Erbrecht: Welche Folgen hat die Rücknahme von Testamenten aus der Verwahrung?

04.03.2007

Rechtsgebiete

Autoren

Rechtsanwalt für Familienrecht


Familienrecht, Erbrecht, Ehescheidung - Streifler & Kollegen
EnglischDeutsch
Rechtsberatung zu Familienrecht und Erbrecht durch die Rechtsanwälte S&K in Berlin Mitte

Erblasser betreiben großen Aufwand für die Gestaltung von Testamenten, um die bestmögliche Nachfolgeregelung zu gewährleisten. "Der sicherste Weg" für die Realisierung dieses Erblasserwillens ist die Verwahrung von Testamenten. Der folgende Beitrag zeigt die rechtlichen Konsequenzen der Rücknahme von privatschriftlichen und notariellen Testamenten aus der Verwahrung.

Privatschriftliches Testament

Bei der Verwahrung des privatschriftlichen Testaments beim AG und bei dessen Rücknahme aus dieser Verwahrung gilt Folgendes:

Verwahrung: Der Erblasser liefert die Verfügung beim zuständigen Amtsgericht ab. Die Verwahrung erfolgt unter gemeinschaftlichem Verschluss des Richters und des Urkundsbeamten der Geschäftsstelle.

Rückgabe: Der Erblasser kann die Rücknahme jederzeit verlangen und die Rückgabe muss an ihn persönlich erfolgen.

Rechtsfolge: Die Rückgabe des Testaments an den Erblasser bedeutet nicht den Widerruf des Testaments. Es bleibt nach wie vor wirksam.

Notarielles Testament

Dagegen hat die Rücknahme eines notariellen Testaments aus der amtlichen Verwahrung folgende Konsequenzen:

Verwahrung: Der das Testament beurkundende Notar nimmt das notarielle Testament entgegen und gibt es immer beim zuständigen Gericht in amtliche Verwahrung.

Rückgabe: Auch hier kann der Erblasser das Testament jederzeit zurückfordern. Die Rückgabe darf nur an den Erblasser persönlich erfolgen.

Rechtsfolge: Die Rücknahme des Testaments an den Erblasser gilt als Widerruf der Verfügung.

Die Rücknahme aus der Verwahrung ist nämlich auch selbst als Verfügung von Todes wegen anzusehen. Die das notarielle Testament zurückgebende Stelle soll den Erblasser über die Rechtsfolgen belehren.


Andere Veröffentlichungen

134 Artikel relevant zu diesem Artikel

134 Artikel zum Rechtsgebiet: Familienrecht.

Erbrecht: Testamentsvollstrecker muss unverzüglich Nachlassverzeichnis vorlegen

28.02.2009

Rechtsanwalt für Familienrecht und Erbrecht - BSP Bierbach, Streifler & Partner PartGmbB

Aktuelle Gesetzgebung: Stärkung der Rechte von Vätern durch Änderungen beim Sorgerecht

18.07.2012

Das Bundeskabinett hat einen Gesetzesentwurf zur Reform der elterlichen Sorge nicht verheirateter Eltern beschlossen.

Erbrecht: Unauffindbares Testament ist nicht ungültig

31.05.2017

Wird ein Testament nach dem Erbfall von den Erben nicht mehr gefunden, ist es allein deshalb nicht ungültig.

Erbrecht: Sind Abfindungen des Arbeitgebers vererblich?

30.08.2007

Rechtsberatung zu Familienrecht und Erbrecht durch die Rechtsanwälte S&K in Berlin Mitte

Familienrecht: Aktuelle Gesetzgebung: Der Versorgungsausgleich wird neu gefasst

31.03.2009

Rechtsanwalt für Familienrecht und Erbrecht - BSP Bierbach, Streifler & Partner PartGmbB

Erbrecht: Vollstreckung von rückgeforderter Arbeitslosenhilfe gegen den Erben

01.10.2015

Die Agentur für Arbeit kann Forderungen gegen den Erblasser aus einem bestandskräftigen Verwaltungsakt nicht durch Haftungsbescheid gegenüber den Erben geltend machen.

Erbrecht: Erkennbarkeit des Erben

25.04.2017

Es ist nicht erforderlich, dass der Erblasser den Erben mit Namen im Testament nennt. Er muss den Erben aber so benennen, dass dieser zuverlässig festgestellt werden kann.

Familienrecht: Hausratsverordnung – Voraussetzungen für die Zuweisung eines Hundes nach der Scheidung

14.07.2019

Kann einer der Ehepartner nach einer Scheidung nicht nachweisen, dass er Eigentümer oder zumindest Miteigentümer des Hundes ist, kann er ihn von dem anderen Ehepartner nicht herausverlangen – BSP Rechtsanwälte – Anwalt für Familienrecht Berlin