Arbeitsrecht: Bedrohung und Beleidigung von Kollegen kann zur fristlosen Kündigung führen

erstmalig veröffentlicht: 28.02.2010, letzte Fassung: 24.03.2022

Autoren

Rechtsanwalt

Patrick Jacobshagen

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Wer seine Arbeitskollegen beleidigt oder bedroht, riskiert eine fristlose Kündigung.

Wer seine Kollegen bedroht und beleidigt, stört den Betriebsfrieden und riskiert eine fristlose Kündigung.Das gilt umso mehr, wenn ein solches Verhalten vorher bereits einmal vom Arbeitgeber abgemahnt worden ist, aber gleichwohl nicht abgestellt wurde.

Patrick Jacobshagen - Streifler&Kollegen - Rechtanwälte Berlin


Entsprechendes hat das Landesarbeitsgericht (LAG) Schleswig-Holstein entschieden. Die vor Gericht klagende Bäckereiverkäuferin war zunächst drei Wochen vor Erhalt der Kündigung vom Arbeitgeber aufgefordert worden, die neue Auszubildende vernünftig zu behandeln und nicht vor Kunden zu kritisieren. Eine Woche später wurde sie auf Veranlassung der Filialleiterin zu einem Personalgespräch gebeten. Daraufhin hatte die Verkäuferin der Auszubildenden vorgeworfen, sie sei schuld an diesem erneuten Gespräch. Dabei hatte sie mit der Hand ganz nah an deren Hals gestikuliert. Die Auszubildende brach in Tränen aus. Am Folgetag wurde die Klägerin vom Arbeitgeber angewiesen, gegenüber der Auszubildenden und Kolleginnen einen angemessenen Ton zu wahren sowie Beschimpfungen und Bedrohungen zu unterlassen. Das sei ihre letzte Chance. Direkt danach fuhr die Verkäuferin in die Filiale und drohte einer neuen Arbeitskollegin unter anderem: „Wer mich beim Chef anmachen will, den mache ich platt“. Darauf sprach der Arbeitgeber die fristlose Kündigung aus.

Das war zulässig, entschied das LAG. Das von der Klägerin an den Tag gelegte ungezügelte aggressive Verhalten störe den Betriebsfrieden und mache eine gedeihliche Zusammenarbeit unmöglich. Da sich die Verkäuferin trotz einer Abmahnung nicht zusammengerissen, sondern ihr beanstandetes Verhalten sofort wiederholt habe, sei die fristlose Kündigung des langjährigen Arbeitsverhältnisses korrekt (LAG Schleswig-Holstein, 3 Sa 224/09).

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