Einstweiliger Rechtsschutz im Zivilrecht und im Öffentlichen Recht

17.11.2008

Rechtsgebiete

  • Zivilprozessrecht

Autoren

Anzeigen >Rechtsanwalt Dirk Streifler - Partner

Wirtschaftsrecht / Existenzgründung / Insolvenzrecht / Gesellschaftsrecht / Strafrecht
EnglischDeutsch
Allgemeines Zivilrecht - Öffentliches Recht - Verwaltungsrecht

In besonders dringenden Fällen gibt es die Möglichkeit, Rechtsschutz durch das Gericht im einstweiligen Rechtsschutzverfahren zu erlangen.

Handelt es sich um eine öffentlich rechtliche Streitigkeit, ist unter anderem ein Antrag nach § 80 V VwGO statthaft, etwa auf Aussetzung einer angeordneten sofortigen Vollziehung einer Ordnungsverfügung. Dies bewirkt dann z.B., daß ein genehmigungspflichtiges Gewerbe trotz Untersagungsverfügung weiterbetrieben werden darf. Handelt es sich um Leistungsbegehren, kann zum Beispiel mit dem Rechtsbelf des § 123 VwGO die Versetzung eines Schülers in die folgende Klasse erlangt oder die Beförderung eines Konkurrenten vorläufig verhindert werden.

Handelt es sich dagegen um einen zivilrechtlichen Streit, ist unter anderem mit einer einstweiligen Verfügung eine Sicherungshypothek zu erhalten, um eine Werklohnforderung zu sichern oder aber es lassen sich Ansprüche gegen Vermieter durchsetzen, die unberechtigterweise Strom und Wasser abstellen.

 

In der Zivilprozeßordnung gibt es den - Arrest nach §§ 916 ff ZPO- , welcher auf die Sicherung von Geldforderungen gerichtet ist und die – einstweilige Verfügung nach §§ 935 ff ZPO - , welche der Sicherung der sonstigen Ansprüche dient.

 

Im Einzelnen gestaltet sich das Verfahren wie folgt:

 

Dinglicher und persönlicher Arrest

 

Durch einen - sog. persönlichen Arrest - wird die Haft des Antragsgegners erreicht. Dies ist aber ein seltener Ausnahmefall. Typisch ist der - sog. dingliche Arrest - , durch welchen eine Sicherungsvollstreckung in das Vermögen des Schuldners erreicht wird. Dieser ist statthaft, wenn zu besorgen ist, dass ohne seine Verhängung die Vollstreckung vereitelt oder wesentlich erschwert würde, § 917 ZPO. Eine solche drohende Verschlechterung der Realisierung von Ansprüchen besteht, wenn unlautere Handlungen des Schuldners zu befürchten sind.

 

Dazu zählen insbesondere:

 

Ein Beiseiteschaffen und Verschleudern von Sachen oder der Wechsel ins Ausland.

Nicht jedoch eine sog. Gläubigerkonkurrenz, d.h., eine vorrangige Befriedigung vor anderen Gläubigern bedarf spezieller Gründe.

 

Arrestgesuch

 

Um einen dinglichen oder persönlichen Arrest zu bewirken, wird nach § 920 ZPO bei Gericht ein Arrestgesuch beantragt, das in seiner Funktion der Klageschrift im Hauptverfahren entspricht.

 

Anderweitige Sicherheiten

 

Zu beachten ist, dass ein solches Arrestgesuch unzulässig ist, wenn der Antragsteller bereits anderweitig ausreichend gesichert ist, weil dann das Rechtsschutzbedürfnis nicht gegeben ist. Dies kann fehlen, wenn etwa ein Eigentumsvorbehalt, Pfandrecht, Sicherungseigentum oder bereits ein vollstreckbarer Titel besteht.

 

Bereits vorliegende Eilanordnungen

 

Problematisch ist die Sachlage, wenn bereits frühere Eilanordnungen ergangen sind.

Da nach der Rechtsprechung jedoch auch Eilentscheidungen rechtskräftig werden, ist dann eine erneute Eilanordnung in der gleichen Sache zulässig, wenn die einmonatige Vollzugsfrist des § 929 II ZPO vorbei ist und eine erneute Sicherung erforderlich ist, um weitere Nachteile zu vermeiden, deren Gewicht das für den Erlass einer Erstanordnung Erforderliche übersteigt.

 

Arrestanspruch und Arrestgesuch sind glaubhaft zu machen

 

Erfolgreich ist das Arrestgesuch im Gegensatz zur Hauptsacheklage bereits dann, wenn ein Arrestanspruch und Arrestgesuch schlüssig vorgetragen und glaubhaft gemacht sind.

 

Der Arrestanspruch muss ein materieller Anspruch sein, der unmittelbar auf Zahlung in Geld gerichtet ist oder in einen solchen übergehen kann, § 916 ZPO. Dies können auch Forderungen sein, die noch nicht fällig sind. Unter diese Zahlungsansprüche fallen auch Schadensersatzansprüche aus mangelhafter Leistung. Dann wird durch den Arrest der spätere Schadensersatzanspruch gesichert.

 

Im Unterschied zum Hauptverfahren müssen Tatsachen nicht bewiesen, sondern der Arrestanspruch und der Arrestgrund müssen lediglich glaubhaft gemacht werden. Dies kann durch eine eidesstattliche Versicherung erfolgen. Andererseits müssen angegebene Beweismittel dem Gericht präsent sein, sie müssen vorliegen.

 

Einstweilige Verfügung

 

Eine einstweilige Verfügung in Form der Sicherungs-, Regelungs- oder Leistungsverfügung und damit kein Arrest wird dann beantragt, wenn es nicht um eine Geldzahlung geht.

 

Sicherungsverfügung

 

Die Sicherungsverfügung nach § 935 ZPO setzt einen – Verfügungsanspruch - voraus, der kein Zahlungsanspruch ist. Insbesondere die Lieferung von Sachen oder die Vornahme von Handlungen oder Unterlassungen.

 

Weiter muß ein – Verfügungsgrund – bestehen, d.h., dass die Verwirklichung eines Rechts vereitelt oder wesentlich erschwert wird, § 935 ZPO. Dies ist insbesondere gegeben, wenn eine Veräußerung oder Zerstörung der Sache droht.

 

Da im einstweiligen Rechtsschutzverfahren die Rechte nur vorläufig gesichert werden und die Hauptsache somit nicht vorweggenommen wird, erfolgt idR eine Sequestration, dh, die herauszugebende Sache wird in Verwahrung eines Dritten gegeben, oder aber es werden Veräußerungsverbote erlassen.

 

Regelungsverfügung

 

Mit der Regelungsanordnung wird ein Rechtsverhältnis vorläufig geregelt.

Es muß ein Rechtsverhältnis bestehen und eine Notwendigkeit der Regelung dieses zur Abwehr von Nachteilen.

 

Darunter fallen insbesondere vorläufige Regelungen von Mitdarlehensnehmern, Miterben oder Mietern oder Betretungsverbote.

 

Leistungsverfügung

 

Die Leistungsverfügung ist eine besonders weitgehende Verfügung. Der Antragsteller erhält hier ausnahmsweise eine Erfüllung seines Anspruchs dh, es kann der volle Anspruch des Hauptverfahren durchgesetzt werden.

Eine Leistungsverfügung nach § 940 ZPO analog ergeht aber nur, wenn andernfalls irreparable existenzgefährdende Schäden des Antragstellers, aber nicht des Antragsgegners, eintreten würden.

 

Insbesondere fallen hierunter:

 

  • Belieferung von Gas, Wasser oder Strom
  • Unterhaltszahlungsansprüche von Ehegatten und Kindern
  • Unterhaltsrentenzahlungen
  • Arbeitentgelte
  • Ausnahmsweise Schmerzensgeld (OLG Nürnberg NJW 1998, 3787 u.a.)
  • Herausgabeansprüche bei Sachen, welche der Aufrechterhaltung der Lebensgrundlage dienen, wie Arbeitspapiere, Arbeitsgeräte
  • Herausgabeansprüche infolge verbotener Eigenmacht (§ 861 BGB) auch ohne existentielle Notlage, wie Durchsetzung der Überlassung der Wohnung
  • Unterlassungsansprüche im Wettbewerbsbereich
  • Unterlassungsansprüche hinsichtlich ehrverletzender Handlungen
  • Erlangung von Vormerkungen und Widersprüche im Grundbuch
  • Eine Sicherungshypothek kann der Bauunternehmer durch Vormerkung sichern, die durch einstweilige Verfügung erwirkt werden kann

 

 

 

 

Der Verfahrensablauf

 

Weist das Gericht den Antrag durch Beschluss nicht zurück, so wird es entweder sofort ohne eine mündliche Verhandlung den Arrest bzw. die einstweilige Verfügung durch Beschluss anordnen oder aber nach eigenem Ermessen eine mündliche Verhandlung anordnen.

Wird eine mündliche Verhandlung angeordnet, so entscheidet das Gericht nach der mündlichen Verhandlung durch ein Urteil, in welchem es den Arrest bzw. die einstweilige Verfügung anordnet oder den Antrag zurückweist.

 

Hat das Gericht ohne eine mündliche Verhandlung den Arrest bzw. die einstweilige Verfügung angeordnet, so kann der Antragsgegner dagegen Widerspruch einlegen. Dann muss eine mündliche Verhandlung stattfinden, in welcher das Gericht durch Urteil den Arrest bzw. die einstweilige Verfügung bestätigt oder abändert oder aber aufhebt.

 

Ergeht ein Urteil, kann dieses auch als Verzichts-, Anerkenntnis oder Versäumnisurteil ergehen.

 

Rechtsbehelfe

 

Beschlüsse oder Urteile, die im einstweiligen Rechtsschutzverfahren ergehen, können mit den Rechtsbehelfen der sofortigen Beschwerde, der Berufung oder dem Widerspruch angegriffen werden.

 

Eine sofortige Beschwerde (§ 567 I Nr.2 ZPO) ist statthaft, wenn der Antrag auf Erlass eines Arrests bzw. die einstweilige Verfügung mit Beschluss zurückgewiesen wurde.

 

Eine Berufung ist statthaft, wenn das Gericht durch Urteil entscheidet, also eine mündliche Verhandlung stattfindet, in der der Arrest bzw. die einstweilige Verfügung angeordnet, aufgehoben, bestätigt/abgeändert oder der Antrag zurückgewiesen wird. Gegen das erfolgte Berufungsurteil findet kein Rechtsmittel mehr statt (§ 542 II ZPO).

 

Ein Widerspruch ist statthaft, wenn die Anordnung des Arrests bzw. die einstweilige Verfügung durch Beschluss erfolgte.

 

Erging ein Versäumnisurteil, so ist der Einspruch statthaft.

 

Als besonderer Rechtsbehelf kann der Antrag auf Anordnung einer Klageerhebung gestellt werden oder auf Aufhebung des Arrests wegen veränderter Umstände. Letzterer Antrag ist insbesondere geboten, wenn der ursprüngliche Anspruch nicht mehr besteht, weil dieser inzwischen durch Zahlung erfüllt wurde oder aber ein obsiegendes Urteil in der Hauptsache erging.

 

Schließlich kann auch eine Schutzschrift eingereicht werden. Da ein Arrest ohne mündliche Verhandlung erlassen werden kann, gibt es für den Antragsgegner bzw. Schuldner die Möglichkeit, im Vorab dem Gericht den Sachverhalt aus der Schuldnersicht vorzutragen, damit erst gar nicht ein Arrest bzw. die einstweilige Verfügung ergeht und somit der Widerspruch dagegen erst gar nicht eingereicht werden muß.

 

Schadensersatz

 

Sofern ein Arrest bzw. die einstweilige Verfügung unberechtigt erlassen wurde kann der Schuldner Schadensersatz geltend machen, § 945 ZPO.

 

Die verkürzte Darstellung bedingt, dass eine vollständige Beschreibung der relevanten Rechtslage hier nicht möglich ist und daher eine professionelle Beratung nicht ersetzt. Trotz sorgfältiger Bearbeitung bleibt eine Haftung ausgeschlossen.

 

Wegen der besonderen Eilbedürftigkeit wäre es für die Bearbeitung von Vorteil, wenn Sie uns bereits den Sachverhalt in der Gestalt einer eidesstattlichen Versicherung vorformulieren.

Sie hier die vorgegebene Anlage aus.
Bitte vereinbaren Sie einen Termin mit meiner Kanzlei.

Bierbach, Streifler & Partner
Oranienburger Straße 69
10117 Berlin
 

Telefon (Durchwahl) 030-278740 30 (40)
Telefax (Durchwahl) 030-278740 59 (42)
e-Mail [email protected]

Andere Veröffentlichungen

140 Artikel relevant zu diesem Artikel

140 Artikel zum Rechtsgebiet: Zivilprozessrecht.

Anzeigen >ZPO: Zur zweitinstanzlich erhobene Widerklage

27.01.2014
Wird die den erstinstanzlichen Streitgegenstand betreffende Berufung zurückgewiesen, so verliert eine im Berufungsverfahren erhobene Widerklage ihre Wirkung.

Der BGH hat in seinem Urteil vom 24.10.2013 (Az.: III ZR 403/12) folgendes entschieden: Wird die den erstinstanzlichen Streitgegenstand betreffende Berufung durch einstimmigen Beschluss gemäß § 522 II ZPO zurückgewiesen, verliert eine im...

Anzeigen >ZPO: Zum Rechtsschutzbedürfnis bei gerichtlicher Entscheidung gegen Zwischenbescheid

21.11.2013
Das Rechtsschutzbedürfnis entfällt, wenn vor der Entscheidung des staatlichen Gerichts ein Schiedsspruch in der Hauptsache erlassen wird.

Der BGH hat in seinem Beschluss vom 19.09.2013 (Az.: III ZB 37/12) folgendes entschieden: Das Rechtsschutzbedürfnis für einen Antrag auf gerichtliche Entscheidung gegen einen Zwischenentscheid, mit dem sich ein Schiedsgericht für zuständig erklärt,.

Anzeigen >ZPO: Zur Zulässigkeit einer Saldoklage

19.02.2013
mit der Mietrückstände aus einem mehrere Jahre umfassenden Zeitraum geltend gemacht werden-BGH vom 09.01.13-Az:VIII ZR 94/12

Der BGH hat mit dem Urteil vom 09.01.2013 (Az: VIII ZR 94/12) folgendes entschieden: Auf die Revision der Kläger wird das Urteil der 11. Zivilkammer des Landgerichts Frankfurt am Main vom 23. Februar 2012 im Kostenpunkt und insoweit aufgehoben, als.

Anzeigen >ZPO: Voraussetzungen für den Erlass eines Grund- und Feststellungsurteils

24.01.2012
wenn sich nicht ohne weitere Tatsachenaufklärung feststellen lässt, ob dem Kläger ein Schaden entstanden ist-BGH vom 08.12.11-Az: VII ZR 12/09

Der BGH hat mit dem Urteil vom 08.12.2011 (Az: VII ZR 12/09) folgendes entschieden: Lässt sich ohne weitere Tatsachenaufklärung nicht feststellen, ob dem Kläger ein von ihm ausschließlich konkret nach dem entgangenen Rohertrag berechneter Schaden...

Gesetze

Gesetze

12 Gesetze werden in diesem Text zitiert

Anzeigen >ZPO | § 935 Einstweilige Verfügung bezüglich Streitgegenstand


Einstweilige Verfügungen in Bezug auf den Streitgegenstand sind zulässig, wenn zu besorgen ist, dass durch eine Veränderung des bestehenden Zustandes die Verwirklichung des Rechts einer Partei vereitelt oder wesentlich erschwert werden könnte.

Anzeigen >VwGO | Verwaltungsgerichtsordnung

VwGO

Teil I Gerichtsverfassung 1. Abschnitt Gerichte § 1 Die Verwaltungsgerichtsbarkeit wird durch unabhängige, von den Verwaltungsbehörden getrennte Gerichte ausgeübt. § 2 Gerichte der...

Referenzen

Erweist sich die Anordnung eines Arrestes oder einer einstweiligen Verfügung als von Anfang an ungerechtfertigt oder wird die angeordnete Maßregel auf Grund des § 926 Abs. 2 oder des § 942 Abs. 3 aufgehoben, so ist die Partei, welche die Anordnung erwirkt hat, verpflichtet, dem Gegner den Schaden zu ersetzen, der ihm aus der Vollziehung der angeordneten Maßregel oder dadurch entsteht, dass er Sicherheit leistet, um die Vollziehung abzuwenden oder die Aufhebung der Maßregel zu erwirken.

(1) Das Gesuch soll die Bezeichnung des Anspruchs unter Angabe des Geldbetrages oder des Geldwertes sowie die Bezeichnung des Arrestgrundes enthalten.

(2) Der Anspruch und der Arrestgrund sind glaubhaft zu machen.

(3) Das Gesuch kann vor der Geschäftsstelle zu Protokoll erklärt werden.

(1) Der dingliche Arrest findet statt, wenn zu besorgen ist, dass ohne dessen Verhängung die Vollstreckung des Urteils vereitelt oder wesentlich erschwert werden würde.

(2) Als ein zureichender Arrestgrund ist es anzusehen, wenn das Urteil im Ausland vollstreckt werden müsste und die Gegenseitigkeit nicht verbürgt ist. Eines Arrestgrundes bedarf es nicht, wenn der Arrest nur zur Sicherung der Zwangsvollstreckung in ein Schiff stattfindet.

(1) Auf Antrag kann das Gericht, auch schon vor Klageerhebung, eine einstweilige Anordnung in bezug auf den Streitgegenstand treffen, wenn die Gefahr besteht, daß durch eine Veränderung des bestehenden Zustands die Verwirklichung eines Rechts des Antragstellers vereitelt oder wesentlich erschwert werden könnte. Einstweilige Anordnungen sind auch zur Regelung eines vorläufigen Zustands in bezug auf ein streitiges Rechtsverhältnis zulässig, wenn diese Regelung, vor allem bei dauernden Rechtsverhältnissen, um wesentliche Nachteile abzuwenden oder drohende Gewalt zu verhindern oder aus anderen Gründen nötig erscheint.

(2) Für den Erlaß einstweiliger Anordnungen ist das Gericht der Hauptsache zuständig. Dies ist das Gericht des ersten Rechtszugs und, wenn die Hauptsache im Berufungsverfahren anhängig ist, das Berufungsgericht. § 80 Abs. 8 ist entsprechend anzuwenden.

(3) Für den Erlaß einstweiliger Anordnungen gelten §§ 920, 921, 923, 926, 928 bis 932, 938, 939, 941 und 945 der Zivilprozeßordnung entsprechend.

(4) Das Gericht entscheidet durch Beschluß.

(5) Die Vorschriften der Absätze 1 bis 3 gelten nicht für die Fälle der §§ 80 und 80a.

(1) Der Arrest findet zur Sicherung der Zwangsvollstreckung in das bewegliche oder unbewegliche Vermögen wegen einer Geldforderung oder wegen eines Anspruchs statt, der in eine Geldforderung übergehen kann.

(2) Die Zulässigkeit des Arrestes wird nicht dadurch ausgeschlossen, dass der Anspruch betagt oder bedingt ist, es sei denn, dass der bedingte Anspruch wegen der entfernten Möglichkeit des Eintritts der Bedingung einen gegenwärtigen Vermögenswert nicht hat.

§ 917 Arrestgrund bei dinglichem Arrest

(1) Der dingliche Arrest findet statt, wenn zu besorgen ist, dass ohne dessen Verhängung die Vollstreckung des Urteils vereitelt oder wesentlich erschwert werden würde.

(2) Als ein zureichender Arrestgrund ist es anzusehen, wenn das Urteil im Ausland vollstreckt werden müsste und die Gegenseitigkeit nicht verbürgt ist. Eines Arrestgrundes bedarf es nicht, wenn der Arrest nur zur Sicherung der Zwangsvollstreckung in ein Schiff stattfindet.

§ 918 Arrestgrund bei persönlichem Arrest

Der persönliche Sicherheitsarrest findet nur statt, wenn er erforderlich ist, um die gefährdete Zwangsvollstreckung in das Vermögen des Schuldners zu sichern.

Einstweilige Verfügungen in Bezug auf den Streitgegenstand sind zulässig, wenn zu besorgen ist, dass durch eine Veränderung des bestehenden Zustandes die Verwirklichung des Rechts einer Partei vereitelt oder wesentlich erschwert werden könnte.

(1) Wird der Besitz durch verbotene Eigenmacht dem Besitzer entzogen, so kann dieser die Wiedereinräumung des Besitzes von demjenigen verlangen, welcher ihm gegenüber fehlerhaft besitzt.

(2) Der Anspruch ist ausgeschlossen, wenn der entzogene Besitz dem gegenwärtigen Besitzer oder dessen Rechtsvorgänger gegenüber fehlerhaft war und in dem letzten Jahre vor der Entziehung erlangt worden ist.

Einstweilige Verfügungen in Bezug auf den Streitgegenstand sind zulässig, wenn zu besorgen ist, dass durch eine Veränderung des bestehenden Zustandes die Verwirklichung des Rechts einer Partei vereitelt oder wesentlich erschwert werden könnte.

§ 936 Anwendung der Arrestvorschriften

Auf die Anordnung einstweiliger Verfügungen und das weitere Verfahren sind die Vorschriften über die Anordnung von Arresten und über das Arrestverfahren entsprechend anzuwenden, soweit nicht die nachfolgenden Paragraphen abweichende Vorschriften enthalten.

§ 937 Zuständiges Gericht

(1) Für den Erlass einstweiliger Verfügungen ist das Gericht der Hauptsache zuständig.

(2) Die Entscheidung kann in dringenden Fällen sowie dann, wenn der Antrag auf Erlass einer einstweiligen Verfügung zurückzuweisen ist, ohne mündliche Verhandlung ergehen.

BGB

Dieses Gesetz dient der Umsetzung folgender Richtlinien:

1.
Richtlinie 76/207/EWG des Rates vom 9. Februar 1976 zur Verwirklichung des Grundsatzes der Gleichbehandlung von Männern und Frauen hinsichtlich des Zugangs zur Beschäftigung, zur Berufsbildung und zum beruflichen Aufstieg sowie in Bezug auf die Arbeitsbedingungen (ABl. EG Nr. L 39 S. 40),
2.
Richtlinie 77/187/EWG des Rates vom 14. Februar 1977 zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten über die Wahrung von Ansprüchen der Arbeitnehmer beim Übergang von Unternehmen, Betrieben oder Betriebsteilen (ABl. EG Nr. L 61 S. 26),
3.
Richtlinie 85/577/EWG des Rates vom 20. Dezember 1985 betreffend den Verbraucherschutz im Falle von außerhalb von Geschäftsräumen geschlossenen Verträgen (ABl. EG Nr. L 372 S. 31),
4.
Richtlinie 87/102/EWG des Rates zur Angleichung der Rechts- und Verwaltungsvorschriften der Mitgliedstaaten über den Verbraucherkredit (ABl. EG Nr. L 42 S. 48), zuletzt geändert durch die Richtlinie 98/7/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. Februar 1998 zur Änderung der Richtlinie 87/102/EWG zur Angleichung der Rechts- und Verwaltungsvorschriften der Mitgliedstaaten über den Verbraucherkredit (ABl. EG Nr. L 101 S. 17),
5.
Richtlinie 90/314/EWG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 13. Juni 1990 über Pauschalreisen (ABl. EG Nr. L 158 S. 59),
6.
Richtlinie 93/13/EWG des Rates vom 5. April 1993 über missbräuchliche Klauseln in Verbraucherverträgen (ABl. EG Nr. L 95 S. 29),
7.
Richtlinie 94/47/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 26. Oktober 1994 zum Schutz der Erwerber im Hinblick auf bestimmte Aspekte von Verträgen über den Erwerb von Teilzeitnutzungsrechten an Immobilien (ABl. EG Nr. L 280 S. 82),
8.
der Richtlinie 97/5/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 27. Januar 1997 über grenzüberschreitende Überweisungen (ABl. EG Nr. L 43 S. 25),
9.
Richtlinie 97/7/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 20. Mai 1997 über den Verbraucherschutz bei Vertragsabschlüssen im Fernabsatz (ABl. EG Nr. L 144 S. 19),
10.
Artikel 3 bis 5 der Richtlinie 98/26/EG des Europäischen Parlaments und des Rates über die Wirksamkeit von Abrechnungen in Zahlungs- und Wertpapierliefer- und -abrechnungssystemen vom 19. Mai 1998 (ABl. EG Nr. L 166 S. 45),
11.
Richtlinie 1999/44/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 25. Mai 1999 zu bestimmten Aspekten des Verbrauchsgüterkaufs und der Garantien für Verbrauchsgüter (ABl. EG Nr. L 171 S. 12),
12.
Artikel 10, 11 und 18 der Richtlinie 2000/31/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 8. Juni 2000 über bestimmte rechtliche Aspekte der Dienste der Informationsgesellschaft, insbesondere des elektronischen Geschäftsverkehrs, im Binnenmarkt ("Richtlinie über den elektronischen Geschäftsverkehr", ABl. EG Nr. L 178 S. 1),
13.
Richtlinie 2000/35/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 29. Juni 2000 zur Bekämpfung von Zahlungsverzug im Geschäftsverkehr (ABl. EG Nr. L 200 S. 35).

(1) Der Arrest findet zur Sicherung der Zwangsvollstreckung in das bewegliche oder unbewegliche Vermögen wegen einer Geldforderung oder wegen eines Anspruchs statt, der in eine Geldforderung übergehen kann.

(2) Die Zulässigkeit des Arrestes wird nicht dadurch ausgeschlossen, dass der Anspruch betagt oder bedingt ist, es sei denn, dass der bedingte Anspruch wegen der entfernten Möglichkeit des Eintritts der Bedingung einen gegenwärtigen Vermögenswert nicht hat.

Einstweilige Verfügungen sind auch zum Zwecke der Regelung eines einstweiligen Zustandes in Bezug auf ein streitiges Rechtsverhältnis zulässig, sofern diese Regelung, insbesondere bei dauernden Rechtsverhältnissen zur Abwendung wesentlicher Nachteile oder zur Verhinderung drohender Gewalt oder aus anderen Gründen nötig erscheint.