Arbeitsrecht: Arbeitnehmer haftet nicht für Arbeitsplatzverlust des Kollegen

bei uns veröffentlicht am02.05.2007

Rechtsgebiete

Autoren

Rechtsanwalt

Lür Waldmann

EnglischDeutsch
Zusammenfassung des Autors

Wer seinen Arbeitsplatz durch Abfindungsvergleich aufgibt, kann von seinem ehemaligen Kollegen keinen Schadenersatz wegen Verlusts des Arbeitsplatzes verlangen - BSP Rechtsanwälte - Anwältin für Arbeitsrecht Berlin

Dies entschied das Landesarbeitsgericht (LAG) Schleswig-Holstein und wies die Klage eines Arbeitnehmers gegen einen ehemaligen Kollegen zurück. Jener hatte schriftlich erklärt, dass sich der Kläger ehrverletzend über seine Vorgesetzte geäußert habe. Dies nahm die ehemalige Arbeitgeberin zum Anlass, das Arbeitsverhältnis mit dem Kläger fristlos, hilfsweise ordentlich zu kündigen. Hiergegen erhob der Kläger Kündigungsschutzklage. Vor Gericht schlossen die Parteien schließlich einen Vergleich, nach dem das Arbeitsverhältnis gegen Zahlung einer Abfindung fristgerecht beendet wurde. Im Anschluss daran verlangte der Kläger von seinem ehemaligen Kollegen, dass dieser ihm den durch die Beendigung des Arbeitsverhältnisses künftig entstehenden Schaden ersetze. Dessen Falschinformation habe das Vertrauensverhältnis zum Arbeitgeber zerstört. Mit dem Vergleichsschluss sei der Kläger nur seiner Schadensminderungspflicht nachgekommen.

 

Das LAG folgte der Argumentation des Klägers nicht, obwohl es erkennbar am Wahrheitsgehalt der schriftlichen Äußerung des Beklagten zweifelte. Das Gericht hatte bereits Bedenken, ob die dem Kläger zugeschriebenen Äußerungen überhaupt eine fristlose oder ordentliche Kündigung seitens der Arbeitgeberin gerechtfertigt hätten. Weiter seien die Äußerungen allenfalls Anlass und nicht Ursache für die Kündigung gewesen. Schließlich habe es für den begehrten Schadenersatz am Kausalzusammenhang gefehlt: Die Beendigung des Arbeitsverhältnisses sei durch Vergleich besiegelt worden. Dies habe der Kläger und nicht der beklagte ehemalige Kollege zu verantworten (LAG Schleswig-Holstein, 2 Sa 399/06).

 

Gesetze

Gesetze

1 Gesetze werden in diesem Text zitiert

Gesetz über den Lastenausgleich


Lastenausgleichsgesetz - LAG

Urteile

1 Urteile zitieren order werden zitiert von diesem Artikel

1 Urteile werden in dem Artikel zitiert

Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein Urteil, 30. Jan. 2007 - 2 Sa 399/06

bei uns veröffentlicht am 30.01.2007

Tenor Die Berufung des Klägers gegen das Urteil des ArbeitsgerichtsElmshorn vom 08.06.2006, 2 Ca 374 d/06, wird auf seine Kostenzurückgewiesen. Die Revision wird nicht zugelassen. Tatbestand Der Kläger verlangt vom Beklagten sowie des

Artikel zu passenden Rechtsgebieten

Artikel zu sonstiges

Arbeitsrecht: Spruch zu Arbeitnehmerbeschwerden verpflichtet den Arbeitgeber

05.03.2007

Ein Spruch der betrieblichen Einigungsstelle, mit dem die Berechtigung einer Beschwerde von Arbeitnehmern festgestellt wird, verpflichtet den Arbeitgeber, geeignete Maßnahmen zur Abhilfe zu ergreifen - BSP Rechtsanwälte - Anwältin für Arbeitsrecht Berlin
sonstiges

Arbeitsrecht: Schule muss Lehrer kein Arbeitszimmer bereitstellen

03.02.2009

Lehrer können vom Land nicht verlangen, dass ihnen an ihrer Schule ein räumlich abgegrenzter Arbeitsplatz (Arbeitszimmer) bereitgestellt wird - BSP Rechtsanwälte - Anwältin für Arbeitsrecht Berlin
sonstiges

Arbeitsrecht: Behörde darf Namen eines Beamten und Dienst-E-Mail-Adresse im Internet veröffentlichen

06.12.2007

Eine Behörde ist befugt, den Namen eines Beamten und seine dienstliche E-Mail-Adresse im Internet-Auftritt der Beschäftigungsbehörde zu veröffentlichen - BSP Rechtsanwälte - Anwältin für Arbeitsrecht Berlin
sonstiges

Arbeitsrecht: Kein Anspruch auf Durchnummerierung der Seitenzahlen

03.01.2008

Es besteht kein Anspruch des Arbeitnehmers auf Paginierung (fortlaufende Nummerierung) der Seiten seiner Personalakte - BSP Rechtsanwälte - Anwältin für Arbeitsrecht Berlin
sonstiges