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Arbeitsrecht: Arbeitnehmer haftet nicht für Arbeitsplatzverlust des Kollegen

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Wer seinen Arbeitsplatz durch Abfindungsvergleich aufgibt, kann von seinem ehemaligen Kollegen keinen Schadenersatz wegen Verlusts des Arbeitsplatzes verlangen - BSP Rechtsanwälte - Anwältin für Arbeitsrecht Berlin

Dies entschied das Landesarbeitsgericht (LAG) Schleswig-Holstein und wies die Klage eines Arbeitnehmers gegen einen ehemaligen Kollegen zurück. Jener hatte schriftlich erklärt, dass sich der Kläger ehrverletzend über seine Vorgesetzte geäußert habe. Dies nahm die ehemalige Arbeitgeberin zum Anlass, das Arbeitsverhältnis mit dem Kläger fristlos, hilfsweise ordentlich zu kündigen. Hiergegen erhob der Kläger Kündigungsschutzklage. Vor Gericht schlossen die Parteien schließlich einen Vergleich, nach dem das Arbeitsverhältnis gegen Zahlung einer Abfindung fristgerecht beendet wurde. Im Anschluss daran verlangte der Kläger von seinem ehemaligen Kollegen, dass dieser ihm den durch die Beendigung des Arbeitsverhältnisses künftig entstehenden Schaden ersetze. Dessen Falschinformation habe das Vertrauensverhältnis zum Arbeitgeber zerstört. Mit dem Vergleichsschluss sei der Kläger nur seiner Schadensminderungspflicht nachgekommen.

 

Das LAG folgte der Argumentation des Klägers nicht, obwohl es erkennbar am Wahrheitsgehalt der schriftlichen Äußerung des Beklagten zweifelte. Das Gericht hatte bereits Bedenken, ob die dem Kläger zugeschriebenen Äußerungen überhaupt eine fristlose oder ordentliche Kündigung seitens der Arbeitgeberin gerechtfertigt hätten. Weiter seien die Äußerungen allenfalls Anlass und nicht Ursache für die Kündigung gewesen. Schließlich habe es für den begehrten Schadenersatz am Kausalzusammenhang gefehlt: Die Beendigung des Arbeitsverhältnisses sei durch Vergleich besiegelt worden. Dies habe der Kläger und nicht der beklagte ehemalige Kollege zu verantworten (LAG Schleswig-Holstein, 2 Sa 399/06).