Markenrecht

27.02.2007
beiRechtsanwalt Dr. Benedikt Mick - Fachanwalt für Strafrecht - in Kooperation
Rechtsberatung zum Markenrecht - BSP Rechtsanwälte in Berlin-Mitte

Marken sind zunächst einmal „nur“ Zeichen, die geeignet sind, die Waren oder Dienstleistungen eines Unternehmens von den Waren und Dienstleistungen eines anderen Unternehmens zu unterscheiden. Ihre wirtschaftliche Bedeutung geht natürlich weit über diese Begriffsdefinition hinaus. Tatsächlich hängt der Erfolg eines Unternehmens häufig von seinen Marken ab. Die Marke schafft aus Sicht des Kunden einen Vertrauenstatbestand, da dieser häufig mit dem verwendeten Label auch eine gleichbleibende Qualität des Produktes assoziiert. Dem Verbraucher ist sie mithin eine Orientierungshilfe – für das Unternehmen ein bedeutender Teil seines guten Rufs. Angesichts einer Gesellschaft die zusehends von Produktvielfalt und Wettbewerb geprägt ist, stellen Marken häufig die einzige Möglichkeit dar, sich von der übrigen Konkurrenz abzusetzen.

Es verwundert daher nicht weiter, dass Marken mehrere Millionen EUR wert sein können. Schadensersatzforderungen wegen Markenverletzungen können nicht selten in unerwartete Höhen schnellen. Ein häufig unterschätzter Gefahrenbereich bildet dabei das Internet. Schon die unbewusste Verwendung eines geschützten Zeichens oder Namens kann für den Betreiber einer Internetseite böse Überraschungen bergen. Vor der Verwendung augenscheinlich frei verfügbarer Zeichen oder Begriffe sollte daher heutzutage unbedingt eine Beratung in Betracht gezogen werden.

Marken können für Waren und Dienstleistungen angemeldet und eingetragen werden. Für den Anmelder bieten sich dabei in der Regel drei verschiedene Möglichkeiten, den territorialen Schutzbereich seiner Marke zu bestimmen:

Die nationale Marke

Das Zeichen für welches Schutz begehrt wird, kann beim Deutschen Patent- und Markenamt ( DPMA) zur Eintragung in das Markenregister angemeldet werden. Nach Prüfung der Schutzfähigkeit und Eintragung des Zeichens durch das DPMA kann der Inhaber eines prioritätsälteren Zeichens innerhalb von drei Monaten Widerspruch gegen die Marke einlegen, sofern Identität oder Verwechslungsgefahr gegeben ist.

Die nationale Marke entfaltet Schutzwirkung im Hoheitsbereich des Anmeldestaates (Deutschland) und hat eine Schutzdauer von 10 Jahren ab dem Anmeldetag, welche beliebig oft gegen Zahlung einer Gebühr erneuert werden kann.

Vor Anmeldung und Eintragung einer Marke empfiehlt sich in jedem Falle die Durchführung einer Markenrecherche, um sicher zu gehen, dass dadurch nicht Rechte Dritter verletzt werden könnten. Solche Rechte Dritter sind nach deutschem Markenrecht dann zu berücksichtigen, wenn das Neuzeichen mit dem anderen Zeichen (1) identisch oder ähnlich ist, (2) die korrespondierenden Waren oder Dienstleistungen identisch oder ähnlich sind und (3) und das andere Zeichen prioritätsälter ist.

Die Gemeinschaftsmarke

Daneben besteht die Möglichkeit, über eine einzige Markenanmeldung beim europäischen Harmonisierungssamt für den Binnenmarkt (HABM) in Alicante für alle derzeit 27 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union Markenschutz zu erlangen. Auf diese Weise kann der Schutzbereich der Marke recht kostengünstig auf das gesamte Gebiet der Europäischen Union ausgedehnt werden. Der größte Nachteil besteht jedoch darin, dass bereits ein entgegenstehendes prioritätsälteres Recht in einem Mitgliestaat ausreicht um die Eintragung der Gemeinschaftsmarke zu verhindern. 

Die Einreichung der Anmeldung kann auch bei einer entsprechenden mitgliedstaatlichen Behörde in der jeweiligen Sprache des Mitgliedstaates erfolgen. Darüber hinaus muss aber noch in jedem Falle ein Antrag in einer der Amtssprachen des HABM ( Englisch, Französisch, Deutsch, Italienisch oder Spanisch) vorliegen.

Nach Prüfung der Schutzfähigkeit und Veröffentlichung durch das HABM kann der Inhaber eines prioritätsälteren Zeichens innerhalb von drei Monaten Widerspruch gegen die Eintragung der Marke einlegen. Wie die nationale Marke hat auch die Gemeinschaftsmarke eine Schutzdauer von 10 Jahren welche beliebig oft gegen Zahlung einer Gebühr erneuert werden kann.

Die Marke nach dem Madrider Markenabkommen

Schließlich besteht für den Anmelder die Möglichkeit einer Markenanmeldung auf der Grundlage des Madrider Markenabkommens bzw. des Protokolls zum Madrider Markenabkommen. Im Prinzip geht der Anmelder dabei von seiner ursprünglichen, nationalen Marke aus. Diese kann jedoch durch Anmeldung beim „World Intellectual Property Office“ auf einen zu benennenden Vertragsstaat (- en) als „WIPO- Marke“ erstreckt werden. Zur Zeit sind – nach dem erst kürzlich erfolgten Beitritt Indiens- 81 Staaten dem Madrider Markenabkommen bzw. dem Protokoll zum Madrider Markenabkommen beigetreten.

Anzeigen >Rechtsanwalt Dr. Benedikt Mick - Fachanwalt für Strafrecht - in Kooperation

Strafrecht – Medien- & Urheberrecht – Internetrecht – Sportrecht 
Strafrecht
EnglischFranzösisch 1 mehr anzeigen

Artikel

1 relevante Artikel zu diesem Rechtsgebiet

Anzeigen >2. Haftung bei Markenrechtsverletzung

22.10.2013
Rechtsanwalt für Markenrecht - BSP Rechtsanwälte Berlin Mitte

Dem Markenrechtsinhaber bietet das Markengesetz mehrere Ansprüche mithilfe derer er sich gegen Markenrechtsverletzungen verteidigen kann. Zum einen kann der Markenrechtsverletzer gemäß § 14 Abs. 5 MarkenG bei Wiederholungsgefahr auf Unterlassung in.
Markenrecht

Urteile

196 relevante Urteile zu diesem Rechtsgebiet

Anzeigen >Oberlandesgericht Köln Urteil, 24. Okt. 2014 - 6 U 211/13

24.10.2014
Oberlandesgericht Köln Urteil 6 U 211/13, 24. Oktober 2014

----- Tenor ----- Auf die Berufung der Beklagten wird das am 4. 12. 2013 verkündete Urteil der 4. Kammer für Handelssachen des Landgerichts Köln – 84 O 112/13 – teilweise abgeändert und wie folgt neu gefasst: I. Die Beklagte wird verurteilt, es...
Gewerblicher RechtsschutzMarkenrechtMarkenfähigkeitSchranken des MarkenschutzesStrafrecht

Anzeigen >Oberlandesgericht Stuttgart Urteil, 08. Mai 2008 - 2 U 9/08

08.05.2008
Oberlandesgericht Stuttgart Urteil 2 U 9/08, 08. Mai 2008

----- Tenor ----- > > >> >> >> 1. Auf die Berufung der Verfügungsbeklagten wird das Urteil des >> Vorsitzenden der 41. Kammer für Handelssachen des Landgerichts Stuttgart >> vom 15.01.2008 >> >> > > > > >> >>> >>>> >>>>> >>>>> >>>>>
Gewerblicher RechtsschutzMarkenrechtMarkenfähigkeitSchranken des MarkenschutzesStrafrecht

Anzeigen >Bundesgerichtshof Beschluss, 23. Jan. 2018 - 5 StR 554/17

23.01.2018
Bundesgerichtshof Beschluss 5 StR 554/17, 23. Januar 2018

----- Tenor ----- Die Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Berlin vom 12. Juni 2017 wird verworfen. Der Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels zu tragen. ------ Gründe ------ 1 Das Landgericht hat den Angeklagten
Gewerblicher RechtsschutzMarkenrechtMarkenfähigkeitSchranken des MarkenschutzesStrafrecht