Alle Steuerzahler: Höchstbetrag wird auch bei mehreren Arbeitszimmern nur einmal gewährt

bei uns veröffentlicht am04.06.2015

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Zusammenfassung des Autors
Dieser Höchstbetrag ist personen- und objektbezogen auszulegen und kann auch bei mehreren Arbeitszimmern nur einmal jährlich gewährt werden.
Steht einem Steuerpflichtigen für seine betriebliche oder berufliche Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung, sind Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer bis zur Höhe von max. 1.250 EUR abzugsfähig. Sollten aus beruflichen Gründen zwei Wohnungen und zwei häusliche Arbeitszimmer unterhalten werden, gilt nach einer Entscheidung des Finanzgerichts (FG) Rheinland-Pfalz nichts anderes. Das heißt, der Höchstbetrag wird auch in diesen Fällen nur einmal gewährt.

Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer können nur dann unbeschränkt als Werbungskosten oder als Betriebsausgaben abgezogen werden, wenn das Arbeitszimmer den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Betätigung bildet. Dies war im Streitfall jedoch nicht der Fall, da der Steuerpflichtige seine Vortrags­tätigkeit außerhalb seines Arbeitszimmers durchführte. Somit kam nur der auf 1.250 EUR beschränkte Höchstbetrag in Betracht.

Dieser Höchstbetrag ist nach der Entscheidung des FG Rheinland-Pfalz personen- und objektbezogen auszulegen und kann demzufolge auch bei mehreren Arbeitszimmern nur einmal jährlich gewährt werden. Denn ein Steuerpflichtiger, so das FG Rheinland-Pfalz, kann zwei Arbeitszimmer niemals zeitgleich nutzen.

Praxishinweis: Diese personen- und objektbezogene Sichtweise muss nicht per se negativ sein. So gewährt die Finanzverwaltung den Höchstbetrag von 1.250 EUR auch bei nicht ganzjähriger Nutzung des häuslichen Arbeitszimmers in voller Höhe.

Beachten Sie: Das FG Rheinland-Pfalz hat die Revision zum Bundesfinanzhof ausdrücklich zugelassen, da höchstrichterlich bisher noch nicht geklärt ist, ob für zwei parallel genutzte Arbeitszimmer in verschiedenen Hausständen jeweils Aufwendungen in Höhe von 1.250 EUR als Werbungskosten bzw. als Betriebsausgaben anzuerkennen sind.

FG Rheinland-Pfalz, Urteil vom 25.2.2015, (Az.: 2 K 1595/13), Rev. zugelassen,; BMF-Schreiben vom 2.3.2011, IV C 6 - S 2145/07/10002, Rz. 22.

Urteile

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Finanzgericht Rheinland-Pfalz Urteil, 25. Feb. 2015 - 2 K 1595/13

bei uns veröffentlicht am 25.02.2015

Diese Entscheidung zitiert Tenor I. Die Klage wird abgewiesen. II. Die Kosten des Verfahrens haben die Kläger zu tragen. III. Die Revision wird zugelassen. Tatbestand Streitig ist, ob der Kläger zwei häusliche Arbeitszimmer in seiner Einkommens

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