Verletzung der Berichtspflicht und falsche Angaben gegenüber Prüfern

7.8 Verletzung der Berichtspflicht und falsche Angaben gegenüber Prüfern

23.06.2010
beiDirk Streifler - Partner
Nach § 332 HGB wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren bestraft, wer als Abschlussprüfer oder Gehilfe des Abschlussprüfers über das Ergebnis der Prüfung eines Jahresabschlusses, eines Einzelabschlusses, eines Lageberichts, eines Konzernabschlusses, eines Konzernlageberichts, eines Konzernzwischenabschlusses unrichtig berichtet, im Prüfungsbericht erhebliche Umstände verschweigt oder einen inhaltlich unrichtigen Bestätigungsvermerk erteilt.

Täter können nur die in der Norm genannten Prüfer und ihre Gehilfen sein. Gehilfen des Prüfers sind Personen, die diesen in seiner Prüfungstätigkeit unterstützen. Dabei muss die Unterstützung eine Mitwirkung an der Prüfung selbst darstellen.


Autor:in

Rechtsanwalt Dirk Streifler - Partner


Wirtschaftsrecht / Existenzgründung / Insolvenzrecht / Gesellschaftsrecht / Strafrecht
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7.8 Verletzung der Berichtspflicht und falsche Angaben gegenüber Prüfern

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(1) Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer als Abschlußprüfer oder Gehilfe eines Abschlußprüfers über das Ergebnis der Prüfung eines Jahresabschlusses, eines Einzelabschlusses nach § 325 Abs. 2a, eines Lageberichts, eines Konzernabschlusses, eines Konzernlageberichts einer Kapitalgesellschaft oder eines Zwischenabschlusses nach § 340a Abs. 3 oder eines Konzernzwischenabschlusses gemäß § 340i Abs. 4 unrichtig berichtet, im Prüfungsbericht (§ 321) erhebliche Umstände verschweigt oder einen inhaltlich unrichtigen Bestätigungsvermerk (§ 322) erteilt.

(2) Handelt der Täter gegen Entgelt oder in der Absicht, sich oder einen anderen zu bereichern oder einen anderen zu schädigen, so ist die Strafe Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe.