag ist nicht zulässig, wenn das Verfahren ausschließlich eine Straftat zum Gegenstand hat, die vom Verletzten im Wege der Privatklage verfolgt werden kann, oder wenn die Staatsanwaltschaft nach § 153 Abs. 1, § 153a Abs. 1 Satz 1, 7 oder § 153b Abs. 1 von der Verfolgung der Tat abgesehen hat; dasselbe gilt in den Fällen der §§ 153c bis 154 Abs. 1 sowie der §§ 154b und 154c.

(3) Der Antrag auf gerichtliche Entscheidung muß die Tatsachen, welche die Erhebung der öffentlichen Klage begründen sollen, und die Beweismittel angeben. Er muß von einem Rechtsanwalt unterzeichnet sein; für die Prozeßkostenhilfe gelten dieselben Vorschriften wie in bürgerlichen Rechtsstreitigkeiten. Der Antrag ist bei dem für die Entscheidung zuständigen Gericht einzureichen.

(4) Zur Entscheidung über den Antrag ist das Oberlandesgericht zuständig. Die §§ 120 und 120b des Gerichtsverfassungsgesetzes sind sinngemäß anzuwenden.

(1) Von Amts wegen dürfen personenbezogene Daten aus Strafverfahren Strafverfolgungsbehörden und Strafgerichten für Zwecke der Strafverfolgung sowie den zuständigen Behörden und Gerichten für Zwecke der Verfolgung von Ordnungswidrigkeiten übermittelt werden, soweit diese Daten aus der Sicht der übermittelnden Stelle hierfür erforderlich sind.

(2) Eine von Amts wegen erfolgende Übermittlung personenbezogener Daten aus Strafverfahren ist auch zulässig, wenn die Kenntnis der Daten aus der Sicht der übermittelnden Stelle erforderlich ist für

1.
die Vollstreckung von Strafen oder von Maßnahmen im Sinne des § 11 Absatz 1 Nummer 8 des Strafgesetzbuches oder für die Vollstreckung oder Durchführung von Erziehungsmaßregeln oder von Zuchtmitteln im Sinne des Jugendgerichtsgesetzes,
2.
den Vollzug von freiheitsentziehenden Maßnahmen oder
3.
Entscheidungen in Strafsachen, insbesondere über die Strafaussetzung zur Bewährung oder deren Widerruf, oder in Bußgeld- oder Gnadensachen.

Der Verletzte oder sein Erbe kann gegen den Beschuldigten einen aus der Straftat erwachsenen vermögensrechtlichen Anspruch, der zur Zuständigkeit der ordentlichen Gerichte gehört und noch nicht anderweit gerichtlich anhängig gemacht ist, im Strafverfahren geltend machen, im Verfahren vor dem Amtsgericht ohne Rücksicht auf den Wert des Streitgegenstandes.

(1) Der erhobenen öffentlichen Klage oder dem Antrag im Sicherungsverfahren kann sich mit der Nebenklage anschließen, wer verletzt ist durch eine rechtswidrige Tat nach

1.
den §§ 174 bis 182, 184i und 184j des Strafgesetzbuches,
2.
den §§ 211 und 212 des Strafgesetzbuches, die versucht wurde,
3.
den §§ 221, 223 bis 226a und 340 des Strafgesetzbuches,
4.
den §§ 232 bis 238, 239 Absatz 3, §§ 239a, 239b und 240 Absatz 4 des Strafgesetzbuches,
5.
§ 4 des Gewaltschutzgesetzes,
6.
§ 142 des Patentgesetzes, § 25 des Gebrauchsmustergesetzes, § 10 des Halbleiterschutzgesetzes, § 39 des Sortenschutzgesetzes, den §§ 143 bis 144 des Markengesetzes, den §§ 51 und 65 des Designgesetzes, den §§ 106 bis 108b des Urheberrechtsgesetzes, § 33 des Gesetzes betreffend das Urheberrecht an Werken der bildenden Künste und der Photographie, § 16 des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb und § 23 des Gesetzes zum Schutz von Geschäftsgeheimnissen.

(2) Die gleiche Befugnis steht Personen zu,

1.
deren Kinder, Eltern, Geschwister, Ehegatten oder Lebenspartner durch eine rechtswidrige Tat getötet wurden oder
2.
die durch einen Antrag auf gerichtliche Entscheidung (§ 172) die Erhebung der öffentlichen Klage herbeigeführt haben.

(3) Wer durch eine andere rechtswidrige Tat, insbesondere nach den §§ 185 bis 189, 229, 244 Absatz 1 Nummer 3, Absatz 4, §§ 249 bis 255 und 316a des Strafgesetzbuches, verletzt ist, kann sich der erhobenen öffentlichen Klage mit der Nebenklage anschließen, wenn dies aus besonderen Gründen, insbesondere wegen der schweren Folgen der Tat, zur Wahrnehmung seiner Interessen geboten erscheint.

(4) Der Anschluss ist in jeder Lage des Verfahrens zulässig. Er kann nach ergangenem Urteil auch zur Einlegung von Rechtsmitteln geschehen.

(5) Wird die Verfolgung nach § 154a beschränkt, so berührt dies nicht das Recht, sich der erhobenen öffentlichen Klage als Nebenkläger anzuschließen. Wird der Nebenkläger zum Verfahren zugelassen, entfällt eine Beschränkung nach § 154a Absatz 1 oder 2, soweit sie die Nebenklage betrifft.

(1) Für den Verletzten kann ein Rechtsanwalt die Akten, die dem Gericht vorliegen oder diesem im Falle der Erhebung der öffentlichen Klage vorzulegen wären, einsehen sowie amtlich verwahrte Beweisstücke besichtigen, soweit er hierfür ein berechtigtes Interesse darlegt. In den in § 395 genannten Fällen bedarf es der Darlegung eines berechtigten Interesses nicht.

(2) Die Einsicht in die Akten ist zu versagen, soweit überwiegende schutzwürdige Interessen des Beschuldigten oder anderer Personen entgegenstehen. Sie kann versagt werden, soweit der Untersuchungszweck, auch in einem anderen Strafverfahren, gefährdet erscheint. Sie kann auch versagt werden, wenn durch sie das Verfahren erheblich verzögert würde, es sei denn, dass die Staatsanwaltschaft in den in § 395 genannten Fällen den Abschluss der Ermittlungen in den Akten vermerkt hat.

(3) Der Verletzte, der nicht durch einen Rechtsanwalt vertreten wird, ist in entsprechender Anwendung der Absätze 1 und 2 befugt, die Akten einzusehen und amtlich verwahrte Beweisstücke unter Aufsicht zu besichtigen. Werden die Akten nicht elektronisch geführt, können ihm an Stelle der Einsichtnahme in die Akten Kopien aus den Akten übermittelt werden. § 480 Absatz 1 Satz 3 und 4 gilt entsprechend.

(4) Über die Gewährung der Akteneinsicht entscheidet im vorbereitenden Verfahren und nach rechtskräftigem Abschluß des Verfahrens die Staatsanwaltschaft, im übrigen der Vorsitzende des mit der Sache befaßten Gerichts. Gegen die Entscheidung der Staatsanwaltschaft nach Satz 1 kann gerichtliche Entscheidung durch das nach § 162 zuständige Gericht beantragt werden. Die §§ 297 bis 300, 302, 306 bis 309, 311a und 473a gelten entsprechend. Die Entscheidung des Gerichts ist unanfechtbar, solange die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen sind. Diese Entscheidungen werden nicht mit Gründen versehen, soweit durch deren Offenlegung der Untersuchungszweck gefährdet werden könnte.

(5) (weggefallen)

(6) (weggefallen)

(1) Im Wege der Privatklage können vom Verletzten verfolgt werden, ohne daß es einer vorgängigen Anrufung der Staatsanwaltschaft bedarf,

1.
ein Hausfriedensbruch (§ 123 des Strafgesetzbuches),
2.
eine Beleidigung (§§ 185 bis 189 des Strafgesetzbuches), wenn sie nicht gegen eine der in § 194 Abs. 4 des Strafgesetzbuches genannten politischen Körperschaften gerichtet ist,
2a.
eine Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen (§ 201a Absatz 1 und 2 des Strafgesetzbuches),
3.
eine Verletzung des Briefgeheimnisses (§ 202 des Strafgesetzbuches),
4.
eine Körperverletzung (§§ 223 und 229 des Strafgesetzbuches),
5.
eine Nötigung (§ 240 Absatz 1 bis 3 des Strafgesetzbuches) oder eine Bedrohung (§ 241 des Strafgesetzbuches),
5a.
eine Bestechlichkeit oder Bestechung im geschäftlichen Verkehr (§ 299 des Strafgesetzbuches),
6.
eine Sachbeschädigung (§ 303 des Strafgesetzbuches),
6a.
eine Straftat nach § 323a des Strafgesetzbuches, wenn die im Rausch begangene Tat ein in den Nummern 1 bis 6 genanntes Vergehen ist,
7.
eine Straftat nach § 16 des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb und § 23 des Gesetzes zum Schutz von Geschäftsgeheimnissen,
8.
eine Straftat nach § 142 Abs. 1 des Patentgesetzes, § 25 Abs. 1 des Gebrauchsmustergesetzes, § 10 Abs. 1 des Halbleiterschutzgesetzes, § 39 Abs. 1 des Sortenschutzgesetzes, § 143 Abs. 1, § 143a Abs. 1 und § 144 Abs. 1 und 2 des Markengesetzes, § 51 Abs. 1 und § 65 Abs. 1 des Designgesetzes, den §§ 106 bis 108 sowie § 108b Abs. 1 und 2 des Urheberrechtsgesetzes und § 33 des Gesetzes betreffend das Urheberrecht an Werken der bildenden Künste und der Photographie.

(2) Die Privatklage kann auch erheben, wer neben dem Verletzten oder an seiner Stelle berechtigt ist, Strafantrag zu stellen. Die in § 77 Abs. 2 des Strafgesetzbuches genannten Personen können die Privatklage auch dann erheben, wenn der vor ihnen Berechtigte den Strafantrag gestellt hat.

(3) Hat der Verletzte einen gesetzlichen Vertreter, so wird die Befugnis zur Erhebung der Privatklage durch diesen und, wenn Körperschaften, Gesellschaften und andere Personenvereine, die als solche in bürgerlichen Rechtsstreitigkeiten klagen können, die Verletzten sind, durch dieselben Personen wahrgenommen, durch die sie in bürgerlichen Rechtsstreitigkeiten vertreten werden.

(1) Amtsträger haben das Steuergeheimnis zu wahren.

(2) Ein Amtsträger verletzt das Steuergeheimnis, wenn er

1.
personenbezogene Daten eines anderen, die ihm
a)
in einem Verwaltungsverfahren, einem Rechnungsprüfungsverfahren oder einem gerichtlichen Verfahren in Steuersachen,
b)
in einem Strafverfahren wegen einer Steuerstraftat oder einem Bußgeldverfahren wegen einer Steuerordnungswidrigkeit,
c)
im Rahmen einer Weiterverarbeitung nach § 29c Absatz 1 Satz 1 Nummer 4, 5 oder 6 oder aus anderem dienstlichen Anlass, insbesondere durch Mitteilung einer Finanzbehörde oder durch die gesetzlich vorgeschriebene Vorlage eines Steuerbescheids oder einer Bescheinigung über die bei der Besteuerung getroffenen Feststellungen,
bekannt geworden sind, oder
2.
ein fremdes Betriebs- oder Geschäftsgeheimnis, das ihm in einem der in Nummer 1 genannten Verfahren bekannt geworden ist,
(geschützte Daten) unbefugt offenbart oder verwertet oder
3.
geschützte Daten im automatisierten Verfahren unbefugt abruft, wenn sie für eines der in Nummer 1 genannten Verfahren in einem automationsgestützten Dateisystem gespeichert sind.

(3) Den Amtsträgern stehen gleich

1.
die für den öffentlichen Dienst besonders Verpflichteten (§ 11 Abs. 1 Nr. 4 des Strafgesetzbuchs),
1a.
die in § 193 Abs. 2 des Gerichtsverfassungsgesetzes genannten Personen,
2.
amtlich zugezogene Sachverständige,
3.
die Träger von Ämtern der Kirchen und anderen Religionsgemeinschaften, die Körperschaften des öffentlichen Rechts sind.

(4) Die Offenbarung oder Verwertung geschützter Daten ist zulässig, soweit

1.
sie der Durchführung eines Verfahrens im Sinne des Absatzes 2 Nr. 1 Buchstaben a und b dient,
1a.
sie einer Verarbeitung durch Finanzbehörden nach Maßgabe des § 29c Absatz 1 Satz 1 Nummer 4 oder 6 dient,
1b.
sie der Durchführung eines Bußgeldverfahrens nach Artikel 83 der Verordnung (EU) 2016/679 im Anwendungsbereich dieses Gesetzes dient,
2.
sie durch Bundesgesetz ausdrücklich zugelassen ist,
2a.
sie durch Recht der Europäischen Union vorgeschrieben oder zugelassen ist,
2b.
sie der Erfüllung der gesetzlichen Aufgaben des Statistischen Bundesamtes oder für die Erfüllung von Bundesgesetzen durch die Statistischen Landesämter dient,
2c.
sie der Gesetzesfolgenabschätzung dient und die Voraussetzungen für eine Weiterverarbeitung nach § 29c Absatz 1 Satz 1 Nummer 5 vorliegen,
3.
die betroffene Person zustimmt,
4.
sie der Durchführung eines Strafverfahrens wegen einer Tat dient, die keine Steuerstraftat ist, und die Kenntnisse
a)
in einem Verfahren wegen einer Steuerstraftat oder Steuerordnungswidrigkeit erlangt worden sind; dies gilt jedoch nicht für solche Tatsachen, die der Steuerpflichtige in Unkenntnis der Einleitung des Strafverfahrens oder des Bußgeldverfahrens offenbart hat oder die bereits vor Einleitung des Strafverfahrens oder des Bußgeldverfahrens im Besteuerungsverfahren bekannt geworden sind, oder
b)
ohne Bestehen einer steuerlichen Verpflichtung oder unter Verzicht auf ein Auskunftsverweigerungsrecht erlangt worden sind,
5.
für sie ein zwingendes öffentliches Interesse besteht; ein zwingendes öffentliches Interesse ist namentlich gegeben, wenn
a)
die Offenbarung erforderlich ist zur Abwehr erheblicher Nachteile für das Gemeinwohl oder einer Gefahr für die öffentliche Sicherheit, die Verteidigung oder die nationale Sicherheit oder zur Verhütung oder Verfolgung von Verbrechen und vorsätzlichen schweren Vergehen gegen Leib und Leben oder gegen den Staat und seine Einrichtungen,
b)
Wirtschaftsstraftaten verfolgt werden oder verfolgt werden sollen, die nach ihrer Begehungsweise oder wegen des Umfangs des durch sie verursachten Schadens geeignet sind, die wirtschaftliche Ordnung erheblich zu stören oder das Vertrauen der Allgemeinheit auf die Redlichkeit des geschäftlichen Verkehrs oder auf die ordnungsgemäße Arbeit der Behörden und der öffentlichen Einrichtungen erheblich zu erschüttern, oder
c)
die Offenbarung erforderlich ist zur Richtigstellung in der Öffentlichkeit verbreiteter unwahrer Tatsachen, die geeignet sind, das Vertrauen in die Verwaltung erheblich zu erschüttern; die Entscheidung trifft die zuständige oberste Finanzbehörde im Einvernehmen mit dem Bundesministerium der Finanzen; vor der Richtigstellung soll der Steuerpflichtige gehört werden.

(5) Vorsätzlich falsche Angaben der betroffenen Person dürfen den Strafverfolgungsbehörden gegenüber offenbart werden.

(6) Der Abruf geschützter Daten, die für eines der in Absatz 2 Nummer 1 genannten Verfahren in einem automationsgestützten Dateisystem gespeichert sind, ist nur zulässig, soweit er der Durchführung eines Verfahrens im Sinne des Absatzes 2 Nummer 1 Buchstabe a und b oder der zulässigen Übermittlung geschützter Daten durch eine Finanzbehörde an die betroffene Person oder Dritte dient. Zur Wahrung des Steuergeheimnisses kann das Bundesministerium der Finanzen durch Rechtsverordnung mit Zustimmung des Bundesrates bestimmen, welche technischen und organisatorischen Maßnahmen gegen den unbefugten Abruf von Daten zu treffen sind. Insbesondere kann es nähere Regelungen treffen über die Art der Daten, deren Abruf zulässig ist, sowie über den Kreis der Amtsträger, die zum Abruf solcher Daten berechtigt sind. Die Rechtsverordnung bedarf nicht der Zustimmung des Bundesrates, soweit sie die Kraftfahrzeugsteuer, die Luftverkehrsteuer, die Versicherungsteuer sowie Einfuhr- und Ausfuhrabgaben und Verbrauchsteuern, mit Ausnahme der Biersteuer, betrifft.

(7) Werden dem Steuergeheimnis unterliegende Daten durch einen Amtsträger oder diesem nach Absatz 3 gleichgestellte Personen nach Maßgabe des § 87a Absatz 4 oder 7 über De-Mail-Dienste im Sinne des § 1 des De-Mail-Gesetzes versendet, liegt keine unbefugte Offenbarung, Verwertung und kein unbefugter Abruf von dem Steuergeheimnis unterliegenden Daten vor, wenn beim Versenden eine kurzzeitige automatisierte Entschlüsselung durch den akkreditierten Diensteanbieter zum Zweck der Überprüfung auf Schadsoftware und zum Zweck der Weiterleitung an den Adressaten der De-Mail-Nachricht stattfindet.

(8) Die Einrichtung eines automatisierten Verfahrens, das den Abgleich geschützter Daten innerhalb einer Finanzbehörde oder zwischen verschiedenen Finanzbehörden ermöglicht, ist zulässig, soweit die Weiterverarbeitung oder Offenbarung dieser Daten zulässig und dieses Verfahren unter Berücksichtigung der schutzwürdigen Interessen der betroffenen Person und der Aufgaben der beteiligten Finanzbehörden angemessen ist.

(9) Die Finanzbehörden dürfen sich bei der Verarbeitung geschützter Daten nur dann eines Auftragsverarbeiters im Sinne von Artikel 4 Nummer 8 der Verordnung (EU) 2016/679 bedienen, wenn diese Daten ausschließlich durch Personen verarbeitet werden, die zur Wahrung des Steuergeheimnisses verpflichtet sind.

(10) Die Offenbarung besonderer Kategorien personenbezogener Daten im Sinne des Artikels 9 Absatz 1 der Verordnung (EU) 2016/679 durch Finanzbehörden an öffentliche oder nicht-öffentliche Stellen ist zulässig, wenn die Voraussetzungen der Absätze 4 oder 5 und ein Ausnahmetatbestand nach Artikel 9 Absatz 2 der Verordnung (EU) 2016/679 oder nach § 31c vorliegen.

(11) Wurden geschützte Daten

1.
einer Person, die nicht zur Wahrung des Steuergeheimnisses verpflichtet ist,
2.
einer öffentlichen Stelle, die keine Finanzbehörde ist, oder
3.
einer nicht-öffentlichen Stelle
nach den Absätzen 4 oder 5 offenbart, darf der Empfänger diese Daten nur zu dem Zweck speichern, verändern, nutzen oder übermitteln, zu dem sie ihm offenbart worden sind. Die Pflicht eines Amtsträgers oder einer ihm nach Absatz 3 gleichgestellten Person, dem oder der die geschützten Daten durch die Offenbarung bekannt geworden sind, zur Wahrung des Steuergeheimnisses bleibt unberührt.

(1) Wer vorsätzlich oder fahrlässig das Leben, den Körper, die Gesundheit, die Freiheit, das Eigentum oder ein sonstiges Recht eines anderen widerrechtlich verletzt, ist dem anderen zum Ersatz des daraus entstehenden Schadens verpflichtet.

(2) Die gleiche Verpflichtung trifft denjenigen, welcher gegen ein den Schutz eines anderen bezweckendes Gesetz verstößt. Ist nach dem Inhalt des Gesetzes ein Verstoß gegen dieses auch ohne Verschulden möglich, so tritt die Ersatzpflicht nur im Falle des Verschuldens ein.

BGB

Dieses Gesetz dient der Umsetzung folgender Richtlinien:

1.
Richtlinie 76/207/EWG des Rates vom 9. Februar 1976 zur Verwirklichung des Grundsatzes der Gleichbehandlung von Männern und Frauen hinsichtlich des Zugangs zur Beschäftigung, zur Berufsbildung und zum beruflichen Aufstieg sowie in Bezug auf die Arbeitsbedingungen (ABl. EG Nr. L 39 S. 40),
2.
Richtlinie 77/187/EWG des Rates vom 14. Februar 1977 zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten über die Wahrung von Ansprüchen der Arbeitnehmer beim Übergang von Unternehmen, Betrieben oder Betriebsteilen (ABl. EG Nr. L 61 S. 26),
3.
Richtlinie 85/577/EWG des Rates vom 20. Dezember 1985 betreffend den Verbraucherschutz im Falle von außerhalb von Geschäftsräumen geschlossenen Verträgen (ABl. EG Nr. L 372 S. 31),
4.
Richtlinie 87/102/EWG des Rates zur Angleichung der Rechts- und Verwaltungsvorschriften der Mitgliedstaaten über den Verbraucherkredit (ABl. EG Nr. L 42 S. 48), zuletzt geändert durch die Richtlinie 98/7/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. Februar 1998 zur Änderung der Richtlinie 87/102/EWG zur Angleichung der Rechts- und Verwaltungsvorschriften der Mitgliedstaaten über den Verbraucherkredit (ABl. EG Nr. L 101 S. 17),
5.
Richtlinie 90/314/EWG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 13. Juni 1990 über Pauschalreisen (ABl. EG Nr. L 158 S. 59),
6.
Richtlinie 93/13/EWG des Rates vom 5. April 1993 über missbräuchliche Klauseln in Verbraucherverträgen (ABl. EG Nr. L 95 S. 29),
7.
Richtlinie 94/47/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 26. Oktober 1994 zum Schutz der Erwerber im Hinblick auf bestimmte Aspekte von Verträgen über den Erwerb von Teilzeitnutzungsrechten an Immobilien (ABl. EG Nr. L 280 S. 82),
8.
der Richtlinie 97/5/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 27. Januar 1997 über grenzüberschreitende Überweisungen (ABl. EG Nr. L 43 S. 25),
9.
Richtlinie 97/7/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 20. Mai 1997 über den Verbraucherschutz bei Vertragsabschlüssen im Fernabsatz (ABl. EG Nr. L 144 S. 19),
10.
Artikel 3 bis 5 der Richtlinie 98/26/EG des Europäischen Parlaments und des Rates über die Wirksamkeit von Abrechnungen in Zahlungs- und Wertpapierliefer- und -abrechnungssystemen vom 19. Mai 1998 (ABl. EG Nr. L 166 S. 45),
11.
Richtlinie 1999/44/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 25. Mai 1999 zu bestimmten Aspekten des Verbrauchsgüterkaufs und der Garantien für Verbrauchsgüter (ABl. EG Nr. L 171 S. 12),
12.
Artikel 10, 11 und 18 der Richtlinie 2000/31/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 8. Juni 2000 über bestimmte rechtliche Aspekte der Dienste der Informationsgesellschaft, insbesondere des elektronischen Geschäftsverkehrs, im Binnenmarkt ("Richtlinie über den elektronischen Geschäftsverkehr", ABl. EG Nr. L 178 S. 1),
13.
Richtlinie 2000/35/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 29. Juni 2000 zur Bekämpfung von Zahlungsverzug im Geschäftsverkehr (ABl. EG Nr. L 200 S. 35).

(1) Jedes Urteil, jeder Strafbefehl und jede eine Untersuchung einstellende Entscheidung muß darüber Bestimmung treffen, von wem die Kosten des Verfahrens zu tragen sind.

(2) Die Entscheidung darüber, wer die notwendigen Auslagen trägt, trifft das Gericht in dem Urteil oder in dem Beschluß, der das Verfahren abschließt.

(3) Gegen die Entscheidung über die Kosten und die notwendigen Auslagen ist sofortige Beschwerde zulässig; sie ist unzulässig, wenn eine Anfechtung der in Absatz 1 genannten Hauptentscheidung durch den Beschwerdeführer nicht statthaft ist. Das Beschwerdegericht ist an die tatsächlichen Feststellungen, auf denen die Entscheidung beruht, gebunden. Wird gegen das Urteil, soweit es die Entscheidung über die Kosten und die notwendigen Auslagen betrifft, sofortige Beschwerde und im übrigen Berufung oder Revision eingelegt, so ist das Berufungs- oder Revisionsgericht, solange es mit der Berufung oder Revision befaßt ist, auch für die Entscheidung über die sofortige Beschwerde zuständig.

Wertpapierhandelsgesetz - WpHG

Art. 1 dient auch der Umsetzung der Richtlinie 88/627/EWG des Rates der Europäischen Gemeinschaften vom 12. Dezember 1988 über die bei Erwerb oder Veräußerung einer bedeutenden Beteiligung an einer börsennotierten Gesellschaft zu veröffentlichenden Informationen (ABl. EG Nr. L 348/62) und der Richtlinie 89/592/EWG des Rates der Europäischen Gemeinschaften vom 13. November 1989 zur Koordinierung der Vorschriften betreffend Insidergeschäfte (ABl. EG Nr. L 334/30).

(1) Von Börsen und Betreibern von Märkten, an denen Finanzinstrumente gehandelt werden, kann die Bundesanstalt insbesondere verlangen, dass die Daten, die zur Erfüllung der Aufgaben der Bundesanstalt nach § 54, nach Artikel 4 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014, nach Artikel 27 der Verordnung (EU) Nr. 600/2014 und den auf Grundlage dieser Artikel sowie den auf Grundlage von Artikel 57 der Richtlinie 2014/65/EU erlassenen delegierten Rechtsakten und Durchführungsrechtsakten erforderlich sind, in standardisierter und elektronischer Form übermittelt werden. Die Bundesanstalt kann, insbesondere auf Grund der Meldungen, die sie nach Artikel 4 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 erhält, auf ihrer Internetseite Informationen dazu veröffentlichen, welcher Emittent beantragt oder genehmigt hat, dass seine Finanzinstrumente auf einem Handelsplatz gehandelt oder zum Handel zugelassen werden und welche Finanzinstrumente dies betrifft.

(2) Von Marktteilnehmern, die an Spotmärkten im Sinne des Artikels 3 Absatz 1 Nummer 16 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 tätig sind, kann die Bundesanstalt insbesondere Auskünfte und die Meldung von Geschäften in Warenderivaten verlangen, soweit dies auf Grund von Anhaltspunkten für die Überwachung der Einhaltung eines Verbots nach den Artikeln 14 und 15 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 in Bezug auf Warenderivate erforderlich ist. Der Bundesanstalt ist unter den Voraussetzungen des Satzes 1 ferner der direkte Zugriff auf die Handelssysteme von Händlern zu gewähren. Die Bundesanstalt kann verlangen, dass die Informationen nach Satz 1 in standardisierter Form übermittelt werden. § 6 Absatz 15 gilt entsprechend.

(3) Das Bundesministerium der Finanzen kann durch Rechtsverordnung, die nicht der Zustimmung des Bundesrates bedarf, nähere Bestimmungen über Inhalt, Art, Umfang und Form der nach Absatz 1 Satz 1 und Absatz 2 zu übermittelnden Mitteilungen und über die zulässigen Datenträger und Übertragungswege sowie zu Form, Inhalt, Umfang und Darstellung der Veröffentlichung nach Absatz 1 Satz 2 erlassen. Das Bundesministerium der Finanzen kann die Ermächtigung durch Rechtsverordnung auf die Bundesanstalt übertragen.

(1) Wer im Zusammenhang mit

1.
dem Vertrieb von Wertpapieren, Bezugsrechten oder von Anteilen, die eine Beteiligung an dem Ergebnis eines Unternehmens gewähren sollen, oder
2.
dem Angebot, die Einlage auf solche Anteile zu erhöhen,
in Prospekten oder in Darstellungen oder Übersichten über den Vermögensstand hinsichtlich der für die Entscheidung über den Erwerb oder die Erhöhung erheblichen Umstände gegenüber einem größeren Kreis von Personen unrichtige vorteilhafte Angaben macht oder nachteilige Tatsachen verschweigt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

(2) Absatz 1 gilt entsprechend, wenn sich die Tat auf Anteile an einem Vermögen bezieht, das ein Unternehmen im eigenen Namen, jedoch für fremde Rechnung verwaltet.

(3) Nach den Absätzen 1 und 2 wird nicht bestraft, wer freiwillig verhindert, daß auf Grund der Tat die durch den Erwerb oder die Erhöhung bedingte Leistung erbracht wird. Wird die Leistung ohne Zutun des Täters nicht erbracht, so wird er straflos, wenn er sich freiwillig und ernsthaft bemüht, das Erbringen der Leistung zu verhindern.

(1) Hat der Täter oder Teilnehmer durch eine rechtswidrige Tat oder für sie etwas erlangt, so ordnet das Gericht dessen Einziehung an.

(2) Hat der Täter oder Teilnehmer Nutzungen aus dem Erlangten gezogen, so ordnet das Gericht auch deren Einziehung an.

(3) Das Gericht kann auch die Einziehung der Gegenstände anordnen, die der Täter oder Teilnehmer erworben hat

1.
durch Veräußerung des Erlangten oder als Ersatz für dessen Zerstörung, Beschädigung oder Entziehung oder
2.
auf Grund eines erlangten Rechts.

(1) Verletzt der Schuldner eine Pflicht aus dem Schuldverhältnis, so kann der Gläubiger Ersatz des hierdurch entstehenden Schadens verlangen. Dies gilt nicht, wenn der Schuldner die Pflichtverletzung nicht zu vertreten hat.

(2) Schadensersatz wegen Verzögerung der Leistung kann der Gläubiger nur unter der zusätzlichen Voraussetzung des § 286 verlangen.

(3) Schadensersatz statt der Leistung kann der Gläubiger nur unter den zusätzlichen Voraussetzungen des § 281, des § 282 oder des § 283 verlangen.

(1) Für den Verletzten kann ein Rechtsanwalt die Akten, die dem Gericht vorliegen oder diesem im Falle der Erhebung der öffentlichen Klage vorzulegen wären, einsehen sowie amtlich verwahrte Beweisstücke besichtigen, soweit er hierfür ein berechtigtes Interesse darlegt. In den in § 395 genannten Fällen bedarf es der Darlegung eines berechtigten Interesses nicht.

(2) Die Einsicht in die Akten ist zu versagen, soweit überwiegende schutzwürdige Interessen des Beschuldigten oder anderer Personen entgegenstehen. Sie kann versagt werden, soweit der Untersuchungszweck, auch in einem anderen Strafverfahren, gefährdet erscheint. Sie kann auch versagt werden, wenn durch sie das Verfahren erheblich verzögert würde, es sei denn, dass die Staatsanwaltschaft in den in § 395 genannten Fällen den Abschluss der Ermittlungen in den Akten vermerkt hat.

(3) Der Verletzte, der nicht durch einen Rechtsanwalt vertreten wird, ist in entsprechender Anwendung der Absätze 1 und 2 befugt, die Akten einzusehen und amtlich verwahrte Beweisstücke unter Aufsicht zu besichtigen. Werden die Akten nicht elektronisch geführt, können ihm an Stelle der Einsichtnahme in die Akten Kopien aus den Akten übermittelt werden. § 480 Absatz 1 Satz 3 und 4 gilt entsprechend.

(4) Über die Gewährung der Akteneinsicht entscheidet im vorbereitenden Verfahren und nach rechtskräftigem Abschluß des Verfahrens die Staatsanwaltschaft, im übrigen der Vorsitzende des mit der Sache befaßten Gerichts. Gegen die Entscheidung der Staatsanwaltschaft nach Satz 1 kann gerichtliche Entscheidung durch das nach § 162 zuständige Gericht beantragt werden. Die §§ 297 bis 300, 302, 306 bis 309, 311a und 473a gelten entsprechend. Die Entscheidung des Gerichts ist unanfechtbar, solange die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen sind. Diese Entscheidungen werden nicht mit Gründen versehen, soweit durch deren Offenlegung der Untersuchungszweck gefährdet werden könnte.

(5) (weggefallen)

(6) (weggefallen)

(1) Zeugen und Sachverständige sind verpflichtet, auf Ladung vor der Staatsanwaltschaft zu erscheinen und zur Sache auszusagen oder ihr Gutachten zu erstatten. Soweit nichts anderes bestimmt ist, gelten die Vorschriften des sechsten und siebenten Abschnitts des ersten Buches über Zeugen und Sachverständige entsprechend. Die eidliche Vernehmung bleibt dem Richter vorbehalten.

(2) Bei unberechtigtem Ausbleiben oder unberechtigter Weigerung eines Zeugen oder Sachverständigen steht die Befugnis zu den in den §§ 51, 70 und 77 vorgesehenen Maßregeln der Staatsanwaltschaft zu. Jedoch bleibt die Festsetzung der Haft dem nach § 162 zuständigen Gericht vorbehalten.

(3) Gegen Entscheidungen der Staatsanwaltschaft nach Absatz 2 Satz 1 kann gerichtliche Entscheidung durch das nach § 162 zuständige Gericht beantragt werden. Gleiches gilt, wenn die Staatsanwaltschaft Entscheidungen im Sinne des § 68b getroffen hat. Die §§ 297 bis 300, 302, 306 bis 309, 311a und 473a gelten jeweils entsprechend. Gerichtliche Entscheidungen nach den Sätzen 1 und 2 sind unanfechtbar.

(4) Ersucht eine Staatsanwaltschaft eine andere Staatsanwaltschaft um die Vernehmung eines Zeugen oder Sachverständigen, so stehen die Befugnisse nach Absatz 2 Satz 1 auch der ersuchten Staatsanwaltschaft zu.

(5) § 185 Absatz 1 und 2 des Gerichtsverfassungsgesetzes gilt entsprechend.

(1) Die Verhandlung vor dem erkennenden Gericht einschließlich der Verkündung der Urteile und Beschlüsse ist öffentlich. Ton- und Fernseh-Rundfunkaufnahmen sowie Ton- und Filmaufnahmen zum Zwecke der öffentlichen Vorführung oder Veröffentlichung ihres Inhalts sind unzulässig. Die Tonübertragung in einen Arbeitsraum für Personen, die für Presse, Hörfunk, Fernsehen oder für andere Medien berichten, kann von dem Gericht zugelassen werden. Die Tonübertragung kann zur Wahrung schutzwürdiger Interessen der Beteiligten oder Dritter oder zur Wahrung eines ordnungsgemäßen Ablaufs des Verfahrens teilweise untersagt werden. Im Übrigen gilt für den in den Arbeitsraum übertragenen Ton Satz 2 entsprechend.

(2) Tonaufnahmen der Verhandlung einschließlich der Verkündung der Urteile und Beschlüsse können zu wissenschaftlichen und historischen Zwecken von dem Gericht zugelassen werden, wenn es sich um ein Verfahren von herausragender zeitgeschichtlicher Bedeutung für die Bundesrepublik Deutschland handelt. Zur Wahrung schutzwürdiger Interessen der Beteiligten oder Dritter oder zur Wahrung eines ordnungsgemäßen Ablaufs des Verfahrens können die Aufnahmen teilweise untersagt werden. Die Aufnahmen sind nicht zu den Akten zu nehmen und dürfen weder herausgegeben noch für Zwecke des aufgenommenen oder eines anderen Verfahrens genutzt oder verwertet werden. Sie sind vom Gericht nach Abschluss des Verfahrens demjenigen zuständigen Bundes- oder Landesarchiv zur Übernahme anzubieten, das nach dem Bundesarchivgesetz oder einem Landesarchivgesetz festzustellen hat, ob den Aufnahmen ein bleibender Wert zukommt. Nimmt das Bundesarchiv oder das jeweilige Landesarchiv die Aufnahmen nicht an, sind die Aufnahmen durch das Gericht zu löschen.

(3) Abweichend von Absatz 1 Satz 2 kann das Gericht für die Verkündung von Entscheidungen des Bundesgerichtshofs in besonderen Fällen Ton- und Fernseh-Rundfunkaufnahmen sowie Ton- und Filmaufnahmen zum Zwecke der öffentlichen Vorführung oder der Veröffentlichung ihres Inhalts zulassen. Zur Wahrung schutzwürdiger Interessen der Beteiligten oder Dritter sowie eines ordnungsgemäßen Ablaufs des Verfahrens können die Aufnahmen oder deren Übertragung teilweise untersagt oder von der Einhaltung von Auflagen abhängig gemacht werden.

(4) Die Beschlüsse des Gerichts nach den Absätzen 1 bis 3 sind unanfechtbar.

(1) Für den Verletzten kann ein Rechtsanwalt die Akten, die dem Gericht vorliegen oder diesem im Falle der Erhebung der öffentlichen Klage vorzulegen wären, einsehen sowie amtlich verwahrte Beweisstücke besichtigen, soweit er hierfür ein berechtigtes Interesse darlegt. In den in § 395 genannten Fällen bedarf es der Darlegung eines berechtigten Interesses nicht.

(2) Die Einsicht in die Akten ist zu versagen, soweit überwiegende schutzwürdige Interessen des Beschuldigten oder anderer Personen entgegenstehen. Sie kann versagt werden, soweit der Untersuchungszweck, auch in einem anderen Strafverfahren, gefährdet erscheint. Sie kann auch versagt werden, wenn durch sie das Verfahren erheblich verzögert würde, es sei denn, dass die Staatsanwaltschaft in den in § 395 genannten Fällen den Abschluss der Ermittlungen in den Akten vermerkt hat.

(3) Der Verletzte, der nicht durch einen Rechtsanwalt vertreten wird, ist in entsprechender Anwendung der Absätze 1 und 2 befugt, die Akten einzusehen und amtlich verwahrte Beweisstücke unter Aufsicht zu besichtigen. Werden die Akten nicht elektronisch geführt, können ihm an Stelle der Einsichtnahme in die Akten Kopien aus den Akten übermittelt werden. § 480 Absatz 1 Satz 3 und 4 gilt entsprechend.

(4) Über die Gewährung der Akteneinsicht entscheidet im vorbereitenden Verfahren und nach rechtskräftigem Abschluß des Verfahrens die Staatsanwaltschaft, im übrigen der Vorsitzende des mit der Sache befaßten Gerichts. Gegen die Entscheidung der Staatsanwaltschaft nach Satz 1 kann gerichtliche Entscheidung durch das nach § 162 zuständige Gericht beantragt werden. Die §§ 297 bis 300, 302, 306 bis 309, 311a und 473a gelten entsprechend. Die Entscheidung des Gerichts ist unanfechtbar, solange die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen sind. Diese Entscheidungen werden nicht mit Gründen versehen, soweit durch deren Offenlegung der Untersuchungszweck gefährdet werden könnte.

(5) (weggefallen)

(6) (weggefallen)