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Sonstige Rechte und Pflichten der Mietvertragsparteien

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Schadenersatzanspruch des Vermieters: Verjährungsfrist beginnt mit Rückgabe der Mietsache

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Die Verjährungsfrist für Schadenersatzansprüche eines Vermieters beginnt mit Rückgabe der Mietsache.
Diese Klarstellung traf das Landgericht (LG) Bielefeld. Die Richter machten dabei deutlich, dass der Verjährungsbeginn unabhängig davon eintrete, ob eine neue Anschrift des Mieters bekannt sei oder nicht.

Zwar gebe es eine Vorschrift im Bürgerlichen Gesetzbuch, nach der es zu einer Hemmung der Verjährung und damit zu einer Verlängerung des Ablaufs der Verjährungsfrist von bis zu fünf Jahren kommen kann. Diese Vorschrift greife hier jedoch nicht. Sie würde den Mieter unangemessen benachteiligen. Folge wäre nämlich, dass der Mieter über einen Zeitraum von bis zu fünf Jahren seinem ehemaligen Vermieter sämtliche Folgeadressen mitteilen müsste, um eine Hemmung der Verjährung etwaiger gegen ihn gerichteter Ansprüche mit Sicherheit auszuschließen.


Die Entscheidung im Einzelnen lautet:

LG Bielefeld, Beschluss vom 30.6.2014, (Az.: 22 S 100/14).


Gründe

Die Berufung war gemäß § 522 Abs. 2 ZPO durch Beschluss zurückzuweisen.

Die zulässige Berufung hat nach einstimmiger Überzeugung der Kammer aus den zutreffenden Gründen der angefochtenen Entscheidung, die durch das Berufungsvorbringen nicht entkräftet werden, offensichtlich keine Aussicht auf Erfolg. Die Rechtssache hat auch keine grundsätzliche Bedeutung. Weder die Fortbildung des Rechts noch die Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung erfordern eine Entscheidung der Kammer aufgrund mündlicher Verhandlung, die auch sonst nicht geboten ist. Zur Vermeidung von Wiederholungen wird auf die Gründe des Kammerbeschlusses vom 30.05.2014 Bezug genommen.

Die Klägerin geht in ihrem Schriftsatz vom 25.06.2014 offenbar von der falschen rechtlichen Voraussetzung aus, die Verjährung der Schadensersatzansprüche des Vermieters beginne erst mit Kenntnis von der neuen Anschrift des Mieters. § 199 Abs. 1 Nr. 2 BGB ist aber auf den Beginn der Verjährungsfrist gemäß § 548 Abs. 1 BGB nicht anwendbar. Die Verjährungsfrist für die Schadensersatzansprüche des Vermieters beginnt vielmehr mit Rückgabe der Mietsache, unabhängig davon, ob der Mieter dem Vermieter seine neue Adresse mitteilt oder nicht. Durch die Schöpfung eines an § 199 Abs. 1 BGB angelehnten Hemmungstatbestandes, der zu einer Verlängerung des Ablaufes der Verjährungsfrist von bis zu fünf Jahren führen kann, wird der Mieter unangemessen benachteiligt. Denn eine so erhebliche Abweichung von der gesetzlichen Regelung, welche gerade die zügige Abwicklung des Mietverhältnisses beabsichtigt, ist mit dem Grundgedanken der gesetzlichen Regelung nicht mehr vereinbar. Aus § 12 Nr. 2 des Mietvertrages ergibt sich auch nicht, dass der Mieter lediglich einmalig bei Auszug verpflichtet wäre, dem Vermieter seine neue Adresse mitzuteilen. Eine solche Einschränkung lässt sich dem Wortlaut der Klausel und auch der Regelungssystematik nicht entnehmen. Selbst wenn man davon ausginge, dass die Klausel eine Interpretation im Sinne der Klägerin zuließe, so wäre sie jedenfalls mehrdeutig, was gemäß § 305c Abs. 2 BGB zulasten der Klägerin ginge. Die Klausel würde daher dazu führen, dass der Mieter über einen Zeitraum von bis zu 5 Jahren seinem ehemaligen Vermieter sämtliche Folgeadressen mitteilen müsste, um eine Hemmung der Verjährung etwaiger gegen ihn gerichteter Ansprüche mit Sicherheit auszuschließen.

Entgegen der Auffassung der Klägerin hat die Sache keine grundlegende Bedeutung. Zutreffend ist zwar, dass die Frage umstritten ist, ob die Verjährungsfrist des § 548 Abs. 1 BGB in allgemeinen Geschäftsbedingungen wirksam verlängert werden kann. Diese isolierte Rechtsfrage stellt sich im vorliegenden Fall jedoch nicht, da die Verlängerung der Verjährungsfrist im vorliegenden Falle jedenfalls deshalb unwirksam ist, weil sie zugleich mit der Vereinbarung eines Hemmungstatbestandes einhergeht, der den Mieter in unangemessener Weise benachteiligt. Es kann also offen bleiben, ob die isolierte Verlängerung der Verjährungsfrist aus § 548 Abs. 1 BGB wirksam wäre. Denn jedenfalls aufgrund des Summierungseffektes von Verlängerung der Verjährungsfrist aus § 548 Abs. 1 BGB auf ein Jahr und Schaffung eines dem Mietrecht unbekannten Hemmungstatbestandes von bis zu 5 Jahren tritt eine unangemessene Benachteiligung des Mieters ein. Voraussetzung für die Annahme eines Summierungseffektes ist es auch nicht, dass die gesetzlichen Regelungen, von denen abgewichen wird, in demselben Titel des BGB normiert sind. Erforderlich ist lediglich ein innerer Sachzusammenhang der Einzelklauseln. Ein solcher Sachzusammenhang ist bei Klauseln, die zum einen die Dauer der Verjährungsfrist und zum anderen die Hemmung der Verjährung erfassen, unzweifelhaft gegeben.

Eine grundsätzliche Bedeutung der Rechtssache ist nicht gegeben, da die Kammer mit ihrer Entscheidung von keiner obergerichtlichen Rechtsprechung abweicht und darüber hinaus die hier verwendete Kombination von Klauseln, soweit ersichtlich, in der Rechtsprechung noch nicht behandelt wurde.

Die Nebenentscheidungen beruhen auf §§ 97 Abs. 1, 708 Nr. 10 Satz 2, 713 ZPO, § 26 Nr. 8 EGZPO.