KI – kein Urheberrecht? An Photos, Gemälden, Cyberpunk Kunstwerken?

erstmalig veröffentlicht: 26.09.2022, letzte Fassung: 19.10.2022

Autoren

Rechtsanwalt

Film-, Medien- und Urheberrecht

EnglischFranzösisch 1 mehr anzeigen
Zusammenfassung des Autors

Künstliche Intelligenz (KI) – kein Urheberrecht? An Photos, Gemälden, Cyberpunk Kunstwerken?

Künstliche Intelligenz – kein Urheberrecht? An Photos, Gemälden, Cyberpunk Kunstwerken?
 

Die großen Bild-Agenturen Getty und Shutterstock haben beschlossen keine KI hergestellten Photos mehr zu handeln. Das ist weise. Die rechtlichen Bedenken sind berechtigt, der nachgeschobene Grund „die Nutzer zu schützen“ dürfte hingegen frei erfunden sein: Photos sind durch das Urheberrecht geschützt. Da Urheberrecht setzt eine geistige, persönliche Schöpfung voraus. „Persönlich“ meint in diesem Falle „menschlich“. So ging die Klage von PETA verloren, die ein Urheberrecht für eine Menschenaffen einklagen wollten, der versehentlich auf den Auslöser einer Kamera kam und ein sehr lustiges Selfie schoss.
 
Shutterstock und Getty sehen hier folgendes, das Bild hat ohne Urheberrecht keine Wert, es kann nicht vor Verwendung durch irgendwen geschützt werden. Das Geschäftsmodell funktioniert nicht. Also ist die Entscheidung konsequent. Der Nutzer wird dadurch nicht geschützt, er erhält ein Bild und könnte es frei verwenden - wofür er will. Man könnte dafür eine „Bereitstellungsgebühr“ nehmen, vielleicht wartet hier ein Geschäftsmodell für eine weitere Bild-Agentur.

Haben Sie noch Fragen zum Thema "Künstliche Intelligenz" oder zum Urheberrecht allgemein? Dann nehmen Sie Kontakt zu Streifler&Kollegen auf und lassen Sie sich fachkundig beraten.

Artikel zu passenden Rechtsgebieten

Artikel zu Grenzen des Urheberrechts

Urheberrecht: Keine Höhner-Lieder im NPD-Wahlkampf

12.10.2017

Die Band „Die Höhner“ muss nicht hinnehmen, dass ihre Lieder auf Wahlkampfveranstaltungen der rechtsextremen Partei NPD gespielt werden.

Kunstfreiheit überwiegt Urheberrecht

07.01.2011

urheberrechtlich geschützte Position wurde zwar verletzt, dies ist jedoch durch die in Art. 5 Abs.33 GG verankerte Kunstfreiheit geschützt - BSP Bierbach, Streifler & Partner PartGmbB

Urheberrecht: Zum Zitatrecht gemäß § 51 Satz 2 Nr. 2 UrhG im Hinblick auf Kunstwerke

26.06.2012

das Zitatrecht hat im Hinblick auf Kunstwerke einen weiteren Anwendungsbereich als bei nichtkünstlerischen Sprachwerken-BGH vom 30.11.11-Az:I ZR 212/10

Zur Durchsetzung von Geräte- und Speichermedientarifen im einstweiligen Verfügungsverfahren

30.12.2010

Die Höhe der Urheberrechtsvergütung für abgabepflichtige Geräte ergibt sich dem Grunde nach aus § 54 Abs.1 UrhG - BSP Bierbach, Streifler & Partner PartGmbB
Artikel zu allgemeines Urheberrecht

Urheberrecht: Lizenzmodelle bei der Bildverwendung im Internet

05.06.2020

Dürfen Sie ein Bild aus dem Internet herunterladen und weiterverwenden? Müssen Sie den Fotografen oder den Künstler angeben?Was ist bei einer Bildauswahl zu beachten und für welche Zwecke dürfen Motive verwendet werden? All diese Fragen werden im Folgenden beantwortet. In diesem Artikel finden Sie eine Übersicht, welche Möglichkeiten es für die Bildnutzung gibt und was Sie dabei beachten sollten. 

Recht auf Vergessenwerden: Zwei Auslistungsbegehren gegen Google - Der BGH konkretisiert das Recht auf Vergessenwerden

17.10.2020

Der BGH befand in zwei Entscheidungen über das Recht auf Vergessenwerden: Im ersten der beiden Verfahren begehrte der Kläger die Löschung eines auf Google veröffentlichten Artikels, welcher unliebsamen Bericht über seine Handlungen aus der Vergangenheit, insb. seine Gesundheitsdaten, unter Nennung seines vollen Namens zum Inhalt hatte. Der BGH (VI ZR 476/18) verneinte einen solchen Auslistungsanspruch mit der Begründung, dass das Interesse des Klägers (auch unter Berücksichtigung des Zeitablaufs) hinter den kollidierenden Grundrechten, insbesondere dem Öffentlichkeitsinteresse, zurücktreten müsse. Im zweiten Verfahren des BGH war der Wahrheitsgehalt eines Berichts, welchen der Kläger ausgelistet sehen wollte, umstritten. Der BGH war sich über das Vorgehen in einer solchen Konstellation nicht sicher und bat den EuGH in der Folge um Rat. Vielmehr sollte sich der EuGH mit der Frage befassen, wie mit Fotos umzugehen sei, die in der Trefferliste abgebildet werden, ohne dass der konkrete Kontext zum Sacherhalten ersichtlich wird. - Streifler & Kollegen, Patrick Jacobshagen, Anwalt für Medienrecht

Urheberrecht: Der viel gefürchtete Uploadfilter – Was steckt dahinter?

13.05.2019

Trotz langer Diskussionen und vieler Demonstrationen ist er nun endgültig auf dem Weg: der viel gefürchtete „Uploadfilter“ des erneuerten Art. 17 der DSM-RL („Digital Single Market“-Richtlinie; ehemals Art. 13), der nicht nur die Open-Source-Community erzittern lässt – BSP Rechtsanwälte – Anwalt für Urheberrecht Berlin